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Samstag, den 4. Jnuaar 1930.

* Vortrag des Goethe- Bundes. Der Teilnehmer an der verunglückten Nobile- Expedition, Prof. Dr. Franz Behounek­Prag, schildert seine Erlebnisse an dieser Expedition morgen abend in der Neuen Aula.

* Die Lutasgemeinde lädt für morgen abend zu einem Fa­milienabend im Lukassaale ein. Fräulein Helene Krieger wird einen Lichtbildervortrag über eine Fahrt nach Spitzbergen halten.

* Märchen- Vorstellung. Heute nachmittag wird der Mär­chenfilm ,, Dornröschen" nach Gebr. Grimm im Lichtspielhaus

gezeigt.

* Marine- Gäste in Gießen. Der Gießener Verein für Be­wegungsspiele hat sich die Fußballmannschaft des Linienschiffes Hessen" für morgen zu einem Gesellschaftsspiel nach hier ver­pflichtet. Die noch von früher her bekannten blauen Jungens" werden auch morgen ihre Anziehungskraft nicht verfehlen.

* Der 1. Gießener Billard- Klub hält heute abend im Café Amend seine Jahreshauptversammlung ab.

Zur Berufswahl:

Hast Du Neigung zum Kaufmannsberuf, dann lies: Für manchen Jungen und manches Mädel steht es fest: ich will ,, Kaufmann" werden!" Und da kommt dann so ein Schlau­berger, der mal etwas vom Kaufmännischen gehört hat und fragt: Ja Junge, was willste denn werden: Buchhalter, Expe­dient, Lagerist, Einkäufer, Kontokorrentbuchhalter, Korrespon­dent, Werbefachmann, Verkäufer, Dekorateur, Abteilungsleiter, Schalterbeamter, Policenſchreiber, Schaden regulator usw. usw.

Na,

-schwirrt Dir jetzt der Kopf, was ist das alles für Zeug! Nicht bange machen lassen! Das gilt beim Jungen nicht! Die Frage ist sehr einfach. Wer ein tüchtiger Kaufmann werden will, lernt erst mal eine Branche kennen, und aus der Fülle des Stoffes spezialisiert er sich dann nachher auf einem dieser Gebiete. Das ist schon wahr, der ältere Angestellte heute muß Spezialist sein, und zwar nicht Spezialeinkäufer, sondern Ein­fäufer für Wolle, oder Einkäufer für Lebensmittel, oder Ein­käufer für Eisen, oder für sonst was. Ja, was meint Jhr, ein guter Einkäufer für Eisen, wird oft nichts von Wolle u. Baum­wolle verstehen, und ein guter Buchhalter ist ein ahnungsloser Engel, wenn es dem Einkauf von Werkzeugen gilt.

Und nun merkt Ihr schon, wo der Hase im Pfeffer liegt, worauf Ihr bei der Wahl Eurer Lehrstelle zu achten habt. Ihr habt Euch nämlich zu fragen: drängt mein ganzer Impuls, meine Eigenart zu dem Umgang mit Holz, oder mit Eisen, oder habe ich mehr Verständnis für Lebensmittel, oder bin ich Hans in allen Gassen? Möchte ich lieber direkt mit Menschen um­gehen, die Ware von Hand zu Hand geben, möchte ich lieber im großen Kontor sitzen, oder interessiert mich die Ware nur so­weit, als sie einen Verarbeitungsprozeß durchzumachen hat? Ich habe Euch da einige von den vielen Seiten des kauf­

liefert

Druck arbeiten billigst

Gießener Zeitung

männischen Berufes bligartig gezeigt, und Ihr fragt mich nun mit Recht: Ja, wer soll uns denn dabei helfen, wer soll uns beraten?" Nun, einen Rat holt man sich vom Fachmann.

Mehr Kundenpflege

auch im Handwerk!

Vom Deutschen Handwerksinstitut, Abteilung kaufmännische Betriebswirtschaft, Bonn. Qualitätsleistung lautete bisher die Forderung an das Handwerk; Qualität des Materials und der Arbeit haben den handwerklichen Erzeugnissen einen überall anerkannten Vorzug gegeben. Die Konkurrenz des Handwerkers versucht in jüngster Beit, diesen Vorsprung des Handwerks dadurch einzuholen, daß der gesamte Vertrieb der Waren und Leistungen unter der neu­zeitlichen Parole Dienst am Kunden" erfolgt. Dem Ver­braucher ist die überall in verschiedenen Formen einsetzende Be­wegung natürlich willkommen, denn sie gewährleistet seiner Majestät, dem Kunden" eine restlose Erfüllung seiner Wünsche, eine Befriedigung seiner individuellen Bedürfnisse.

Der Verbraucher wirtschaftlicher Güter, dem der Ver­käufer im Warenhaus und in den großen Handelsgeschäften mit größter Zuvorkommenheit begegnet, erwartet auch von den ihn beliefernden Handwerksgeschäften eine entgegenkommende Be­dienung, eine bereitwillige Erfüllung seiner Wünsche. Hat sich das gesamte Handwerk, das unmittelbar mit den Konsumenten in Verbindung steht, schon auf diese neuen Forderungen umge­stellt? Erkennen schon heute alle Handwerksmeister den Wert einer sorgfältigen Kundenpflege? Mancher Leser wird diese Fragen auf Grund seiner eigenen Erfahrungen verneinen müssen, obwohl es auch mancherorts Meister geben wird, die sich angeeifert durch die immer fühlbarer werdende Konkur renz der neuzeitlichen Methoden des Kundendienstes bedienen. Der Handwerksmeister bedarf für die Gewinnung von Kunden keiner großzügigen und kostspieligen Werbemaßnahmen, wie etwa Industrie- und Handelsunternehmungen. Es genügt durchaus, wenn der Meister- sei es auf dem Wege der Ein­einen örtlich be= zelwerbung oder der Gemeinschaftswerbung grenzten Kreis von Verbrauchern auf seine Waren bezw. Lei­ftungen in geeigneter Form aufmerksam macht. Die Eigenart des Gewerbes muß entscheiden, ob der Meister für diese Kunden­gewinnung die direkte Werbung in Form von Empfehlungs­karten, Werbebriefen und-prospekten, oder die indirekte, z. B. Zeitungsinserat, häufig wechselnde Schaufensterdekoratio= nen, Firmenschild usw. wählen soll.

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Durch die zur Erweiterung des Kundenkreises eingeleitete Werbung übernimmt der Handwerker Verpflichtungen, die gar leicht unterschätzt werden. Eine geschickt aufgemachte Reklame wird immer Kunden gewinnen; Aufgabe des Meisters und sei­ner Mitarbeiter muß es nun sein, den Verkehr mit den Käu­fern so zu pflegen, daß deren Kundschaft dem Geschäft auch er­halten bleibt*) Eine sorgfältige Kundenpflege muß systematisch im Gegensatz zur Kundengewinnung, | erfolgen, sie erfordert

Albin Klein, Giessen balten bleibt Gine forgfältige Kundenpflege muß ſyſtematiſch

Das Programm des Gutenberg- Museums war seit der| Gründung international. Sein Sammel- und Arbeitsgebiet beschränkt sich also nicht auf Gutenberg allein, sondern auf alle Drucker der Welt; nicht auf einzelne Länder, sondern auf alle Länder der Erde; nicht auf eine bestimmte Zeit, sondern auf die gesamte Geschichte der Druckunst von Gutenbergs Zeit bis in unsere Tage; nicht auf eine bestimmte Druckart, sondern auf alle drucktechnischen Vervielfältigungsmöglichkeiten.

Dieses Programm aber schließt den Anspruch des Guten­berg- Museums in sich, das Weltmuseum der Druckkunst zu sein oder es doch wenigstens zu werden.

In keine andere Stadt der Erde aber gehört das Welt­druckmuseum als nach Mainz. In Mainz wurde kurz vor dem Jahre 1400 im Hofe zum Gutenberg der große Erfinder der Druckkunst als Sproß der alteingesessenen Patrizierfamilie der Gensfleisch geboren; in Mainz hat er im Schöfferhof seine unsterbliche Erfindung vollendet; in Mainz stellte er im Jahre 1445 in dem ,, Fragment vom Weltgericht" den ersten Typen­drud Europas her; in Mainz schuf er 1452/55 in der 42zeiligen Bibel das Meisterwerk der Buchdruckerkunst aller Zeiten; in Mainz, in der Franziskanerkirche, wurde im Februar 1468, was an ihm sterblich war, zur letzten Ruhe gebettet; in Mainz lebt das Andenken an das unvergleichliche Genie in unverminder­ter Stärke fort; in Mainz erhebt sich sein stolzestes Denkmal, das der große Thorwaldsen dem größeren Gutenberg schuf; in Mainz lebt und arbeitet seit mehr als einem Vierteljahrhundert das Gutenberg- Museum, das Heimat und Vaterhaus aller Drucker der ganzen Welt sein und werden will. Mainz ist also Der gegebene Ort für jenes Museum, das die Kunst Gutenbergs von den ersten primitiven Anfängen bis zu ihrer heutigen Vol­lendung vor aller Augen zur Schau zu stellen berufen ist.

Mainz ist die Heimat der Drudkunst. Mag auch in Ost­asien schon mit Kupferwörtern gedruckt worden sein, als Guten­berg noch ein Knabe war; mögen auch einige die Theorie ver­teidigen, daß Laurenz Janson Coster in Haarlem vor Gutenberg Metallbuchstaben gegossen hat: in dem Punkte aber sind alle Gelehrten und alle Kulturvölker einig, daß die Druckkunst, die sich die Welt eroberte, in Mainz erfunden wurde und von Mainz aus ihren Siegeszug über den Erdball antrat.

In der ganzen Welt sollte daher keiner, der sich mit Stolz Jünger Gutenbergs nennt und der Kunst des Meisters sein täg­liches Brot verdankt, fehlen, wenn es gilt, seine Heimat zu ver­teidigen und sein Vaterhaus zu schützen; wenn es gilt, das Gutenberg- Museum als lebendiges Denkmal des gemeinsamen Vaters aller Drucker am Leben zu erhalten und auszubauen.

Das Gutenberg- Museum soll und muß werden: die Ruhmes­halle der Stadt Mainz für ihren größten Sohn; die internatio­nale Sammelstelle für alle Druckerzeugnisse und Druckgeräte, die für die Entwicklung der Druckkunst von Bedeutung sind; die wissenschaftliche Zentralstelle für alle Arbeiten zur Geschichte der Buchdruckerkunst in allen Ländern der Erde; die Lehrstätte, an der jeder Jünger des großen Meisters, wo immer in der wei­ten Welt er auch wohnen mag, sein Herz mit neuem Stolz, sei­So soll das nen Kopf mit neuen Anregungen füllen kann. Museum dem Buchdruckerstande zur Ehre gereichen.

Am 500. Geburtstag Gutenbergs im Jahre 1900 in Mainz gegründet, wurde das Gutenberg- Museum am Johannistag 1901 im Kurfürstlichen Schlosse daselbst eröffnet. Ende September 1912 siedelte es in den Neubau der Stadtbibliothek in der Rheinallee über, wo es im 1. Stockwerk allzu eng untergebracht wurde. Das erste Vierteljahrhundert widmete das Museum dem stillen inneren Ausbau. Erst bei seinem 25jährigen Ju­biläum im Jahre 1925 beginnen seine starken Expansionsbe­strebungen. Damals wurden seine Räume im Bibliotheksge= bäude durch Hinzunahme der großen Säle des Erdgeschosses, der Halle im Zwischengeschoß und des Raumes der anderweitig untergebrachten Gutenberg- Bibliothek mehr als verdoppelt. Gleichzeitig konnte eine getreue Nachbildung einer vollständigen Druckwerkstatt aus der Zeit Gutenbergs mit Gießerei, Setzerei und Druckerei betriebsfähig eingerichtet werden. Eine große internationale Gutenberg- Festschrift wurde von 78 der her­vorragendsten Gelehrten und Praktikern der Buchdruckerkunst aus allen Ländern der Erde geschrieben. Dieser großen Fest­schrift folgen seit 1926 jährlich die internationalen Gutenberg­jahrbücher, die von der Gutenberg- Gesellschaft in Mainz her­ausgegeben werden.

Man wird zugeben müssen, daß das Gutenberg- Museum auf dem Wege zu den oben angegebenen Zielen in den letzten Jahren bereits einige Männerschritte zurückgelegt hat.

Seine Absicht, das Weltdruckmuseum zu werden, wird nicht nur von der Stadt Mainz, sondern auch von führenden Männern des Buchdruckgewerbes im In- und Ausland gebilligt. Die großen internationalen Ausstellungen der letzten Jahre haben die Unterstützung des Gutenberg- Museums erbeten und erhal­ten. So wurden auf der Pressa in Köln 2 alte( 3. T. refon­struierte) Druckereien mit Schriftgießereien aus den Jahren 1450 und 1722 im Betrieb vorgeführt. Die rekonstruierte Gu­tenberg- Werkstatt des Gutenberg- Museums ist z. 3. auf der ibero- amerikanischen Ausstellung in Sevilla betriebsfähig aus=

gestellt.

Zur Zeit läßt die Stadt Mainz das herrliche alte Patrizier­haus Zum Römischen Kaiser" im Schatten des altehrwürdigen Mainzer Domes für die Erweiterung des Gutenberg- Museums herrichten und gedenkt auch später das schöne Haus Zum Kö­nig von England" dem Gutenberg- Museum zur Verfügung zu stellen. Bei der Neueinrichtung des Museums sollen seine Aus­stellungen so aufgebaut werden, daß sie auch das schönheits­suchende Auge stärker befriedigen, als es bisher wegen des allzu gedrängten Raumes möglich sein konnte. Auch soll die Entwicklung der Buchdrucktechnik stärker gezeigt werden, als bisher. Neben einer Druckwerkstatt aus der Zeit Gutenbergs, werden Druckereien aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, eine Papiermühle des 15. Jahrhunderts usw. betriebsfähig einge­richtet. Mehrere ältere Druckmaschinen sind bereits geschenkt. Weitere Schenkungen stehen bevor. Neben der Stadt Mainz, der Heimatstadt der Druckkunst, und neben anderen berühmten Druckstädten sollen auch die einzelnen Länder der Erde eigene Räume erhalten, in denen ihre Druckgeschichte würdig und schön dargestellt wird.

Das Mainzer Gutenberg- Museum befindet sich also in einer

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die wohl direkt erkennbare Kosten verursacht, aber für den ein­zelnen Kunden nur einmal notwendig ist fortlaufende Ueberwachung und genaue Beobachtung der sich aus dem Ver­kehr mit der Kundschaft ergebenden Verpflichtungen, die zweck­mäßigerweise in Verbindung mit einer Kundenkartei erfolgt.

Handwerksbetriebe mit Ladenproduktion werden zur Erhal tung ihrer Kundschaft auf eine reibungslose Abwicklung der Verkaufsverhandlungen ihr Augenmerk richten müssen und be­sonders dabei beachten, daß der Verkaufsraum, die einrichtun gen und vor allem die den Verkauf besorgenden Arbeitskräfte allen Anforderungen gerecht werden.

Für die Handwerksbetriebe der Auftragsproduktion er geben sich bei richtiger Kundenpflege eine Vielzahl von Ver­pflichtungen, z. B. bereitwillige Entgegennahme des Kunden­auftrages, Gingehen auf die besonderen Wünsche des Kunden, sachgemäße Beratung des Kunden in Mode- und Geschmacks­fragen, Vereinbarung und Einhaltung eines bestimmten Liefer­termins und Lieferungspreises, Ablieferung, bezw. Fertigstel­lung nur gebrauchsfähiger Erzeugnisse beziv. Leistungen, Aus­fertigung der Rechnung zu dem vereinbarten Preise u. a. m. Der Leser, der sich eingehender mit diesen Fragen beschäftigen will, sei auf die Arbeiten des Deutschen Handwerksinstituts, Abteilung kaufmännische Betriebswirtschaft, Bonn, verwiesen, insbesondere auf die ,, Rationalisierung der Verkaufstätigkeit" in ,, Betriebsführung" 1928, Nr. 12. und auf die demnächst er­scheinende Schrift ,, Der Verkauf im Handwerk".

Richtige Kundenpflege bedeutet für den Handwerksbetrieb Beschäftigung und damit Umsag! Ein fester Kundenkreis ist für ein handwerkliches Unternehmen ein unersetzbarer ,, un­schäzbarer" Vermögensteil, dessen Wert erst erkennbar wird, wenn er nicht vorhanden ist. Der Abnehmerkreis des Hand­werks bestand von jeher vornehmlich aus Dauerkunden, weniger aus einmaligen Passantenkunden. Die Gefahr der Abwande­rung der handwerklichen Kunden zu den Konkurrenzgeschäften ist außerordentlich groß drum achte jeder Meister darauf, daß er nicht nur neue Kunden gewinne, sondern auch seine al­ten Kunden erhalte!

*) Vgl. hierzu ,, Die kaufmännische Führung des Handwerks betriebes", herausgegeben von Prof. Rößle, erhältlich bei der Betriebs- und Lehrmittel G. m. b. H., Karlsruhe, Friedrichs­play 4.

Aus Nah und Fern.

Grünberg. Das hiesige Amtsgericht verurteilte die Land­wirtsfrau Appel aus Geilshausen wegen Milchpanscherei zu zwei Wochen Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe. Die Verur­teilte hatte der Vollmilch vorsätzlich 17 Prozent Wasser zuge­setzt.

Schlig. Kantor und Lehrer i. R. Bohl, einer der ältesten hessischen Lehrer und Ehrenmitglied des Landeslehrervereins, ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

glücklichen Entwicklungstendenz. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß den Anstrengungen, die von der Stadt Mainz und der Museums- Direktion gemacht werden, auch die Resonanz bei den Jüngern Gutenbergs, für die das Museum letzten Endes geschaffen wird, nicht fehlen wird, und daß die Organisationen der Buchdrucker in den einzelnen Ländern der Erde, die z. T. das Gutenberg- Museum schon in großzügiger Weise unterstützen, in ihren Sagungen einen Paragraphen aufnehmen, daß der Ausbau ihres gemeinsamen Museums in Mainz mit zu den Zwecken ihrer Vereinigungen gehört. Dann werden auch zwei­fellos die Kulturländer selbst und ihre Regierungen nicht zau­dern, das Mainzer Gutenberg- Museum zu unterstützen und in ihm die Druckgeschichte ihres Landes aufbauen. Die internatio­nale Gutenberg- Festschrift 1925 wurde durch die deutschen Bot­schafter und Gesandten im Auslande sämtlichen Staatsober­häuptern persönlich überreicht; die internationalen Gutenberg­Jahrbücher wurden bereits in 4 Jahrgängen den Regierungen der Kulturländer durch deren Berliner Botschafter und Ge­sandten zugeleitet.

Zur Unterstützung des Gutenberg- Museums trat im Jahre 1901 die internationale wissenschaftliche Gutenberg- Gesellschaft ins Leben, die inzwischen die wichtigsten Publikationen zur Geschichte der Buchdruckerkunst veröffentlichte, die überhaupt in dieser Zeit erschienen sind. Zahlreiche edelmütige Stifter haben die Gutenberg- Gesellschaft so stark unterstützt, daß sie zurzeit in der Lage ist, für den geringen Jahresbeitrag von 15( Aus­land 17) Rmk. den Mitgliedern wertvolle Publikationen in mustergültiger Form in die Hand zu legen, die mehr als den dreifachen Wert des Beitrages darstellen. Die Gutenberg- Ge­sellschaft ist also ihren Mitgliedern gegenüber durchaus die Ge­bende. Außer den Gutenberg- Jahrbüchern, die jährlich zum Johannistag erscheinen, erhalten die Mitglieder jährlich meh­rere kleinere Drude über Spezialfragen der Buchdruckgeschichte. Auch die großen Veröffentlichungen der Gutenberg- Gesellschaft, die ihr internationales wissenschaftliches Ansehen verschafften, die aber in der Inflationszeit abgebrochen waren, haben be­reits ausgezeichnete Fortsetzungen gefunden. Wer immer sich dem Erfinder der Buchdruckerkunst verpflichtet fühlt- und wer müßte das nicht, der sollte in den Mitgliederlisten der Gu tenberg- Gesellschaft nicht fehlen.

Wer aber in besonderem Maße der von Mainz ausgegan­genen Buchdruckerkunst sein tägliches Brot verdankt und sich als Jünger und Nachfolger des großen Meisters fühlt, der sollte auch das Museum. das Gutenbergs Namen trägt, unterstützen, indem er abgelegte Druckgeräte und abzulegende Maschinen seines Gewerbes dem Gutenberg- Museum zur Verfügung stellt; indem er alte und neue Erzeugnisse der Druckkunst einsendet und in jeder Form hilft, die Kosten des Ausbaues dieses Welt­museums der Druckunst aufzubringen. Jede Gabe wird dau­ernd den Namen des Stifters tragen und so dessen Namen mit dem unsterblichen Namen eines Menschen, dem Gutenbergs, auf immer verbinden. Wen müßte ein solcher Gedanke nicht mit stolzer Freude und ehrfürchtigem Danke erfüllen?