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Mittwoch, den 5. Februar 1930.

Lokales.

Von der Verbesserung des oberhessischen Obstbaues.

Im Jahre 1929 sind in der Provinz Oberhessen zur Ver­besserung der Obstzucht unter Jnanspruchnahme von Staats­zuschüssen insgesamt rund 7000 Stüd Obstbäume mit anerkannten Obstsorten umgepfropft worden. Für das Jahr 1928 ist mit der gleichen Anzahl veredelter Bäume zu rechnen; dazu kommen ferner noch rund 14 000 veredelte Bäume in den beiden Jahren, bei denen Staatsmittel nicht zur Verfügung standen, deren Kosten lediglich aus privaten und Gemeindegeldern gedeckt wurden. Obwohl also in den beiden letzten Jahren rund 28 000 Kernobstbäume veredelt wurden, um die wirtschaftlichen Grund­lagen des oberhessischen Obstbaues zu verbessern, bleibt auf diesem Gebiete noch viel zu tun übrig, es soll aber auf dem als erfolgreich bekannten Wege kräftig fortgeschritten werden. Im Jahre 1929 wurden in Oberhessen auch rund 30 000 Obstbäume gegen Krankheiten und Schädlinge gespritzt.

,, Gießener Zeitung"

Aus Nah und Fern.

Verkehrsverbesserung für Bad Nauheim.

Bad Nauheim. Die Industrie- und Handelskammer Fried­berg weist darauf hin, daß nach einer Mitteilung der Reichs­bahndirektion Frankfurt die FD- Züge 191/192 mit dem Inkraft­treten des kommenden Sommerfahrplans wieder in Bad Nau­heim halten. Damit haben die Bemühungen der Industrie- und Handelskammer und der Stadtverwaltung Bad Nauheim einen erfreulichen Erfolg gehabt.

* Ein weltbekannter Handwerker gestorben. Jm 81. Lebens­jahr ist der Buchbindermeister Johann Peter Sann, einer der ältesten Gießener Bürger, gestorben. Der Heimgegangene war der Erfinder der in vielen Bibliotheken und wissenschaftlichen Instituten der ganzen Welt eingeführten Katalogkapseln, die als sog., Gießener Kapseln" in ganz Europa und in vielen Ländern über See in den Biblotheken Allgemeingut von Welt­ruf geworden sind und den Namen Sanns als ihres Erfinders populär gemacht haben.

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Alsfeld. Am Sonntag nachmittag fand in unserer Gegend, nachdem das Forstamt Alsfeld einige Sauen bestätigt hatte, von einigen 20 Schüßen eine Jagd auf Wildschweine statt. Es konnten zwei Keiler erlegt werden.

Anmeldung der schulpflichtig werdenden Kinder. Für alle Knaben am Montag, den 10. Februar, vormittags von 9 bis 11 Uhr, in der Pestalozzischule( Nordanlage). Für alle Mädchen am Dienstag, den 11. Februar, vormittags von 9 bis 11 Uhr, in den Behelfsschulbauten in der Gabelsbergerstraße. Ein wei­terer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt.

Alsfeld. Auf dem Jungschweinemarkt am Montag waren 491 Ferkel aufgetrieben. Es notierten 6-8 Wochen alte Ferkel mit 35-50 Rmt., 8 Wochen alte Tiere mit 50-60 Rmt. Markt­verlauf: gut, ausverkauft.

* Einreichung der Steuerabzugsbelege für 1929( Ueber­weisungslisten, Bescheinigungen oder Fehlanzeigen, Steuer­karten usw.) bis 15. Februar.

Nr. 10.

Kassel, 3. Februar. Eine Feuersbrunst vernichtete in Für­stenhagen bei Kassel zwei Wohnhäuser und eine Scheune. Das obere Stockwerk des Wohnhauses des Zigarrenmachers Krause war so schnell von dem Feuer erfaßt worden, daß zwei Kinder, die sich dort befanden, in höchster Lebensgefahr schwebten. Die Treppe war bereits verbrannt und zusammengebrochen. Fünf Feuerwehrleute aus der Umgegend bemühten sich, die im Zu­sammenstürzen befindliche Hauswand so lange unter Wasser zu halten, bis es einigen Feuerwehrleuten gelang, von der mecha­nischen Leiter aus in das brennende Zimmer einzudringen und die bewußtlosen Kinder zu retten.

Die Darmstädter Bürgermeisterwahl. Darmstadt, 4. 2. Vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof stand die Klage des Bürgermeisters Burbaum gegen die Wahl des Bürgermeisters Delp zum stellvertretenden Oberbürgermeister zur Verhandlung. Die Wahl Delps wurde als gesezwidrig er= tlärt. Sämtliche Kosten hat die Stadt Darmstadt zu tragen.

* Vorübergehende Schalterverlegung in der Hauptpost Infolge Umbauarbeiten im Hauptpostgebäude werden vom 4. ab vorübergehend die Brief-, Geld-, Telegramm- Annahme und -Ausgabe, die Schließfachanlage, sowie die öffentliche Fern­sprechstelle in die seither der Paket- Annahme und-Ausgabe dienenden Räume verlegt. Der Zugang für Paketauflieferer und-Abholer erfolgt vom gleichen Tage ab von der Südseite des Gebäudes.

Kassel. Abermals wurde hier eine Falschmünzerwerkstatt ausgehoben.

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Bad Oeynhausen. Am 3. u. 4. Mai findet in Deynhausen die 6. wissenschaftliche Tagung über Behandlung der Erkran­kungen der vegetativen Nerven" zusammen mit der 62. Ver­sammlung der Jrren- und Nervenärzte von Niedersachsen und Westfalen statt.

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Zwei Todesopfer eines rücksichtslosen Kraftfahrers. Unna( Weſtf.). Am Sonntag gegen 8 Uhr abends, wurden auf der Werler Chaussee nahe der Gemeinde Hemmerda der Maurer Wiemann aus Hemmerda und seine acht Jahre alte Tochter von einem Kraftwagen überfahren. Der Chauffeur kümmerte sich nicht um die Ueberfahrenen und fuhr weiter. Das Mädchen wurde auf der Stelle getötet; der Vater erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport in das Unnaer Krankenhaus verstarb. Noch im Laufe der Nacht gelang es, den Chauffeur zu ermitteln und festzunehmen.

Um die Existenz der hessischen Kreise. Groß- Gerau. In der Sitzung des Kreistages erklärte Bür­germeister Dr. Lüdecke, Groß- Gerau, daß für den Kreis Groß­Gerau die Frage der Aufteilung des Kreises nicht bestehen könne. Kreisdirektor Dr. Merd gab daraufhin eine Erklärung ab, in der er mitteilte, daß ihm von einer Aenderung der Struf­tur des Kreises nichts bekannt sei. Der hessische Innenminister Leuschner bezeichnete den Kreis als lebensfähig. Durch die Eingemeindung von Gustavsburg, Bischofsheim und Ginsheim nach Mainz hat der Kreis Groß- Gerau ein Siebentel seiner Steuertraft verloren. Die Lebensfähigkeit des Kreises Groß­Gerau habe vieles geleistet in der letzten Zeit, zu erinnern sei an Brücken- und Straßenbauten, an die Errichtung von Wasser­werken und besonders an die Wasserversorgung des Riedes. Bei sachlicher Zusammenarbeit könne das Schicksal des Kreises Groß- Gerau auch in Zukunft nicht in Frage stehen.

* Ein neuer Wasserbehälter. Zur Verstärkung der Wasser­reserve der städt. Wasserleitung wird jetzt die Errichtung eines dritten großen Wasserbehälters zum Gießener Wasserleitungs­netz in Angriff genommen. Der Behälter soll 58 Meter lang und 32,59 Meter breit werden und ein Fassungsvermögen von 5000 Kubikmeter haben. Er soll in Gemeinschaft mit den jetzt schon vorhandenen beiden Wasserbehältern dazu dienen, die er­forderlichen Wasservorratsmengen nach dem normalen Maß auf eine ganze Reihe von Jahren hinaus so sicher zu stellen, daß auch in der trockenen Jahreszeit keinerlei Wassernot für die Stadt zu befürchten ist. Für die Baukosten haben Stadtverwal­tung und Stadtrat den Betrag von rund 400 000 Mark bewilligt. Der Behälter soll bis 1. August in Betrieb genommen werden.

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Großfeuer in Erbach.

Mittwoch,

Gesellschaft

Sport

Spiel

Boru

52.9

Blau­

Wekla

Bezirksliga:

Kurhe

VfB 1. Bezirkst

Ohn

2. Bezirkst Ehr

Heu

A

Niede

Frant

Glader

Wiefer

Gau Gießen

Etting

Wetlo

Burg

Man

Stei

Gar

Büb

Leur

Ober

Lauf

Mede

Straß

Stein

Große

Bieber

Jugend:

Azlar

1900

Garb

Wetz Herr

Bur

We

Gau Marb

Germ

Cappe

Biede

Harte

Wehr

Trier. Der Zigeuner Pfeil ermordete nachts den Zigeuner Weiß, Vater von 5 Kindern.

Erbach. Dienstag, den 4. Februar, abends kurz nach 7 Uhr, brach aus bisher noch ungeklärter Ursache im Gasthaus ,, Zum Adler", Feuer aus, dem die Wirtschaftsgebäude fast vollständig zum Opfer fielen. Dank dem raschen Eingreifen der hiesigen freiwilligen Feuerwehr konnten das angrenzende Wohnhaus und die Nachbarhäuser, die hier einen eng zusam­mengedrängten Block bilden, gerettet werden. Die Feuerwehr ist zu später Abendstunde noch an der Brandstätte tätig, da die Gefahr noch nicht beseitigt ist.

Schulfrei am 31. Oktober. Im hessischen Landtag war vor kurzem der Antrag gestellt worden, am 31. Oktober, dem Reformationstage, für die evangelischen Schüler schulfrei zu geben. Der Minister für Kultus und Bildungswesen hat nun angeordnet, daß in allen Orten, in denen am 31. Oktober eine Feier der protestantischen Religionsgemeinde stattfindet, für die protestantischen Lehrer und Schüler der Unterricht ausfällt.

* 57. Gauturnfest des Gaues Hessen( D. T.). Nachdem die Kreisleitung des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft die ersten beiden Sonntage im Juli ds. Js. für Gauveranstal= tungen freigegeben hat, findet nunmehr das 57. Gauturnfest des Gaues Hessen vom 5. bis 7. Juli in Kirchhain, Bez. Kassel, statt.

Ein junges Mädchen erschossen.

Bad Brückenau. In Wernarz, nahe bei Bad Brückenau, ist die einzige Tochter des Bürgermeisters Josef Ziegler, als sie sich im Stallgebäude aufhielt, von dem Schreinergesellen Eduard Doenisch erschossen worden. Darauf hat sich der Täter auf eine benachbarte Wiese begeben und seinem Leben ebenfalls durch Erschießen ein Ende gemacht.

Bingen a. Rh. Im Juli d. J. unternehmen die in Amerika lebenden ehemaligen Hessen- Darmstädter eine Reise in ihre alte Heimat. Auf Einladung der Stadt Bingen werden die Gäste aus Amerika zum Samstag, den 19. Juli, in Bingen ein­treffen.

Reichsfinanzministers

Worms. Durch Verordnung des vom 25. Januar ist das Finanzamt Worms- Land mit Wirkung vom 1. Februar aufgehoben worden.

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Fünf Kinder entführt.

Hohenböddenstedt( Kreis Salzwedel), 4. 2. Die fünf Kinder des Hofbesizers Romaschka sind heimlich entführt worden. In seiner Abwesenheit fuhren vier unbekannte Männer vor und nahmen die Kinder mit, nachdem sie sie beim Ortsvorsteher unter der Angabe abgemeldet hatten, daß die Mutter der Kinder ihnen den Auftrag zur Abholung erteilt habe. Frau Romaschka wurde im vergangenen Jahre wegen Brandstiftung zu einer Zuchthaus­strafe verurteilt, entzog sich aber der Strafverbüßung durch die Flucht. Es wird vermutet, daß Frau Romaschka die Urheberin der Kindesentführung iſt.

Frankfurter Allgemeine Versicherungs- A.- G. Frankfurt a. M., 4. Febr. Die von der Berliner Abwick­lungsleitung in letzter Zeit mit der Allianz und den Banken geführten Verhandlungen haben zu einem Ergebnis geführt, das im wesentlichen folgendes vorsieht:

Der Gläubigern soll ein Vergleichsvorschlag unterbreitet

* Aus dem Stadttheater. Am 18. Mittwoch- Abonnements-| werden, nach dem die mit der Allianz geschlossenen Verträge Vorstellung wird heute Abend die Posse mit Gesang Kyrit Pyriz" von H. Wilken und O. Justinus, Musik von Gust. Mi­chaelis, gegeben.

* Goethebund. Einen musikalischen Abend: Alte Haus- und Kammermusik auf historischen Instrumenten mit einführendem Vortrag, veranstaltet der Goethebund am Sonntag, den 9. Fe­bruar, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula.

* Deutsche Jugendherberge D.-G. Gießen. Freitag, den 7. Februar, abends 8 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums dies­jährige Hauptversammlung.

* Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband. Am Don­nerstag, den 6. Februar, abends 8,30 Uhr, findet unter dem Motto: ,, Rheinischer Humor" ein Vortrag von Herrn Eberhard­Mainz statt.

Magdeburg. Die Magdeburger Theaterkrise hat zum Rück­tritt des Intendanten Vogler geführt. Entscheidende Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt.

aufrecht erhalten bleiben und allerseits auf Regreßansprüche gegen den Aufsichtsrat verzichtet wird. Um alsbald nach Zu­standekommen eines Vergleichs eine Ausschüttung zu ermöglichen, ist ein Bankenkonsortium bereit, einen Kredit von 12 Millionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen.

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Der Mordanschlag auf den Studenten Wessel. Berlin, 4. 2. Der wegen des Anschlages auf den national­sozialistischen Studenten Wessel gesuchte arbeitslose Fischer Al­brecht Höhler ist festgenommen worden.

Versteckte Auslandsanleihen der Kommunen?

Bad Homburg. Nach der jetzt vorliegenden Statistik über den Fremdenbesuch Bad Homburgs im Jahre 1929 ergibt sich eine Zunahme der Gesamtfrequenz von rund 1200 Gästen; die Be­sucherzahl stieg von 9146 im Jahre 1928 auf 10 327 im Jahre 1929. Sie erhöhte sich also um rund 13 Prozent. Die aus­ländischen Kurgäste kommen wieder mehr nach dem früher von ihnen so stark besuchten Heilbad.

Als der deutsche Geldmarkt nach der Frühjahrskrise eine gewisse Erleichterung zu zeigen begann, setzte geradezu ein An­Sturm von Städteanleihen ein, da trotz der Bedingungen, die sich von Fall zu Fall verschlechterten, und trotz der Warnungen des Städtetages eine Kommune nach der anderen versuchte, ihren Geldbedarf auf dem inneren Markt zu decken. Während 3. B. die Stadt Köln ihre 40 Millionen 8prozentiger Schatz­anweisungen noch zu 96 Prozent begeben konnte, wurden die Frankfurter Schazanweisungen in Höhe von 30 Mill. Rmt. nur zur Hälfte fest angeboten, der Rest den vereinigten Konsortien in Option gegeben. Die Stadt selbst erhält nur 93 Prozent. Den Städten wird bekanntlich vom volkswirtschaftlichen Ge­sichtspunkt vorgeworfen, daß sie sich um die Gestaltung des Geld­marktes zu wenig kümmern, daß ihre Ausgaben, mit Millio­nenbeträgen für Grundstücke, Bauten, Untergrundbahnen usw., den tatsächlichen Erfordernissen weit voraus eilen, daß die Fi­nanzierung der Anlagen auf lange Sicht mit kurzfristigen Wechseln und mit Dreimonatsgeld vorgenommen wird. Die Städte ihrerseits verweisen auf Reich und Länder, die nicht viel weniger großzügiger verfahren, so daß als einziger Aus­weg die schon lange angestrebte durchgreifende Finanzreform in Frage kommen dürfte, die auch den Staatsapparat zu verein­fachen hätte.

Bad Homburg. Der Verein für das Deutschtum im Aus­land, Landesverband Kassel, hielt unter dem Vorsitz von Ober­studienrat Dr. Küster unter sehr großer Beteiligung der Orts­guppen seine diesjährige Jahrestagung in Bad Homburg ab.

* Fahrlässige Tötung durch einen Naturheilkundigen. Der hier wohnhafte Kaufmann Wilhelm Müller, der lediglich ein Gewerbepatent zum Vertrieb pharmazeutischer Artikel besitzt, betätigte sich nebenher auch als Naurheilkundiger. Als solcher hatte er sich in Februar 1929 um die Behandlung eines plötzlich erkrankten Kapeilmeisters bemüht, dem er allerlei Mittel zum Einnehmen brachte, obwohl der Erkrankte und dessen Frau mehrfach die Besorgnis äußerten, ob es nicht besser wäre, einen Arzt zuzuziehen. Der Krankheitszustand verschlimmerte sich zu= sehends. Nach acht Tagen starb der Kapellmeister an einem Herzschlag, und nun wurde festgestellt, daß der Verstorbene mit aller Wahrscheinlichkeit noch leben würde, wenn er zur rechten Zeit in die richtigen Hände gekommen wäre und herzstärkende Mittel verabreicht bekommen hätte. Das Landgericht Gießen verurteilte Müller wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis und außerdem wegen unerlaubter Ueberlassung von Arzneien(§ 367 StGB.) zu 30 Rmt. Geldstrafe. Auf die Revi= sion des Angeklagten bestätigte nun das Reichsgericht die Ver­urteilung wegen fahrlässiger Tötung, hob aber das ergangene Ur­teil, soweit es die Uebertretung nach§ 367 betrifft, wegen unge­nügender Feststellungen wieder auf. Es müßte erneut geprüft werden, ob nicht das Gewerbepatent des Angeklagten diesen be= rechtigt habe, die fraglichen Mittel an den Verstorbenen abzu geben.

Diez. Gegen die überhandnehmenden Vergnügungen geht die hiesige Behörde vor, sie weist darauf hin, daß die allgemeine Notlage solche nicht zulassen könne.

Nassau a. d. Lahn. Der auf dem Rathausplatze stehende Kriegergedächtnisbrunnen, ein oft bewundertes Bildhauerwerk, wurde gestern, am Dienstag, beim Wenden eines Postkraft­wagens umgestürzt. Leider wurde ein Teil der Inschriften und des Reliefs dabei recht erheblich beschädigt.

Bad Wildungen. Die Kraftverkehrsgesellschaft Hessen" hat die Majorität der Kraftwagenverkehrsgesellschaft m. b. H., Bad Wildungen, an der auch die Stadt Bad Wildungen beteiligt ist, erworben. Beide Gesellschaften betreiben in der Umgegend von Wildungen und Waldeck Kraftfahrlinien und bedienen den Aus­flugsverkehr in dem Edersee- Gebiet.

An Fischvergiftung gestorben.

Kassel, 4. 2. Ein jüngerer Mann, der nach dem Genuß von verdorbenem Fisch erheblich erkrankt war, starb nach qualvollem Leiden,

Daß die Inlandsanleihen der Städte im wesentlichen nichts anderes sind als verkappte Auslandsanleihen( die man den Städten schon eben wegen ihrer umstrittenen Finanzwirtschaft durch Errichtung der Anleihe- Beratungsstelle in praxi ver­boten hat, wird durch die Ansicht des Frankfurter Bankiers Dr. Hahn, eines Geld- Theoretikers von Ruf, bestätigt:, Verbietet man den Städten die Auslandsanleihen ohne ihnen gleichzeitig die beabsichtigten Ausgaben ebenfalls zu verbieten, dann be­lastet ihr Kapitalbedürfnis den inländischen Kapitalmarkt, und das per Saldo fehlende Kapital muß nun von der Privat­wirtschaft aus dem Auslande meist zu viel ungünstigeren Bedingungen als von der öffentlichen Hand hereingeholt werden. Kontrolliert man also nicht die Verschuldungswirt­schaft der öffentlichen Stellen in ihrer Gesamtheit, dann ist es viel richtiger, sie überall unkontrolliert zu lassen. Die Tätig­keit einer Beratungsstelle, die nur die Auslandsanleihen, nicht aber vor allen Dingen auch die kurzfristige Inlandsgeldauf­aufnahme der öffentlichen Stellen überwacht, wirkt lediglich erhöhend auf das deutsche Zinsniveau."

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