Einzelbild herunterladen

97.

meter

aate

uf­

Wi

un

Ver

blen

Beitig

g in

1, fin

1, die

eftim

Bate

Dop

tpadi

e aus

einge tchen

idmis

Samstag, den 6. Dezember 1930.

-

Sportverhältnisse bringen, allerdings wahrscheinlich erst in der letzten Dekade des Monates. Anfänglich ziemlich unfreundlich, mit leichtem Frost in ganz Mitteleuropa. Am 4., 5. Dezember schärferer Frost. Dann wieder schlechter, trübes, veränderliches Wetter mit einzelnen Schönwettertagen dazwischen, hauptsächlich Ende der 2. Woche. Nach Beginn der 2. Monatshälfte wieder tälter und meist trocken. Nach dem 19. des Monates Ansteigen der Temperatur, Tauwetter, Regen, im deutschen Mittelgebirge, den Alpen, heftige Winde. Weihnachten fällt in eine Zeit trü­ben Wetters mit sintender Temperatur und wahrscheinlich mit 25. Dezember Vorstoß falter Polarluft, etwa von Weih­nachten bis Jahresschluß, deshalb meist winterliches Wetter. Welche Ansprüche verjähren am 31. Dezember 1930? Antwort:

1. Ansprüche aus dem Jahre 1926, wenn es sich um solche der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgung frem­der Geschäfte handelt, und die Leistung für den Gewerbe­betrieb des Schuldners erfolgte.

2. Ansprüche aus dem Jahre 1928, wenn es sich um solche der unter 1. genannten Personen handelt, falls die Leistung nicht für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgte. Wie verhindert der Gläubiger den Verlust des Anspruches?

Antwort:

1. Wenn der Schuldner den Anspruch anerkennt:

a) durch Abschlagszahlung,

b) durch Zinszahlung,

c) durch Sicherheitsleistung;

3. durch Zahlungsbefehl.

Die Verjährung wird nicht durch eine einfache außergericht­liche Mahnung unterbrochen.

Aus Nah und Fern.

Wiesed( Krs. Gießen). Der Landwirtschaftliche Konsum­verein von hier hält am Donnerstag, den 11. Dezember, jeine diesjährige Generalversammlung ab.

Albach( Krs. Gießen). In nächster Zeit wird mit dem Bau einer oberirdischen Telegraphenlinie nach hier begonnen werden.

gelie

I des

7. Di

aige

de

Jah

2. durch Klageerhebung,

Aus

anital

tsam

gleid

ag tu

. Das

rlaffen

Rönigs

baden

es a

Nu

t den

affenen

chöff:

Bußbod

is, un

hmadhe

Tafe.

ein Av

Slidung

πείτε

Dezem

Ja Si

Sühner

t, di

Dermus

Son

e gro

0 Tien

Sonntag

lung of

erfchafin

Lollar. Unsere Gemeinde hat sonst nach außen hin einen guten Ruf, weil ihr Bürgermeister als ein sehr gewissen­hafter Beamter bekannt ist und die Bürgerschaft im großen und ganzen sich bisher in Lokalangelegenheiten, die dem Ort nach außen hin eine gewisse Empfehlung geben, gut zueinander verstand. Diese Harmonie hat in den letzten Tagen einen gewaltigen Riß bekommen, und zwar über eine Angelegenheit, über die am allerwenigsten die Einmütigkeit der Bevölke= rung in die Brüche gehen durfte. Leider ist auch hierbei die Parteipolitik wieder der Störenfried. Das vor etwa 3 Jahren einstimmig vom Gemeinderat beschlossene Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne Lollars ist vor einigen Wochen fertig geworden und hat seinen Platz auf dem Friedhof erhalten. Innerhalb der Gemeinde erwartete man, daß die Einweihung des Denkmals würdig und feierlich stattfinde, denn das Gedächt­nis an unsere teueren Helden setzt eine solche Feier als Selbst­verständlichkeit voraus. Etwa 8 Tage vor dem Totensonntag für diesen Tag war die Weihe vorgesehen hat zum allergröß­ten Befremden der Bürgerschaft der Gemeinderat mit 8 gegen 5 Stimmen( der Bürgermeister war wohl bei der Minorität) beschlossen, nur eine einfache Uebergabeformalität zu machen. Die Einwohnerschaft wird eingeladen, wer kommen will, der fomme, der Bürgermeister übergibt das Denkmal und die Feuer­wehrkapelle spielt einige Choräle und damit Schluß. In der betreffenden Gemeinderatssitzung haben die Bürgerlichen bean­tragt, daß alle Vereine von der Bürgermeisterei offiziell zu dieser am Totensonntag stattzufindenden Denkmalseinweihung einzu­laden sind, die Geistlichkeit natürlich nach der Ansprache des Bürgermeisters die Weiherede hält und nachdem die Vereins­vertreter mit entsprechenden Worten zum Gedächtnis der Gefal­lenen ihre Kränze niederlegen. Dieser taktvolle Antrag wurde von den links eingestellten Gemeinderäten abgelehnt; ein Geg­ner der Bürgerlichen beantragte daraufhin sogar, daß ein Red­

Des 6

Dezemb

ier.

, aben

- eigen

Der e

günity

n Reid

Preu

eintreta

9 Sann

en Bej

Es foly

it Fad

Drich Wi

ne L

An

Regimen

1

reichischen Minister mit Talleyrand führten, müßig zugeschaut. Als er die Nachricht vom Siege bei Austerlitz hörte, bildete er sich ein, um Preußen sei es geschehen, wenn es auf dem Kampfe bestände. Eigenmächtig, unerhört in der Geschichte der preußi­schen Diplomatie, unterzeichnet er, statt Napoleon mit Krieg zu bedrohen, am 15. Dezember zu Schönbrunn ein Schutz- und Truzbündnis mit Frankreich. Die Saat Haugwizens reifte bald.

Ein Jahr später steht genau auf den Tag, da Zar Alexander am 25. Oktober in Potsdam eingetroffen war, ein andrer am Sarge des großen Königs: Bonaparte, der Schlachtenkaiser! Am 25. Oktober 1806 schrieb er aus Pozdam an seinen Bruder Joseph:

Den fur

Ten Gra

r wilde

oßen, G

ftigte b

tieg er

ticheidun

Gieg

Baren un

begenman

aifer Fro

freien Ge

in den

gegenübe Napole

mit Rup

! Demna

nicht alle

Saugm

Jungswe

Gr bat

Her Rope

uftrag

rünn

bie

Ich habe die preußische Monarchie vernichtet( écrasé); ich werde die Russen vernichten( j'écraserai), wenn sie heran­kommen und ich fürchte die Oesterreicher nicht".

In den königlichen Schlössern traf er alles so an, wie es die Infolge der übereilten rechtmäßigen Besizer verlassen hatten. Flucht war unbegreiflicherweise versäumt worden, die Privat­papiere der königlichen Familie zu retten. So machte sich Napo­leon nun das Vergnügen, in den Briefschaften der Königin Luise zu wühlen. Geflissentlich trug er die Verachtung gegen alles, was preußisch hieß, zur Schau. Jm Königsschlosse der Hohenzollern schrieb er neue unflätige Schmähungen gegen die Königin Luise. Welch ein Anblick, als das glänzende Regiment der ,, Gensdarmes", entwaffnet, abgerissen und halb verhungert friegsgefangen die Linden hinabgeführt wurde! Unter Trom­melwirbel und Trompetengeschmetter trug man in feierlichem Aufzuge die alten Fahnen mit dem sonnenwärts fliegenden Adler, ganze Körbe voll silberner Pauken und Trompeten durch die Stadt, als beredte Zeugen alten Ruhms, neuer Schande!

Nur im Arbeitszimmer Friedrichs des Großen zu Sans­Souci beschlich den Korsen eine Anwandlung von Ehrfurcht Dielleicht war auch das noch Heuchelei! Messieurs", sagte er den Sut abnehmend zu seinem Gefolge, dieser Ort verdient unsere Achtung."( c'est un endroit, qui mérite notre respect).

Mit seinen Marschällen begab er sich in das Grabgewölbe Friedrichs des Großen; diesen Augenblid tiefiter Schmach hat Daehling in seinem Gemälde ,, Napoleon am Garge Friedrichs

,, Gießener Zeitung"

ner des, Reichsbanners"( bekanntlich eine streng politische Or­ganisation) zugelassen werden müßte, wenn die anderen Ver­eine( Gesangvereine, Kriegerverein, Turn- und Sportverein) eingeladen werden. Als sehr traurig muß es bezeichnet werden, daß in dieser Aussprache auch von den linksstehenden Gemeinde­räten die Beteiligung der Geistlichkeit mit der Ablehnung des sog. bürgerlichen Antrages verneint wurde. Dieser unschöne Be­schluß der Mehrheit des Gemeinderates hat größte Kritik in der Bürgerschaft hervorgerufen und das mit Recht, denn ein Volt, und dazu gehören auch die Gemeinden, das sich von der Religion abwendet, hat sich in der Weltgeschichte immer auf der absteigenden Linie befunden. Trotz eingelegten Protestes gegen diesen. Beschluß bleibt es leider bei der einfachen Denkmalsüber­gabe am morgigen Sonntag, den 7. Dezember, so daß nun die­jenigen Einwohner, die das Gedächtnis ihrer Gefallenen ein­drucksvoller wach halten wollen, zu einer später stattfindenden Feier an dem neuen Ehrenmal eingeladen werden. Der Vete­ranen- und Kriegerverein Lollar hat dazu folgenden Aufruf ver­öffentlicht:

An die Einwohnerschaft von Lollar!

Der Gemeinderat zu Lollar hat in seiner Sitzung vom 24. November 1930 mit 8 gegen 5 Stimmen bezüglich der Einweihung des Gefallenendenkmals auf dem Friedhof u. a. die Ausschaltung des Geistlichen als offiziellen Vertreter der Landeskirche beschlossen. wir erklären hierzu:

-

Durch diesen Beschluß werden sowohl die religiösen Gefühle der Einwohnerschaft, als auch der Angehörigen und Hinter­bliebenen der Gefallenen in besonders krasser Weise verletzt. Wir bitten die Einwohnerschaft, im Interesse des gefährde­ten Ansehens unserer Gemeinde gleich uns die Beteiligung an dieser einseitig geplanten Feier" abzulehnen, sofern nicht durch einsichtige Maßnahmen die Ausschaltung des Geistlichen rückgängig gemacht wird.

Wir werden zu gegebener Zeit eine würdige Gefallenen­ehrung veranlassen, wozu an die Bürgerschaft rechtzeitig Ein­ladung ergehen wird. Veteranen: u. Kriegerverein Lollar. Friedberg. Die Industrie- und Handelskammer Friedberg hat sich in einer Eingabe an den Hessischen Landtag und die Hessische Regierung mit Rücksicht auf die katastrophale Lage der Hotel- und Fremdenindustrie in Bad Nauheim gegen die geplante Erhöhung der Grundsteuer von den Gebäuden und der Sondergebäudesteuer gewandt.

Schotten. Die Verkraftung der Landpostzustellung im Kreise Schotten, durch die das gesamte Postzustellungswesen eine erhebliche Verbesserung erfahren wird, soll, wie bekannt wird, noch im Rechnungsjahr 1930 durchgeführt werden. Die für den Kraftwagenbetrieb erforderliche Autohalle ist bereits im Rohbau fertiggestellt.

Die Bürgersteuer in Darmstadt.

Darmstadt. Der Oberbürgermeister hatte für Donnerstag eine Stadtratssitzung einberufen, um noch einmal den Versuch zu machen, die in der vorigen Woche abgelehnten Deckungs­vorschläge durchzubringen. Der Oberbürgermeister teilte mit, daß, obwohl die Frist für die Annahme der Bürgersteuer be reits am 1. Dezember abgelaufen war, dennoch das Reichs finanzministerium der Stadt Darmstadt einen Termin bis heute gewährt habe. Die Abstimmung ergab genau das Ge­genteil von der letzten Abstimmung, in dem nämlich 25 Stim­men für und 22 Stimmen gegen die Steuer abgegeben wurden. Die Biersteuer wurde erneut einstimmig abgelehnt.

Wetzlar. Wie der Industrie- und Handelskammer Wetzlar mitgeteilt wird, hat der preußische Handelsminister den Re­gierungspräsidenten in Koblenz angewiesen, für den Kreis Wetzlar auch den sogenannten Kupfernen Sonntag für den Ge­schäftsverkehr freizugeben. Damit stehen der Geschäftswelt in diesem Jahre drei Sonntage vor Weihnachten für den Ge= schäftsverkehr zur Verfügung.

Dillenburg. Der Arbeitgeberverband der Siegerländer Gruben und Hütten kündigt den beteiligten Metallarbeiterver­bänden den zurzeit gültigen Lohntarif zum 31. Dezember. Von der Kündigungsmaßnahme wird die gesamte Metallindustrie des Handelskammerbezirks Dillenburg betroffen.

Frankfurt a. M. Jm ersten Vierteljahr des Jahres 1931 finden die Frankfurter Pferdemärkte auf dem Gelände des Land­wirtschaftlichen Vereins in der Ostendstraße statt, un zwar am 5. Januar, 9. Februar und 16. März.

Frankfurt a. M. Mit Hilfe des Polizeirundfunks wurde ein

des Großen in der Garnisonkirche zu Potsdam am 25. Oktober 1806" festgehalten.

In seinem Cäsaren- Wahnsinn nahm er Friedrichs Degen, seine Schärpe, seine Orden und sandte sie als Siegeszeichen und Geschenk dem Invalidenhause in Paris.

Es sind zwei Schicksalsstunden preußischer Geschichte, die uns die beiden Bilder ins Gedächtnis rufen! In der Nacht zum 4. November jährte sich zum 125. Male die Stunde, da Zar Alexander, Königin Luise und Friedrich Wilhelm III. am Sarge des großen Königs standen! Dr. Ludwig Roth.

U.- Bootfalle.

Von FT.- Obergast Haid't

Um sieben Uhr tam ein etwa 2500 bis 3000 Tonnen großer Dampfer, schwarz und grau bemalt, in Sicht. Wir griffen ihn unter Wasser an.

Torpedo los!" Einige Sefunken später ein starke Explosion. Der Dampfer legt sich auf Schlagseite, seine Leute gehen in die Rettungsboote und rudern weg.

Auf Seerohrtiefe fahren wir langsam näher. Warum sact er denn nicht ab? Was ist das? Die Sache wird verdächtig.! Gemächlich legt sich der Dampfer wieder auf ebenen Kiel! Wir tommen etwa 80 Meter an ihn heran. Nichts rührt sich an Bord. Achtern steht einsam ein Geschütz. unbemannt. Unser Turm taucht ganz aus dem Wasser. Auf einmal wird es auf dem Dampfer lebendig. Verdeckie Luken an seiner Vorwand springen auf, sein Deck wimmelt von Leuten, sein Heckgeschüz wird bemannt und aus mastierten Kanonen erhalten wir ein rasendes Schnellfeuer, dazwischen knattern Maschinengewehre. Eine U- Bootfalle!

Nun macht der Kasten auch wieder Fahrt. Er liegt aber zu nahe bei, als daß seine Granaten uns Schaden zufügen fönn­ten. Auch die M.G.- Garben sind machtlos gegen unsere Stahl­panzer. Plötzlich sieht der Kommandant, wie an Bord der Falle aus einem Versted ein Lanzierrohr auf uns gerichtet wird und schon ein Torpedo ins Wasser klaischt.

,, Torpedolaufbahn auf uns zu! Beide Maschinen äußerste

Nr. 97.

Berliner Schwindlertrio, das in fast allen Städten des rhein. Wirt­schaftsgebietes durch einen neuen Trick zu Gelde zu kommen suchte, ermittelt und verhaftet. Die Leute erschienen mit einem Auto nachts vor einem Hotel, klingelten den Pföriner heraus und teilten ihm mit, daß fie die Nacht in dem Hause zubringen wollten. Der Führer der Gesellschaft aber erklärte, daß er vor­her noch etwas zu erledigen habe, ließ sich vom Pförtner 50 Mart in bar geben und hinterlegte dafür ein Fernglas. Die Autofahrer fehrten dann in das Hotel nicht zurück. Den Schwin­del haben sie in einer ganzen Anzahl Frantfuter Häuser ver­übt, in der folgenden Nacht in Mainz, dann in Wiesbaden. Das Schicksal ereilte sie in Darmstadt. In dem Auto fand man eine Kiste mit mehr als 100 Ferngläsern vor.

Köln. Der 16jährige Lehrling eines Baugeschäfts in Köln­Mühlheim hatte von der Bank 5000 RM. abgehoben. Das Geld befand sich in einer Attentasche, die am Fahrrad befestigt war. Ein Räuber stieß den Lehrling vom Rad und versuchte mit dem Fahrrad zu entfliehen. Der Lehrling setzte sich zur Wehr, worauf der Mann von ihm abließ. Er wurde festge=

nommen.

Kraftwagenunglück im Nebel.

Wernigerode. Infolge starken Rebels rannte nachts ein Personenkraftwagen mit vier Insassen auf der Chaussee El­bingerode Wernigerode gegen einen Baum und wurde völlig zerdrückt. Von den herausgeschleuderten Infassen mußte ein Landwirt aus Heudeber und ein Drogeriebesitzer aus Wernige­rode mit schweren Verletzungen in das Wernigeroder Kreis­frankenhaus gebracht werden. Eine Dame aus Wernigerode erlitt eine leichtere Kopfverlegung, eine andere Dame kam mit Prellungen davon.

Die Reichs- Reiterstafette vom 6.- 12. Dezember 1930.

Die Vereinigung der Ländlichen Reit- und Fahrvereine Deutschlands in Berlin hatte bekanntlich zusammen mit dem Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts das Jahr 1930 zum ,, Jahr des Pferdes" erklärt. Als bisher größte reiterliche Veranstaltung wird in seinem Rahmen am tommen­den Samstag und Sonntag die Reichs- Reiterstafette geritten, die in sechs großen Linien und vielen Zubringerlinien durch ganz Deutschland führt.hiDie Reichs- Reiterstafette dauert sechs Tage und endigt am 12. Dezember nachts 2.30 Uhr in Ost­preußen. Durch ganz Deutschland wird Tag und Nacht geritten.

Auch der Landesverband der Reit- und Fahrvereinigungen des Volksstaates Hessen ist an dem Reichs- Stafettenritt aktiv beteiligt und zwar an dem Stafettenarm, der am 6. Dezember um 8 Uhr in Saarbrüden beginnt. Die Stafette wird um 17.30 Uhr südlich von Alzey von dem letzten pfälzischen Reiter an den ersten Reiter des westlichen hessischen Reitervereins übergeben. Die Rheinhessen bringen sie bis Hofheim( Ried), wo sie Star­fenburger Reiter gegen 20 Uhr übernehmen. Am 7. Dezember morgens um 5 Uhr gibt Starkenburg bei der Offenbacher Main­brücke an Oberhessen ab. In Wetzlar erfolgt um 9.30 Uhr die Uebergabe an Hessen- Nassau. Die durch Hessen laufende Sta­fette enthält die Grüße der Stadt Saarbrücken und der Pfalz an die Städte Lyk und Tilsit in Ostpreußen. Bei der Ueber­gabe wird der Vorsitzende des hessischen Landesverbandes, Land­stallmeister a. D. Schörke, Grüße an die Stadt Tilsit in die Stafettenhülse einlegen lassen.

Ueber die Beteiligung des Provinzialverbands Oberhessen wird berichtet: Von Vilbel bis Friedberg( Süd) reitet der Wet­terauer Reiterverein, von dort bis Butzbach( Süd) der Reiter­verein Horlofftal- Södel, von dort bis Klein- Linden der Reiter­verein Butzbach und von Klein- Linden bis Wetzlar der Reiter­verein Gießen. Ein Sondergruß aus dem nördlichen Oberhessen wird von Schlitz über Alsfeld, Ermenrod, Grünberg, Belters­hain, Allendorf Beuern, Großen- Bused nach Klein- Linden ge= bracht und hier in die Stafettenhülfe eingelegt. An dieser Zu­bringerhülse beteiligen sich die Reitervereine Schlitz, Alsfeld, Grünberg, Rabenau und Gießen.

Die Reichs- Reiterstafette verfolgt den Zwed, noch einmal, ehe das Jahr des Pferdes" zu Ende geht, den Wert und die Bedeutung des deutschen Pferdes in großzügiger Weise ganz Deutschland vor Augen zu führen. Die Vereine, von denen die Stafette durchgeführt wird, bezwecken, dem ganzen Volke die­nend, ohne irgend einer Weise politisch gebunden zu sein, die Hebung der deutschen Pferdezucht und die Ertüchtigung der deut­schen Jugend.

Kraft voraus! Hart Steuerboro! Preßluft auf alle Tanks!" So hallen die Kommandos durchs Boot.

Zu spät!

Krachend prallt der Torpedo hinten an die Bordwand. Das ist das Ende, gleich wird die Detonation erfolgen, die uns und unser Boot zerreißt. Die Gedanken wandern mit Blizesschnelle zurück in die Heimat zu den Lieben. Man nimmt Abschied. Doch die erwartete Explosion erfolgte nicht. Ein Versager! Ein Aufatmen geht durch die Räume des Bootes. Wir leben noch!" Auf 40 Meter Tiefe fuhren wir schleunigst weg, und lange hallten die Detonationen der Wasserbomben an unser Ohr, die in die Umgebung unserer Tauchstelle geworfen wurden.

Eine U- Bootfalle war wohl das unangenehmste Wesen, das uns Seeleuten begegnen konnte. Ich denke da an einen Fall, der einem anderen Boote unserer Flottille begegnete. Das Boot hatte im Sperrgebiet einen scheinbar harmlosen Dampfer ange­schossen. Die englische Besatzung rettete sich auf ausgesetzte Boote. In der Absicht, dem Steamer den Gnadenstoß zu ver­setzen, näherte sich unser U- Boot dem englischen Dampfer. Da tauchte an Ded eine Frau mit einem Widelfissen im Arm auf und rannte wie verzweifelt die Reling auf und ab. Beide schie= nen in der allgemeinen Aufregung vergessen worden zu sein. Das U- Boot ging längsseit und schickte zwei Matrosen an die Jakobsleiter. Da, die Frau schien wahnsinnig geworden zu sein. Sie warf ihr Kind von der hohen Reling des Dampfers auf das Dec des Bootes. Rasch sprangen etliche Matrosen hinzu, um es zu fassen, bevor es über Bord rollte. Doch es war fein Kind, was da im Kissen stedte, sondern eine wohlgefüllte Bombe; glüd­licherweise ein Versager, denn sonst wäre das Boot in die Luft geflogen. Und die Frau an Ded? Das war ein als Frau ver fleideter Seemann. Sein Urteil hat er sich selbst gesprochen nach dieser feigen, heimtüdischen Tat. Es ist interessant, daß man von Boches" und von Hunnen" redete und dabei doch ganz genau wußte, daß man bei den Deutschen stets auf Menschlich­feit rechnen tann.

( Wir entnehmen diese anschauliche Schilderung aus dem gefahr­vollen Leben der U- Bootbesagungen dem soeben bei der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart erschienenen Buch Wir leben noch! Deutsche Seehelden im U- Bootkampf")