Mittwoch, den 17. September 1930.

,, Gießener Zeitung"

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Nr. 74

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Zum Geleit

Sarrasani! Der Name an sich strahlt eine starke Leuchtkraft aus, in ihm ist Poesie und Romantik, in ihm ist Abenteuerlichkeit und eine Ahnung von merkwürdigen Tieren, sonder baren Menschen, von fremden Ländern und weiten Reisen.

Hans Stosch- Sarrasani ist ein Großmeister heute. Er gebietet einem Trosse von Menschen, die aus der Fremde kamen, von Kunterbunten Künstlern, von seltsamen Tierwesen, von Ma­schinen und Wagen und Autos, von Traktoren und Raupenschleppern, von Eisenbahnspezial­zügen. Die ganze Welt mischt sich förmlich unter dem Glanz dieses Namens: Indianer und Rifkabylen, Mexikaner, argentinische Gauchos, Brasilianer, chinesische Gaukler, Kongo­neger, japanische Hofkünstler, Tscherkessen, Albaner. Ägypter und Kreolen, und dazu kommen gewaltige Herden von Tieren: die in aller Welt berühmten Sarrasani- Elefanten, edle Rosse, die aus aller Welt und von allen Rassen sachverständig gesammelt wurden, Eisbären vom Nordpol und Grislybären aus den nordamerikanischen Rocky Mountains, sibirische Trampel­tiere und Kamele vom Hochlande Tibet, afrikanische Dromedare, ägyptische Nilpferde, Transvaalzebras, Affen aus den brasilianischen Urwäldern, Schlammbüffel aus den Sümpfen des Sudan, australische Känguruhs, Sudan- Löwen, Tiger aus der Mandschurei und den Gewürz- Inseln.

Aber den Mittelpunkt bildet die Gestalt des großen Zaubermeisters selbst, der alle Schön­heiten der Welt und alle Seltsamkeiten von fünf Erdteilen zu sammeln verstand:

Hans Stosch- Sarrasani

Er ist ein Mann des Geistes und des Willens. Ein Schaffer, der es aus niedrigster Stufe emporgebracht hat zum Souverän einer Weltschau. Dessen Leben und Schaffen überreich ist an Abenteuern, an Schicksalsschlägen, an glanzvollen Erfolgen, an katastrophalen Zwischen­fällen, an reizvollen Erlebnissen. Inmitten seiner unsteten Wanderungen über die Welt, inmitten aller Wandlungen des Schicksals hat er stets das große Ziel vor Augen gehabt, das er nun erreichte: ein Werk zu schaffen, das Millionen Menschen jährlich Freude bereiten könnte, vor allem der Jugend. Ein echter deutscher Unternehmungsgeist, ein wahrer Jdealis­mus spricht aus ihm. Was er in seiner Jugend sah in der fernen Wildnis und an den Stätten konzentrierter Hochkultur, das alles verwandte er für die Schau. Die Tiere, die er in der Wildnis beobachtete und mit denen er sich anfreundete, sie folgten ihm nach Europa, nach Deutschland, ihre Sprache hat er gelernt, ihren Charakter hat er verstanden.

Die Jugend hat ein Anrecht darauf, den Werdegang dieses bedeutenden Mannes kennen­zulernen, nicht nur in den großen Zügen seiner Entwicklung, sondern auch in den Einzel­heiten seiner Abenteuer und Episoden. Ein amerikanischer Reporter, wohl kennend die Forderungen seines Kinderlieben Landes, der bekannte Mister Talker vom ,, Weltkurier", hat seine kostbare Zeit zwei Jahre lang verwandt, um Hons Stosch- Sarrasani auf Schritt und Tritt zu verfolgen und ihm seine Geschichten zu entlocken, die in dieser Serie allen, die jung sind, und allen, die jung fühlen, unterbreitet werden.

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Es kommen Mexikaner, Cowboys, Cowgirls, Argentiner, Brasilianer, Mulatten, Kreolen, Rifkabilen, Tscher­kessen, chinesische Gaukler, mongolische Speerkämpfer, tibetanische Gladiatoren, ein japanisches Theater, Neger, Afrikaner, Aegypter, Inder, Türken, Repräsentanten von 37 Kulturnationen, 80 Sarrasani- Girls, aus­erlesene Schönheiten aus allen bereisten Ländern, 100 Sarrasani- Musiker, Deutschlands größtes Bläserkorps. Es kommen die 22 Sarrasani- Elefanten, berühmt auf der ganzen Erde, 200 Rosse aller Rassen, Leopar­den, Bengaltiger, abessynische Löwen, Polarbären, australische Känguruhs, Transvalzebras, das einzige dressierte Nilpferd der Welt, asiatische Kamele, persische Trampeltiere, Büffel, andalusisch Stiere, bra­silianische Urwaldaffen, Seelöwen, Watussi- Rinder usw.

Es kommt die ,, Revue der Welt", das schönste Schauspiel der Gegenwart. 200 eigene Autotransport­züge in dem gewaltigsten schönsten Zeltbau, der je konstruiert wurde, insgesamt 10 000 Sitzplätze ent­haltend; 400 Künstler, 500 Tiere unter persönlicher Leitung von Hans Stosch- Sarrasani, Europas volks­tümlichstem Zirkusmanne. Kurz und gut, es kommt der einzige und echte:

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