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Samstag, den 5. April 1930.

3. Deutsche Kampfspiele in Breslau

26.- 29. Juni 1930.

Für die Deutschen Kampfspiele", die in diesem Jahre vom 26.- 29. Juni in Breslau ausgetragen werden, gingen uns die ,, Allgemeinen Bestimmungen" zu, die wir nachstehend zum Ab­druck bringen:

Allgemeine Bedingungen.

1. Aufgabe.

Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen veranstal­tet gemäß§ 2 3iffer 3 seiner Sagung in regelmäßigen Zwi­schenräumen Deutsche Kampfspiele.

Diese sollen den Ausdruck deutscher Volkseinheit, deutscher Sitte, deutschen Fühlens und der leiblichen Kraft und Gesund­heit deutscher Jugend sein.

Sie sollen das gesamte deutsche Volk erfassen. Vorkämpfe innerhalb der Verbände sollen die Besten ermitteln, die dann am Feste teilnehmen.

Jeder Deutsche, wo auf der Welt er auch immer wohnt, kann sich an den Kampfspielen beteiligen. Voraussetzung ist selbstver­ständlich die Amateureigenschaft nach den Bestimmungen der zuständigen Verbände.

Mindeſtalter 18 Jahre( Stichtag 1. Januar 1912), für Frauen Mindestalter 17 Jahre( Stichtag 1. Januar 1913).

Gemäß Beschluß des Vorstandes vom 23. Februar 1929 wur­den die Kampfspiele für 1930 der Stadt Breslau übertragen. 2. Leitung.

Leiter der Kampfspiele ist der Kampfspielausschuß des DRA., der an letzter Stelle in allen Streitfragen entscheidet. Für die Durchführung der Kampfspiele ist von der Stadt Breslau ein örtlicher Vorbereitungsausschuß gegründet, der die Verantwortung trägt.

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3. Preise und Erinnerungszeichen. Die veranstaltende Stadt gewährt allen Teilnehmern ein Erinnerungszeichen.

Die Sieger der Wettkämpfe erhalten die für die Deutschen Kampfspiele geschaffene Erzplakette mit einer Urkunde, und zwar an jedem Wettkampf

der Sieger die goldene( vergoldete), der Zweite die silberne( versilberte), der Dritte die bronzene Erzplakette.

Bei den Mannschaftskämpfen erhält jeder Mann der. sieg­reichen Mannschaft die besondere Erzplakette für Mannschafts­kämpfe. Weitere Auszeichnungen behält sich der Kampfspielaus­schuß vor.

4. Meldungen.

Die Meldungen gehen an die ,, Geschäftsstelle der Deutschen Kampfspiele in Breslau 16, Stadion".

Jede Meldung ist auf einem von der Geschäftsstelle anzufor­dernden Melde vordruck einzureichen. Maßgebend für die Gül­

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tigkeit ist die gleichzeitige Ueberweisung des Einsatzes. Meldun­gen, die mündlich oder durch Drahtung gegeben werden, sind un­gültig. Meldeschluß: 8. Juni. Vormeldungsschlüsse bei einzelnen Verbänden bestehen nicht. 5. Einjaz.

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Für jeden einzelnen Kämpfer und Teilnehmer eines Mann­du chinh schaftskampfes, sowie auch Ersatzmann ist ein Einheitssay von 5 Rmt. zu zahlen. Für jeden zweiten und weiteren Wettkampf ein Zuschlag von 2 Rmt und Vergü .36 6. Zutritt Jeder Teilnehmer erhält eine nicht übertragbare Eintritts­karte, die für alle Tage der Veranstaltung gilt.pmon Billige Unterkunft und Verpflegung, sowie Verkehrserleich­terung werden angestrebt.

Aus Nah und Fern.

Vergünstigungen.

Menus R2 letzten Sitzungen bereits seine Zustimung zu dem Ankauf des für ein Strandbad notwendigen Geländes in der Rosenan ge­geben hatte, bewilligte es jetzt die zur Errichtung des Bades erforderlichen 50 000 Mart.

Heuchelheim. Zum stellvertretenden Fleisch- und Trichinen beschauer für unsere Gemeinde wurde vom Kreisamt Heinrich Burg aus Allendorf a. d. L. ernannt.

Schotten. Die Vogelsberger Volksbank in Schotten hielt soeben ihre 25. Jahreshauptversammlung ab. Nach dem Jah resbericht konnte der Bestand erhalten, und das Institut wei­ter ausgebaut werden. Der Jahresumsaz bezifferte sich, wie auch im Vorjahre, auf 11 Millionen Reichsmart. Der Rein­gewinn betrug 6700 Mart. Die Spareinlagen betrugen, ein­schließlich der Heim- und Schulsparkassen 426 000 Mark.

Neue oberhessische Kraftpostlinie.

Büdingen. In einer Sigung unter Leitung des Kreisdirek tors Dr. Gaßner, an der die Gemeindevorstände der an der Autolinie Büdingen- Wenings interessierten Gemeinden teil­nahmen, wurde einstimmig beschlossen, die bisherige Kraftom­nibuslinie Büdingen Wenings an die Reichspost zu übertragen, deren Uebernahmebedingungen angenommen wurden. Der Ver­trag ist zunächst für die drei kommenden Jahre abgeschlossen.

Bad Salzhausen. Der diesjährige Badebetrieb beginnt an­statt 1. Mai bereits am Gründonnerstag, den 17. April. In der Zeit vom 17. April bis 1. Mai wird keine Kurabgabe erhoben. Rafetenflugversuch.

Mainz. Der Konstrukteur Karl Ulrich hat eine neuartige Raumrakete fertiggestellt, die einen Menschen mitführen soll. Der Erfinder will in nächster Zeit praktische Flugversuche mit seiner Rakete unternehmen. Man rechnet damit, daß die hessische

Regierung die praktische Erprobung dieser Erfindung unter­

Mainz. Für die am 10. und 11. August in Mainz geplante Befreiungsfeier der hessischen Lehrerschaft hat der Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, Wolff- Berlin, ein Referat über ,, Die Vereinheitlichung des Reiches und die Schule" zugesagt.

Lindenfels. Der Gemeinderat von Lindenfels hat nach ausgedehnter Debatte die Einführung der Biersteuer beschlossen.

Weglar. Eine mit sechs Personen besetzte Chevrolet- Limou­fine rannte in voller Fahrt gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmet. Sämtliche Injassen wurden schwer verletzt.

Fulda. Nachdem das Fuldaer Stadtparlament in einer der

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iz moto gill Tod durch Starkstrom. Schlüchtern. Der jugendliche Landwirtschaftsgehilfe P. Kaufmann aus dem Kreisorte Hutten kam im Keller seines Dienstherrn der Lichtleitung zu nahe, so daß er schwere Brand­wunden erlitt, denen er bald darauf erlag. erlag.

Beleidigung der Kirche.

Nr. 27.

spanien. Ein Stollen brach zusammen und begrub vierzig Berg­leute. Bis zum Abend konnte nur eine Leiche geborgen wer­den. Man befürchtet, daß auch die übrigen Arbeiter sämtlich ums Leben gekommen sind.

75 000 Menschen gegen Heuschreden mobilisiert. London. n. Aegypten wird gegenwärtig von einer fürchter­lichen Heuschredenplage bedroht. Gewaltige Schwärme ziehen über Palästina und Transjordanien, sowie aus dem Sudan auf den Suezkanal und das Niltal zu. Die ägyptische Regierung hat sich gezwungen gesehen, sofort 50 000 Pfund für Abwehr­maßnahmen bereitzustellen und hat überdies zum ersten Male seit 40 Jahren wieder das System der Zwangsarbeit eingeführt. In Transjordanien wurden von dem Emir Abdullah 75 000 Leute mobilisiert, die Tag und Nacht an der Arbeit sind, um die Heuschreckenschärme am Weiterflug zu verhindern.

Die Wehrmacht in Rußland.

Generalleutnant a. D. Exz. von Mezsch ver­öffentlicht im Aprilheft der Deutschen Rundschau" interessantes Material über die Wehrkraft Sowjet­rußlands; wir geben aus dem Aufsatz die folgenden Abschnitte wieder:

Die ersten Revolutionsjahre in Sowjetrußland waren er­füllt von Wehrdekreten, die keineswegs Papier blieben. 1922 erschien das erste, 1925 das zweite Wehrgesetz, das im wesent­lichen noch heute gültig ist. Danach werden jährlich 1,2 Mil­lionen en in 80 80 Infanterie- und 13 Kavalleriedivisionen ausgebil­det, woraus sich in absehbarer Zeit eine moderne 12- Millionen: macht ergeben wird..

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Die Wehrmachtserziehung in Sowjetrußland hat nie unter­lassen, den revolutionären Ursprungsgedanken als wichtigstes Kampfmittel auszunuzen. Die Gefechtsvorschriften setzen anti­kapitalistische Gärungen beim Feinde voraus.; sie, nicht nur das Gelände oder die Lage, können unter Umständen die Angriffs= richtung bestimmen. Zehn geschickte Agitatoren in Panzerautos hinter der feindlichen Front können, gegebenenfalls, wirksamer sein, als zehn gute Bataillone am feindlichen Flügel. Künf­tige Kriege werden nach sowjetmilitärischer Auffassung nicht mit der seelischen Zermürbung des Feindes enden, sondern damit beginnen.

Das überwiegend bäuerliche Millionenheer hat bedin­gungs- und zeitlosen Wert für die Zukunft der Völkermassen, die im Sowjetstaate wohnen und die in wenig mehr als einem Jahrzehnt auf etwa 200 Millionen angewachsen sein werden. Ihnen ist die Wehrmacht nach und nach die populärste Institu= iſt die Wehrm tion des Staates geworden. Gewaltige Organisationen bereiten die soldatische Ausbildung der Jugend vor. Andere suchen dem Volke die Eigentümlichkeiten des modernen Krieges nahezu bringen. Woroschilow gab am Schlusse der vorjährigen großen Manöver die Parole aus, die Militarisierung müsse die letzte Fabrik und das letzte Laboratorium erfassen. Man will ein militantes Geschlecht heranziehen, und das Heer liefert dazu durch eine gute Mannszucht ein gutes, soldatisches Beispiel..

Die wachsende militärische Macht und die zielbewußte Wehr­erziehung des Volkes werden zur Folge haben, daß das Heer einen wider Erwarten befriedigenden Ausgang des Sowjeterve rimentes endgültig stützt oder seinen Zusammenbruch über­1d dauert. In keinem Falle aber wird in Zukunft die Millionen­masse, die heute in der Sowjetunion vereint ist, einem schwäch­lichen Pazifismus verfallen.. inn

hi Hanau. In einer Sigung der Hanauer Stadtverordneten bezeichnete der kommunistische Stadtv. Georg Handke die evan­gelische Kirche als eine Verblödungs- und Verdummungsan­stalt". Deshalb hatte er sich wegen Beleidigung der evangeli­schen Kirche vor dem Schöffengericht in Hanau zu verantworten. Der Anklagevertreter beantragte zwei Monate Gefängnis, das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 250 Rmf.ter Hanauer Jugendheim in Rüdersbach.

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Jm ehemaligen ,, Gasthaus zur schönen Aussicht", hoch über der Rückersbacher Schlucht im Vorspessart, ist durch Umbau das Sanauer Jugendheim" entstanden. Es ist nicht nur Jugend­herberge, Schullandheim und Erholungsort für die schulpflich­tige und schulentlassene Jugend, sondern es dient als Rast- und Einkehrstätte auch allen erwachsenen Wanderern und Vereinen.

Das 19. Deutsche Bundesschießen in Köln. ale Die Vorbereitungen für das 19. Deutsche Bundesschießen, das in der Zeit vom 20. Juli bis 3. August zum erstenmal in Köln stattfindet, sind in vollem Gang. Zu der großen Sport­Aus den veranstaltung erwartet man 15-20 000 Schützen. bei der Geschäftsstelle des Deutschen Bundesschießens täglich einlaufenden Zuschriften aus dem In- und Ausland spricht ein überaus reges Interesse für die Kölner Veranstaltung. Man wird mit einem Massenbesuch zu rechnen haben. Der Haupt­anziehungspunkt des Bundesschießens für die Allgemeinheit dürfte der historische Festzug sein.

Speyer, 4. 4. Der Stadtrat beschloß die Einführung einer Warenhaussteuer.

Bergwerksunglüd in Spanien.

Ein schweres Bergwerksunglück ereignete sich in einem Koh­lenbergwerk bei Llano in der Nähe von Santander in Nord­

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Eine Million P. S. übers Meer. Norwegen wird auf der kommenden Weltkraftkonferenz einen kühnen Plan vorlegen: die in Elektrizität umgewandelte Kraft seiner Wasserfälle nach Deutschland zu übertragen. Die neue ,, Woche" berichtet in Wort und Bild darüber. Im gleichen Heft ein bemerkenswerter Aufsatz ,, Natur und Unnatur" von Wilhelm Bölsche.

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Drei Luftmusketiere. Am 12. April 1930 jährt sich der im­mer noch unerreichte Ostwestflug der in Amerika als Drei Luft­musketiere" gefeierten deutsch- irischen Nationalhelden: Köhl Fitzmaurice v. Hünefeld, die durch ihre erste Ostwestüber­querung des Atlantik nicht nur die Todesflüge der Nungesser und Colli Hamilton, Minchin und Prinzessin Löwenstein­Wertheim, Hinchliffe und Eleonore Mackay rechtfertigten, son­dern auch deutschen Erfindergeist und deutscher Technik zu einem überwältigenden Triumph verhalfen.

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