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Mittwoch, den 1. Oktober 1930.

Heiratet ein lediger Steuerpflichtiger, so fällt der Ledigenzu­schlag erst dann fort, wenn die berichtigte Steuerkarte dem Ar­beigeber vorgelegt ist.

Der Ledigenzuschlag ist grundsätzlich in allen Fällen zu erheben, in denen auf der Steuerkarte weder eine Frauen- noch eine Kinderermäßigung eingetragen ist.

IV. Umsatzsteuer.

a) Der Umsatz in das Ausland

iſt ſteuerfrei. Es wird in vielen Fällen übersehen, daß der Aus­fuhrhändler nicht nur keine Umsatzsteuer zu zahlen, sondern so­gar einen Rüdvergütungsanspruch hat auf diejenige Umsatz­stewer, die sein Lieferant abgeführt hat. Diese Rückvergütung wird mit 92% seines Umsatzes in das Ausland berechnet. Es darf nicht übersehen werden, daß der Antrag auf Rückvergütung innerhalb von 6 Monaten nach Schluß eines Kalenderviertel­

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b) Vermietung von leeren Büro- und Ladenräumen. wurde, wie im September- Kalender bereits berichtet, vom Reichsfinanzhof als umsatzsteuerpflichtig erklärt. Die Finanzäm­ter versuchen neuerdings, sämtliche Einnahmen aus Vermietung solcher Räume zur Umsatzsteuer heranzuziehen, also auch Ge­schäftsräume innerhalb eines Wohnbaues. Die Steuerpflichter­klärung solcher Räume ist ausgeschlossen, soweit sie für die ver­tragliche Nutzungsart feine besondere bauliche Beschaffenart auf­weisen, zu jeder Zeit also wieder ohne bauliche Veränderung als Wohnräume verwendet werden können.

c) Umsatzsteuerfreier Zwischenhandel. Zwei neuere wichtige Reichsfinanzhofurteile wollen wir hier mitteilen:

Steuerfreiheit ist ausgeschlossen, wenn der Zwischenhändler Milch vor Abgabe an seine Abnehmer erhitzt und tiefkühlt, weil diese Maßnahme nicht ausschließlich zum Zwecke der Beförderung der Milch vorgenommen wird.

Vorbestellung allein genügt nicht zur Inanspruchnahme des Zwischenhandelsprivilegs. Wenn die vorbestellte Ware zu einem bestimmten Termin an den Abnehmer zu liefern ist und bis dahin vom Zwischenhändler auf Lager genommen oder sonst verwahrt wird, so kann keine Steuerbefreiung eintreten, weil der Zwischenhändler in einem solchen Falle die Ware nicht le­diglich befördert. Die Auflagernahme der Ware schließt nur dann die Steuerfreiheit nicht aus, wenn sie im Zusammenhang mit der Beförderung steht bezw., genauer ausgedrückt, mit Rück­sicht auf die Zwecke der Beförderung erforderlich ist, z. B. bis zur Zusammenstellung einer Ladung.

Oppenheim. Der Stadtrat beschäftigte sich erneut mit den einzelnen Positionen des Voranschlages. Der Umlagebedarf für 1930 wurde auf 250 000 Mark festgesetzt. Danach müßten die Steuern um rund 66% Prozent erhöht werden. Weiter wurde beschlossen, die Zuschüsse zur Realschule nur bis 31. Dezember 1930 zu bewilligen. Danach würde nach dieser Zeit die Real­schule eingehen.

Lokales.

Oberhessische Jungmeisterseier.

Wie alljährlich wurde auch dieses Jahr den oberhessischen Jungmeistern der Meisterbrief im Rahmen einer akademischen Feier überreicht. Die Veranstaltung im Café Leib in Gießen am letzten Sonntage gestaltete sich zu einem Ehrentag für das gesamte oberhessische Handwerk.

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Kurz nach 11 Uhr begrüßie Herr Gewerbeschulrat Dr. Bünnings Gießen als Vorsitzender der Meisterprüfungs­fommission nach einem Musikvortrag der Kapelle Weller und einem Mozart'schen Chor des Bauerschen Gesangvereins die er­schienenen Gäste, betonte die Bedeutung dieses Tages für die Jungmeister und Jungmeisterinnen und teilte mit, daß in die­sem Jahre von 338 Prüflingen 292 die Prüfung bestanden hät­ten und zwar nach Berufen: 8 Automechaniker, 22 Bäcker, 1 Dachdecker, 14 Elektro- Installateure, 1 Elektro- Maschinenbauer, 8 Friseure, 28 Maurer, 28 Mezger, 2 Polsterer, 3 Sattler, 9 Bau­judo2 mod thin bus olla nopoflrotnu moggingblan

Büdo LuXUS

wenine Bürstenstriche- strahlender Hochglanz

Das Wandern ist des Müllers Lust

Gedenkworte zum 70. Todestage Carl Zöllners.

Am 25. September 100

In der Deutschen Sängerbundeszeitung wid­met Prof. Heinrich Zöllner, der bekannte Kompo­id mu bil nist, seinem Vater beachtenswerte Worte des Ge­denkens. Carl Zöllner gehört zu den vielgesunge­nen Tonsegern des vorigen Jahrhunderts, die eine ausgesprochene volkstümliche Richtung pflegten. 1860 starb der durch seine Männerchöre rühmlichst bekannte Komponist Carl Zöllner in Leipzig. Der Schreiber dieser Zeilen war damals ein Knabe von sechs Jah­ren und sah ziemlich verständnislos auf die großen Massen von Menschen herunter, die sich auf dem jetzt Matthäikirchhof ge nannten Plazze versammelt hatten, um dem Sarge seines Vaters das letzte Geleit zu geben.

,, Gießener Zeitung"

schlosser, 9 Maschinenschlosser, 11 Schmiede, 11 Schneider, 1 Speng­Ter, 2 Spengler- Installateure, 3 Installateure, 23 Schuhmacher, 45 Schreiner, 4 Wagner, 25 Maler und Weißbinder, 8 Zim­merer, 6 Schneiderinnen, 1 Weißzeugnäherin, Modistinnen, 1 Friſeuſe, 2 Steinmetze, 2 Konditoren, 6 Schriftsetzer, 1 Buch­drucker, 1 Küfer, 1 Glaser und 3 Messerschmiede. Besonders hervorgehoben wurde die hohe Zahl der Schreiner, die ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Zurückzuführen ist diese Stei­gerung auf die erfolgreiche Arbeit der Gießener Schreinerfach­schule.

Gewerbeschulrat Dr. Bünnings beglückwünschie die jungen Meister und Meisterinnen und forderte sie auf, in den vorhan­denen Organisationen tatkräftig mitzuarbeiten für die Erstar­fung ihres Berufsstandes.

Für die Handwerkskammer Darmstadt und Nebenstelle Friedberg überbrachte Schlossermeister Heß- Friedberg die Glückwünsche. Er betonte neben den Rechten besonders die Pflichten des Meistertitels und verlangte ihre Mitarbeit in Innungen, Gewerbevereinen und darüber hinaus in den Kom­munen und Parlamenten, Förderung des Standesbewußtseins und Wahrung der Standesehre.

Syndikus Röhr von der Handwerkskammer- Nebenstelle Gießen forderte zur Fortbildung im Berufe und zum Zusammen­schluß gegen die handwerkerfeindlichen Kreise auf.

An die Einsetzung der Persönlichkeit im Handwerk, das als Mittler zwischen Kapital und Arbeit zu betrachten sei, er­innerie Syndikus Dr. Reif von der Handwerkskammer- Ne­benstelle Friedberg.

Die Glückwünsche des Ortsgewerbevereins Gießen über­brachte dessen Vorsitzender, Schreinermeister Haubach. Er verlangte von den jungen Kollegen, bei ihren Arbeiten im Kon­kurrenzkampf nach einwandfreien und wirtschaftlichen Prin­zipien zu verfahren.

Die Provinzialdirektion und das Kreisamt Gießen ließen ihre Glückwünsche durch Reg.- Rat Dr. Braun übermitteln. Im Namen der Stadt Gießen sprach Stadtschulrat Fischer, der in beachtlichen Ausführungen die jungen Meister ermahnte, nicht auf die anderen zu sehen, sondern an und mit sich und ihrem Nachwuchs so zu handeln, wie es Berufsgesinnung und Glauben an den Stand verlange.

Der Vorsitzende, Gewerbeschulrat Dr. Bünnings, sprach weiter den Prüfungsmeistern und dem Schriftführer des Prü­fungsausschusses, Oberreallehrer i. R. Haggenmüller für tatkräftige Mitarbeit herzlichen Dank aus.

An die jungen Meister und Meisterinnen richteten ferner Redakteur Blumschein vom, Gießener Anzeiger", Redakteur Bremer von der Oberh. Volkszeitung", Zeitungsverleger Klein Gießen und Schlosserobermeister Krailing- Gießen aufrichtige Glückwünsche.

Für die Jungmeister des Jahres 1930 dankte deren Vor­sitzender, Metzgermeister Klein. Seine Ausführungen endeten mit dem Deutschland- Lied. Musik und Gesang schloß die Feier ab. Es folgte ein gemeinsames Essen, das manche musikalische und gesangliche Darbietung unterbrach. Am Abend war ge­mütlicher Tanz.

* Straßensperre. Wegen der Herbstmesse wird bis zum 5. Oftober 1930 aus Gründen der Sicherheit die Kirchstraße von Neustadt bis Wetzsteingasse in der Zeit von 14 bis 19 Uhr für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die aufgestell­ten Sperrschilder sind streng zu beachten.

* Der Zeppelin kommt nächstes Jahr! Die Verkehrsabtei­lung der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Friedrichshafen hat dem hiesigen Kreisamt mitgeteilt, daß eine Zeppelinlan­dung in Gießen für das Jahr 1931 vornotiert wurde. Der ge= nauere Termin kann erst auf Grund der Zeiteinteilung des Fahrtenprogramms im Laufe des Winters bestimmt werden.

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Allgemeine Ortstrantenkasse des Landkreises. Die für den Monat August 1930 fälligen Krankenkassen- und Arbeitslosen­versicherungsbeiträge können noch bis zum 3. Oktober ohne Kosten gezahlt werden.

* Hessischer Kirchengemeindetag. Seit 15 Jahren besteht eine hessische Landesgruppe des Deutschen Evangelischen Ge­meindetages, die ein Glied der Organisation der Gemeindebe­wegung in Deutschland ist, deren Führer der in Hessen noch un­vergessene einstige Gießener Professor und jetzige Generalsuper­intendent D. Schian ist. Die diesjährige Tagung findet am

heit, bei allem fröhlichen Uebermut eine künstlerisch waltende Sorgfalt in der technischen Ausführung. Zum Beispiel im ABC, im, Speisezettel", in den deutschen Bundesstaaten schaut uns ein echter naturwüchsiger Humor mit lustigem Augen­zwinkern an, der aber gebändigt und vor Trivialität bewahrt bleibt durch ein sorgsam wachendes künstlerisches Auge. Es ist da eine geistige Verwandtschaft mit Albert Lortzing und mit Heinrich Marschner deutlich zu spüren. Mit den späteren, oft ganz trivialen Nachahmungen haben diese Originalerfindungen nichts zu tun. Natürlich ist diese Sorgfalt bei den Kompo­sitionen ernsten Inhalts noch viel deutlicher erkennbar. Wenn wir zum Beispiel die berühmten sechs Müllerlieder betrachten, so scheint alles so natürlich gewachsen, daß man glauben möchte, es wäre alles auf den ersten Anhieb so geworden, wic es jetzt dasteht. Das ist aber ein Irrtum. Ich habe die Manuskripte zum Beispiel zu dem zum Volkslied gewor­denen ersten Liede Das Wandern ist des Müllers Lust" genau gesichtet. Da ist die Hauptmelodie in der ersten Niederschrift durchaus nicht notengetreu so, als wir es jetzt tennen. Es folgen dann noch zwei bis drei Niederschriften mit verschiedenen Veränderungen, bis dann endlich die Melodie in der uns be­kannt gewordenen Fassung vor dem Auge steht. Diese wert­vollen Beispiele eines gewissenhaften Ausarbeitens einer dem Künstler vorschwebenden Jdee befinden sich im Archiv des Köl­ner Männergesangvereins, dem ich sie zu seinem 75. Stiftungs­feste schenkte.

Carl Zöllner gehört zwar nicht zu den ganz Großen im Reiche der Musik, aber die Tatsache, daß er in einer ganzen Anzahl von Liedern geistig im Volte, namentlich in den Krei­sen der Männergesangvereine, noch fortlebt, ist unbestreitbar. Daß Lieder, die vor hundert Jahren und noch länger geschaffen wurden, noch auf die heutige Generation zu wirken vermögen, ist ein Zeichen von besonderer Lebenskraft und wohl auch ein Beweis, daß des Komponisten Melodien den Herzgefühlen des Boltes entsprochen haben. Der weitere Grund liegt wohl darin, daß Carl Zöllner nur dann an das Herausgeben einer Kom­position ging, wenn sie seiner strengen Selbstkritik Genüge tat. Mein Vater sah seine vornehmste Aufgabe darin, Lehrer Daß dabei die Lieder mit stark humoristischem Einschlag( und des Volkes zu sein sowohl in der Ratsfreischule, der Thomas­diese werden von oberflächlichen Beurteilern oft einzig als die schule und in seinen Vereinen. Diesen ihm persönlich nahe­Vertreter seiner Muse angeführt) eine Ausnahme bilden, ist bei stehenden Schülern und Freunden schenkte er dann und wann dem offenbaren Charakter dieser Sachen als Gelegenheitsein- ein schönes, ihm von Herzen kommendes Lied. Also eine, Ge= fällen ja klar. Aber selbst hier zeigt sich bei aller Ausgelassen-| brauchsmusik" im edelsten Sinne. Daß er bei seinen Männer­

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Nr. 78.

Sonntag, den 12. Oktober, in Groß- Umstadt statt. Um 10 Uhr findet ein Festgottesdienst statt. Um 2 Uhr findet eine Mit­gliederversammlung statt. Oberkirchenrat Dr. Horre hält einen Vortrag über Kirchengemeinde und bürgerliche Ge meinde", der Direktor des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht, wird einen Vortrag über ,, Gegen­wartsfragen und Gegenwartsaufgaben der evangelischen Wohl­fahrtspflege" halten.

* Dienstjubiläum. Am heutigen Tage kann der Verwal tungsoberassistent Konrad Becker bei der Stadtverwaltung das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit als Beamter im Dienste der Stadt begehen.

* Männer- Turnverein. Die Schwimmstunden im Volks: bad beginnen am Mittwoch, den 1. Oktober, abends 7 Uhr.

* Unleserliche Unterschriften im Briefverkehr. Es ist selt sam, wie langsam sich im Geschäftsverkehr auch solche praktische Neuerungen durchsetzen, die keinerlei Unkosten verursachen: Be kanntlich sind Unterschriften auf Geschäftsbriefen meist mehr oder weniger unleserlich. Für den Empfänger ist es jedoch häu fig von großem Wert, außer dem Firmennamen auch den des Unterzeichneten zu kennen. Das übliche Rundschreiben bei Fir meneröffnung oder Wechsel der Zeichnungsberechtigten machte die Namen doch nur einem verhältnismäßig fleinen Kreise von Daher Geschäftsfreunden, Behörden, Presse usw. bekannt. dürfte es sich empfehlen, auf Briefen mehr als bisher der hand­geschriebenen Unterschrift den Namen in Maschinenschrift bei­zufügen ein Verfahren, wie es namentlich in England und den Vereinigten Staaten längst allgemein üblich ist.

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Gesunde Küche im Oktober.

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Die moderne Hausfrau hat schon lange gelernt, für die zweckmäßige Ernährung ihrer Familie nicht nur das Kochbuch, sondern auch den Arzt zu Rate zu ziehen. Denn nicht nur gut und billig, sondern vor allem auch nahrhaft soll alles das sein, was sie auf den Tisch bringt. Da ergibt es sich fast von selbst, daß man in erster Linie die Erzeugnisse der Saison" berüd­sichtigt. Im Oktober wird der Markt beherrscht von Obst und Gemüse. Vom Letzteren sind besonders die Kohlarten, Weißkohl, Rotkohl und Blumenkohl hervorzuheben, die reich sind an Vita­minen und Nährsalzen. Sie eignen sich auch zu verschiedenartig sten Zubereitungen, z. B. als Kohlrouladen oder als Beilage zum Fleisch, das man aus gesundheitlichen Gründen keinesfall zu sehr in den Vordergrund der Ernährung stellen sollte. Aus gleichen Gründen wie bei Kohl und Salaten empfiehlt sich der Genuß reifer Tomaten, die geradezu als Oktoberfrüchte ange sprochen werden dürfen. Auch hier wird die Mannigfaltigkeit der Zubereitung den Genuß noch erhöhen. Ueberreich ist die Fülle des Obstes, mit dem uns der Oktober beschenkt. Birnen, Aepfel und Pflaumen in allen Spielarten stehen zur Ver­fügung und vor allem Weintrauben. Sämtliche Obstsorten sind für unsere Ernährung außerordentlich wertvoll durch ihren Ge­halt an besonderen Zuckerarten, Vitaminen und Nährsalzent und nicht zuletzt durch ihre verdauungsregelnde Einwirkung auf unseren Körper. Hiervon macht man bekanntlich in Ge­stalt von sog. Traubenkuren", besonders im Westen und den unseres Vaterlandes, wo die Trauben wachsen, ausgiebigen Gebrauch. Eine solche, aber nur nach ärztlicher Vorschrift durch­geführie Traubenkur, erfordert allerdings einen täglichen Ver­zehr von 3 bis 4 Pfund Trauben, und dem setzt der Geldbeutel manchmal einen Riegel vor. Glücklicherweise läßt sich aber eine Traubenkur auch mit gleichem Erfolge und mit leicht erschwing lichen Mitteln durch Genuß von Traubensüßmost durchführen, der aus frisch gepreßtem Traubensaft hergestellt wird und zu­gleich ein erfrischendes Getränk abgibt. Es erübrigt sich noch, darauf hinzuweisen, daß Obst und Gemüse in jedem Falle sorg­fältig vor dem Genuß zu reinigen sind, um die der Oberfläche anhaftenden Schmutz-, Staub- und Krankheitsstoffe zu entfernen.

Daß deutsches Gemüse und deutsches Obst der ausländischen Ware in feiner Weise nachstehen und daher von den deutschen Frauen auch aus volkswirtschaftlichen Gründen stets bevorzugi werden sollte, versteht sich von selbst. Auf Wiederlesen im November. Dr. C. A.

Korpulenz macht alt

Korpulente und zum Starkwerden Veranlagte nehmen früh, mittags und abends 2-3 Tobula- Kerne, die in Apotheken 31 haben sind.

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chören die Ansprüche manchmal so hochspannt, lag an der Zu­sammensetzung seines ältesten Vereins, dem nur hochgebildete und musikalisch feste Herren angehörten so ungefähr wie die Zeltersche Liedertafel, die Urzelle des deutschen Männerchor­wesens. Zu diesen, anspruchsvollen Kompositionen gehörten auch die 1849 geschriebenen Drei Worte des Glaubens"( Schiller), welches mächtige A- capella- Stück als der Urtypus jener breit ausgeführten Chorstücke gelten muß, wie sie uns Friedrich Hegar und seine Nachfolger zwei und drei Jahre nachher bescherten.

Später folgten diesem ersten Eliteverein einige andere, deren Mitglieder sich mehr aus den breiteren Bevölkerungsschichten rekrutierten. So mußte Zöllner sich als Komponist wie Diri­gent stark bescheiden. Denn bei ihm ging die Kunst gar sehr nach Brot, da er eine zahlreiche Familie zu ernähren hatte. Einen gewissen Trost für die Hintansetzung einer nach den Höhen strebenden Kunst bot ihm die Ueberzeugung, daß es auch eine würdige Aufgabe wäre, auf die musikalische Erziehung des Volkes persönlich einwirken zu können.

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Und das deutsche Volk- speziell aber die Bevölkerung Leipzigs hat schon bei seinen Lebzeiten und noch mehr nach seinem Tode das anerkannt und es ihm gedankt, so durch die Errichtung eines Denkmals. Freilich hat er nicht mehr erlebt, daß die zahlreichen Vereine, die er in seinem letzten Lebens­jahre um sich geschart hatte, um beim Schillerfeste 1859 und bei seinem 60. Geburtstage im März 1860 unter seiner Direk tion zu singen, sich zu einem festen Bunde zusammenschlossen. Das ist kurz nach seinem Ableben geschehen. Die Haupttrieb­feder war Heinrich Herzog. Aber sie vergaßen bei ihrem Zu sammenschluß ihren geistigen Vater nicht: seinen Namen setzten sie auf ihr Schild, und die Züge seines Gesichtes ließen sie in ihre Fahne sticken.

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