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Samstag, den 1. Februar 1930.

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Die Arbeiten der Nahrungsmittelpolizei in der Stadt Gießen im Jahre 1929.

Kontrolle der Nahrungsmittel.

Die Nahrungsmittelkontrolle wird im allgemeinen in der Deffentlichkeit wenig bekannt. Hin und wieder verschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblick in diese wichtige Aufgabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfang aber sich diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres auswirkt, möge zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung an gewissenlose Händler nachstehende Schilderung zeigen:

Es wurden im Jahre 1929 vom Polizeiamt Gießen 517 Proben von Nahrungs- und Genußmitteln dem Chemischen Un­tersuchungsamt Gießen zur Nachprüfung übergeben. Es waren folgende:

Mehl, Bad- und Teigwaren Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und Obst­Konserven

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Wasser und Mineralwasser

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Die Zahl der Beanstandungen sind in Klammern genannt.

Von sämtlichen untersuchten Proben wurden beanstandet:

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65 Proben 12,6 Prozent, gegen im Vorjahre 14,7 Prozent. Wie die Aufstellung ersehen läßt, erstreckt sich ein sehr großer Teil der Untersuchungen auf Milch und Milchpräparate. Wei­ter wurden 1050 Milchproben durch die Nahrungsmittelkontroll­beamten vorgeprüft. Jn 12 Fällen, bei welchen die Milch ver­dächtig erschien, mußten bei Landwirten in verschiedenen Ort­schaften von unseren Kontrollbeamten in den Früh- und Abend­stunden Stallproben erhoben werden. Wegen Nahrungsmittel­fälschung, insbesondere wegen Milchfälschung, wurden ganz er­hebliche Geldstrafen und in einem Falle drei Wochen Gefäng= nis verhängt.

Außerdem wurden 1577 Revisionen in allen Gewerbebe trieben und Handlungen, in welchen Nahrungs- und Genuß­mittel zum Verkauf stehen, gelagert und hergestellt werden, 3. B. auch in Backstuben, Mehlkammern, Wurstküchen und Speise­herstellungsräumen auf Reinlichkeit, sachgemäße und vorschrifts­mäßige Behandlung der Ware vorgenommen. Es wurden z. T. erhebliche Mängel festgestellt. Es wurden größere Mengen ver­dorbener Fleisch- und Wurstwaren vorgefunden, beschlagnahmt und der Abdeckerei zugeführt. Brotgewichtsrevisionen wurden

ten nicht in vermehrtem Maße bestellt wurden. Was fehlte nun den Kranken?" Rheuma, Erkältungskrankheiten, Neurasthenie in allen Formen, Blutarmut, chronische Unterleibs- und Magen­leiden u. a. m. Und alle erklärten, daß sie sich schon mehr oder weniger längere Zeit damit ,, herumschleppten" und daß

es nun nicht mehr so weiterginge. Nach der vorschriftsmäßig ,, genauesten" Untersuchung und der Mitteilung, daß Krant schreibung nicht erfolgen könne, begann dann ein Kampf, der bei weiblichen Kassenmitgliedern oft mit Tränen, bei männ­lichen mit Schimpfen endete.

Ich habe über diese vier Tage, vom 20. bis 24. Dezember, genau Buch geführt. 21 Kassenmitglieder habe ich frant geschrieben, bei dreien die Arbeitsunfähigkeit von der Bestätigung durch den Vertrauensarzt abhängig gemacht und bei 45, die mehr oder weniger lebhaft gewünschte Krankschrei­bung abgelehnt!" Also: Statistisch nachgewiesene Begehrlich­feit von über 60 Prozent!"

Es ist beachtenswert, daß der vorstehende Bericht auch von der linksdemokratischen Bossischen Zeitung" abgedruckt wird. Das Blatt schreibt dazu, es werde so viel und so heftig über die Vor- und Nachteile der Sozialversicherung diskutiert, und das geschehe so häufig auf der Basis von Grundsägen anstatt von

Jch will die deutschen Fürsten nicht vernichten, aber sie müssen den größeren deutschen Herrschern ebenso gehorchen lernen für das Vaterland, als sie jetzt Bonaparte gehor­chen gegen das Vaterland! Preußen muß an den Rhein und die Donau gehen, Desterreich zwischen der Donau, dem Rhein und den Alpen gebieten... Neue und feste Bande müssen um das deutsche Reich geknüpft werden." Dem deutschen Volte ruft er zu:

Nicht die Fremden haben uns unterjocht, nicht die un­endliche Verschmitztheit und listige Stärke des Italieners, nicht der Mut und die Tapferkeit der Franzosen hat Euch verdorben! Nein, nein! Der Wahn und die Verblendung des Zeitalters, die Silflosigkeit Eurer Verfassung, die Sorglosigkeit und Schwächlichkeit derer, die Eure Vertreter und Sprecher sein sollten! Endlich Eure eigene Redlich­feit und Gerechtigkeit, daß Ihr das Schwache nicht ohne Gnade vertilgen und das Verräterische nicht erstiden woll­tet, das Euch in die Gewalt der Fremden überliefert hat." Es klingt wie ein Propheten- Wort auf unseren Zusammen­bruch und die traurigen Begleiterscheinungen unserer Zeit! Jm Befreiungsjahre 1813 jubelt er:

,, Wer mag heute Germaniens Freude beschreiben über das gerettete Preußen, das zugleich ein rettendes ist? Dieses Jahr ist der Gipfel der preußischen Tugend, es gibt ihm eine Ehre, deren es vorher noch ermangelte; er führt Preußen unter die erhabenen Völker ein, welche die Frei­heit der Welt gerettet haben."

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Arndts Herz gehört jetzt ganz diesem Staate, mit warmem Mitgefühl und mildem Urteil schildert er das Unglüd von 1806, er sieht darin Gottes Finger und das Walten der un­erforschlichen Meisheit, welche nur durch den Zusammenbruch des Alten Preußens Wiedergeburt bewirkte.( Meinhold, Arndt S. 151.)

,, Die beiden Dinge, wodurch der Staat aus einem klei­nen und schwachen ein großer und mächtiger geworden, waren: der Geist freizulassen und das Volk kriegsgeübt zu machen. Der König ließ die Entwürfe und Einsichten seiner besseren Männer walten und fürchtete sich nicht vor dem, worin Schwächlinge, die das deutsche Volt nicht kann­ten, Gefahren zeigten: Deswegen soll König Friedrich Wil­helm III. von Europa gepriesen werden."

Weiße Zähne

296 vorgenommen, wobei auch das von auswärts zugefahrene Brot der Gewichtskontrolle unterzogen worden ist. 210 Brote, die Mindergewicht bis zu 160 Gramm hatten, wurden wegge= nommen und die betreffenden Bäder zur Anzeige gebracht. Auch auf die Kohlen, welche in Säden den Verbrauchern zugefahren werden, wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet. Bei 132 Stichproben fonnten strafbare Fälle von Mindergewichten in den Säden nicht festgestellt werden. Ferner sei hier noch er­wähnt, daß der Wochenmarkt, der Straßenhandel, der Fleisch­transport, das Vorrätighalten von Hackfleisch in der Sommers­zeit und die Fleischeinfuhr unter dauernder polizeilicher Kon­trolle steht. Wegen verbotswidrigem Vorrätighalten von Had­fleisch wurden 9 Metzger angezeigt und bestraft.

Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu schüt­zen, ist reichsgesetzlich geregelt, daß alle Tiere, deren Fleisch zum menschlichen Genuß bestimmt ist und nicht restlos im eige­nen Haushalt verwendet wird, vor und nach der Schlachtung von einem amtlich verpflichteten Fleischbeschauer oder Tierarzt untersucht werden. In Gießen ist durch eine besondere Polizei­verordnung geregelt, daß alles frisches Fleisch, von Rindvieh, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden und Hunden, das von Metzgern, Händlern, Hotels und Wirten von außerhalb einge­führt wird und nicht restlos im eigenen Haushalt verwendet wird, auf dem kürzesten Wege zur Nachschau in den städtischen Schlachthof zu verbringen ist. Hier sei zur Unterrichtung der Einwohnerschaft noch erwähnt, daß die Einfuhr von frischem Fleisch in Gießen in den Monaten April bis September nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr und von Oktober bis März nur von 7 bis 19 Uhr stattfinden darf.

Anzeigen wegen Zuwiderhandlung gegen diese Verordnung mußten in 9 Fällen erhoben werden.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß auch auswärtige Metzger und Händler Fleisch- und Wurstwaren nach der Laden­schlußzeit ihren Kunden in der Stadt Gießen nicht mehr zu bringen dürfen.

Bei aller Strenge, welche die Polizei auf diesem lebens­wichtigen Gebiete übt, ist die Beanstandungsziffer, 12,6 Pro­zent im Jahre 1929, gegen 14,7 Prozent im Jahre 1928 immer noch verhältnismäßig hoch.

Es wird deshalb an die Verbraucher die Bitte gerichtet, alle ihnen bekannt werdenden Mängel auf diesem Gebiete zur Kenntnis der Polizei zu bringen.

Die Polizeibeamten haben Weisung erhalten, diesem wich­tigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die schärfstte Auf­merksamkeit zu widmen.

Erfahrungen, daß ein authentischer Beitrag dazu die Beachtung ter breiten Deffentlichkeit wohl verdiene

Sitzung des Wirtschaftspolitischen Ausschusses.

Lotales.

Sonntagsgedanken.

Nr. 9.

Ich war hinausgezogen in die weite Welt. Ueber Tal und Höhen, durch Länder und Reiche, über Seen und Meere. Ich hörte das Leben lärmen, sah Städte der Kunst, blühende Auen und Palmenhaine, Stätten der Sage aus grauer Vorzeit. Hin auf bin ich gewandert und hinab und suchte das Glück und suchte es weit. Ich sah das Leben in tausendfarbigem Licht, aber was ich fand, war Einsamkeit.

Da, plötzlich stieg in mir ein stilles Heimverlangen aus der Seele tiefstem Grunde. Und ich wanderte zurüd die langen Wege und das Verlangen fiel von mir ab, das mich einst in die Ferne trieb. Da stand ich auf der letzten Höhe und vor mir lag mein Heimattal. Die Sonne füßte eben zum Abendgru noch das Kirchlein und den alten Turm und die Giebel der Häuser. Und die alten Heimatglocken flangen so feierlich ernst, so klar und rein. Es waren die alten Glocken, die ich als Kind vernahm, der gleiche eherne Mund, der einst klagte, als der Vater und die Mutter von uns schieden, die gleichen Glob fen, die einst den Sonntag mir fündeten und die dann später Sturm läuten mußten zum großen Krieg. Niemand heißt mich willkommen als ihr alter ernster Klang.

Heimat, o Heimat, o liebtrautes Wort. Wenn auch unsere Herzen beschwert sind von nationaler Not, fest stehen noch Berg und Hügel, noch grüßt das Tal der Heimat und im Tannen wald droben singen die Vögel das alte Lied vom Leben.

Heimat, komm an meine Brust! Die weite Welt lohnte mit Kräntung, du Heimat, nur du bist das Glück. Du machst mich wieder stark und jung und gibst mir den Glauben wieder. Den Glauben an meiner Heimat Glück. Und darum will ich den Arm rühren und schaffen, bis aus deutschem Unglück wieder, deutsches Glück sich schafft. Das möchte ich noch erleben, jenen Tag, wo der Aar in deutschen Lüften wieder stolz und fre freisen kann, wo Bruder wieder den Bruder liebt und Deutsch­land wieder Deutschland ist. Der Sonntagsschreiber.

* Abgabe von Steuererklärungen. Die Steuererklärungen für die Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuern sind in der Zeit vom 1. bis 15. Februar unter Benutzung der vorge schriebenen Vordrucke an das Finanzamt abzugeben.

* Führerhunde blinder Kriegsteilnehmer auf der Reichsbahn frei! Von der Reichsbahn wird neuerdings in einer Verfü gung an das Personal darauf hingewiesen, daß- sofern Po lizeivorschriften nicht entgegenstehen, und die Mitreisenden nicht Widerspruch erheben erblindete Kriegsteilnehmer an Stelle einer Begleitperson einen Führerhund gebührenfrei mit ins Abteil nehmen können.

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* Für unerlaubte Versäumnis der Bolksschule ist eine Geld­strafe in Höhe des halben ortsüblichen Tagelohns für einen Halbtag festgesetzt. Bei der Fortbildungsschule wird der Säu­mige für einen Halbtag mit einer Geldstrafe in Höhe des vollen ortsüblichen Tagelohnes für gleichaltrige Personen bestraft. Im Nichteinbringungsfall tritt an Stelle der Geldstrafe eine Frei heitsstrafe.

Studentische Wahlen. Die Wahlen zum Allgemeinen Stu dentenausschuß der hiesigen Studentenschaft sind durch Beschluß des engeren Ausschusses der Studentenschaft auf den 12. Fer bruar anberaumt worden. Neben der großdeutschen Liste werden auch Kandidaturen von den Nationalsozialisten und von den

* Deutsches Seminar der Universität. Einen Vortrag über ,, Politisches Theater und Kulturtheater" hält am Montag, den 3. Februar, abends 8,30 Uhr, im Hörsaal des kunstgeschichtlicher Instituts der Dramaturg des Stadttheaters, Herrn Dr. Karl Ritter.

Der gemeinsame Ausschuß für Wirtschaftspolitik beim Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag und beim Reichs Republikanern aufgestellt. verband des deutschen Handwerks trat am 21. Januar in Han­nover zusammen, um zu Fragen der Wohnungswirtschaft und der Förderung des Bauwesens Stellung zu nehmen. Im ein­zelnen wurden behandelt die Wohnungszwangswirtschaftsgesetze, der Entwurf eines Gesetzes über die Gemeinnüßigkeit von Woh­nungsunternehmen( Gemeinnüßigkeitsgesez), die Frage des Schutzes der Ladenmieter im bürgerlichen Recht, die Bauspar­kassenbewegung und die Frage der Baufinanzierung. Nach lebhafter Aussprache wurde der Geschäftsführung ein Beirat beigegeben, bestehend aus den Herren Kammerpräsidenten Bie­lefeld, M. d. R., Münster, Kammerpräsidenten Dunkel, M. d. R., Erfurt, Syndikus Eberhardt, Reutlingen, Syndikus Riedel, Berlin und Syndikus Dr. Kunze, Dresden, um in einer gemeinsamen Eingabe auf Grund der geführten Verhand­lungen die Auffassung des Handwerks zu den Fragen der Woh­nungswirtschaft und der Bauförderung niederzulegen.

Und dann singt er das Lob ,, seiner Preußen":

,, Wir können nun zu jeder Stunde sterben, wir haben auch in Deutschland das gesehen, weswegen es allein wert ist zu leben, daß Menschen in dem Gefühl des Ewigen und Unvergänglichen mit der freudigsten Singebung alle ihre Zeitlichkeit und ihr Leben darbringen können, als wären sie nichts."

,, Die heilige Begeisterung dieser Tage ist durch keine Aus­schweifung und Wildheit entweiht worden: es war, als fühlte auch der Kleinste, daß er ein Spiegel der Sittlichkeit, Bescheidenheit und Rechtlichkeit sein müsse, wenn er den Uebermut, die Unzucht und Prahlerei besiegen wollte, die er an den Franzosen so sehr verabscheut hatte... Die Preu­Ben sind dem ganzen deutschen Volte nicht allein die An­führer zur Freiheit gewesen, sie sind ihm auch ein Muster zur Tapferkeit, Zucht, Bescheidenheit und Menschlichkeit; sie sind die rechten Krieger Gottes, wie der jezige Krieg ein rechter Gottestrieg genannt werden kann; sie sind in der Schlacht wie ein verzehrendes Feuer, und wie er­quidender Sonnenschein, wenn die Schwerter ruhen." ,, Dies alles, daß Preußen wieder dasteht, daß Deutsch­land erstehen wird, daß das glorreiche Geschlecht der Hohen­zollern auch fünftig im Glanz herrschen wird das alles verdanken wir nächst Gott der geistigen Freiheit, die der König seinen Untertanen unverfümmert ließ."

Mit flammendem Protest wendet er sich gegen die, welche die Freiheit einschränken und verkümmern, die Männer der neuen Zeit als Aufrührer und Jakobiner verdächtigen wollen! Ich sage, Deutschland hat keine anderen Jakobiner und Um­fehrer als die zerbrochenen Seelen, die vor jedem fühnen Ge­danken und jeder hohen Tat zittern, als die bübischen Ver­räter, die für Napoleon und seine Franzosen arbeiten und den matten Wiegenschlag der Stiaverei immer wieder einleiern möchten.

Wenn alle Jakobiner heißen, welche gegen die deutsche Sitte sich auflehnen, welche auf das Vaterländische und Deutsche und auf die Wiedererhebung und Wiederbelebung des Vaterländischen und Deutschen hinweisen, so ist der König von Preußen, welcher zuerst den Stolz und den Mut der Rettung ergriffen, Deutschlands erster Jakobiner! Also nur immer frisch und getrost, braver König von Preußen!

* Bom Flugverkehr 1930. Wie verlautet, wird die bisherige Flugverkehrslinie Frankfurt- Gießen- Kassel- Hannover in die ser Zusammenstellung im Jahre 1930 nicht mehr beflogen. Die Stadt Kassel wird als Flughafen ausfallen, da Kassel, bekanntlich Schwierigkeiten wegen d. Bereitstellung eines Flugplatzes macht. Es wird vielmehr die internationale sogenannte nordische Flug­linie Frankfurt- Gießen- Hannover- Hamburg- Lübeck- Trave­münde Kopenhagen- Gotenburg- Oslo beflogen. Auf dieser Linie bleibt der Gießener Flughafen nach wie vor planmäßiger Saltepunkt aller Verkehrsflugzeuge.

* Obst- und Gartenbauverein. Pünktlich 3,30 Uhr findet

Zittre nicht vor dem Volfe, es hat nie etwas anderes ge wollt als Deine und seine Ehre und kann nichts anderes mollen... Wir leben in einer neuen Zeit, wir warten einer neuen deutschen Herrlichkeit, wie seit Jahrhunderten nicht gewesen ist, aber wir wollen und tönnen sie nicht durch wilde Revolutionen gewinnen. Solche Tollheit ist nicht deutsche Art, für solches Unglüd ist unsere Schuld zu flein."

Und dann wendet er sich zu Desterreich, das thm einst als die deutsche Vormacht vorgeschwebt hatte., Wie hat Desterreich den Krieg von 1813/14 geführt? Und wie die Verhandlungen mit Napoleon und in Wien auf dem Kongreß?

Warum hat es seinen deutschen Kaiser, den es im Som mer 1806 wie eine unbedeutende Kleinigkeit so leicht auf gab, nicht wieder gewollt? Warum hat es seine alten Landschaften am Rhein und jenseits des Rheins, warum hat es seine alten Stammlande Elfaß und Lothringen nicht wieder gewollt? Warum hat es sich aus Deutschland heraus gegen Polen und Italien und die Türkei hingezogen, wo ihm doch keine sichere Herrschaft blühen wird? Es ist möglich, daß ihm noch einmal ein Wahn und eine Lust der alten Herrschaft antommt, daß es sich wieder in die Mitte des Reiches hineinstellen will. Vergebens! Verloren ist verloren. So gerecht ist das Glüd: Die Zeit wird tommen und ist wohl nicht fern, wo Desterreich die Politit der Nein! lezten beiden Jahre wirklich nicht legnen wird. Wer soll des Rheines Hüter sein? Preußen!"

,, Ein edler Stolz ziemt Preußen für Deutschland und für sich selbst. Eine Welt und ein ganzes hoffendes Volk, sieht darauf als auf das glänzende Zeichen seiner glücklichen Zukunft. Preußen wird durch sein eigenes großes Herz. es wird durch den fortreißenden Strom der Umstände und Verhältnisse, es wird durch die Notwendigkeit des Kamp­fes um fein eigenes Dasein zu jener Höhe hinauf getrieben werden, vor welcher ihm jetzt selbst schwindeln würde, wenn es sie sehen könnte, wie sie sein wird. O, tönnte ich meis.' sagen, so flar steht Preußens und Germaniens Zukunft vor meiner Seele; aber ich will die Wonne der Geschichte in meiner Brust verschließen, deren Erfüllung nicht mehr in weiter Ferne dämmert." Schluß folgt.

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