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Nr. 11.

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Samstag, den 8. Februar 1930.

* Schule und Fastnachtsdienstag. Der hessische Kultusmini­ster hat angeordnet, daß in den hessischen Schulen der Unterricht am Fastnachtsdienstagnachmittag für alle Klassen auszufallen hat.

* Die alte Mart ist nichts mehr wert. Die alte Silbermark wurde seither von der Reichsbank für 40 Pfennig aufgekauft. Mit dem sinkenden Silberpreis wurde der Ankaufspreis jetzt auf 30 Pfennig festgesetzt. Vorsicht ist also geboten, wenn man sich Dor Schaden bewahren will.

* Vernehmung von Kindern und Jugendlichen. Für die po­lizeiliche Vernehmung von Kindern und Jugendlichen hat der Minister des Innern Richtlinien erlassen. Es muß vermieden werden, daß das geschlechtliche und sittliche Empfinden der Ju­gendlichen verletzt und und die sich mit der Tat beschäftigende, bei ihnen besonders lebhafte Einbildungskraft geweckt wird. Der gute Ruf der Jugendlichen ist unter allen Umständen zu schonen.

* Hessischer Straßenbericht für die Woche vom 9.- 15. Fe­bruar 1930. In der Gemarkung des Friedberger Burgwaldes dürfen gem. Polizeiverordnung vom 7. Januar 1930 Kraftfahr­zeuge aller Arte auf der Wintersteinstraße entlang dem Forst­haus Winterstein auf der durch Tafeln kenntlich gemachten Strede eine Geschwindigkeit von 15 Kilometern in der Stunde nicht überschreiten. Heuchelheim- Azbach und Heuchelheim- Kinzen­bach( Ortsdurchfahrt Heuchelheim) bis auf weiteres gesperrt. Umleitung: Rodheim a. d. Bieber.

* Fundsachen im Monat Januar 1930. Das Verzeichnis über die im Monat Januar 1930 gefundenen bezw. abgelieferten Ge= genstände fann an der Anschlagetafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs= berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden gel­tend zu machen.

* Eigentümer gesucht. Bei einer in der Goethestraße ver­übten Sachbeschädigung, ließen die Täter eine zur Tat benutzte, etwa 3 Meter lange runde eiserne Torsperrstange zurück. Der Eigentümer wird ersucht, die Stange nach Anerkennung bei der Kriminalpolizei in Empfang zu nehmen.

* Diebstähle. In der Nacht vom 22. zum 23. Januar wurde aus dem Hofe des Grundstückes, Mühlstraße 26, ein Stallhase ( Häsin) von tiefschwarzer Farbe mit weißer rechter Vorderpfote entwendet. In Hanau wurde ein Fahrrad und Manteldieb festgenommen, der bei seiner Vernehmung angab, Ende No­Dember 1929 in Gießen einen gestohlenen Mantel an einen Pas­santen auf der Straße für 20 Rmf. verkauft zu haben. Diejenige Person, die den Mantel in gutem Glauben gekauft hat, wird im eigenen Interesse ersucht, der Kriminalabteilung, Zimmer 24, Nachricht zukommen zu lassen. Kurz vor Weihnachten wurden abends bei eingetretener Dunkelheit einem älteren Manne in der Mühlstraße von einem Unbekannten ein Manchesteranzug

Gießener Zeitung

und Stoff zum Kauf angeboten. Die Sachen sind gestohlen. Wer kann zweckdienliche Angaben machen?

* Festnahmen. Vergangenen Dienstag wurden hier die beiden Brüder Hans und Paul Bohlein aus Bamberg festgenom­men, die als angebliche Scherenschleifer von Haus zu Haus gin­gen, um Aufträge zum Schleifen von Scheren pp. entgegen zu nehmen. In einer Pension hatten sich die beiden als Monteure eingemietet, dort übten sie auch ihr Schleiferhandwerk aus, das darin bestand, die erhaltenen Gegenstände mit Schmirgel­papier und Feile zu bearbeiten, um so ein ordnungsmäßiges Schleifen vorzutäuschen. In einem Falle ließen sie sich für das ,, sogenannte Schleifen" einer Schere und zwei Messern von Fleischhackmaschinen 5, Rmt. geben. Nach fachmännischem Gutachten kostet das sachgemäße Schleifen dieser Stücke nur 85 Pfg. Das Geschäft der beiden muß einträglich gewesen sein, denn in ihrem Besitz wurden noch nicht bearbeitete Scheren pp. von 35 Auftraggebern aus hiesiger Stadt vorgefunden. Diese werden ersucht, ihr Eigentum bei der Kriminalabteilung, Zim­mer 62, in Empfang zu nehmen. Die beiden Betrüger, die sich u. a. angeblich auch in Friedberg, Marburg und Kassel aufge­halten und dort gearbeitet haben, wurden dem Amtsgericht zu­geführt und kamen in Untersuchungshaft. Weiter wurden noch festgenommen der Arbeiter Hinz aus Danzig, wegen vor­sätzlicher Zertrümmerung einer Erkerscheibe, der Kaufmann Franz Schmitt auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Steuersekretär Hermann aus Schlüchtern wegen Betrugs und Unterschlagung.

* Straßensperre. Die Goethestraße zwischen dem Selters­weg und der Johannesstraße wird wegen Ausfüllung der Kanal­anschlüsse am Neubau der Gewerbebant vom Montag, den 10. Februar 1930 ab auf 14 Tage für den Verkehr von Fahrzeugen aller Art gesperrt.

* Reichsbahn- Expreßverkehr. Die neue Expreßgutabfertigung in Gießen ist vor kurzem eröffnet worden. Zufuhr und Abliefe= rung können jetzt unmittelbar vom Bahnhofsvorplatz aus ge= schehen; die lästige Beförderung der Expreßgüter durch die Bahn­hofsvorhalle ist nicht mehr nötig. Die Einrichtung von getrennten Gepäck und Expreßgutschaltern gewährleistet eine schnelle Be­dienung. Die Expreßgutabfertigung ist ununterbrochen geöffnet, sowohl am Tage wie in der Nacht. Expreßgut wird mit Per­sonen, Eil- und Schnellzügen befördert und stellt die schnellste und verhältnismäßig billigste Beförderungsart dar. Jede wei­tere Auskunft erteilt die hiesige Gepäckabfertigung.

* Eine Landesversammlung des Hessischen Landbundes fin­det Anfang März in Frankfurt statt. Als Termin ist der 2. oder 3. März in Aussicht genommen.

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Durch einen Roller tödlich verunglückt. Der 66jährige Zahnarzt Dr. med Gustav Schröder wurde in der Wolfsschlucht in Kassel von einem kleinen Knaben mit einem Roller so heftig angefahren, daß der ältere, etwas turzsichtige Herr zu Boden stürzte und dabei so schwere Verletzungen erlitt, daß er gestor­ben ist.

Ein Mercedes- Benz

MERCEDES

BENZ

Nr. 11.

Aus Rab und Fern.

Lollar b. Gießen. Der Lehrer Albert Fen che I zu Höckers­dorf, Kreis Schotten, wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Lollar ernannt.

Büdingen das oberhessische Rothenburg, rüstet zum großen Gesangswettstreit am 12., 13. und 14. Juli ds. Js. anläßlich der Feier des 90jährigen Bestehens des Gesangvereins Lieder­franz". Umgeben von altehrwürdigen Festungsanlagen, das Innere des Städtchens ausgestattet mit alten, weit in das Mittelalter hineinragenden Sehenswürdigkeiten, umgeben von wunderbaren Waldungen, die sich stundenweit auf den Berges­höhen und Hängen hinziehen, geschützt in seiner Lage, ist es vielen Ausflüglern und Erholungssuchenden als die Perle von Oberhessen bekannt und ein beliebter Ausflugsort schon seit langen Jahren. Der Delegiertentag ist am 9. März, nachmittags 2 Uhr.

Grünberg( Oberhessen). Der hiesige Gemeinderat beschloß in seiner letzten Sizung, die karnevalsfreudige Bevölkerung zu einem besonders kräftigen Obolus für die Allgemeinheit heran­zuziehen. Zu diesem Zweck faßte der Gemeinderat den Beschluß, für Mastenbälle und andere karnevalistische Veranstaltungen die Vergnügungssteuer auf das Vierfache der sonst üblichen Sätze zu

erhöhen.

Freifrau Doris von Heyl.

Darmstadt. Jm 82. Lebensjahr ist hier Freifrau Doris von Heyl geb. Stein, die Gattin des verstorbenen Frhrn. Mar von Heyl zu Herrnsheim, nach langem schweren Leiden gestorben. Der Weglarer Etat.

Wetzlar. Der neue Etat der Stadt Wetzlar hat in seinem Entwurf eine gewisse Ueberraschung in der Bürgerschaft hervor­gerufen. Der ungedeckte Fehlbetrag beträgt 793 000 Mark.

Haiger. Die alte Burgschule in Niederschelden ist durch ein Großfeuer schwer beschädigt worden. Der Dachstuhl mit Glocken­turm ist vollständig ausgebrannt, die Glocke bei der großen Hitze ganz geschmolzen. Zwei Feuerwehrleute erlitten bei den Lösch­arbeiten Unfälle.

Frankfurt a. M. Bei einem hiesigen Kaufmann wurden neun Stüd Wein, der mit Trestern und Obstwein verschnittet war, beschlagnahmt.

Frankfurt a. M. Der Karnevalszug ist in seinem Abmarsch auf 17 Uhr verlegt, das große Fußballänderspiel auf 14 Uhr. So kollidieren die beiden um den Vorrang strebenden Veranstal tungen nicht.

Der begehrte Fuldaer Oberbürgermeisterposten. Fulda. Um den zum 1. April neu zu besetzenden Posten des Oberbürgermeisters haben sich u. a. gemeldet: 1 Oberbürger­meister, 22 Bürgermeister, 8 Beigeordnete, 3 Regierungsräte und 5 Stadträte.

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Der Geist, der Konstruktion und Arbeit beherrscht, die Erfahrungen, die ihnen zu Grunde liegen, schaffen allein Wert und Preiswürdigkeit eines Wagens. Tatsachen müssen es beweisen!

Das Urteil von vielen Tausend Besitzern, die seit Jahrzehnten nicht unterbrochene Reihe von Erfolgen in Prüfungen und Wettbewerben der Zuverlässigkeit, Schönheit und Zweckmäßigkeit schufen den Namen Mercedes- Benz zum Begriff für: Internationalen Wert zum günstigsten Preis!

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