Samstag, den 2. August 1930.
Lokales.
Zur Kur.
Bei der Ankunft in dem berühmten Kurort regnet es oder es gießt vielmehr. Aber ein Auto sorgt für rasche Beförderung nach dem Hotel oder der Pension, wo man auf Empfehlung wohnt. Man ist sehr müde, es ist schon spät abends, man geht gleich zur Ruhe. Ein Fenster auf. Es regnet fast gar nicht mehr. Die frische Luft kann nicht schaden. Aber was sind das für Klänge? Wirklich, da scheint irgendwo in der Nähe Tanzmusik zu sein. Fenster wieder zu. Aergerliche Sache. Nun, das wird nicht alle Abende so sein. Nebenan ein ziemlich deutliches Husten und dann wieder Husten und dann ein Niesen. Vielleicht wird's möglich sein, noch ein anderes Zimmer zu bekommen. Nach ein paar Stunden schläft man doch ein. Sehr zeitig wacht man wieder auf. Hat da nicht irgendwo ein Hund gebellt?
Es ist ein sonniger Tag. Der Kurort zeigt sich in seinem landschaftlichen Glanze. Ein bißchen viel Auto- Getön. Aber man hat ja hübsche Nebenwege. Der nahe Wald ist was Wunderschönes. Der Arzt untersucht. Tut es sehr gründlich. Ziemlich beruhigendes Ergebnis. Nur genaue und gewissenhafte Kur, dann darf man hoffen, daß das dumme Leiden behoben wird. Brunnentrinken, Baden, Massieren, Liegen, Laufen, Diäthalten usw. Man räsoniert über die ewige Päppelei, träumt von seinem Abendschoppen, findet die Mitgäste lang= weilig und findet sich schließlich doch in alles, gewöhnt sich an den neuen Tageslauf. Es stellt sich guter Schlaf ein. Die ganze Stimmung ist besser geworden. Der Arzt untersucht wieder und macht Mut. Schließlich sind die Wochen, die so endlos schienen, wie im Fluge vergangen. Man glaubt an seine Kur. Der eigentliche Kurerfolg pflegt ja erst hinterher zu kommen. Aber schon jetzt ist doch so ein Gefühl, daß es die richtige Kur war. Und da hat man schon so ein bißchen neuen Schwung...
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* Reichsbeihilfe zum Viehhofbau. Die hessische Regierung hat für ein Baubapital von 350 000 Mark den zinsverbilligenden Zuschuß dergestalt gewährt, daß die Stadt selbst für das Kapital von 350 000 Rmt. nur 3 v. H. Zinsen zu tragen haben wird. Die Bauarbeiten sollen in aller Kürze begonnen werden.
* Heimatvereinigung Schiffenberg. In der am Donnerstag stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde beschlossen aus dem Ueberschuß des Schiffenberg- Festes 1000.- Rmt. den Hinterbliebenen des Grubenunglücks von Neurode zukommen zu lassen.
* Aus dem Amtsgericht. Die Konkurs-- Schlußverzeichnisse der Firma Eitmeier& Loeb, Gießen; Automobil- Verkaufs- G. m. b. H. Gießen und„ Der Werkladen in Gießen", Jnh. Christ. Ranft liegen auf dem Amtsgericht zur Einsicht der Gläubiger auf.
* Neuer Kliniksbau. Die Orthopädische Klinik ist im Entstehen begriffen. Das Stadthochbauamt hat bereits die Arbeiten ausgeschrieben. Mit den Arbeiten soll unverzüglich begonnen werden. Für den Neubau sind 370 000 Mark Baukosten veranschlagt.
* Von der Universität. Zur Ausbildung technischer Assistentinnen an Medizinischen Instituten wird in der zweiten Hälfte des Oktober 1930 eine Schule eröffnet werden.
* Zur Einreise ins Saargebiet behalten die Personalausweise, die früher von der Besatzungsbehörde für den Aufenthalt
Deutsche Zwietracht.
Von J. Haußner- Worms.
Es ist heute in vielen Schriftstücken die Rede von deutscher Not sie ist vorhanden in mannigfacher Art- und von deutscher Zwietracht.
Ich möchte unterscheiden zwischen allgemeiner menschlicher Zwietracht, wozu ich auch Rassen- und Klassen- 3wietracht zähle, und die überall zu finden ist, wo Menschen wohnen, und
spezifisch deutscher Zwietracht, als deren gefährlichste ich die fonfessionelle ansehe.
Die Erstere hat in Deutschland vielleicht ausgeprägtere Formen angenommen. Die Gründe hierfür haben wir in der geschichtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung zu suchen.
Jede Zwietracht ist ein schlimmes, lähmendes Uebel und muß bekämpft werden.
Fragen Sie mich, wie dies zu geschehen hat, so möchte ich die Gegenfrage frage stellen:„ Was brauchen wir?"
Aus der Antwort ergibt sich die Methode des Kampfes. Wir brauchen Religion; wir brauchen die Wirksamkeit der aus der christlichen Religion entsprießenden Liebe, Entsagung u. Verantwortung, wenn wir nicht wollen, daß uns das überhandnehmen des Triebhaften das sichere Chaos bereitet. Wir müssen verlangen, daß überall da, wo diese Erkenntnis vorhanden ist, auch der Bekennermut nicht fehlt. Wir müssen verlangen, daß alle, insbesondere die Intellektuellen, die Sache der Religion, die Sache der Kirche durch Beteiligung an den religiösen Uebungen fördern, darum hinein in die Gottesdienste, ihr IntellektuelIen, mar sieht auf euch. Wir müssen begreifen lernen, daß Verschiedenheiten in der Auffassung göttlicher Dinge weiter nichts sind, als menschliche Unzulänglichkeiten und daß Spaltungen schwächen. Wir müssen lernen, hieraus die Konsequenzen zu ziehen und Duldung üben. Wir müssen es unterlassen, kleinerer Meinungsverschiedenheiten und Unbehaglichkeiten wegen rechthaberisch und verdrossen eigene Weg zu gehen, das darfst du auch nicht in deiner Familie und dein Volk ist deine Familie. Eigenbündelei ist Verrat an der gemensamen Sache und wer fonfessionelle Zwietracht sät, ist ein Verbrecher am Volke. Wir brauchen Opferbereitschaft.
Des Volkes Not muß von allen Volksgenossen getragen werden. Wer sich ausschließt, ist ein Mensch von niedriger Gesinnung, sei er auch was er sei. Wer Not nicht am eigenen Leibe spürt, der trägt nicht. Je mehr Opferfreudigkeit, desto weniger Zwietracht.
Wir brauchen Brot, denn Tausende darben. Tausende aber leben trotz Not im Ueberfluß.
Und weil wir Brot brauchen, darum brauchen wir Arbeit. Wir brauchen Arbeit auch des demoralisierenden Einflusses des Müßigganges wegen. Haben wir mehr Arbeit und Brot, dann haben wir weniger Zwietracht.
Wir brauchen Raum, denn wir sind ein Volk ohne genügenden Raum. Unser Land kann uns weder ernähren, noch kann es unsere Erzeugnisse aufnehmen. Deshalb brauchen wir neue Futterplätze für unseren Voltsüberschuß und neue Märkte. Haben wir dies, dann werden wir wesentlich weniger Zwietracht haben. Unsere Gegner kennen diesen Zustand und möchten ihn nicht beseitigt wissen.
Dies ist der Kernpunkt des wirtschaftlichen Problems. Wir brauchen Unabhängigkeit,
Wir leiden an einer Ueberindustrialisierung. Dies hat uns abhängig gemacht von anderen Völkern. Weil wir die
,, Gießener Zeitung"
im besetzten Gebiet vorgeschrieben waren, auch weiterhin ihre Gültigkeit als Legitimationspapiere. Zu jeder Reise ins Saargebiet ist nach wie vor der deutsche Reisepaß oder der alte Personalausweis erforderlich.
* Vom Gießener Flughafen. Ein Kabinen- Flugzeug der Doktor-- Wolf- Werke führt am Samstag, den 2. und Sonntag, den 3. August Rundflüge aus.
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Schüzengesellschaft 1926 c. V. Am kommenden Sonntag von vormittags 10 Uhr ab Königsschießen und Preisschießen. Straßensperrung,
mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. V. D.), Die Ortsdurchfahrt Bahnhof- und Moltkestraße in GroßenLinden wird ab 1. August 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung nach Leihgestern über Gießen oder Langgöns und umgekehrt.
Die Ortsdurchfahrt Laubach wird ab 4. August 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Ruppertsburg- Gonterskirchen- Einertshausen bezw. über Lauter- Wetterfeld.
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, Vorfahren, Nachkommen und Sippschaft von Justus von Liebig". Ueber dieses Thema hielt auf Einladung der Gesellschaft Liebig- Museum am vergangenen Sonntag Herr Prof. Ottfried Praetorius- Darmstadt einen interessanten Vortrag. In den Räumen des Gießener Liebig- Museums hatten sich zahl= reiche Freunde des berühmten Chemie- Professors eingefunden als der Vortragende seine weitgehendsten Forschungen zu Gehör brachte. Als bemerkenswertest sei aus dem ausführlichen Vortrag hervorgehoben: Liebigs Vorfahren väterlicherseits sind im Gersprenztal im Adamswald bis ins 16. Jahrhunder nachweisbar. Ein Familiennamen Liebing konnte in Wembach vom Jahre 1382 festgestellt werden, doch kann dieser Name mit dem Familiennamen Liebig nur als eine verwandschaftliche Vermutung angenommen werden. Der Großvaters Liebigs war Schuhmachermeister, Vertrauensmann der Schuhmacher- Zunft und Unterbürgermeister in Darmstadt. Der Vater Liebigs hatte in der Kaplangasse in Darmstadt eine Drogenhandlung, die dieser später als„, Liebig- Drogerie" nach der Neustadt, die jetzige Louisenstraße, verlegte und die heute noch dort unter diesem Namen besteht. Die Mutter von Justus von Liebig war eine geborene Möser, die Tochter eines Schneidermeisters in Josingen bei Teck in Württemberg. Zu der fränkisch- hessischen Familie Liebig gesellte sich die Mutterfamilie aus dem schwäbischen Lande mit niedersächsischem und slavischem Anteil. Die Schlußausführungen gaben einen Blick über die zahlreiche Nachkommenschaft des großen Chemikers, doch ist mit dem nicht mehr allzufernen Aussterben des Namen Freiherren von Liebig zu rechnen. Für diese guten Ausführungen dankte Herr Geheimrat Prof. Dr. Sommer dem Redner, dessen Ausführungen mit größtem Interesse aufgenommen worden waren.
Danach gab Herr Geheimrat Prof. Dr. Sommer einen Tätigfeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und konnte mitteilen, daß dem Museum weitere wertvolle Liebig- Andenken zugewiesen wurden. In der sich anschließenden Mitglieder- Versammlung wurde beschlossen in den kommenden Wintermonaten allgemeine naturwissenschaftliche Kurse abzuhalten und an die Familie Georg Liebig in Lauenstein, Herrn Prof. Schaum in Gießen und Frau Prof. Baumann in Gießen die Liebig- Museums- Medaille zu verleihen.
Macht nicht mehr haben, das für uns Lebensnotwendige mit Nachdruck zu verlangen, sind wir auf den guten Willen anderer Völker angewiesen. Sie werden uns Nahrungsmittel und Rohstoffe zukommen lassen, soweit es zu ihrem Vorteil ist und zu Preisen, die sie für angemessen halten und sie werden unsere Erzeugnisse abnehmen, soweit es ihnen beliebt. Dabe fann unsere eigene Landwirtschaft unser Volk nicht mehr ernähren Deshalb brauchen wir eigene Auslandsmärkte, eigene Roh stoffquellen und eigenen Bauernstand im Ausland; wir brau chen, mit einem Wort gesagt, Kolonien. Erhalten wir si: nicht, dann werden wir bei den uns aufgebürdeten ungeheueren Lasten zugrunde gehen. Alle Rationalisierungen und Einschränkungen sind nur scheinbare und einseitige Hilfe mit einer sehr üblen Kehrseite und daher gar keine Hilfe. Wir brauchen weiter
Einfachheit, Bescheidenheit und Natürlichkeit.
Die Anforderungen, die in Bezug auf Lebenshaltung gestellt werden, haben sich in kurzem Zeitraum in recht ungesundem Maße gesteigert. Es gibt eine Menge Dinge, die zum Bedürfnis geworden, aber dennoch zum Leben durchaus nicht notwendig sind. Fragt die Aelteren, wie sie in ihrer Jugend gelebt und betrachtet die Lebensweise anderer Völker und ihr werdet es erkennen.
Ich weiß, der Eine oder Andere kommt mir nun mit Kultur und Zivilisation. Ich antworte: Es gibt einen Scheitelpunkt in diesen Dingen und dann geht's unaufhaltsam abwärts, dies lehrt die Geschichte der Völker.
Alle Kreatur der Erde beugt sich den ehernen Gesetzen der Natur, nur der Mensch glaubt, Kraft seines Verstandes der Natur entgegenarbeiten zu können und zu dürfen. Er tut dies nicht unbestraft, die Natur rächt sich. Wo Einfachheit, Bescheidenheit und Natürlichkeit ist, da ist kein Raum für Zwietracht.
Wir brauchen Sitte und Zucht, denn unser Volk droht unter den ihm geschenkten Freiheiten, für die es noch nicht reif ist, zu verwahrlosen und zu verrohen. Jeder ist dafür verantwortlich, daß gute Sitten und Zucht herrschen und jeder, der von dieser Notwendigkeit überzeugt ist, hat die Pflicht, Unsitte und Unzucht entgegenzutreten, wo er sie findet. Sitte und Zucht mäßigen die Zwietracht.
Wir brauchen ernste Lebensauffassung.
Mit 1000 entbehrlichen, ja oft verwerflichen Dingen vertrödeln wir Zeit und Kraft und vergeuden Geld, alles Dinge, die wir für bitter Notwendiges zur Verfügung haben müßten. Es wird viel zu viel gespielt und Vereinsmeierei getrieben. Millionen junger Menschen in den Städten werden überhaupt nicht mehr zu ernster Arbeit, sondern nur noch zum Spiel er= zogen. Was sollen die dem Vaterland einst nühen? Der Rekordsport ist zu verwerfen, weil er nur der Pflege des Leibes dient und dies oft nicht Geist und Seele aber erdrosselt. Nicht der Leib, sondern Geist und Seele machen den Menschen. Nicht auf dem Sportplatz wächst die Persönlichkeit, sondern im stillen Kämmerlein. Das Leben ist ein Kampf und nicht ein Spiel. Je mehr Ernst in der Lebensauffassung, desto weniger 3wietracht.
Wir und hauptsächlich diejenigen, die etwas zu sagen, zu lenken und zu leiten haben, einerlei in welchem politischen Lager sie stehen müsse wieder lernen, das Gute vom Schlechten, den Wert vom Unwert zu unterscheiden und danach han deln. Heute wird tatsächlich das Schlechte, das innerlich Hohle, das Wertlose vielfach gefördert und begünstigt und das Gute und Wertvolle unterdrückt, weil den Förderern im Wohlleben und Genuß, im Materialismus und im Mangel an Herzens
Nr. 61
Aus Nah und Fern.
Beienheim. Die diesjährige Bezirksschau des Oberhessischer Geflügelvereins im Bezirk V findet vom 19. bis 21. Dezember hier statt.
Großer Einbruch in ein Hotel.
Bad Salzschlirf. Hier fand in der Nacht zum Donnerstag in einem Hotel ein Einbruch statt, bei dem dem Vernehmen nach erhebliche Mengen Silbersachen und andere Wertstücke gestohlen wurden.
Das Salzmoor als Naturschutzgebiet. Darmstadt. In einer kleinen Anfrage eines Landtagsabge ordneten wird die hessische Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß ein wissenschaftlich sehr wertvolles Naturgut, und zwar das sogenannte Salzmoor bei Münzenberg in Oberhessen, durch landwirtschaftliche Benutzung gefährdet wird. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Salzmoor eine einzigartige Flora aufweist und von größter Bedeutung ist. Die Regierung wird aufgefordert, ein hessischs Naturschutzgesetz mit größtmöglicher Beschleunigung einzubringen.
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Mainz. Am 9. August sollen die Zementwerke in Weisenau stillgelegt werden. Als Grund werden schlechter Geschäftsgang und geringer Absatz angegeben. Betroffen werden durch die Stillegung 520 Arbeiter und etwa 40 Beamte. Etwa 100 Arbeiter und Angestellte sollen weiter beschäftigt werden.
40 000 Mart unterschlagen.
Marburg. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, ist gegen den Inhaber des Bankhauses Haas hier auf Antrag der Staats: anwaltschaft die gerichtliche Voruntersuchung wegen Depot: unterschlagung eröffnet worden. Es sollen Depots im Werte von 40 000 Mark fehlen. Das Marburger Bankhaus Haas hatte am 2. Juli seine Zahlungen eingestellt. Die Aktiven betragen 578 500 Mark, die Passiven 663 000 Mark. Vorgestern wurde gegen die Firma das Konkursverfahren eröffnet.
Marburg. Rektoratswahl an der Universität Marburg. Rektor wurde der Direktor des Pathologischen Instituts, Dr. Max Versé, Dekan für die theologische Fakultät Dr. Fride, für die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät Dr. Jung, für die medizinische Fakultät Dr. Ruete und für die philosophische Fakultät Dr. Alverdes.
Erfundener Raubüberfall.
Frankfurt a. M. Am Dienstagabend wurde der Bezirksvorsteher Surek in seiner Wohnung angeblich von Räubern überfallen und einer Summe von 5500 Mark beraubt, die zu Wohlfahrtszwecken ausgezahlt werden sollten. Man fand Suret mit einer Schußwunde auf. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergaben, hat sich Surf den Schuß wahrscheinlich selbst beige: bracht. Der zur Tat benutzte Revolver wurde im Klosett der Wohnung aufgefunden. Suret behauptet allerdings, die Räu ber hätten ihn liegen lassen, und er habe ihn, damit kein Verdacht auf ihn komme(!), in das Klosett geworfen. Wo das Geld geblieben ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Das
Korpulenz im Sommer.
Uebermäßige Körperfülle ist besonders in der warmen Jahres: zeit lästig. Korpulente oder zum Ansatz veranlagte nehmen drei mal täglich 2-3 Toluba- Kerne, die in Apotheken erhältlich sind.
bildung der Sinn für wirkliche Werte verloren gegangen ist. Damit wird ungemein viel Zwietracht gesät, denn was recht und wahr und gut ist, lehnt sich dagegen auf. Köstliche Werte tragen meist ein bescheiden Gewand; das Wertlose und Schlechte dagegen pflegt sich vorzudrängen und zu prunken. Wir müssen unsere Kleinheit erkennen.
Was bist du Mensch im Weltenall und was ist der Unterschied zwischen dem Größten unter den Menschen und dem Kleinsten, wenn mit dem Maßstab des Zeit- und Raumlosen ge= messen wird?- Die Demut kennt keine 3wietracht.
Wir brauchen ein einiges deutsches Reich, soweit die deutsche Zunge flingt. Mit welcher Begründung kann man das Recht der Zusammengehörigkeit aller Deutschen bestreiten? Wir brauchen es schon aus Gründen der Selbsterhaltung. Wir brauchen die Macht der Persönlichkeit, denn durch sie allein ist der Wiederaufbau unseres Staatswesens garan tiert.
Wir brauchen Führer, Männer, die den Mut haben, sich auch einmal offen in Gegensatz zur Masse die nach Goethe immer im Unrecht ist zu setzen. Männer, die sich im Dienste des gesamten Volkes stehend betrachten und nicht im Dienste einer Partei oder Organisation. Haben wir mehr salcher Männer, dann werden wir weniger Zwietracht haben. Und eine stabilere Regierung brauchen wir, die sich zu sammensetzt aus den Besten und Fähigsten des Volkes und nicht aus von Parteien und Organisationen Präsentierten. Da wir diese unter der Wirkung der heutigen Verfassung leider nur selten erhalten, so muß die Verfassung geändert werden. Man rühmt, Deutschland habe die demokratischste Verfassung der Welt; es hat sie nicht zu seinem Vorteil. nicht im Handumdrehen aus politisch Gleichgültigen politisch geschulte Staatsbürger. Ein Uebergang wäre für uns besser und gesunder gewesen.
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Wir brauchen Staatsgesinnung und Staatsraison.
Wo Wohlfahrt sich verbreiten soll, muß Ordnung herrschen und wo Ordnung herrschen soll, muß Unterordnung sein. Unsere Regierung und die Hoheitsstellen müssen den Mut aufbringen, staats- und volksfeindlichen Bestrebungen energis zu Leibe zu gehen. Was für Volk und Staat schädlich ist, darf nicht geduldet werden. Den einzelnen Staatsangehörigen fann es nur dann gut gehen, wenn es dem Staate gut geht. Deshalb muß Staatsgesinnung sein. Wer dem Grundsah huldigt:„ Dem Staat darf man nichts schenken!", der iſt ein Schädling und verdient, Naturgesetzen folgend, unschädlich gemacht zu werden.
In demselben Maße wie wir wirklich Staatsgesinnung haben muß die Zwietracht schwinden. Wir brauchen eine verantwortungsbewußte Presse. Die Presse macht bei der Masse die Meinung. Sie fann ebensogut die 3wietracht in hohem Maße nähren, wie sie dieselbe wirksam bekämpfen kann.
Wir brauchen Ewigkeitsgedanken.
Es ist nicht alles aus mit dem Tod. Dein Beispiel, das du zu Lebzeiten gegeben, wirkt fort. Mithin trägst du ein ungeheueres Maß von Verantwortung.
Und schließlich brauchen wir das gute Beispiel, besonders dasjenige der Oberen und der mit geistigen und materiellen Gütern besonders Bedachten. Dies haben wir leider in piel zu geringem Maße und hierauf ist ein großer Teil der Miz stände und der Zwietracht zurückzuführen. Das Volk braucht das gute Beispiel mehr als alles andere. Haben wir dies nur in einigermaßen nennenswertem Umfang, dann werden wir
ganz bestimmt nicht untergehen.
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Medizinische Fakultät Bor
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