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Mittwoch, den 6. August 1930.

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Hiermit

sehen, den gesetzlichen Zinsfuß der Aufwertungshypotheken in Anpassung an die tatsächliche Marktlage festzusetzen und die Zinserhöhung in der gleichen Rangstelle der Hypothek wechselnd vom§ 1119 BGB. dinglich zu sichern. wird eine größere Bewegungsfreiheit der Aufwertungshypothe­fen erreicht, wenn die Umwandlung in neue Hypotheken ange­strebt wird und den Gläubigern, vor allem den Hypotheken­banken, Versicherungsgesellschaften, Sparkassen usw., die bei an­gemessener Verzinsung im allgemeinen kein Interesse an sofor­tiger Rückzahlung haben, die Möglichkeit gegeben, ihre Hypo­thelen stehen zu lassen. Der von der Regierung einmal festge= legte Zinsfuß ist für die gesamte dreijährige Uebergangszeit unabänderlich. Den Parteien bleibt es aber unbenommen, sich auf einen anderen Zinssatz zu einigen.

Wie werden die Interessen des schwachen Schuldners geschützt?

Der Schuldner hat, von einigen Ausnahmen abgesehen, das vertraglich nicht zu beseitigende Recht, binnen einer Frist von drei Monaten innerhalb der Uebergangszeit zu kündigen. Hier­mit hat er die Möglichkeit, sich bei Senkung des allgemeinen Zinsniveaus billigeres Geld zu verschaffen. Andererseits hat der Schuldner das Recht, bei Kündigung durch den Gläubiger bis zum Schluß des auf die Kündigung folgenden Kalenderviertel­jahres bei der Auswertungsstelle die Gewährung einer Zah­lungsfrist für das Kapital nicht Zinsen und Nebenleistung einmalig zu beantragen. Die Aufhebungsfrist darf höchstens drei Jahre betragen und nicht über den 31. Dezember 1931 hin­ausgehen. Wird überhaupt nicht gekündigt, so wird die Wuf­wertungshypothek automatisch nicht vor dem 31. Dezember 1934 fällig, statt am 1. Januar 1932, wobei für diese Zeit der von der Regierung festgesetzte Zinssatz zu zahlen ist. Hiermit dürfte im allgemeinen der schwache Schuldner geschützt sein. Die ein­jährige Kündigungsfrist gibt ihm Gelegenheit, sich ohne Ueber­stürzung Kapital zu verschaffen und die Umschuldung in eine privatrechtliche Vertragshypothek durchzuführen Glauben Sie, daß die Durchführung des Auswertungsschluß­gesetes ohne Störungen auf dem Kapitalmarkt möglich sein wird?

Gießener Zeitung"

Lokales.

Städtische Arbeitsbeschaffung.

Neben dem Viehhofprojekt hat die Stadtverwaltung nun­mehr auch ein neues Wohnhausprojekt in Angriff genommen, für dessen Verwirklichung ihr Geldmittel aus dem Reichskredit zur Arbeitsbeschaffung als zweite Hypothek zur Verfügung ge stellt wurden. Es handelt sich dabei um die Errichtung von 30 Wohnungen, wofür eine Baukostensumme von 200 000 Mork vor­gesehen ist. Es sollen damit Kleinwohnungen von je zwei 3im­mer, mit Wohnküche und Zubehör geschaffen werden. Die Ar­beiten sollen in den nächsten Tagen in Gang kommen. Der Rohbau soll bis zum 1. November vollendet werden und die Wohnungen am 1. März nächsten Jahres zum Bezug bereit stehen. Eine ganze Anzahl Arbeiter findet hierbei Beschäftigung.

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Die Freilichtbühne verwüstet.

Bis jetzt noch unbekannte Täter haben die Freilichtbühne im Stadtwald in schlimmster Weise verwüstet. An den beiden Blockhäusern wurden die Türen mit den Scharnieren heraus­gerissen, die Inneneinrichtung wurde zertrümmert, die für die wüsten Gesellen wertlosen Teile wurden fortgeschleppt und in einen Brunnen geworfen. Die ganze Anlage der Freilichtbühne wurde so stark beschädigt, daß sie in dem jetzigen Zustande nicht mehr zu verwenden ist. Die polizeilichen Nachforschungen nach den Tätern sind im Gange.

Das hängt von der allgemeinen Wirtschaftslage, vor allem von der Flüssigkeit des Realkreditmarktes ab. Es handelt sich ja, wie wir gesehen haben, um Beträge von etwa 4 bis 6 Mil­liarden RM., die innerhalb von drei Jahren in Bewegung ge­setzt werden. Das ist immerhin ien Fortschritt gegenüber dem Fälligkeitstermin des 1. Januar 1932. Aber die Lösug dieser ungeheuren wirtschaftlichen Aufgaben wird nur möglich sein, wenn die Kreditinstitute jetzt schon mit der Privatwirtschaft und vor allem dem Grundeigentum die Maßnahmen vorbereiten, um die zur Zurückzahlung gelangenden Hypotheken aufnehmen zu können. Die Tages- und Fachpresse vermag hier wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten, wenn sie immer wieder darauf hinweist, daß einer privaten Regelung der Umschuldungen un­bedingt der Vorzug vor einer Anrufung der Auswertungsstelle zu geben ist, und daß nur diejenigen Gläubiger in der Umschul­dungszeit fündigen sollten, die ihre Auswertungsgelder dringend gebrauchen.

Reichsverwaltung der besekten Gebiete.

* Falsche Fünfmarkstüde sind im Umlauf. Sie haben ein schmutzig- graues Aussehen und beim Aufschlagen einen dump­fen Ton.

* Geh. Schulrat Dr. Hensell. Am Dienstag verstarb im 76. Lebensjahre der in weiten Kreisen sehr geschätzte Pädagoge Geh. Schulrat Dr. Wilhelm Hensell, der langjährige Direktor des hiesigen Gymnasiums.

Berlin. Das Reichsministerium für die besetzten Gebiete, das Reichskommissariat für die besetzten rheinischen Gebiete und die Reichsvermögensverwaltung für die besetzten rheinischen Ge­biete werden am 30. September 1930 aufgelöst. Von den aus dem bisherigen Geschäftsbereich des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete verbleibenden Aufgaben gehen die Verwaltung der reichseigenen Liegenschaften sowie die sonstigen Aufgaben der Reichsvermögensverwaltung für die besetzten rheinischen Ge­biete auf das Reichsfinanzministerium über.

* Kirchenkonzert. Zum Besten der Hinterbliebenen der in Schlesien verunglückten Bergleute findet am Freitagabend um 8 Uhr in der Johanneskirche ein Kirchenkonzert statt.

Feuerlöschgeräte in alter und neuer Zeit.

G. H. Groebe Westhofen.

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Nr. 62.

Aus Nah und Fern.

Nächtliches Storchentreffen in der Wetterau.

Lich. Seit einigen Tagen findet hier allabendlich eine große Zusammenkunft von Störchen, fast 30 an der Zahl, aufmerksame Beobachter. Mit Eintritt der Dunkelheit erscheinen die Gäste, die sich am Tage in den Wiesen an der Wetter verstreut auf­halten, immer in der gleichen Zahl und nehmen für die Nacht auf dem etwa 50 Meter langen Dach der Stadtkirche in regel­mäßigen Abständen, jedesmal in der gleichen Anordnung, Auf­stellung. Die kühle Witterung der letzten Zeit scheint dieser Beobachtung nach Anlaß zu sein, daß sich die Störche schon recht früh für den großen Flug in die warme Zone sammeln.

* Fundsachen im Monat Juli 1930. Das Verzeichnis über die im Monat Juli 1930 gefundenen bezw. abgelieferten Gegen­stände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte inner­halb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienſtſtunden geltend zu machen.

* Männer- Badeverein 1836 e. V. Der Verein feiert am kommenden Sonntag, den 10. August, sein Strandfest.

Büdingen. In der Nähe des Kreisortes Michelau scherzte ein mit der Sense von der Erntearbeit heimkehrender junger Mann mit einem ihm begegnenden jungen Mädchen und schnitt ihm dabei aus Unvorsichtigkeit mit der Sense das ganze Gesicht durch Zum Glück konnte durch einen Arzt rechtzeitig Hilfe gebracht werden, so daß dem Mädchen keine Gefahr mehr droht.

* Straßensperre. Wegen Rohrinstandsetzungsarbeiten ist die Straße Am Kugelberg" zwischen Grünberger Straße und Frie­densstraße ab 5. August auf die Dauer einer Woche für allen Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt.

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Straßensperrung,

mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. V. D.), Die Sperrung der Ortsburchfahrt Lollar und die Sperrung der Ortsdurchfahrt Nieder- Florstadt sind wieder aufgehoben. Die Landesversammlung des Hess. Hauptvereins

Es brennt! Der Nachtwächter hastet durch die nächtlichen Straßen mit seinem Rufe und Getute, den schlafenden Bür­ger aus seiner Ruhe schreckend. Im engen Gervinkel einer der krummen Gassen steht ein Haus in Ranch und Flammen. In eiligem Lauf rückt die Feuerwehr heran, Leitern bringt sie mit, mit lautem Gepolter heßen die Wasserfahrer herbei und bringen auf Balkenschlitten große Bütten voll Wasser. Der Bürger meister ordnet seine Pflichtigen und: ,, Durch der Hände lange Kette um die Wette, hoch im Bogen sprißen Quellen Wasser­wogen." So war es in früherer Zeit, ganz wie es uns Schiller in wunderbar knappen Worten in seinem ,, Lied von der Glocke" singt. Und das Haus brennt weiter, brennt bis der letzte Balken knisternd zu Asche geworden ist. Was nützte aller Eifer, mochten auch der Eimer noch so viele gewesen sein, deren Inhalt sich über die Glur ergoß, es waren doch noch zu we nige und der Wasserstrahl zu schwach, als daß er hätte retten können.

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Feuer

des Evangelischen Bundes.

Einem Gauner in die Hände gefallen.

Frankfurt a. M. In dem Dorfe Ossenheim verkaufte angeblich für eine Treuhandgesellschaft der 29jährige Schneider Josef Krys aus Rogaschütz einem Ehepaar aus dem Nachbar­orte Wisselsheim ein Haus. Er ließ den Kauf weder gerichtlich, noch notariell beurkunden. Als das Ehepaar, das bereits den größten Teil der Kaufsumme an den Schneider bezahlt hatte, das Haus übernehmen wollte, mußte es erfahren, daß es einem Gauner in die Hände gefallen war. Der Schneider war mit dem Geld verschwunden und konnte noch nicht wieder ausfin­dig gemacht werden.

Der Hess. Evangelische Bund hält seine 43. Landesversamm­lung vom 30. August bis 1. September in Schlitz( Oberhessen) ab. Zu der Tagung wird wahrscheinlich der neue Präsident des Evangelischen Bundes, Ministerialdirektor Dr. Conze, erschei­nen. Sie steht unter dem Thema Der Evangelische Bund, ein Bekenner zu evangelischem Glauben, protestantischer Tat und evangelischer Gemeinde". Dazu werden die Redner D. Fahren­horst- Berlin, Dr. Simon- Offenbach und Pfarrer Berger- Darm­stadt sprechen.

Schlimmes Ende einer Bierreise.

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Kassel. Auf der Straße zwischen Heiligenrode und Wind­hausen geriet ein mit großer Geschwindigkeit fahrender Kraft­wagen, in dem zwei junge Leute eine Bierreise unternahmen, in einer Kurve ins Schleudern und berührte mit dem Hinterrad einen Baumstumpf. Das Rad brach ab und die Insassen wurden auf die Straße geschleudert. Der 24jährige Schlosser Astholder, ein bekannter Fußballspieler in Kassel, war sofort tot. Der zweite Insasse erlitt einen Schädel- und Rippen- und Armbrud Sein Zustand ist sehr ernst. Der Kraftwagenführer kam mit ge ringeren Verlegungen davon.

Kassel. Der Oberpräsident hat im Namen des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe Oberbürgermeister Dr. Stadler als Vertreter des Deutschen Städtetages zum stell­vertretenden Mitglied des Landeseisenbahnrats Frankfurt a. M. ernannt.

100 000 Mart für westdeutsche Hochschulen. Der Eisen- und Stahlwaren- Induſtriebund( Siz Elberfeld) hat dem Reichsministerium für die besetzten Gebiete vorgeschla­gen, den ihm seinerzeit zur Verfügung gestellten Fonds in Höhe von einhunderttausend Reichsmark einschließlich der inzwischen aufgelaufenen Zinsen der Technischen Hochschule zu Aachen so­wie den Universitäten Bonn und Münster zu überweisen. Siegfried Wagner.

Bayreuth, 4. August. Siegfried Wagner ist heute vormit tag gegen 12 Uhr im hiesigen Krankenhaus verschieden. Wel chen Einfluß sein Tod auf die Fortsetzung der Festspiele haben wird, ist zur Zeit noch nicht abzusehen.

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mehreren Stücken bei jeder Feuerwehr vertreten. Die Schiebe, Klapp, Steck- und Hakenleiter führen uns in ihrer Entwicklung in die vielen Kleinkriege des Mittelalters, wo sie als Sturm­leitern zur Ersteigung der Burg- und Stadtmauern in den verschiedensten Ausführungen entstanden. Steck- und einfache Schiebeleitern aus zwei und drei Teilen zum Anlegen; Schiebe­leitern auf zwei hohen Rädern mit Stüßen, Hakenleitern zum schnellen Innenangriff durchs Fenster von Stockwerk zu Stod­werk, Dachleitern, dem Schlauchführer Vorwärtskommen und festen Stand auf dem Dache des Nachbarhauses beim Brande gewährend, sind altbewährte Rüstzeuge der Feuerwehr. Die freistehende mechanische Schiebeleiter ist ein modernes Gerät. Aufrichten und Ausziehen sind Vorgänge, die mittels Hand­kurbeln in wenigen Augenblicken geschehen können. Schwere mechanische Drehleitern sind Geräte mit komplizierter Ma­schinerie für höhere Ansprüche.

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der Professors Jacques Besson aus Drleans aus dem Jahre| zwischen denen die Sprossen aus Hartholz stecken, findet sich in 1570. Die von Herrn von Aschhausen in Nürnberg im Jahre 1602 und von Calamon de Caus in Heidelberg um 1615 ge­bauten Spritzen waren ebenfalls nur Glieder in der Kette der Entwicklung und ohne größere Bedeutung. Eine neue Zeit für das Feuerlöschwesen begann, als der Zirkelschmied Hans Hautsch zu Nürnberg um das Jahr 1650 mit seiner Fener­sprize hervortrat. Auf Schlittenkufen ruhte der Wasserkasten, in dessen Innern die beiden Zylinder und der Windkessel unter­Die Druckstangen wurden nicht wie bei den gebracht waren. heutigen Sprißen, auf und ab bewegt, sondern sie standen ähn­heutigen Sprizen, auf und ab bewegt, sondern sie standen ähn­lich wie bei Deichseln an einer Kopfseite hervor. Hier wurden sie von einer Anzahl Leute hin und her gezogen und trieben da­durch die Kolben. Auf der Sprize war das Wenderohr an­gebracht. Mittels dieses nach allen Seiten hin drehbaren Schwanenhalses konnte man den Wasserstrahl auf das Feuer richten. Da dies gegenüber dem althergebrachten Schütten ein großer Vorteil war, fand die Wenderohrsprize große Verbrei­tung. Ein Ei des Kolumbus war es, als die Brüder Jan und Nikolaus van der Heiden in Amsterdam im Jahre 1672 das Löschwasser durch Schläuche an die Brandstelle leiteten, so­daß die Spritze abseits von der Feuerglut aufgestellt werden konnte. Sie verbesserten die Sprize von Hautsch und bildeten ihre ,, Slangenspuiten", die Grundlage für die bis vor einigen Jahrzehnten allein gebräuchlichen Feuerspritzen. Der nächste große Schritt vorwärts war erst wieder die Erbauung der ersten Dampfsprize in England im Jahre 1830, die nun nach und nach in allen größeren Städten eingeführt wurde. Ueber Gas­drucksprißen zur Beschleunigung des ersten Angriffes und Sprißen mit elektrischem Antrieb( Akkumulatoren) gelangte man zur Konstruktion der Automobil- Feuersprizen. Im Jahre 1909 sehen wir die erste deutsche Motorsprize auf dem deut­schen Feuerwehrtag zu Nürnberg ausgestellt.

Der lederne Eimer war die einzige Waffe, die man zu jenen Zeiten hatte, den roten Hahn zu bekämpfen. Um den Brand nach Möglichkeit auf seinen Herd zu beschränken, hing man an den Nachbarhäusern große Tücher auf, die man dann dauernd mit Wasser begoß. Daß diese Maßnahmen oft ihren Zweck nicht erreichten, berichten uns die vielen Ueberlieferungen von der Verwüstung ganzer Straßenzüge und Stadtteile, der Vernichtung wertvoller Nuz- und Prachtbauten. sprigen, wie sie die alten Griechen und Römer verwandten, wa­ren im Mittelalter völlig unbekannt. Das Altertum kannte zwei Arten von Feuerspritzen. Die kleine Sprize hatte die Form der Sprizbüchsen unserer Jungen und wenn sie auch größer war als diese, so war ihre Löschwirkung äußerst gering. Die größere, die von den Griechen erfundene Feuerspriße mit zwei Zylindern und Windkessel kannten und benutten auch die Römer bei der Bekämpfung ihrer häufigen Brände. Diese Diese Spritzenart kam jedoch bald wieder außer Gebrauch und nur alte Schriften und Ausgrabungen geben uns Kunde von ihnen.

Die Erfindung und weitere Verbreitung der Feuersprißen nach unseren heutigen Begriffen, fällt in das 16. und 17. Jahr hundert. Im Jahre 1518 baute der Goldschmied Platner in Augsburg eine Spritze, die mit den verschwundenen römischen Aehnlichkeit hatte, jedoch nicht weiter bekannt wurde.

Nicht zu großer Verbreitung kamen auch die Sprizen

Das der Spriße im Range ebenbürtige Feuerlöschgerät Wer sie ist die Leiter, beim Brande eine des anderen Helfer. erfunden hat? Wer hat den Hammer, die Art, das Messer erfunden? Sie sind alle Früchte frühesten menschlichen Stre­bens und nach natürlichen Vorbildern entstanden. Der Höhlen bewohner des rauhen Nordens, wie der Pfahlbaubewohner im | südlichen Urwald, sie brauchten die Leiter. Einfach genug war sie ja herzustellen und durch die Einfachheit ihrer Bauart ergibt sich auch, daß sich ihr Aussehen seit jenen Zeiten bis auf den heutigen Tag kaum viel geändert hat. Die Anlegeleiter aus zwei runden oder kantigen Holmen aus zähem Weichholz,

Wir waren bei der Autosprize, als der letzten Stufe der Feuersprißen stehengeblieben, die Automobildrehleiter zeigt sids uns heute mit einer Vollkommenheit, bei der eine weitere Ver­besserung kaum noch möglich oder erforderlich ist. Verweilen wir ein wenig bei diesen automobilen Feuerlöschgeräten. Die Autosprize ist gewöhnlich ein normales Autofahrgestell mit Motor, in das die Feuerwehrgerätefabrik die Pumpe und den entsprechenden Aufbau anbringt. Mit erlesener Sorgfalt find sämtliche Einzelteile durchgebildet, die tausendfachen Erfahrun gen auf der Brandstelle haben hier ihren Niederschlag gefunden. Die mehrstufige Hochdruckzentrifugalpumpe nußt die hohe Dreh zahl des Benzinmotors ohne Uebersetzungsverluste aus und ist, weil ohne reibende Teile und ohne Ventile von höchster Be triebssicherheit. Dem Nachteil, daß sie in trockenem Zustande nicht ansaugt, stenert man mit dem Anbau einer besonderen Luftpumpe. War bisher das Pumpenaggregat und die An schlüsse stets am hinteren Ende oder in der Mitte des Fahr zeuges untergebracht, so war im letzten Jahre die Anordnung die ser Anlagen vor dem Kühler des Motors, die von einer ange sehenen Fabrik herausgebracht wurde, sicherlich ein Erfolg Kar Motorsprizen mit vier Rädern für Pferde oder Handzug, rensprißen für Handzug oder als Anhängesprisen, oder solche die sich tragbar als Abproßsprißen von ihrem Fahrgestell tren men lassen, stehen heute für die verschiedensten Ansprüche zu Verfügung.

Auf abschüssiger Straße steht längs mit zwei Rädern in der Gosse, hochausgezogen die Autodrehleiter. Der Schlauch

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