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Samstag, den 6. Dezember 1930.

einer Steuer- und Mieterhöhung durch Kommunisten und Nationalsozialisten zu suchen ist, so soll uns das nicht abhalten, den Ausführungen grundsätzlich beizupflichten, wenn sie auch im Gegensatz zu der Haltung der sozialdemokratischen Fraktion im Darmstädter Stadtrat stehen, die an anderer Stelle be= handelt ist.

Wir unsererseits, werden jedenfalls alles tun, die Arbeiter­hausbesitzer im Sinne des Artikelschreibers im Volksfreund" aufzuklären und die damit im Widerspruch stehende Haltung der sozialdemokratischen Fraktion zur Kenntnis zu bringen.

Es besteht jedenfalls kein Zweifel darüber, daß die Real­steuerbelastung in Hessen überspannt ist und dringend des Ab­baues bedarf. Diese Auffassung wurde auch noch vor kurzem von der hessischen Regierung geteilt. Vor mir liegt die Dent­schrift, die die hessische Regierung im Jahre 1929 an die Reichs­regierung gerichtet hat und die die Notlage in den besetzten und Grenzgebieten schildert. Es heißt da:

"...

... und daß die Realsteuern( in Hessen. D. E.) eine Höhe erreicht haben, die auf die Dauer ohne schwerste Schädigung der einheimischen Wirtschaft unmöglich bei: behalten werden kann."

Das hat vor etwa einem Jahre dieselbe hessische Regierung an die Reichsregierung geschrieben, die heute eine Grundsteuer­erhöhung um nicht weniger als 200% mit den angeblich nie­drigen Steuersägen Hessens begründet. Es muß der hessischen Regierung überlassen werden, wie sie diesen Widerspruch erst klären will.

Man wäre versucht, eine Satyre zu schreiben, wenn es nicht so bitter ernst wäre:

,, Gießener Zeitung"

mit voller Deutlichkeit, daß jedes sachliche Interesse, auch zum eigenen Schaden, erst an zweiter Stelle tommt, wenn es sich darum handelt, die Rechte der Deutschen zurückzusetzen.

Am 1. April sollen nach reichsgesetzlicher Vorschrift die Realsteuern um 10% gesenkt werden. Diese vorgeschriebene Steuersenkung um 10% benutzt die hessische Regierung zu einer Erhöhung um 200%. Man mag zu der Frage des Steuer- und Preisabbaues stehen wie man will, ein derartiges Verfahren muß jeder verurteilen. Will die hessische Regierung mit einer solchen Art Abbau der Industrie und dem Handel zeigen, wie man Preisabbau treiben und dabei ein Geschäft machen kann? Das nenne ich Preisabbau nach der Michaelis'schen Formel: ,, Wie ich ihn auffasse."

Hitler tadelt das Jäschtowizer Unternehmen. Zu den Waffenfunden in Jäschkowitz und der Verhaftung von 350 Nationalsozialisten berichtet die Deutsche Allgemeine Zeitung", daß die Nationalsozialistische Partei von der Ver­anstaltung mit aller Entschiedenheit abrücke. Adolf Hitler habe aus Berlin folgendes Telegramm gesandt:

Gegen dieses Vorhaben muß sich die ganze Bevölkerung zur Wehr sehen.

Die Geister, die ich rief...!

Das Bestreben, die Lage unserer Wirtschaft auf den Vor­friegsstand zurückzuführen, gibt Anlaß, die sogenannte Spanne zwischen Groß- und Einzelhandel zu kritisieren und zu behaup ten, die Preise des Einzelhandels seien überhöht. Diese Kritik wird geübt, trotzdem für jeden unbeeinflußten Beobachter er­sichtlich ist, daß z. B. die Preise im Kolonialwaren- Einzelhandel längst einen gewissen Tiefstand erreicht haben.

,, Der seit langem bestehende Beschluß der politischen Lei­tung der Partei, jeden rücksichtslos aus der Partei zu ent­fernen, der illegale Mittel im politischen Kampf anwendet, wird auch in diesem Falle zur Anwendung gebracht werden."

Politische Zusammenstöße in Kassel.

Am Donnerstagabend kam es in der Kasseler Altstadt zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Reichsbanner­leuten. Eine Propagandagruppe des Reichsbanners mar­schierte durch die Druselgasse, als gerade eine kommunistische Erwerbslosenfundgebung ihr Ende erreicht hatte. Die Teil­nehmer an dieser Kundgebung drängten die Reichsbannerleute durch die Drufelgasse auf den Druselplatz, wo es zu wüsten Be­schimpfungen und Streitigkeiten fam. Ein Polizeibeamter ers hielt einen Messerstich durch die Oberlippe. Der bald ein­treffenden Verstärkung der Schutzpolizei gelang es, die Ruhe wieder herzustellen.

Das ist erreicht worden ohne behördliche Maßnahmen, le= diglich durch gemeinsamen Großeinkauf und der schärfsten Kal­fulation. Das Kommando der Regierung kommt in diesem Fall mirklich 21 inät Dab die Mini 5 ft nicht durch in Distul. regelt werden kann, dürfte noch nicht vergessen sein.

Der Verbraucherschaft sollte es zu denken geben, daß hinter dem Geschrei nach Preisabbau" schon jetzt das Gespenst des ,, Lohnabbaus" allgemein auftaucht. Die dann eintretende Ver= schärfung in der Schwächung der Kaufkraft der breiten Massen der Bevölkerung aber wird ganz gewiß das Gegenteil von dem bewirken, was erreicht werden soll. Die Geister, die man rief, werden später anklagen.

Prager Sprachenpraxis.

Betriebsstillegungen in der Zigarrenindustrie.

In der badischen Tabakindustrie ist festzustellen, daß sämt­liche Zigarrenarbeiter in der Woche vor oder nach Weihnachten brotlos werden.

Nr. 97.

0 Grad! Naja, nun ist es ja erreicht und gestern war es auch so weit: der große Frost tam in die Stadt, ganz früh am Morgen lag auch so eine Art Schnee herum, die Thermometer fielen( aber keines tat sich was dabei), ein paar Löffelpaare wurden steif, ein Regiment lädierter Backenzähne jaulte auf­die Hunde auch, weil über Nacht der Rest des Vollmonds schien nein, schön war das auf keinen Fall.

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* Herabsetzung der Eisenbahnzeitkartenpreise. Mit Wir­fung vom 1. Januar 1931 senkt die Reichsbahngesellschaft um 5 v. H. die Einheitssäte für Zeitkarten des allgemeinen Ver­fehrs.

Veranlaßt durch die Tabakbesteuerung sah sich auch eine Anzahl der Gießener Zigarrenfabrikanten gezwungen, ihren Be­legschaften zwecks Stillegung der Betriebe zu Ende Dezember zu kündigen. Die Betriebseinstellungen werden in den meisten Unternehmungen zunächst vollständig sein, mit Ausnahme we= niger Leute, die zur Herstellung neuer Muster weiterbeschäftigt werden. Wann und in welcyem Umfange diese Betriebe wieder eröffnet werden, hängt völlig von dem Eingang neuer Bestel­lungen ab.

Welche sonderbaren Blüten die Deutschfeindlichkeit des Herrn Bara in Prag treibt, das zeigt jetzt wieder ein Vorfail, der dem Bürgermeisteramt Brür widerfahren ist. Das Bürger­meisteramt hat vom Prager Magistrat eine Reihe von Anfragen erhalten, die zumeist wirtschaftliche Angelegenheiten Prager Ge­werbetreibender oder Kaufleute betreffen. Diese Anfragen wur­den sofort mit doppelsprachig abgefaßten Erledigungen beantwor= tet. Der Prager Magistrat hat aber diese Briefe, ohne die Umschläge zu öffnen, zurückgeschickt, weil die Adresse deutsch ge= schrieben war. Die Briefumschläge erhielten den Aufdruck zu rück. Dazu wurde in tschechischer Sprache geschrieben Schrei­bet in der Staatssprache!" Diese Angelegenheit wird eine par­lamentarische Interpellation zur Folge haben. Sie zeigt auch

Am Sarge Friedrichs des Großen vor 125 Jahren.

Lokales.

Steuerkalender für Dezember 1930. Reich.

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Weihnachtsverkehr bei der Post. Es wird empfohlen, mit der Versendung der Weihnachtspakete möglichst frühzeitig zu beginnen, damit auch die Pakete ohne Verzögerung in die Hände der Empfänger gelangen. Ferner wird gebeten, für die Pakete recht dauerhafte Verpackungsstoffe zu verwenden, die Aufschrift haltbar anzubringen und den Namen des Bestim­mungsorts groß und kräftig niederzuschreiben. Auf dem Paket ist der Absender anzugeben und in das Paket obenauf ein Dop­pel der Aufschrift zu legen. Päckchen müssen haltbar verpackt und gut verschnürt werden; Hohlräume sind mit Holzwolle aus­zufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung nicht einge­drückt werden können. Sie müssen deutlich als Briefpäckchen" oder ,, Päckchen" bezeichnet sein.

10. Dezember: Anmeldung und Zahlung der Börsenumfassteuer für November 1930 im Verrechnungsverfahren.( Keine Schonfrist).

20. Dezember: Lohnabzug für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1930 beim Markenverfahren. Im Ueberweisungsverfahren may, falle die bis gum 16. Desember einbohaltonen Lohn steuerbeträge 200 RM. überſtiegen haben.

Hessen.

27. Dezember: 5. Ziel der Landessteuern 1930( Grund-, Ge­werbe- und Sondergebäudesteuer It. Bescheid.( Schonfrist bis 5. Januar 1931.)

* Fundsachen im Monat November 1930. Das Verzeichnis über die im Monat November 1930 gefundenen bezw. abgelie­ferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden ausgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

* Anmeldung von Veranstaltungen. Alle für das Jahr 1931 geplanten Veranstaltungen Kongresse, Tagungen, Aus­stellungen, Konzerte, besondere Sport- und Vereinsveranstal­tungen usw.. sind baldmöglichst dem Städtischen Verkehrsamt mitzuteilen. Es soll vermieden werden, daß mehrere gleich­artige oder wichtige Veranstaltungen, die einander Abtrag tun können, auf einen Tag zusammenfallen.

* Die Winterbeihilfe in Hessen. Die hessische Staatsregie­rung hat sämtlichen Bürgermeistereien in Hessen mittels Rund­schreiben der Kreisämter mitteilen lassen, daß die diesjährigen Staatszuschüsse zu den von den Gemeinden und Städten an die Erwerbslosen, Sozial- und Kleinrentner, sowie an die sonsti­gen Unterstützungsempfänger zu gewährenden Winterbeihilfen mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen nicht in der im Vorjahre vom Landtag bewilligten Höhe gewährt werden könnten. Der Staatskasse steht nur ein Rest aus den im Vorjahre gewährten Reichszuschüssen zu den Winterbeihilfen zur Verfügung.

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* Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebieten. Das Hessische Innenministerium hat eine Bekanntmachung erlassen, wonach bis auf weiteres auch die Regierungsbezirke Königs­berg, Frankfurt a. d. O., Schneidemühl, Merseburg, Wiesbaden, Düsseldorf und Braunschweig stark verseucht sind. Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Zucht- und Nut­vich( Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt dem­nach der fünftägigen Absonderung nach Maßgabe der erlassenen Vorschriften.

* Winterhilfe 1930-31. Der Kreisausschuß des Kreises Gie­ßen hat in seiner Sigung am 29. November beschlossen, daß sich der Kreis in dem gleichen Umfang und unter denselben Voraus­setzungen wie der hessische Staat an der Winterhilfe beteiligt. Voraussetzung ist allerdings, daß die Gemeindevertretungen die Gewährung von Winterbeihilfen beschließen und die Gemeinden sich selbst an dem Kostenaufwand für Winterbeihilfen beteiligen.

In der Nacht vom 3. zum 4. November 1805. Zwei alte Stiche, die uns zwei Schicksalsstunden des preu­Bischen Staates vergegenwärtigen: beide von Daehling gezeich­net. Das Grabgewölbe in der Garnisonkirche zu Potsdam, der Sarg des Großen Königs, Friedrichs 2., im Mittelpunkt! Das eine Bild zeigt uns den 3aren Alexander 1. von Rußland mit König Friedrich Wilhelm 3. und der Königin Luise in der Nacht vom 3. zum 4. November 1805 am Sarge Friedrichs des Großen; die zweite Zeichnung stellt Napoleon 1. dar, an der= selben Stelle, umgeben von seinen Marschällen, kaum ein Jahr später: am 25. Oftober 1806. In dieser Frist von einem Jahr hatte sich das Schicksal Preußens erfüllt. Ein unheilvolles Stück preußischer Geschichte wird in unser Gedächtnis zurückge= rufen! Napoleon hatte in Berlin den Erwerb des damals eng­lischen Hannover anbieten lassen, wenn Preußen an der Seite Frankreichs an dem Kampfe gegen die am 11. April 1805 zwischen England und Rußland vereinbarte Allianz, der später auch Desterreich beitrat, teilnehmen würde. Preußen sollte im Tausch gegen Hannover an Frankreich das linksrheinische Kleve mit Wesel abtreten. Die Preußische Monarchie sollte also mit Desterreich und Rußland brechen, sie sollte ihre letzte Position am Rhein räumen und sich freiwillig in den Osten zurückschieben lassen! Und für alle diese Opfer bot man dem Preußenkönig nichts als Hannover, das, unter solchen Umständen erworben, nur durch einen langen Krieg gegen England behauptet werden fonnte! Mit geradezu unverantwortlichem Leichtsinn ging der preußische Minister von Hardenberg auf diese Zumutung ein. Dringend riet er zum Anschluß an Frankreich! Nur der ge= botene Preis genügte ihm nicht, vielmehr hoffte er durch Na­poleons Hilfe außer Hannover auch Böhmen und Sachsen zu gewinnen. Allein die Nüchternheit des soviel verkannten Kö­nigs Friedrich Wilhelm 3. bewahrte den Staat vor diesem ver­hängnisvollen Schritte, der jede Verständigung mit Rußland und Oesterreich, jede gemeinsame Erhebung gegen das napo­

leonische Weltreich für immer zu verhindern drohte! Friedrich Wilhelm wies das französische Bündnis zurück! Er zog, um auch Rußland gegenüber neutral zu bleiben, Truppen an der Warthe zusammen und verhinderte damit den Durchmarsch der russischen Truppen; aber allerdings kam das nur Napoleon zu­gute, da sich nun die Vereinigung der russischen und oesterreichi­schen Truppen noch mehr verzögerte.

* Aus dem Gerichtssaal. Das erweiterte Bezirksschöffen­gericht verurteilte einen Polizeioberwachtmeister aus Buzzbach wegen einfachen Diebstahls zu drei Monaten Gefängnis, und zwei Mitangeklagte ein Fabrikarbeiter und ein Schuhmacher

In dieser unhaltbaren Stellung, mit Frankreich nicht im Reinen, mit Rußland nahezu verfeindet, von allen Seiten be­argwöhnt und mißachtet, sah Preußen dem Ausbruche dieses ge­waltigen Krieges zwischen den Drei- Kaiser- Mächten" Rußland, Desterreich und Frankreich entgegen.

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wegen Beihilfe zum Diebstahl zu je 100 RM. Geldstrafe. Wegen unzüchtiger Handlungen an einem Kinde wurde ein Ar­beiter von Gießen zu sechs Monaten, wegen Urkundenfälschung ein Oariner von Friedberg zu einer Woche Gefängnis verurteilt.

Aber nun beging Napoleon eine unerhörte Tat des Ueber­muts! Um die Einkreisung des österreichischen Generals Mad bei Ulm zu vollenden, ließ Napoleon den Marschall Bernadotte mit seiner Armee durch das neutrale zu Preußen gehörige Für­stentum Ansbach, marschieren. Diesem Preußen glaubte er alles bieten zu dürfen, denn so schrieb er schon früher:

..Preußen ist, was es auch sein mag, in die Reihe der Mächte zweiten Ranges hinabgesunken."

Auf diese Nachricht flammte der König auf: ,, Bon jetzt an bin ich der Bundesgenosse der Kaiser von Ruß­land und Desterreich"

* Universitäts- Gottesdienst. Am Sonntag, dem 7. Dezem ber, 11.15 Uhr, hält Prof. Dr. Schuhmann in der Aula die Predigt.

* Aus dem Stadtheater. Die Vereinigten Operettenbühnen Bochum- Hamborn bringen am Sonntag, dem 7. Dezember, die Operette Der Vetter von Dingsda" von Haller und Ridermus, zur Aufführung. Anfang 6 Uhr nachmittags.

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Landes- Geflügelschau. Am Samstag, dem 6. und Sonn­tag, dem 7. Dezember, findet in der Volfshalle eine groze hessische Landes- Geflügelschau statt, bei der zirka 1500 Tiere zur Ausstellung kommen.

sagte Friedrich Wilhelm dem russischen Abgesandten Fürsten Dolgorukow. Dem französischen Gesandten wurde eine Note am 14. Oftober 1805 zugestellt, in welcher sich Preußen von allen Verbindlichkeiten gegen Napoleon lossagte und den Russen den Durchzug durch Schlesien gestattete. Gleichzeitig befahl der König die Mobilmachung der gesamten Armee. Auch das Volk empfand die erlittene Beleidigung lebhaft.

* Eisverein e. V. Die Sportabteilung hält am Sonntag, vormittags um 11 Uhr, im Café Astoria eine Versammlung ab, in der vor allem die Südwestdeutschen Eislauf- Meisterschaften zur Beratung stehen.

Jm Theater ward zum ersten Male Wallensteins Lager" aufgeführt; die Berliner stimmten jubelnd mit ein in die krie­gerischen Klänge des Reiterliedes der Wallensteiner.

1. Ansprüche a Kaufleute,& Waren, Aus der Geschäfte betrieb des 2. Ansprüche au unter 1. gen nicht für de

* Tanz- Turnier. Der Reichsverband zur Pflege des Ge­sellschaftstanzes veranstaltet am Sonntag, dem 7. Dezember, abends 8.30 Uhr, im Club" ein Nationales Tanz- Turnier. * Goethe- Bund. Am Dienstag, dem 9. Dezember, abends 8 Uhr, liest in der Neuen Aula Herman Stohr aus eigenen Werken. 2. Dichterabend.

Desterreich entsandte den Erzherzog Anton nach Berlin, um König Friedrich Wilhelm zum Anschluß an die Koalition zu be­stimmen. 25. Oftober 1805 traf auch der Zar in Berlin ein. Am 3, November tam der Potsdamer Vertrag" zustande. Preußen sollte demzufolge als Vermittler zwischen Rußland und Oesterreich einerseits und Napoleon. andererseits auftreten.

* Schafflers Wettervorhersage für Dezember 1930. Der erste Wintermonat dürfte den Freunden des Wintersportes günstige

Falls seine Vorschläge: Unabhängigkeit des Deutschen Reichs, der Schweiz, von Napoleon abgelehnt würden, sollte Preußen mit 180 000 Mann in den Kampf gegen Frankreich eintreten. Dagegen versprach Rußland in London die Abtretung Hanno­vers an Preußen zu bewirken.

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1. Wenn der G a) durch Abs b) durch Zin c) durch Sid 2. durch Klagee

Zur Besiegelung des Bundes bat der Zar, ihm den Besuch des Grabes Friedrichs des Großen zu gestatten. Es schlug Mitternacht von den Türmen Potsdams, als man mit Fackel­beleuchtung den Weg zur Garnisonkirche antrat: Friedrich Wil helm, Luise, der Zar und ein kleines Gefolge gingen zu Fuß. Der Reisewagen des Zaren fuhr langsam hinterher. An der Kirchentür blieb das Gefolge, zwei Offiziere vom Regiment Carde du Corps, zurück. Wachskerzen bezeichneten den kurzen Weg zwischen den Brücken zu der ebenerdigen kleinen Grab­fammer.

In dem engen ärmlichen Raum stand Alexander zwischen den Särgen des Soldatenkönigs und Friedrichs des Großen. Ein paar Wachskerzen warfen Flackerlicht. Feierlich bekräftigte der Zar durch Handschlag dem föniglichen Freunde in Gegenwart der Königin Luise das Bündnis. Aus der Kirche stieg er in seinen Reisewagen, um zu seiner Armee zu eilen.

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Am 2. Dezember 1805 fiel bei Austerlitz die Entscheidung. Die Sonne von Austerlitz" sah Napoleons völligen Sieg, be leuchtete blutrot die vernichtende Niederlage des 3aren und des Habsburger Kaisers. Am 4. Dezember suchte Kaiser Franz den Sieger bei Nasedlowiz auf und mußte hier, im freien Feld empfangen, sich all die Demütigungen gefallen lassen, in denen sich der torsische Emporkömmling gekrönten Häuptern gegenüber gefiel. Die Bitte um einen Waffenstillstand gewährte Napoleon unter der Bedingung, daß der Kaiser sein Bündnis mit Ruß­land aufgäbe und die Russen unverzüglich heimzögen! Demnach war die Koalition gesprengt: jedoch war noch jezt nicht alles verloren, wenn der preußische Unterhändler, Graf Haugwiz, nicht Ehre und Pflicht vergessen hätte! Seine Handlungsweise lastet als unauslöschliche Schmach auf seinem Namen. Er hatte die Bedingungen des Potsdamer Vertrages dem Kaiser Napo leon persönlich überbringen sollen. Ohne seinen Auftrag bei Napoleon auszuführen, hatte sich Haugwig von Brünn nach Wien weisen lassen und den Verhandlungen, welche die öster­

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