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Mittwoch, den 6. August 1930.

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,, Gießener Zeitung"

Surnen, Sport und Spiel.

Achtung Sportler!

Am 16. August spielt in Gießen auf dem Platze des Vereins für Bewegungsspiele 08 eine Städtemannschaft der Freien Tur­nerschaft Brüssel( Belgien) gegen eine Mannschaft der hiesigen Freien Turnerschaft. In einem Artikel der Metall- Arbeiter­Zeitung" lesen wir nun folgendes:

,, Wenn man uns aufforderte, für eine Parade des Stahl­helms eine Mark Eintritt zu zahlen, würden wir das ent­rüstet ablehnen. Mit Unrecht. Denn wir bezahlen ja auch freudig 2 und 3 Mart, um einer Veranstaltung des bürger­lichen Sports beiwohnen zu dürfen. Die Stahlhelmer machen ihre Parade schließlich aus Jdealismus. Die Helden des bürgerlichen Sports, die wir bewundern, lassen sich aber be­zahlen. Bleibt den Hurraveranstaltungen der bürgerlichen Sportvereine fern und gebt unseren Feinden nicht noch bares Geld. Wir Arbeiter haben es nicht noch nötig, die Sport­bewegung des Kapitals zu unterstützen. Wir haben im ,, Ar­beiter- Turn- und Sportbund" die Organisation der klassen­bewußten Arbeiterschaft. Hier brauchen wir uns nicht unser sauer verdientes Geld zur Bezahlung sogenannter Kanonen aus der Tasche ziehen zu lassen. Das Ziel des Arbeiter­Turn- und Sportbundes ist: Körper und Geist für den Kampf der Arbeiterklasse zu stählen. Dem Volke gilts, wenn wir zu spielen scheinen!"

1. Wir sind nicht parteipolitisch eingestellt, wir kennen keinen Klassenkampfgedanken usw.

2. Wir inszenieren keine Hurraveranstaltungen.

3. Vom Kapitalismus merken unsere Vereine nichts... Höch­stens, daß er ihnen fehlt( Parteikassen).

4. Die Brüsseler Freien Turner scheinen auf eigene Kosten in Deutschland herumzufahren, oder...?

5. Scheinen die Freien Turner aber auch umgekehrt gerne das Geld ihrer ,, Gegner" zu nehmen, anstatt klassenbewußt unter sich zu bleiben.

Und letztens: Man merkts, Politik verdirbt- wenn nicht den Charakter, dann aber die guten Sitten.

30 Jahre Spielvereinigung 1900 Gießen.

Der Pionier und älteste Verein unseres Gaues feiert am kommenden Samstag und Sonntag sein 30jähriges Bestehen. Aus Anlaß dieses in der Sportbewegung noch seltenen Jubi­läums hat die Spielvereinigung eine ganze Reihe gesellschaft­licher und sportlicher Veranstaltungen geplant. Wir hörten fol­gendes:

Technik und produktive Kombination vorführen. Zwei Eigen­schaften der Gäste, die ihnen den Beinamen, die ,, Mainfürther", die Fürther vom Main, gegeben haben. Wir hoffen, daß die 1900er, deren Können mit dem Gegner wächst, sich ehrlich schla­gen werden.

Am Montag gibts Kinderfest auf dem Sportplatz, Jugend­und Alte- Herrenspiele, das 1. Spiel in der Handballpokalrunde, an der der M. T. V. und T. V. 1846 Gießen, das Gießener Reichswehrbataillon, der Polizeisportverein Butzbach und 1900 Gießen teilnehmen. Und um 7 Uhr abends 1. Spiel in der Fuß­ballpokalrunde. Wie wir hören, wird der VfB. Gießen gegen Ockershausen oder Alsfeld spielen. Weiter beteiligt an dieser Pokalrunde find noch der Weglarer Sportverein und 1900 Gießen. Und dann ist jeden Tag in der Woche ein inter­essantes Sporttreffen auf dem 1900er- Platze. Dienstag: Hand­ballpokalspiel, Mittwoch: Fußballpokalspiel, Donnerstag: Hand­ballpokalspiel, Freitag: Fußballpokalschlußspiel, und Samstag: Handballpokalschlußspie.

Wir wünschen dem Veranstalter, der hiermit wieder Tage voll von sportlichen Lebens in Gießen schafft, gutes Wetter, guten Besuch und sportlichen Erfolg. Gleichzeitig rufen wir dem Jubiläumsverein, dessen Geschichte und dessen Wirken wir noch in der nächsten Nummer würdigen werden, schon jetzt ein Wachsen, Blühen und Gedeihen" für die Zukunft zu!

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Es war die Verkehrte!

Grete Heublein schuf den neuen Weltrekord.

B.

Nr. 62.

Doppelmitgliedschaft)§ 4( über den Verbandswechsel) und an­dere Paragraphen über die Austragung der Spiele. Mit der inzwischen erfolgten Veröffentlichung der Ausführungsbestim= mungen hat der ganze Vertrag Gültigkeit bekommen.

Der Westdeutsche Spielverband gibt bekannt, daß der Beginn der Verbandsspiele am 24. August ei asetzen soll; die Be­zirksmeister müssen bis zum 1. März 1931 gemeldet sein, weil bereits am 8. März die Spiele derselben um die Verbands­meisterschaft angefangen werden. Der Bezirks- Fußball- Sachbear= beiter wird also wohl den von ihm angesetzten Termin( 31. Au­gust) um acht Tage vorverlegen müssen, und die Vereine, welche noch mit ihren Mannschaftsmeldungen und Gesuchen um Frei­lassung bestimmter Spieltage im Rückstand sind, tun gut, das Versäumte schleunigst nachzuholen, damit die Terminlisten frühzeitig fertiggestellt werden können; auch muß beim Ab­schluß von Privatspielen mit dem neuen Verbandsspielbeginn gerechnet werden.

Die Teilung des Bezirks Hessen- Hannover ist noch keinen Schritt über den Bescheid auf dem Verbandstag hinausge kommen. Der Bezirksvorstand hat aber( bis zur Niederschrift dieser Zeilen) noch nicht einmal in Sachen der beantragten Bildung eines ,, Dill- Gaues" seine Entscheidung getroffen. Dem= nach läßt sich auch noch keine Klassen- und Gruppen- Einteilung im jetzigen Gau Gießen- Wetzlar vornehmen, während die Bil­dung der Bezirksliga und 1. Bezirksklasse wohl ohne weiteres erfolgen kann. Eine kleine Aenderung in dem bisherigen Pro­jekt, daß der Verbandsvorstand verfügt hat: ,, Vom Spieljahr 1930-31 ab tragen die Vereine, die punktegleich an der Spitze der Tabelle stehen und für den für den Aufstieg in Frage kommen, unter sich Entscheidungsspiele aus; rüdwirkend für das Spieljahr 1929-31 gilt aber die Bestimmung, daß alle diese Vereine ohne weiteres aufsteigen." Dadurch tritt z. B. der SV. 05 Einbeck, der gegen Spielvereinigung Göttingen und FC. Grone in den Ausscheidungsspielen unterlag, nun auch noch zur Bezirksliga( Gruppe Nord), sodaß diese 17 Vereine umfaßt. ( Aus Kassel wird berichtet, daß Tura daraufhin noch einmal Schritte unternommen hat, um mit FC. Großalmerode Punkt­gleichheit zu erlangen; sind die Schritte mit Erfolg gekrönt, so würde die Zahl auf 18 steigen und auch die Südgruppe 9 Ver­eine erhalten.) Auch die vier Gruppen der 1. Bezirksklasse werden auf Grund der neuen Verordnung noch Zuwachs er= halten, und ebenso auch die 2. Bezirksklasse und die 1. Gauklasse. Die Fußballsachbearbeiter haben also noch allerlei Arbeit bezw. Umarbeitung zu erledigen; einen genauen Ueberblick über die Einteilung gewinnt man erst mit der Veröffentlichung der Instanzen.

Ein erstaunlicher Jrrtum ist, wie nachträglich festgestellt wurde, dem englischen Kampfgericht bei dem vorletzten Sonnabend in Bir­mingham ausgetragnen Frauen- Länderkampf Deutschland gegen England insofern unterlaufen, als die Frankfurterin Fräulein Fleischer als Gewinnerin des Kugelstoßens mit der neuen Welt­rekordleistung von 13,26 m bekanntgegeben wurde. Tatsächlich war es aber Grete Heublein( Varmen), die diese Leistung voll­bracht hatte. Das Versehen der Kampfleitung beruhte auf einer Verwechslung der Startnummern und ging sogar soweit, daß bei der Preisverteilung am Abend Frl. Fleischer die Goldene Medaille überreicht und Frl. Heublein mit dem zweiten Preis bedacht wurde. Beide touschten dann die erhaltenen Preise unter sich aus.

Was man wissen muß!

Die drei großen Sportverbäntte Deutsche Turnerschaft, Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik und Deutscher Fußball­Bund" haben am 16. März 1930 in Berlin einen Vertrag ab­geschlossen, der am 13. April 1930 durch den Hauptausschuß der Deutschen Turnerschaft bestätigt worden und am 1. Mai 1930

Am Samstag werden die Mitglieder und ihre zahlreichen Gäste sich zu einem Festabend in den Räumen der Liebigshöhe versammeln. Die Reichswehrkapelle wird konzertieren, An­sprachen, Ehrungen verdienter Mitglieder durch Verbands| in Kraft getreten ist. Dieses Abkommen stellt zwischen den drei instanzen und Verein werden folgen, ein Ball schließt sich an. Sonntag beginnen um 10 Uhr die Fußball- und Handballkämpfe. Vor dem Ligaspiel werden sämtliche Aktive und Jugendlichen des Jubiläumsvereins geschlossen im Dreß auf den Sport­plaz ziehen.

Dann kommt das Ligaspiel, in dem ein Gegner von ganz vorzüglichem Ruf sich vorstellen wird: VsL. Neu- Isenburg, 1927, 1928, 1929, 1930 Teilnehmer an der Schlußrunde um die südd. Meisterschaft, der zum Schluß der letzten Saison Rot- Weiß Frankfurt 4: 2 und den FSVp. Frankfurt 4: 1 schlagen konnte, kommt komplett und wird den hiesigen Fußballfreunden saubere

führer hält den starken Wasserstrahl auf die kochende Glut, wir stehen dabei und bewundern sein unerschrockenes Tun. Wir fühlen seine Sicherheit, denn daß die Leiter nach jeder Rich­tung ausgerichtet ist, daß die sich aus ihrem Gewichte, dem der auf ihr stehenden Wehrleute, dem Winde, dem Rückstoß des Wasserstrahls resultierenden Kräfte im Gleichgewichte befinden, das ist durch sinnvolle Einrichtungen, die der Erbauer vorsorg­lich angebracht hat, gewährleistet. Das Aufrichten, Ausziehen und Drehen der Leiter, sowie das Ausrichten derselben geschieht von Menschenhand gesteuert, durch die Kraft des Motors. Ganz neue Autodrehleitern haben vollautomatische Auswiege­apparaturen, die auch bei größter Dunkelheit und Eile, ohne von dem Bedienungsmann besondere Aufmerksamkeit zu verlan­gen, selbsttätige Höhenunterschiede des Standplages ausgleichen und durch Anschläge und Signalzeichen für richtigen Auszug und Neigung sorgen. Wir finden auch hier die vielfachen Er­fahrungen des Feuerwehrmannes mit dem hohen Können unserer Maschinenbauer erfolgreich vereint. Den verschiedensten An­forderungen und Geldbeutel Rechnung tragend, werden auch kombinierte Fahrzeuge hergestellt, Autodrehleitern mit aufge­protzten oder anhängenden Spritzen, Autosprißen mit Abprog­und mit Lafettenleitern.

Der unentbehrliche Feuerlöschschlauch war zu Anfang seines Daseins aus Leder. Bei hohem Gestehungspreis hatte dieses Material noch den Nachteil, daß, solange der Schlauch trocken, er hart und steif und dort, wo er geknickt war, nur wenig Wasser durchließ. Dabei war er äußerst pflegebedürftig und empfindlich. Man nähte deshalb verbesserungsweise Stücke von Segeltuch auf gleiche Art wie Leder zusammen. Die ge­webten Schläuche, die eine Erfindung von Johann Christoph Beck- Leipzig aus dem Jahre 1719 sind, brauchten, so über­zeugend doch ihre Vorteile sind, über hundert Jahre, bis sie die ledernen Schläuche auch in größeren Städten aus dem Ge­brauch verdrängten. Hentzutage ist der gewebte Hanfschlauch so vervollkommnet, daß man ihn auf wenige Sorten in Ab­messungen und Qualität genormt hat. Man verwendet außer dem rohen Hanfschlauch seit einiger Zeit den innen gummierten, bei Motorspritzen mit hohem Druck ist letzterer unerläßlich. Die ledernen Schläuche hatten nur die Länge der Kuhhaut, die ersten gewebten waren 20 bis 30 Ellen lang, heute sind sie bis zu Zu ihrer Verbindung miteinander 30 m Länge im Gebrauch. dienten und dienen die Kupplungen. Früher Verschraubungen von vielfach wechselnden Abmessungen; heute die genormte Story- Kupplung, neben der jedoch auch noch andere moderne

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Verbänden eine Arbeitsgemeinschaft für die in Frage kommen­den Sportarten( Leichtathletik, Handball, Fußball, Schlag­ball, Faustball) her. Der Vertrag umfaßt 16 Paragraphen, einen Zusatz zu§ 10 und die Ausführungsbestimmungen, welche

dem Verwaltungsausschuß der Vertragschließenden am 28. Juni 1930 in Breslau ins Leben gerufen wurden. Die Be­stimmungen enthalten verschiedene Punkte, die nicht nur von den Vereinsleitungen und Verbandsinstanzen, sondern auch von den Einzel- Mitgliedern der angeschlossenen Verbände genau zur Kenntnis genommen und befolgt werden müssen, wenn sie feine Unannehmlichkeiten haben wollen; so 3. B§ 2( über die

Die Vereine wollen natürlich wissen, was am Schluß des Spieljahrs 1930/31 mit ihnen geschieht, d. h. zu welchem End­zwedk sie ihre kommenden Verbandsspiele austrogen. Auf Grund des 1928 geschaffenen Neuko"-Systems war für unsern Bezirk vorgesehen: Aus den zwei Gruppen der Bezirksliga( von 1930/31) treten jeweils die vier Besten der Tabellen zu einer neuen Gruppe zufammen, welche den Namen Oberliga" erhält; die beiden Gruppen der Bezirksliga werden aus den vier Grup­pen der 1. Bezirksklasse durch Aufstieg der jeweiligen zwei Besten wieder auf je acht( bezw. neun) Vereine ergänzt; auf dieselbe Weise findet nun Auffüllung der anderen Klassen von unten her statt. Neuerdings hat aber der Verbandsvorstand die Bezirks­vorstände aufgefordert, ihm nach erfolgter endgültiger Eintei­lung die Zahl der Spielklassen und Gruppen mit genauer An­gabe der Zahl der zugehörigen Vereine mitzuteilen, weil er Alle diese

Art: n im Gebrauch sind. Daß die durchgeführte Normung| ben, so mußte dabei doch vieles unerwähnt bleiben. sich hier bewährt, bewies kürzlich ein Brand in einem mittel­deutschen Braunkohlentagebau, bei dem die in größerer Zahl herbeigeeilten Freiwilligen und Berufsfeuerwehren nicht we­niger als 16 Kilometer Schlauch bei der Bekämpfung einsetzten mußten.

Die Wasserleitung, die sich immer mehr verbreitend, alle Städte und weite Landstrecken mit Wasser versorgt, zeigt sich im Dienste des Feuerlöschwesens im besten Lichte. Ober- und Unterflurhydranten ermöglichen der Feuerwehr jederzeit der Lei­tung Wasser zur Speisung ihrer Schlauchstränge direkt oder über Sprizen zu entnehmen.

Stellte die Technik der Feuerwehr immer bessere Hilfs mittel zur Verfügung, so brachte sie mit ihrem Fortschreiten auch immer neue Aufgaben. Es entwickelten sich Sonderge­biete auch in der Brandbekämpfung. Wenn in einer Gummi­warenfabrik ein großes Kautschuk oder Schwefellager brennt, oder wenn es gilt, einen Brand in einer Lackfabrik oder einer Destillationsanlage für Mineralöle zu bekämpfen, so reichen die altüberlieferten Hilfsmittel nicht mehr aus. Die Löschwir­kung des Wassers ist bei der großen Hiße, die ein solcher Brand Das Wasser verdampft entwickelt, nicht mehr ausreichend. ehe es einen festen Körper trifft. Man mußte sich deshalb nach etwas anderem umsehen. Kohlensäureschnee und-Schaum, den man aus einem chemisch erzeugten Pulver, das im Lösch­wasser in besonderen Apparaten gelöscht wird, herstellt, sind die neuen Kampfmittel. Bei Schiffsbränden oder bei solchen in Warenhäusern, also dort, wo der Löschwasserschaden oft größer ist, als der des Feuers, wendet man die neuen Verfahren immer mehr an. Die Feuerlöschboote, die wir an allen großen Plät­die an Wasser gelegen sind, finden, und die gleich den Auto­zen, mobilsprigen bis zu höchster Vollkommenheit durchgebildet sind, führen neuerdings ebenfalls Schaumlöschgeneratoren mit sich.

Rettungsschläuche, Rutsch- und Sprungtücher, zur Ber­gung gefährdeter Personen aus dem brennenden Hause, Rauch­und Gasschußmasken zur Sicherung der Wehrleute sind bei den Feuerwehren je nach den örtlichen Erfordernissen vertreten.

Die Möglichkeit, einen Brand bei seinem Entstehen in­tensiv bekämpfen zu können, bieten die weitverbreiteten Hand­feuerlöscher. Sie haben sich besonders auch bei Vergaserbränden an Autos oder brennenden Filmstreifen in Kinos schon unzählige­male hervorragend bewährt.

Wenn in vorstehendem Aussage versucht wurde, über die Feuerlöschgeräte und ihre Entwicklung einen Ueberblick zu ge­

Rüstzeuge aber, und mögen sie noch so vorteilhaft gebaut sein, können dem in Feuernot Befindlichen nur dann rasche und da­mit wirkliche Hilfe bringen, wenn die Bedienungsmannschaft gut geschult und mit ihrer Handhabung vollkommen vertraut ist. 3rvei Millionen deutsche Männer, die zum weitaus größten Teil freiwillig im Dienste der Feuerwehrsache stehen, bürgen uns dafür und sind Tag und Nacht bereit, ihre ganze Kraft einzusetzen. ,, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr."

Heinz Gorrenz:

Franzosenzeit in Nassau und in Frankfurt a. M. 1918 bis 1930".

Nassaus größter Sohn, der Reichsfreiherr vom Stein, hat im Mai 1808 seiner Gemahlin über die Verhältnisse in dem von den Franzosen nach dem Tilsiter Frieden besetzten König­reich Preußen geschrieben:

,, Die Leiden dieses Landes sind unerträglich, und die Zahl der erdrückten und verarmten Familien nimmt täglich zu. Grundeigentümer, Geldvermögende, Pensionierte, alles wird durch die Kriegssteuern, Einquartierungen, Frunden usw. er­drückt, und die Folgen sind nicht vorherzusehen. Alles häus­Es sind Säge, wie liche und öffentliche Glück wird zerstört." auf unsere Zeit geprägt! Wie groß insbesondere die Leiden des besetzten Nassauer Landes waren, das hat Heinz Gorrenz in seinem trefflichen Buche Die Franzosenzeit in Nassau und in Frankfurt a. M. in den Jahren 1918 bis 1930" in einer Weise geschildert, die bei allen Vaterlandsfreunden tiefes Mit­gefühl mit dem besetzten Gebiet hervorrufen, aber auch Abscheu vor den Trägern der französischen Zivilisation" einflößen wird. Die grande nation" ist sich immer gleich geblieben, ob man 1806 bis 1813 oder 1918 bis 1930 schreibt! Auch die heran­wachsende Jugend soll dieses lehrreiche Buch lesen und beher­zigen. Wer das Glück gehabt hat, von den Segnungen der französischen Besatzung verschont zu bleiben, der wird aus dem Buche mit Dant erkennen, vor welchen Ueberheblichkeiten des ,, Siegers" er bewahrt geblieben ist.

Kinder und Kindestinder werden das Buch in späteren Jahren als eine wichtige Chronik über die Franzosenzeit 1918 bis 1930 hervorholen! Das 160 Seiten starte, illustrierte Büch­lein ist zum billigen Preise von einer Reichsmart vom Verlag der Frankfurter Nachrichten" J. C. Holzwarts Nachfolger G. m. b. H. in Frankfurt a. M., Große Gallusstraße 21, zu be­ziehen. Es fann allen Vaterländisch- Gesinnten, auch für Ver­eins- Büchereien, aufs wärmste empfohlen werden, denn unver­geßbar muß bleiben, wie in dem besezien Gebiet aus dem ge= meinsamen Dulden und Leiden ein tiefes Gefühl der Verbun denheit, eine volkspolitische Solidarität von beispielloser Kraft Dr. Ludwig Roth. entstanden ist.