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Mittwoch, den 8. Oktober 1930.

natürliche Grenze haben an dem Bedürfnis, die Würde der Reichswehr zu wahren und ihr die Selbstachtung zu erhalten, ohne die sie ihren Zweck unmöglich erfüllen kann. ,, Die Reichs­wehr ist vogelfrei." Wer die gemeinen und planmäßigen An­griffe auf den Rest deutscher staatlicher Wehrhaftigkeit nicht vergessen hat, der wird die Empfindungen, die die jungen Offiziere bei ihrem wir wiederholen es nicht zu duldenden Umherreisen und Werben beseelten, nur zu gut verstehen. Und der denkt mit einigem Unbehagen daran wie es unterhal der Offiziersschicht wohl aussehen mag? Da sind es schwerlich die gleichen Einflüsse, die die Köpfe erhitzen und am Pflicht gefühl rütteln; niemand gibt uns die Gewähr, daß da noch alles so ist, wie es sein sollte!

Nein, die Reichswehr hat nicht die Stellung, die man ihr im öffentlichen Leben ihres von begünstigteren Nachbarn künst­lich niedergehaltenen Volkes wünschen möchte. Sie führt stellen­weise ein Dasein, als ob wir uns ihrer zu schämen hätten! Um

,, Gießener Zeitung"

Pazifisten und Internationalisten nur nicht zu reizen, verstecken wir sie zu sehr! Statt sie dem Volke bei jeder nur irgend passenden Gelegenheit vor Augen zu führen und ihr selbst Ge= legenheit zu geben, sich davon zu überzeugen, wie hoch sie in der Wertschätzung aller deutschdenkenden Deutschen steht! Dem Parteiliteratentum und Parteibonzentum, das die Koalitionen bildet und Gelder bewilligt oder noch lieber streicht, weil ihm der Gedanke an deutsche Wehrhaftigkeit ein Greuel ist, möchte man's recht machen und verliert die Fühlung mit den lebendigen Triebkräften im Nachwuchs des Volkes. Das war die Lehr des Reichstagswahlen und sie ist erläutert worden durch den Leipziger Hochverratsprozeß, der die Reichswehr ein paar tüchtige Offiziere kostet und den Nationalsozialismus um ein paar schätzenswerte Märtyrer des deutschen Gedankens be: reichert. Hoffentlich begreift die reformbegeisterte Regierung so nach und nach, daß es bei uns nicht nur Finanzen zu re­formieren gibt!

11. Reichsfrontsoldatentag.

Der Aufmarsch zum 11. Reichsbundsoldatentag in Koblenz hat bei gutem Wetter begonnen. Aus allen Teilen des Reiches strömten die feldgrauen Kolonnen, teils in Marschgruppen und Fahrradabteilungen, teils in langen Autozügen zusammen. Städte und Dörfer oberhalb und unterhalb der Mosel- und Lahnmündung waren festlich geschmückt. Die Stadt Koblenz zeigte reichste Flaggenpracht. Als Auftakt der Veranstaltungen empfing der 1. Bundesführer, Franz Seldte, am Freitag im Hotel Riesen- Fürstenhof über 100 Vertreter der in- und ause ländischen Presse, der u. a. ausführte:

Nr. 80

streich. Auf dem eroberten Schlachtfelde geht eine siegreiche Armee zur Ruhe, um sich in kriegerischer Erinnerung Dankge­bet und Sammlung der Kräfte auf den kommenden Tag zu rüsten, der vielleicht den Entscheidungskampf bringen kann.

Der Frontsoldaten- Appell.

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Der Sonntag brachte den unvergeßlichen Höhepunkt und Kraftsammelpunkt dieser Tage. In buntbewimpelten Flottillen, auf den blitzenden Schienensträngen rechts und links des deut­schen Stromes, in endlosen Fußvoltkolonnen zog es heran grau und stolz von Bingen und Rüdesheim, von Ehrenbreit­stein, Andernach, von Caub, von Lorch, von St. Goar hin zu der Stadt, hinauf zur Karthause. Hoch über der Stadt und hoch über dem Rhein steht punkt 11 Uhr vormittags dort die waffenlose, friedenswillige Armee der alten Frontsoldaten und neuen Staatsbürger in eherner Parade, elf Kanonenschläge fün­den Zeit und Beginn. Brausender Frontheilruf meldet die An­kunft der Bundesführer, die sich vom rechten Flügel her zu dem freien Platz in der Mitte bei der Rednerkanzlei begeben. Vor ihnen dicht, stehen die Fernsten: die aus Venedig und aus Tien­sin, aus Windhuk und Buenos Aires, aus Memel und Tilsit und Königsberg, und die von der Saar. Der Aufmarsch der Fah­nen leitet die Kundgebung ein. Weit hinten, am linken Flügel, sieht man schon lange ihre Spitzen leuchten. Jetzt rücken sie an. Feierlich. Zu Vieren. In enggeschlossenen Marschkolonnen. Die Geistlichen sprechen. Hunderttausend Häupter entblößen sich zu stillem Gedenken derer, die nicht weit von dieser Stätte in den Massengräbern Frankreichs schlafen. Auf der hohen Kanzel erscheint die Bundesstandarte. Franz Seldte spricht zu der Gefolgschaft, dankte den mehr als Hunderttausend deutschen Frontsoldaten des Stahlhelm für ihr Antreten zum großen Frontsoldatenappell. Trotz schwerster wirtschaftlicher Notlage," so rief er den Kameraden zu, habt ihr Zeit und Arbeit und Opfer daran gewendet, um dem Befehl eurer Bundesführung folgend, hier im Zentrum des endlich von fremden Truppen ge­räumten Rheinlandes zum 11. R. F. S. T. aufzumarschieren. Das ist das Große am Stahlhelm und am Gedanken des Front­soldateniums, daß diejenigen, die ihm anhängen, dafür Opfer bringen und nochmals Opfer und immer wieder Opfer. Diesen Gedanken des Opferwollens und Opfernkönnens gerade in die ser Gegend, gerade im Rheinland erneut zu bekennen, ist eine drängende Pflicht und eine große Genugtuung zugleich. Denn das Rheinland hat in den letzten zwölf Jahren, wie schon so of im Verlauf seiner wechselvollen und schicksalsschweren Geschichte uns diesen Opfergedanken vorgelegt.

und für die ganze nationale Freiheitsbewegung sein wird. Be­geisterter Beifall dankte dem Bundesführer für seine Worte. Der Parademarsch der langen Kerls erklang und die Fahnen setzten sich zum Ausmarsch in Bewegung. Auf allen Gesichtern leuchtete die Vorfreude auf die beiden nächsten Tage.

Bereits in den ersten Morgenstunden des Sonnabends war das Bild des Rheines von Köln bis Mainz beherrscht von den Zehntausenden zu Bahn, zu Schiff, auf Lastwagen und zu Fuß im Anmarsch auf Koblenz befindlicher Stahlhelmer. Und von Köln bis Mainz war zugleich das Bild beherrscht von der Flagge des alten Reiches, von einer jubelnden Bevölkerung, die nach der Not der Besagung zum ersten Male wieder deutsche Män­ner im Kleide des Wehrwillens sah. Inzwischen gingen in Koblenz selbst die offiziellen Veranstaltungen des Stahlhelm weiter vor sich. Am Vormittag trat der Bundesvorstand zu einer Sigung zusammen, in der politische und organische Fragen Die Sitzung flang aus in eine spontane besprochen wurden. Dani- und Treue- Rundgebung für die beiden Bundesführer Franz Seldte und Duesterberg. Es fand in den Mittagsstun den ein kleines Frühstück statt, bei dem der Bundeskanzler im Auftrage der Bundesführer die Gäste aus dem Auslande be­grüßte. Der italienische Abgeordnete Maltini, der Beauftragte des Generalsekretärs der faschistischen Partei, sowie der Ver­treter der norwegischen Frontfämpfer, Tryggve Gran, erwider­ten mit Worten des Dantes und der wärmsten Sympathie.

Am Abend um 6 Uhr, fand in den Räumen des ,, Koblenzer Sof" der Empfang der Ehrengäste statt, bei dem der 2. Bundes­führer u. a. ausführte:

,, Der innerste Wunsch des Gründers des Stahlhelms: des Kameraden Seldte, das Fronterlebnis auf die Nach­friegszeit zu übertragen, ist in Erfüllung gegangen. Das Hoffnungsvolle ist die Entwicklung des Jungstahlhelms, indem eine disziplinierte feurige Jugend gesammelt ist, die mit den vornehmsten militärischen Tugenden der alten Wehrmacht vertraut gemacht wird, die aus sich selbst her­aus Gehorsam übt. Marxistische Mißwirtschaft im Innern. Bolschewistische Kuliurzerstörung und ungeheurer Druck von außen, haben ungewollt die nationale Freiheitsbewegung in Deutschland geschaffen, deren fester disziplinierter Block der Stahlhelm ist. Wir sind die nationalistischen Revolu­tionäre gegenüber den unfruchtbaren marxistischen Real­tionären. Der uns aufgezwungene Frieden ist die Fort­setzung des Krieges mit anderen Mitteln. Und in diesem Kampf ist jeder Deutsche, jeder Stahlhelmer, hineingestellt. Der Fronigeist ist von der militärischen Front auf die ge­samte deutsche Lebensauffassung übertragen. Nur Schwäch­linge können diese Tatsache beklagen."

Starker Beifall folgte den Ausführungen.

,,... Der Bund der Frontsoldaten unterscheidet sich von anderen Soldatenvereinen und den heutigen politischen Organisationen durch die straffen und ernsten soldatischen Formen. Es ist Urkraft des Blutes und ursprüngliches, un­verfälschtes Mannstum, das die Reihen der wirklichen Frontsoldaten beseelt, ebenso wie die deutsche Jugend, die mit Eifer diese Reihen auffüllt. Aus Blut und Instinkt wuchs im Stahlhelm eine Schicksalsgemeinschaft, in der jeder fühlt, daß er abhängig von anderen, daß einer nichts ohne den andern ist. Er ist nicht Organisation, sondern ein Or­ganismus, er ist nicht tote Form, sondern lebender Körper und seine Angehörigen sind einander verbunden durch eine Blutsbrüderschaft, die keine Macht dieser Welt von außen her zerbrechen kann. Wir kämpfen für die Freiheit unse­res Vaterlandes und für den Lebensraum der deutschen Nation. Wir haben erkannt, daß die erfolgreiche Durch­führung eines Kampfes um die äußere Befreiung zunächst Arbeit auf dem Gebiet der Innenpolitik verlangt. Das heutige System parlamentarischer Interessenwirtschaft und der Zustand parteipolitischer Zerrissenheit bedarf dringender Abänderung." Er schloß: Für uns selbst wollen wir wenig - für Deutschland: die innere und äußere Befreiung!" Am Freitagabend fand in der reichgeschmückten Stadthalle unter größter Beteiligung der Bevölkerung die Begrüßung der Rheinlande durch den 1. Bundesführer Franz Seldte statt. Zwei Stahlhelmkapellen leiteten mit dem Krenzritterfanfarenmarsch die Feier ein, dann marschierten unier den Flängen des Fride­ricus Rex- Marsches die Fahnen- Abordnungen in den Saal. Stehend und begeistert begrüßt. Der Bundespräsentiermarsch erscholl und nach einem gemeinsamen Lied betrat Franz Seldte die Rednertribüne. Jubelnd begrüßt, sprach er den Dank des Stahlhelms an die Städte Koblenz, ingen und Andernach, an alle die onderen Gastfreunde, die hörden und Vereine aus, die uns gastfrei halfen, den Dank auch an die Kameraden, die zu diesem Tage hergeeilt sind. Der Hauptdank des gesamten Stahlhelm aber wurde den Rheinländern, dem rheinischen Stamm, übermittelt, der den seelischen Sieg, den Sieg ohne Waffen, in unerschütterlichem Glauben über die Besatzung und über die Feinde errungen hat. Noch ist der Rhein nicht wirk­lich frei, das deutsche Hoheitsrecht über das Rheinland müssen wir uns noch schwer erarbeiten. Unsere große Tagung soll im Rheinland verkünden, was der Sichlhelm ist und was der Stahl­helm will. Wir haben für unser Eintreten um den Bestand des Reiches für unsern geistigen außenpolitischen Kampf gegen die Lehre des Bolschewismus, gegen die Schuldlüge, gegen das Schmachdiltat von Versailles, gegen die Verträge bis zum Young- Plan tein Wort des Dantes geerntet, genau so wenig wie für den innenpolitischen Kampf gegen den Margismus, gegen den Pazifismus, gegen den Klassenkampf, wie für unse= ren geistigen Kampfe in wirtschaftlicher Beziehung gegen alle überzogenen sozialistischen Experimente. Und ebenso wenig Ana erkennung haben wir für unseren fulturpolitischen Kampf ge= funden, der sich gegen alles undeutsche Wesen richtete und der eintrat für ein nationales deutsches Leben auf der Basis einer christlich- Deutschen Weltanschauung und Lebensführung. Wir alten Frontsoldaten sind längst darüber hinaus, für Dant, Lohn und Anerkennung zu fechten. Wer an der Spitze der Freiheits­bewegung marschiert, der braucht solches nicht. Der Stahlhelm, der in seinen eigenen Reihen die Frage der Kameradschaft und der Möglichkeit einer deutschen Volksgemeinschaft erprobt hat, will helfen, daß das ganze deutsche Volt sich eint und daß Stolz auf die Nation und Selbstvertrauen wieder erwachen. Da wir Den Krieg kennen, wünschen wir keinen neuen Krieg. Wir wünschen die Befreiung von unerträglichen Sklavenketten und fordern die Wehrhaftmachung des deutschen Volkes. Das Ge­schick eines Volkes hängt von seiner Führung ab. Darum for dert der Stahlhelm Befreiung der Staatsführung von den ihr cuferlegten Fesseln, darum fordert der Stahlhelm grundlegende Aenderung der Reichsverfassung, Loslösung der Reichsgewalt ron zufälligen parlamentarischen Mehrheiten. Der Stahlhelm spricht nicht in Parteiform. Er steht als starke selbständige Re­serve einsatzbereit hinter der nationalen Rechten bis seine Stunde kommt. Wir wollen außerhalb der wechselnden Par­teien der eiserne, unerschütterliche Pol der Beharrung einer star­ten, nationalen, unabhängigen Machi sein. Wie ein treuer Effe­hard gewappnet, immer auf Posten steht der Stahlhelm am deutschen Leben.

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Kameraden, der Wahlspruch, den sich der Stahlhelm als Leitsaz seines Kampfes erioren hat, und der auch für das Rhein­land tiefe und enischeidende Bedeutung hat, der lautet: ,, Auf den Opfern und den Waffen beruht der Sieg!" Die eine der Voraussetzungen des Sieges, der Opsersinn, ist im nationalen Deutschland, ist besonders auch im Rheinland vorhanden und erprobt. Die zweite Voraussetzung aber müssen wir, muß be­sonders das Rheinland heute noch entbehren. Wenn auch die fremden Truppen aus der deutschen Westmark abgezogen sind, das Rheinland ist nicht frei, weil frei allein derjenige ist, der sich seiner Haut wehren und seinen Willen durchsetzen kann. Nach dem Willen der Diktatoren von Versailles, nach dem Mil­len mit einer anversöhnlichen militärischen und imperialistischen Politik, wie sie von allen Parteien und Regierungen Frankreichs bisher betrieben worden ist, soll das Rheinland in Zukunft die wehr- und waffenlose Aufmarschzone der französischen Armeen sein, wenn sie eines Tages aufbrechen, um das zu vollenden, was ihnen in Versailles nicht vollkommen geglückt ist: die Er oberung und Inbesitznahme des Rheins. Die amtliche deutsche Außenpolitik hat sich in diese Lage der Dinge gefügt, die deutsche Linke hat sich mit ihr abgefunden, ja sie begrüßt sie sogar als die vermeintliche Vorbereitung einer allgemeinen Befriedung Europas. Für uns, für die das Wort Friede nur denkbar ist im Zusammenhang mit den Worten Freiheit und Ehre, für die bedeutet ein solcher Zustand nicht Fricde, sondern Zwang zur Auflehnung, zum Widerstand und zum Kampfe. Und das ist der eindeutige klare Sinn dieses 11. R. F. G. T. am Rhein, daß wir in dieser entmilitarisierten Zone, in der nach dem Willen unserer Gegner und nach dem Zugeständnis er amtlichen deutschen Po­litik sich ein deutscher Soldat nicht einmal zu Urlaubszweden ohne Genehmigung Frankreichs aufhalten darf, durch unseren Aufmarsch bekunden, daß der Wehrwille des deutschen Volkes sich nicht unterdrücken und sich durch keine gewaltsamen Maß nahmen auf die Dauer in Keiten legen läßt.

Ehrengäste des Reichsfrontsoldatentages waren unter an­derem der deutsche Kronprinz, die Stahlhelmbameraden Prinz Eitel Friedrich und Oskar von Preußen, die Generale von Gall­witz und von Hutier, General- Oberst von Seedt, Rudolf Her­303, Dr. Schiele- Naumburg.

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Danach weihte der 2. Bundesführer, Oberstl. Ducsterberg mit kernhafter Ansprache 100 Stahlhelmfahnen, deren Tuch an diesem 5. Oktober 1930 zum ersten Male im Winde flattert ,, Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu" ist ihr Fahnspruch und Duesterbergs Mahnung an alle Die Bundesführer schreiten die Front ab. Immer wieder, unaufhörlich schmettert der Präsentiermarih Immer wieder jubelt helles abertausendstimmiges Frontheil... Es gilt Seldte und Duesterberg nicht allein. Es klingt hinüber Korridor bis an di über den Rhein und das Reich und den Dünen des Kurischen Haffs, bis an die Erzschächte der schlesischer Berge... Es klingt in die müden deutschen Herzen... E ist, gerufen von Sachsen und Bayern und Mecklenburgern un Ostfriesen und Bommern, wie ein Symbol, das sagen wollte Allüberall in Deutschland, wo der Stahlhelm steht, steht aud die Wacht am Rhein.

Die Stahlheim- Abendseier am Deutschen Ed und der große Zapfenstreich vor dem Koblenzer Schloß. Das ganze ,, Deutsche Ed" füllt sich mit Tausenden von Fah­nen und Fadeln, über denen das Denkmal Kaiser Wilhelms I. im gesammelten Lichtstrahl der Scheinwerfer phantastisch groß erglänzi, während von Ehrenbreitstein der Anmarsch fackeltra­gender Kolonnen wie ein leuchtender Widerhall ist. Aus den abendlich verdunkelten Höhenzügen leuchten hier und dort die Stahlhelmwachtfeuer und spiegeln sich im Wasser des Rheins. Dann steigt in die lichtdurchschimmerte Nacht mitten aus der Glut der iausend Fadeln des steinernen Eds, der Hohenfried­ber Marsch. Ein christliches Kirchenlied bereitet, das Bilt preu= ßischer Tradition ergänzend, die Ansprache des 2. Bundesfüh­rers, des Kameraden Duefterberg, vor. Weithin über die Mün­dung der Mosel und die breite Fläche des Rhein schallen, vom Lautsprecher getragen, seine Worte. Der unerschütterliche Wille zur Selbstbestimmung des eigenen Volkes, frei von allen Ver­gewaltigungen, die Forderung eines gerecht verteilten Zustandes, frei von brutalen Lügen und niederträchtigstem Unrecht, frei von Versilavung und Phrasen, und der Willkür einseitiger Rü­stungen hallt aus den scharfen und klaren Worten des zweiten | Bundesführers. Mit einem Bekenntnis zum Nibelungenhort der deutschen Kaiserkrone und zu den Taten der deutschen Front­soldaten schließt die Ansprache. Bleibt einig und treu, dann müssen und werden wir unser hehres Freiheitsziel einst er= reichen!"

Wir hoffen zuversichtlich, daß dieser Fronisoldatentag am Rhein ein Vorwärtsschreiten, ein Erfolg für den Stahlhelm

Durch das von Fahnen, marschierenden Kolonnen, Militär­musik, frohen Menschen, Zurufen, Trommel- und Pfeifenklang nächtlich belebte Koblenz geht der Weg zum Platz vor dem Schloß. Die beiden großen Vierede füllen sich mit glühenden Schwärmen der Fackeln, während in der Mitte die Musik auf­marschiert. Es beginnt von einer gewaltigen Menge, vor den Bundesführern des Stahlhelms und vor dem Kronprinzen die alte feierliche Kulthandlung preußischen Militärs: Der Zapfen:

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Der Vorbeimarsch vor dem Schloß bildet den grandiose Ausklang des Tages. Mittags um 1 Uhr eröffnet ihn d Reichskraftfahrstaffel des Stahlhelm mit ihren 3000 Fahrzeugen Die Uhr zeigt die dritte Stunde, da hat erst die Parade da Landesverbände begonnen. Endlos ziehen sie vorbei: O preußen, Mitteldeutschland, Groß- Berlin, Pommern, Bade, Württemberg, Harzgau, Mecklenburg, Westmark, Niedersachse Oldenburg, Westfalen, Anhalt, Bayern, Nordmark- Schlesien, Magdeburg, Brandenburg, Ostmark, Altmark, Hannove Sachsen, Hessen, Braunschweig: das ganze Deutschland soll s sein. Die Dunkelheit ist längst hereingebrochen, als die letzte Kolonne vor Seldte und Duesterberg defeliert, als der stunder lang hämmernde Parademarsch abreißt, als die stundenlang wit kenden, rufenden, jubelnden Zuschauermassen sich langjan verlaufen.

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