Samstag, den 7. Juni 1930.
,, Gießener Zeitung"
Nr. 45.
vierteljahres zulässig. Will also der Gläubiger seine Hypo-| Die Reichszuschüsse für Thüringen abermals gesperrt.| Leuschner, der entgegen dem Ausschußbericht in die Leithet am 1. Januar 1932 zurückhaben, so muß er bis zum
1. Januar 1931 fündigen. Dies ist gleichzeitig der früheste Kündigungstermin.
6. Kann der Schuldner bei Kündigung nicht zahlen, so kann er bis zum Schluß des auf die Kündigung folgenden Ka-, lendervierteljahres bei der Aufwertungsstelle Zahlungs. frist verlangen.
7. Die Zahlungsfrist darf höchstens drei Jahre betragen, nämlich bis zum 31. Dezember 1934. Sie soll nur bewilligt werden, wenn der Schuldner nachweist, daß er die Barmittel zur Rückzahlung nicht besitzt und sie sich auch nicht zu Bedingungen beschaffen kann, die ihm billigerweise zugemutet werden können. Die Zahlungsfrist soll nicht be= willigt werden, wenn sie unter Berücksichtigung der Verhältnisse des Eigentümers und des Schuldners für den Gläubiger eine unbillige Härte bedeutet. Die Aufwertungsstelle kann die Bewilligung der Zahlungsfrist auch von der Leistung einer Abschlagszahlung, Sicherstellung und anderen Bedingungen abhängig machen.
8. Die Zahlungsfrist kann nur einmal bewilligt werden. 9. Wird überhaupt nicht gekündigt, so rückt die normale, vertragliche Fälligkeit vom 1. Januar 1932 automatisch auf den 31. Dezember 1934, wobei für diese Zeit der erhöhte Zinssatz zu zahlen ist.
10. Der von der Reichsregierung festzusetzende erhöhte Zinssatz findet ebenfalls auf Kündigungs- und Tilgungshypotheken Anwendung. Ein Zwischenzins bei vorzeitiger Zahlung darf nach dem 1. Januar 1932 nicht mehr abgezogen werden.
11. Der Schuldner hat eine dreimonatige Fündigungsfrist, die vertraglich nicht beseitigt werden darf.
Wie in allen wichtigen Fragen wird der Zentralverband zu dem Gesetzentwurf und zu dem gesamten Problem des Jahres 1932 in einer ausführlichen Denkschrift Stellung nehmen, die bereits in allernächster Zeit der Oeffentlichkeit übergeben werden wird. Auch Vorstand und Reichsausschuß des Zentralverbandes werden sich besonders mit dieser Frage noch befassen. Offensichtlich ist auch, daß dem Hausbesik für die Mehrzinsen ab 1. Januar 1932 ein voller Ausgleich gegeben werden muß.
Der Gesetzentwurf liegt bereits dem Reichswirtschaftsrat Dor. Berichterstatter in dieser, für den Hausbesitz überaus wichtigen Frage ist neben dem bekannten Handelsrechtler, Rechtsanwalt Dr. Hachenburger- Mannheim, der Präsident unserer Reichsorganisation, Herr Stadtrat Humar- München.
Soweit wir bis jetzt aus Presseäußerungen feststellen konnten, begegnet der Entwurf auch in den Gläubigerkreisen keinem grundsätzlichen Widerspruch.
Keine neuen Reichsbauten.
Berlin, 5. 6. Nach den Vorschlägen des Reichsfinanzmini sters soll die Neubautätigkeit des Reiches bis zum 1. April. 1935 ganz eingestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen Ausgabenmittel für Neubauten nur in Fällen dringendster: dienstlicher Bedürfnisse in den Haushalt eingestellt werden. Geplante Neubauten des Reichstags und für das Reichswehrminifterium dürfen vor dem genannten Zeitpunkt nicht in Angriff genommen werden.
Schöne weiße Zähne Auch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die ChlorodontBahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche Chlorodont schon seit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißen Zähne oft beneidet, bie ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer„ ChlorodontC. Reichelt, Schwer, Amt Niemberg, Zahnpaste" erreicht habe." Saalfreis.Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 M., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont Berlaufstellen zu haben
Kinder, Eltern, Lehrer.
Die Antwort der thüringischen Staatsregierung auf den Brief des Reichsinnenministers Dr. Wirth bezüglich der Zuschüsse des Reiches für die thüringische Landespolizei ist im Reichsministerium des Innern eingegangen. In diesem Schreiben führt das thüringische Staatsministerium aus, daß es sich dem von Dr. Wirth geäußerten Standpunkt nicht anschließen könne und die Beschlsse des Staatsministeriums aufrecht erhalte. Aus diesem Grunde hat der Reichsminister des Innern verfügt, daß Zahlungen an das Land Thüringen vom Reich nicht mehr geleistet werden.
Berlin verliert 60 Millionen.
Berlin. Die bekannten Grundstücksgeschäfte haben der Stadt Berlin nicht nur eine Schuldenlast von 5-600 Millionen RM. auferlegt, sie werden ihr obendrein auch noch größere Verluste einbringen. Der Berliner Magistrat verteidigte sich gegen die Angriffe bisher damit, daß er die Grundstücke später günstig verkaufen könne. Jetzt stellt sich heraus, daß der Magistrat einen geradezu unmöglichen Vertrag mit einer amerikanischen Baugesellschaft über die Grundstücke am Alexanderplatz abgeschlossen hat, aus dem der Stadt mindestens 60 Millionen Mark Verluste entstehen dürften. In diesem Vertrag lauten alle Bestimmungen zugunsten der Amerikaner. Die Stadt hat ihnen sogar das Risiko bei der Vermietung der zu errichtenden Gebäude abgenommen.
Barrikaden gegen Vollstreckungsbeamte.
Die Bauern der Gemeinde Niendorf im Regierungsbezirk Stade, die von Vollstreckungsbeamten des Landratsamtes Neuhaus a. d. Oste gepfändet werden sollten, haben sich zusammengerottet, die Straßen aufgerissen und sich mit Ackergerätſchaften bewaffnet. Auf zwei Wegen, die von den Beamten benutzt werden mußten, hatten sie eine Art Barrikade errichtet, so daß die von den Bauern auf der Straße ganz offen bedrohten Beamten genötigt waren, unverrichteter Sache wieder umzukehren. Die Bauern haben auf diese Weise den Landratsbeamten und den ihnen zur Begleitung mitgegebenen Landjägern das Betreten unmöglich gemacht.
Bolizei im besekten Hessen.
Darmstadt. Die Weiterberatung des Polizeikapitels im hessischen Landtag am Donnerstag wurde wieder sehr lebhaft geführt. Der volksparteiliche Abgeordnete Kunkel- Worms geht von dem Wormser Kommunistenkrawall aus und betont die Notwendigkeit einer starken Polizei im besetzten Gebiet nach Abzug der Besatzung. Wenn die dritte Zone frei werde, sei zu befürchten, daß das besetzte Gebiet zum Tummelplatz der radikalen Elemente würde; dann müsse sich die zugesicherte Hilfe dahin auswirken, daß alle verfügbaren Kräfte im besetzten Gebiet eingesetzt würden. In einem Schlußwort erklärt Minister Leuschner, daß die Zahl der Polizei durch die Entente festgelegt sei. Im übrigen setzt sich der Minister für die Beibehaltung handwerklicher Betriebe in der Polizei ein und weist darauf hin, daß„ das Handwerk mit einem unserer Aufträge für Stahllieferungen an die Polizei unerhörten Mißbrauch getrieben habe". Die gelieferten Stühle seien in Estfand und Finnland(!) bestellt worden und hätten nur einer Schröpfung der Staatskasse gedient.
Obgleich das Verhältnis zwischen Schule und Haus auch heute noch viel zu wünschen übrig läßt, obgleich es in den Städten noch häufig vorkommen mag, daß sich Klassenlehrer und Eltern überhaupt persönlich gar nicht kennen, so darf aus der Erfahrung heraus doch auch wieder behauptet werden, daß im allgemeinen die Eltern heute in näherer Verbindung mit der Schule leben als früher. Für die Grundschule trifft Es ist diese erfreuliche Feststellung wohl noch besonders zu. hauptsächlich die Mutter, die heute vielfach den Gang zur Schule macht, um dort ihrer kleinen Kinder Schicksal weiter zu verfolgen und auch etwas von dem neuzeitlichen Schulleben kennen zu lernen. Die Eltern können den Gang zur Schule umso lieber und unbefangener tun, als es auch dem heutigen gewissenhaften Lehrer nur erwünscht sein wird, mit der Fa milie in steter Fühlung zu bleiben. Die gegenseitigen Aus sprachen zwischen Eltern und Lehrern sind fast immer ertragreich. Da kann von beiden Seiten manches Mißverständnis weggeräumt werden. Es fehlt freilich auch nicht an Fällen, wo es zu ärgerlichen Meinungsverschiedenheiten, ja Zusammen stößen kommt, zu bedauerlicher Entfremdung beider Teile. Abei auch da, wo man äußerlich glatt, scheinbar überzeugt auseinandergeht, da bleibt nicht selten im geheimen ein ungeflärter Rest übrig, es lebt doch manchmal die Ueberzeugung weiter, daß der andere Teil nicht recht gesehen und zutreffend geur teilt hat. Meist werden es die Eltern sein, besonders die Mütter, die mit der Meinung von dannen gehen, daß ihr Kind doch falsch eingeschätzt, daß es verkannt wird. Woraus erklärt sich dieser Umstand? Wer beurteilt das Kind tref fender, die Eltern oder der Lehrer?
Nach Erledigung des Polizeikapitels geht es im Eiltempo über die übrigen Kapitel: Arbeitshaus Dieburg, Landesstatistisches Amt. Aerztlicher und Tierärztlicher Dienst und Hebam menlehranstalt in Mainz. Es folgen Abstimmungen; angenommen wird die Vorbemerkung, die zum Kapitel 31 der Regierung die Ermächtigung gibt, 1930 eine neue Kreiseinteilung vorzunehmen. Zum Schluß gibt es noch eine heftige Auseinander> setzung zwischen dem Demokraten Reiber und Minister
Die Mutter wird natürlich behaupten, daß sie ihr Kind am besten kennt und es spricht ja auch viel dafür. Die Mutter hat ihr Kind von klein auf und fast immer um sich, jeden falls mehr als der Lehrer, der es nur an einigen Stunden des Tages sieht und der die Klasse ja auch manchmal wechselt. Die Mutter hat also viel mehr Gelegenheit, ihr Kind zu beobachten. Dazu kommt, daß sich ihr gegenüber das Kind ganz anders gibt als in der Schule, wo die Gegenwart der anderen Kinder,
tung des Alicestiftes einen Verwaltungsfachmann berufen hat und keinen Schulmann.
Darmstädter Zahlungssperre.
Darmstadt. In der gestrigen Stadtratssitzung teilte Bür germeister Delp mit, daß die Aufsichtsbehörde eine Zwangsetatisierung zunächst abgelehnt hat, daß sich also Verwaltung und Stadtrat gezwungen sehen, ein Kompromiß zu schließen. Die Zahlungssperre" des Oberbürgermeisters wird einmütig verurteilt, und er wird gebeten, schnellstens aus dem Erholungsurlaub in der Schweiz an das Arbeitspult zurückzukehren. Et wird wohl kurz nach Pfingsten wieder in den heimischen Mauern sein, wo ihn in der nächsten Stadtratssitzung unangenehme Debatten erwarten.
ferner die immerhin fremdere Person des Lehrers, das ganze Schulleben es daran hindert, offen aus sich heraus zu gehen, sich aufrichtig zu geben. Der Mutter aber erschließt sich das Kind ganz und gar, zu ihr kommt es mit seinen großen und fleinen Freuden und Nöten, da gibt es sich, wie es eben denkt und fühlt. Dieser unbefangenen Hingabe kommt die große, die fast immer aus der Liebe heraus gesteigerte Teilnahme der Mutter entgegen. Sie trägt ihr Kind immer im Herzen, sie hat für alle seine Lebensregungen einen empfänglichen Sinn, sie will beobachten und erforschen, sie möchte ein möglichst vollDie Mutter erkennt kommenes Bild ihres Kindes erlangen.
Der Offenbacher Etat angenommen.
In einer 4½stündigen Sitzung des Stadtrates wurde der Haushaltsplan der Stadt Offenbach, der mit 35 552 000 RM. abschließt und einen ungedeckten Fehlbetrag von 2722 500 RM. enthält, mit den Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft angenommen. Gleichzeitig wurde eine Steigerung des Wassergeldes von 30 auf 35 Pfg. pro Kubikmeter, eine Erhöhung der Steuer vom bebauten Grundbesitz um 10 Pfg. und demgemäß eine Steigerung der Friedensmiete um 2 Prozent auf 124 Prozent mit dem gleichen Stimmenverhältnis beschlossen. Die städtische Sondergebäudesteuer, die Gewerbe- und die Filialsteuer wurden mit den Sätzen des Vorjahres genehmigt.
ihr Kind auch in seiner gesamten Persönlichkeit, nicht nur wie es lernt, was es kann, sondern auch wie es sonst in seiner ganzen Art ist, sie erlebt und kennt seine Charaktereigentümlichkeiten, seine Stärken und Schwächen; aus der Vererbung, aus der Familiengeschichte wird ihr mancher findliche Wesens> zug klar.
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Neue Mieten für Groß- Mainz.
Darmstadt. Das hessische Gesamtministerium hat die Verordnung über die Mietzinsbildung in der Stadt Mainz wie folgt abgeändert: Die gesetzliche Miete wird festgesetzt: a) Für Alt- Mainz und die Stadtteile Mainz- Kastel, Mainz- Kestheim und Mainz- Mombach 124 Prozent der Friedensmiete, b) für Mainz- Bischofsheim, Mainz- Bretzenheim und Mainz- Weisenau 122 Prozent; ch für Mainz- Ginsheim 120 Prozent.
250 000 Arbeitslose in Newyork.
Die ersten offiziellen Ziffern über den Stand der Arbeitslosigkeit in Newyork- City liegen nunmehr vor. Wie auf Grund der kürzlich durchgeführten Valkszählung ermittelt wurde, beträgt die Zahl der Arbeitslosen in dem Stadtgebiet von Newport insgesamt 250 000:
Sowjetspionage.
Bukarest. Wie aus Kischinem berichtet wird, ist es gelungen, die gesamte sowjetrussische Spionageorganisation in Bessara bien auszuheben. Nicht weniger als 18 Spionagezentralen seten aufgedeckt und über 100 Verhaftungen vorgenommen worden. Die Spione arbeiteten in rund 60 kleinen Geschäftsläden, um ihre Tätigkeit unbemerkt betreiben zu können. Die Aufdeckung erfolg te durch die Verhaftung eines russischen Kuriers, der heimlich über den Dnjepr gefommen wun
Der Lehrer steht der Mutter von vornherein in zweifacher Beziehung nach. Er hat eine ganze Klasse zu betreuen, hat sie nur ein Jahr vor sich, im günstigsten Falle einige Jahre. De fann ihm wohl mal das eine oder andere, aber nicht jedes Kind so nahe kommen wie der Mutter. Sodann fehlt ihm aber doch bei aller Menschenliebe das Mutterherz. Er wird nicht mit der ganzen Liebe und tiefen Teilnahme einer Mutter allen Aeußerungen seiner Schüler wachgehen, eben auch darum nicht, weil auch das Kind das herausfühlt und in einer gewissen Entfernung zum Lehrer bleibt. Der heutige Lehrer ist zwar vom Gedanken durchdrungen, daß er nicht nur zu unterrichten, sondern auch zu erziehen hat; er wird sich auch die größte Mühe geben, die ganze kindliche Persönlichkeit kennen zu lernen und zu bilden, aber sein Beruf bringt es doch mit sich, daß er seine Aufmerksamkeit meistens auf den Unterricht verwendet. Er wird daher auch besser als die Eltern imst inde sein, die Anlagen und Schulleistungen des Kindes zu beurtei= lei. Vor allem sieht er das Kind unter den vielen anderen; er fann leicht vergleichen. Die Eltern sind vielleicht von den guten Leistungen ihres Kindes überzeugt, aber sie sehen doch nur ihr Kind, nicht die ganze Klasse, nicht die anderen noch tüchtigeren Kinder. Der Lehrer beurteilt den Schüler als Gemein
Durch Gas Hingerichtet.
Im Gefängnis des amerikanischen Staates Nevadi, in Carson, wurde der Berufsspieler White, der einen anderen Spieler ermordet hatte, durch Gas hingerichtet. White wurde an einen Stuhl festgebunden, vor sich zwei Krüge mit Sch vefelsäure. Ueber diesen waren in einem Gefäß ein Dußend Blau säurefugeln angebracht. Sobald der Raum von den Anwesenden verlassen und versiegelt war, zog man draußen an einer Schnur, und die Blausäurefugeln fielen in die Schwefelsäure. Augen blicklich entwickelte sich ein tödfiches Gas. Der Verurteilte machte eiirige tiefe Atemzüge und war nach drei Minuten tot.
Gamstag, den
Aufhebu
Der 1. Juli b würdiger Tag Schaft in Italie
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Termin, der den endlich ihr volles Mufiolini hat es g noch einmal dem ausdrüdlich und f gefamte Gejeggebu beseitigt werden. Die Frage, d stellen wird, ist Wohnungszwangs italienische Regie gen, ohne die not
schaftswesen. Auch die Mutter hat dazu zwar Gelegenheit, denn sie sieht das Kind täglich im Verhältnis zu seinen Geschwistern, beobachtet es im Spiel mit seinesgleichen. Aber der Lehrer hat das Kind immer in der Gemeinschaft der anderen vor sich, immer unter vielen Mitschülern. Dadurch kann er doch eher zu anderen und zu treffenderen Urteilen kommen, als die Eltern. Wenn ihm die elterliche Einstellung zum Kinde abgeht, dann damit auch ein gewisser Nachteil, nämlich die Neigung, clles beim Kinde schön zu finden, in ihm ein Wanderkind zu er blöcken, der Lehrer wird in der Regel unbefangener und des halb nicht selten richtiger urteilen.
Wer also feunt das Kind am besten?, die Eltern oder der Lehrer. Wir können nicht den einen Teil allein nennen; beide haben reichlich Gelegenheit, das Kind zu beobachten und aus der Erfahrung zum rechten Urteil zu gelangen. Wenn beide Erzieher nicht immer übereinstimmen, liegt es zum großen Teil an der verschiedenen Einstellung und besonders daran, daß die Eltern ihr Kind mehr als Einzelwesen daheim im Hause femmen lernen, der Lehrer es dagegen mehr als Glied einer größeren Gemeinschaft sieht.
Wenn eine verschiedene Beurteilung so leicht möglich ist, ist die gegenseitige Aussprache umso nötiger. Wenn sie in guter Absicht und in der nötigen Ruhe geführt wird, werden Eltern und Lehrer dadurch neue Einblide gewinnen, Irrtüme werden aufgeklärt und beseitigt werden. Es ist nicht nut für das Kind, sondern auch für Eltern und Lehrer am besten wenn Einigkeit zwischen beiden Erziehern herrscht und richt das quälende Gefühl im Herzen zurückbleibt, daß das Kind falsch oder etwa gar bewußt ungerecht beurteilt und behandelt wird.
Evangelisches Jugendtreffen auf der Kapersburg. Zu einem Jugendtreffen größeren Stils hat der Landesjugendpfarrer Lic. von der Au- Darmstadt die evangelische Jugend der Wetterau für den Sonntag nach Pfingsten, 15. Mai, eingeladen. Als Tagungsort wurde einer der schönst gelegenen Plätze des vorderen Taunus gewählt, das ehemalige römische Kastell Kapersburg am Pfahlgraben, unweit Friedberg und Bad Nauheim.
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