Samstag, den 7. Juni 1930.
Gießener Zeitung
,, Na, na“, sagt der Junge,„ fier dreißig Fennje die Stunde
Berschärfung der Vorschriften über den Verrat| tönnen Se schließlich keen'n Blitz verlangen."
von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen.
Das Gesetz über den unlauteren Wettbwerb stellt u. a. auch den Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen durch Arbeitnehmer unter Strafe. So wird mit Strafe bedroht ,,, wer als Angestellter, Arbeiter oder Lehrling eines Geschäftsbetrie= bes Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, die ihm vermöge des Dienstverhältnisses anvertraut oder sonst zugänglich gemacht worden sind, während der Geltungsdauer des Dienstverhält nisses unbefugt an andere zu Zwecken des Wettbewerbs oder in der Absicht, dem Inhaber des Geschäftsbetriebes Schaden zuzufügen, mitteilt".
Ein im Reichstag gestellter deutschnationaler Antrag will diese Vorschriften nunmehr wesentlich verschärfen, und die bisherige Strafbemessung weit hinaufschrauben. Außerdem soll die Geltung der Strafbestimmungen auch auf Verstöße ausgedehnt werden, die nach Beendigung des Dienstverhältnisses, aber innerhalb einer vereinbarten Geheimhaltungsfrist begangen werden, und das Gerichtsverfassungsgesetz dahin geändert werden, daß bei Verhandlungen die Oeffentlichkeit auch dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Gefährdung eines Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisses zu besorgen ist.
Um die Wiedereinführung von Orden. Wenn man nicht weiß, wie man Drden trägt... Die Reichsregierung hat seit einiger Zeit die Gepflogenheit, die Rote- Kreuz- Medaille, die weder ein Drden noch ein Ehrenzeichen im Sinne der Verfassung, sondern ein reines Vereinsabzeichen ist, als Drdensersatz zu verleihen. Obwohl man vor einiger Zeit selbst in der Reichsregierung noch nicht wußte, wie man dieses Vereinsabzeichen zu tragen hat, erschienen doch in einer großen Gesellschaft zwei Reichsminister mit der RotenKreuz- Medaille am Bande, um nach der Begrüßung alsbald den Saal zu verlassen, weil sie festgestellt hatten, daß der eine die Medaille an der linken, der andere an der rechten Seite des Frackaufschlags trug. Als sie dann zurückkehrten, konnte man feststellen, daß jetzt die Medaille bei dem einen rechts, bei dem anderen links prangte. Jeder der Beiden hatte angenommen, daß der andere sicher wisse, wie die neue Auszeichnung zu tragen sei.
Lachender Sport.
An der Jrrenanstalt, jenseits der Mauer, lag ein Fußballplag. Die Kranken kletterten immer auf die Mauer
aben ben gu
und sahen den Fußballspielern mit Interesse zu.
Eines Tages brachte ein Spieler einen Fremden mit. Er
ging mit ihm an der Mauer entlang und sagte:
,, Jenseits der Mauer ist eine Irrenanstalt."
Da schrie einer der Kranken von oben herunter:
,, Jenau detselbe sagen wir auch von euch!"
Der Tennisspieler schimpft den Jungen aus, der die Bälle zusammenliest:
,, Das muß viel schneller gehen, das muß gehen wie der Blitz!"
Einwickelpapier!
Wegen Umbau- Räumung meines Zeitungslagers habe ich größere Mengen gutes
Zeitungspapier,
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Der Verein hat einen Sportlehrer kommen lassen, der ihm allerhand beibringen sollte. So auch das Fußballspiel. Der Lehrer erklärte:„ Vor allem müssen Sie immer die Augen auf dem Ball haben!"
,, Sind Sie man unbesorjt," sagte da einer ,,, wir wern schon uffpassen, besonders wo det Dings zwelf Mark fuffzig jekostet hat."
Aus einem Rennbericht:„ Oleander machte aus seinen Konkurrenten Trauertiere."
Spielbericht:„ Mit Wermut, wie es überall in Jtalien Sitte ist, bewirtete uns der Vereinspräsident, von dem jeder Tropfen uns schmerzlich an unsere Niederlage erinnerte. Der Trainer der Gäste war ein Ungar und im Falle einer Erkrankung oder einer Verlegung auch Half."
Bei Besuch einer auswärtigen Fußballmannschaft in Nürnberg begleitete„ Bumbas" Schmidt, der alte Nürnberger Internationale, die Gäste auf einem Rundgang durch die Stadt. Er erklärte ihnen, bei der Burg angelangt, die historische Gegend mit den Worten:„ Hier rechts liegt die Burg und dort links wohne ich!"
Heízí
Kein Rauch kein Ruß keine Schlacken
Vortrag
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Neue Bücher.
Nr. 45
,, Gäste im Wochenendhaus"., Ueber dieses zeitgemäße Thema plaudert in anregender Weise die soeben erschienene Nummer 12 der Frauenzeitschrift„ Das Heft" und gibt hierzu allerhand Anregungen. Auch diese Nummer wird man gern von Anfang bis zu Ende lesen.
Geschäftliches.
Siedlungs und andere Wohnneubauten haben heute mehr denn je an Bedeutung gewonnen. Schwierigkeiten entstehen jedoch dadurch, daß nicht genügend Kapital aufgebracht werden kann, um alle Pläne durchzuführen. Auch bei dem Innenausbau der Häuser heißt es oft mit knappen Mitteln möglichst viel zu erreichen suchen. Hierbei ist vor allem notwendig, ein besonderes Augenmerk auf die Beheizungsfrage zu richten, wobei in erster Linie das rheinische Braunkohlenbrikett„ Union" Beachiung finden muß. Das„ Unionbrikett" ist der vorteilhafteste und beste Brennstoff für Küchenherd, Kachelöfen und eiserne Defen. In Zentralheizungskesseln wird es wegen seiner schonenden Wärmeentwicklung besonders geschätzt. Es ist ferner ohne weiteres in allen Holzfeuerungen zu verwenden. Das ,, Unionbrifeit" ist in der Anschaffung billig und im Verbrauch äußerst sparsam. Es raucht nicht und schladt nicht. verbrennt geruchlos und rußfrei Tarum: Nur Braunkohlenbriketts Union".
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