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Nr. 49.

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Gamstag, den 16. Juni 1928.

Aurzarbeit und ,, welcher anderen Gründen?" der Ausfall erfolg­Anzugeben ist der Wert der Wohnun" im ,, eigeneng" Hause. Ueberweisungen haben an die Finazkasse" zu erfolgen. Statt Kurzarbeit spricht das Formular von Kurarbeit" und so geht es weiter. In dem Formular steht u. a. Ich bin mir bewußt, daß ich mich durch unrichtige Angaben der Gefahr einer Bestrafung wegen Steuerhinterziehung aussetze." Wir sind der Meinung, daß das Finanzamt Freiberg i. Sa. auf das Formular noch hätte die Worte setzen müssen: Wir sind uns bewußt, daß, wir, das Finanzamt Freiberg, mit der Heraus­gabe dieses Vordruces uns unsterblich blamieren."

Was wir wollen!

Worte eines alten Kriegers über das Kriegervereinswesen. Die große Gemeinschaft von Kameraden, die sich zu Millionen in dem Reichskriegerbund Kyffhäuser zusammengeschlossen hat, verfolgt nur die edelsten Ziele. Der Philister, oder gar der, dem es in seinen leidigen ,, Parteikram" paßt, wird zwar in dem so stark und eindringlich klingenden Wort ,, S ,, Krieger" immer nur die fünf Buchstaben ,, Krieg" herausklauben, da die Er­innerung an vergangene harte Jahre noch in seinen Gebeinen sitzt. Er wird von propagandistischen Versammlungen faseln, in denen die Ideen einer ,, Revanche" und eines neuen Krieges durchgefochten würden. Für ihn ist Kriegerverein" eins mit dem ominösen Schlagwort ,, Reaktion". Und doch, ach, wie jern stehen wir solchen untergeschobenen Absichten. Um wieviel höher sind unsere Ziele, um wieviel edler unsere Zwecke. In unren Reihen wird nicht gehetzt, nicht gehaẞt, nicht gelärmt und nicht politisiert. Wir sind Menschen, die sich in treuer, lieber Kameradschaft zusammenfinden, um die Geselligkeit zu pflegen, um Erinnerungen nachzuhängen, die unsäglich teuer sind, um unsre Jugend zu Menschen zu erziehen, die stolz auf eines Volkes Vergangenheit und gestählt für dunkle Zukunft durchs Leben gehen sollen! Vor allem aber wollen wir unseren gefallenen Kameraden durch soziale Hilfe für ihre Hinterblie­benen und Fürsorge für die überlebenden kriegsbeschädigten Helden tatkräftigen Dank abstatten. In unseren Reihen ist jeder willkommen, ob arm oder reich, ob hoch oder niedrig, der uns ein guter Kamerad sein will und sein Vaterland über alles achtet und ehrt wie wir. Partei politik findet da keinen Ein­gang. Sie mag das müßige Streitobjekt der Parteien und Par­lamente sein und bleiben oder eine häusliche Betätigung! Wohl alle unter uns waren einmal eins in der alle Gegensätze auf­hebenden Kameradschaftlichkeit, als Not und Tod, Schrecken und Hölle uns umlauerten und zusammenkitteten. Wir haben die Knarre" auf der Schulter getragen, wir haben nimmermüd unser heiliges Vaterland verteidigt, wir haben die blanken Säbel und Pallasche zur Rettung unserer bedrohten Heimat in der Sonne hellauf blizen lassen, wir haben unser Blut mehr oder minder auf dem Altar der Treue geopfert und das allein bindet uns start und fest zusammen. Die gemeinsame Erinne rung an gloriose Vergangenheit, die erst sterben wird, wenn wir unser Selbstvertrauen verlieren, gemeinsames Bangen und Hoffen um Deutschlands und seines kühnen, kräftigen Volkes Zukunft, die in den mutigen Seelen unserer Jugend verborgen liegt, das sind so starke Bande wie die der Familie, auf deren f Moral und Sittlichkeit sich die Gesundheit eines Strates auf­

baut.

Krieger waren wir einst, Krieger mit drohenden Waffen, blitzenden Augen und standhafter Energie. Krieger sind wir auch heute noch! Aber Krieger des Geistes, er uns erfüllt und mit dem wir zerbrochene Ideale, ehrwürdige Traditionen, die in der Rumpelkammer der Weltgeschichte nie vermodern dürfen, neuen Mut und neues Streben in aller Herzen wieder zu Nutz und Frommen des ganzen Volkes aufrichten wollen: Pro deo et patria!

Englische Kabelmeldungen

nach Südamerika.

C. G. K.

Der Zweck der nachstehenden Zeilen soll nicht der sein, die jämtlichen englischen, französischen und belgischen Lügennach­richten vom 1914 vollständig aufzutischen, sondern nur die­jen igen Kabelmeldungen zusammenzustellen, die man in die großen führenden südamerikanischen Blätter gelangen ließ. Es eigt sich, ein wie großer Stab von Mitarbeitern im Interesse der englischen Sache am Werte ist; wie den Südamerikanern und sonstigen Ausländern Meldungen mit dem verschiedensten berkunftsstempel, selbst Berlin, zugingen, um den Neutralen in dem Glauben an die Echtheit englischer Meldungen zu be­tärfen.

In den ersten Kriegstagen kommen noch einige holländische Meldungen deutscher Herkunft durch; dann aber wurde die Zen­jur strenge und nur in Ausnahmefällen fand noch eine Deutsch­land günstige Meldung Aufnahme, die auf irgend eine Weise dem Auge des Censors entgangen war. So soll im Folgenden

bir eine furze Darstellung der wichtigſten Kabelmeldungen bis zu dem Tage gegeben werden, wo die Bemühungen zur Aufklärung via Nordamerika einsehen und somit auch allmäh­lich zu einem Mißtrauen gegen Reuter und Havas beitragen. Die ersten 14 Tage. Stimmung und finanzielle Aussichten".

Auf Veranlassung von Deutschlnad, das seit lange schon nach einem passenden Vorwande zu einem Kriege sucht, richtet Dester­reich wegen des serbischen Attentates eine Note an Serbien, die in so maßlosen Forderungen und so unglaublichem Ton gehal­ten ist, daß Serbien als ehrliebendes Kulturvolk sich auf das tiefste beleidigt fühlen muß. Rußland sieht ein, daß es dem Brudervolke zu Hilfe gegen diesen barbarischen Angriff kommen maz. Ein Wort von Deutschland hätte nun genügt, Dester­reich zurückzurufen. Statt dessen stellt sich Deutschland auf die Se ite Desterreichs. Frankreich bleibt seinem Bündnisse mit Ringland getreu und erkennt seine hohe Aufgabe die Civilisa­tion gegen die Barbarei zu schützen. England fragt in Deutsch­land an, ob es auch unter allen Umständen die Neutralität Belgiens achten wolle. Da Deutschland keine klare Antwort gibt, so muß England sich auf die Seite der Bedrängten stel­lem und erklärt den Krieg, als Deutschland den Frevel begeht Dass friedfertige Belgien anzufallen und die Grenzen zu über­

Sonntag

-

Gießener Zeitung"

Lofales.

Sonntagsgedanken.

- Tag des Lichtes, Tag der Sonne! Laßt uns abstreifen die Schladen des grauen Werktages und werfen wir die Nöte unserer mühseligen Zeit hinter uns!

Verscheuchen wir wenigstens über den Sonntag die finste= ren Mächte des sorgenbeschwerten Alltags! Unsere Herzen wollen wir dann öffnen, auf daß das Licht des Sonntags in sie eindringe. Das Dunkle und Finstere muß flarer Helligkeit weichen.

In jeder Menschenseele häuft sich die Woche über Sorge auf Sorge, Kummer und Leid, oft auch Elend und Not. Da hat nun unser Herrgott den Sonntag dafür geschaffen, daß Licht in dieses Dunkel komme, um die in allen Herzen liegenden Ewigkeitswerte nicht ganz unempfindlich zu machen. Der erd= gebundene Mensch soll wenigstens an diesem Tage Herz und Seele freimachen für das Licht der ewigen Sonne.

Sonne? Steckt in diesem Worte wicht der geheime Sinn von gesund?- Sich sonnen, heißt gesunden! Sonntag das ist der Tag der Gesundung! Gesunden wollen wir von den Leiden des Werktages, aus­ruhen von der Last, die wir die Arbeitswoche hindurch tragen mußten, genesen und erholen wollen wir uns von der Erdge= bundenheit der Werkelwoche. Reinigen von allem Unrat, der sich auf unsere Seele legte, herausarbeiten aus der Tiefe, in die uns vielleicht ein Alltag führte; emporsteigen soll am Sonntag unsere Seele zum allesüberstrahlenden, allesüberdauernden Lichte! Gesunden soll unsere Seele jeden Sonntag aufs neue am Urquell allen Lichtes, am Urquell alles Seienden.

Lichtströme, vom Unendlichen ausgehend und ins Ewige einmündend, mögen unsere Seelen an den Sonntagen durch­fluten, auf daß uns einst ein ewiger Lichttag, ein ewiger Sonn­tag werde!

Trinken und schlürfen sollen wir vom Born des ewigen Lichtes, das durch unsere Kirchen dringt und durch Gottes schöne Frühlingswelt. Dort an diesen heiligen Wassern der Erkennt­nis mögen unsere Seelen zum Sonntag sich laben, auf daß das geweihte Wasser eindringe in die verborgensten Falten unserer Herzen.

Wenn wir so den Sonntag verstehen lernen, dann wird er uns zu einem wirklichen Tag des Lichtes, zu einem wahren und echten Sonntag, zu einem Tag der Seelenge sundung. Solche Lichttage führen einst zum lichtumflossenen ewigen Sonntag. Der Sonntagsschreiber.

* Festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht wurde der Dienstknecht Wilhelm 3 ahrt aus Deckenbach. Nach Ver­büßung einer mehrjährigen Gefängnisstrafe wegen verschiedener Diebstähle, nahm Zahrt zunächst wieder Stellung in der Land­

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schreiten. Es folgen nun die wechselseitigen Kriegserklärungen der Staaten unter einander. England versucht trotzdem zu einer friedlichen Lösung zu gelangen. Erst am 3. August ent­schließt sich, wie Daily Chronicle schreibt, das englische Rabinett endgültig, Truppen außer Landes zu schicken, falls es gar nicht anders zu machen sei. Nach wie vor ist England bemüht den Frieden zu erhalten.

Der Krieg, durch die Ländergier des deutschen Kaisers her­vorgerufen, ist in Deutschland gänzlich unpopulär, da Deutsch­land für den Militarismus fämpfen soll, während die übrigen Staaten für die Civilisation und Kultur sowie die Freiheit der Schwachen eintreten. Kein Wunder, daß die deutsche Regier­ung zu schroffen Maßnahmen ihre Zuflucht nehmen muß. Gibt doch nach Meldungen aus London vom 7. ein Deutscher in ho­her bekannt, der Kaiser nach allgemeiner

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wirtschaft an. Sehr bald erwachte in ihm jedoch wieder der alte Trieb zum Verbrechertum. E verließ seine Stelle unter Mitnahme eines Fahrrades und eines Geldbetrags und ver= legte sich in der Folgezeit wieder ganz auf sein altes Diebes­handwerk. In turzen Zeitabschnitten beging Zahrt Einbruchs­diebstähle in Mainzlar und Beltershain, wobei ihm mehrere hundert Reichsmart, fünf wertvolle Uhren, Schuhe und sonstige Kleidungsstücke in die Hände fielen. Einige Zeit nach Be­gehung der Straftaten gelang seine Festnahme in hiesiger Stadt. Während die gestohlenen Uhren und Kleidungsstüde noch bei ihm vorgefunden wurden, hatte er das Geld bis auf einen klei­nen Rest bei Festlichkeiten und Zechgelagen verjubelt. Das gestohlene Fahrrad wurde in einem Wald bei Deckenbach, wo es Zahrt versteckt hatte, aufgefunden.

* Gestohlen wurde einem Studenten in der Nacht zum 13. ds. Mts. eine wertvolle Uhr mit goldener Kette. Täter und Diebesgut wurden ermittelt.

*

Schaffung eines Stadtamtes für Leibesübungen. In einer Sigung am Dienstag Abend, die unter dem unparteiischen Vorsitz des Gießener Verkehrs- Vereins stattfand, gelang es, zwischen sämtlichen bürgerlichen Sportvereinen einerseits und Arbeiter- Sportkartell andererseits ein Einvernehmen zwecks vereinten Wirkens für und in einem Stadtamt für Leibesübungen herzustellen.

dem

* Sonderzug nach Eisenach. Am Sonntag, den 24. Juni, fährt wieder ein Sonderzug zu der Wartburgstadt, wofür wie­der eine Fahrpreisermäßigung von einem Drittel des Fahr­preises eintritt. Der Zug fährt um 6,02 Uhr in Gießen ab und ist schon um 9,57 Uhr in Eisenach. Die Rückfahrt erfolgt um 18,46 Uhr ab Eisennach und wird die Ausgangsstation Gießen wieder um 22,49 Uhr erreicht.

* Musikalischer Abend. Im großen Hörsaal der Universi­tät veranstaltet die Volkshochschule heute, Samstag abend, um 20 Uhr, einen Musikalischen Volkskunst- und Schubert- Abend.

* Gleiberg- Fest. Der Gleiberg- Verein feiert morgen, am Sonntag, den 17. Juni, auf der Burgruine ein Gleibergsest.

Aus Nah und Fern.

Steinberg b. Gießen. Anläßlich seines 40jährigen Ver­einsjubiläums hält der hiesige Gesangverein Jugendfreund" am Sonntag, den 17. und Montag, den 18. Juni, auf der Mooks­wiese" einen Gesangswettstreit ab.

Lich. Wie der Bürgermeister der Stadt Lich dem Stadt­vorstand mitteilte, hat der Licher Beigeordnete Ludwig Dörner sein Amt niedergelegt, so daß die Neuwahl eines Bei­geordneten für die Stadt Lich erforderlich ist.

Aus der Wetterau. Der älteste Einwohner der Wetterau, Kaspar Sulzbach aus Oppershofen, vollendet in diesen Ta­gen sein 94. Lebensjahr. Er ist noch verhältnismäßig rüſtig und verrichtet noch leichte Arbeiten.

Ein Bahnprojekt für die Erschließung des Vogelsbergs.

Schlüchtern. In einer Besprechung der Vogelsberg- Bahn­projekte, die unter dem Vorsitze des Landrats Freiherrn v. Gagern stattfand und an der sich besonders Vertreter des Kreises Schlüchtern beteiligten, wurden Mitteilungen über ein größeres Bahnprojekt gemacht, das sich zurzeit in der Ausarbei­tung befindet und die Schaffung einer direkten Linie von Kob­lenz über Gießen, Fulda nach Meiningen mit Schnellzugsver= tehr vorsieht. Von Vertretern des Kreise Fulda wurde gefor­dert, eine Kleinbahnverbindung Großenlüder- Weidenau zu schaffen, und vom Kreise Schlüchtern wurde erwogen, diese Li­

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so daß es erst ernsthafter Vorstellungen der amerikanischen Re­gierung bedarf, um die amerikanischen Bürger freizubekommen. Die russischen und französischen Konsuln in Berlin und Dres­den sowie in München werden, laut Meldung aus Paris vom 7. beleidigt und schwer mißhandelt. Die Fenster der englischen werden Meldung aus London vom 8. Botschaft in Berlin eingeworfen, 40 Engländer in Spandau interniert. Prinz Aage von Dänemark wird nach Kopenhagener Meldung vom 7. in Berlin als Spion festgesetzt. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Gerard, wird von der deutschen Regierung gehindert mit seiner Regierung in drahtlichen Verkehr zu treten und muß erst nach Meldung aus Amsterdam vom 9. feierlichen Pro­test erheben, und zugleich Beschwerde wegen der Gefangennahme oon Amerikanern führen.

Der Aufmarsch der deutschen Truppen vollzieht

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und daß man im Falle eines unglücklichen Ausganges des Krie­ges mit der allgemeinen Revolution zu rechnen habe. Die So­zialdemokraten sind nur dadurch einzuschüchtern gewesen, daß Liebknecht, wie Paris vom 7. meldet, mit hundert andern sozia­listischen Abgeordneten füfiliert wurde.

Die finanziellen Aussichten Deutschlands für die Kriegfüh­rung sind außerordentlich geringe. Nach offiziösen Nachrichten aus Paris vom 1. August, verfügen wir nur über 2624 Milli­onen Franks in Bankemissionen, wozu allerdings noch der Letzterer aber spricht Kriegsschatz von 450 Millionen tritt.

kaum mit, da er nur 2 Millionen in Gold, den Rest in Sil­bergeld aufweist. Dagegen verfügt allein Frankreich über 4744 Da Millionen Francs, wovon 4 101 in Gold bereit liegen. nun Deutschland nach genauen Berechnungen monatlich eine Milliarde benötigt, so ist es klar, daß wir nur wenige Wochen den Krieg aushalten können.

In welcher Weise der so gefährliche deutsche Handel ge­troffen wird, geht schon allein daraus hervor, daß nach einer Meldung aus London vom 6. sich Anfang August 2000 deutsche Dampfer und 3000 Segler auf See befinden.

Furchthar haust der Pöbel in Berlin. Cambon muß seine Reise auf eigene Kosten ohne alle Bequemlichkeiten machen, da die deutsche Regierung keinerlei Erleichterungen gewährt. Er gelangte endlich nach Dänemark, wo ihm die dänische Re­gierung einen Sonderzug stellt. Amerikaner werden, nach Mel­dungen aus Washington vom 6. widerrechtlich zurückbehalten,

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richtet der Korrespondent der News Agency, daß er bei seinen Reisen in Süddeutschland sich persönlich davon habe überzeugen können, daß die deutsche Mobilmachung gut gehe und besonders die Eisenbahnen sich ihrer Aufgabe vollauf gewa.hien zeigten. Spätere Aussagen von gefallenen Deutschen besonders von Of= fizieren besagen, daß nach Meldungen aus Paris vom 10. der Hunger im deutschen Heere unerträglich sei. Auch von Begeisterung sei nichts zu merken. Habe man doch der Deut­schen gesagt, daß Belgien um Hilfe gegen Frankreich gerufen habe, so daß sie dann dem furchtbaren Feuer der Belgier ganz ahnungslos und hoffnungslos gegenübergestanden hätten.

Am 3. soll nach New Yorker Meldungen Kaiser Franz Joseph ermordet sein; eine Nachricht, die später allerdings widerrufen wurde. Als aber dann noch die im französischen Heere dienen­den Peruaner die französische Regierung baten mit gegen Deutsch­land kämpfen zu dürfen; als dann auch noch die in Paris le­benden Amerikaner sich am 6. erboten eine große Anzahl von Kompagnien aufzustellen, die in denselben Uniformen kämpfen sollten, wie unter Lafayette bei den Unabhängigkeitskämpfen Meldung aus Paris, der nordamerikanischen Union, gab Kaiser Wilhelm einem Kabel aus London vom 6. gemäß seinen Posten" auf und verließ Berlin. Am 7. wird dann noch dem Berichte des Standard zufolge der deutsche Kron­prinz bei einem Attentate, wobei der Täter entfloh, schwer ver­wundet; was ihn aber erfreulicherweise nicht daran hinderte, gleich darauf nach Brüsseler Meldungen, an der belgischen Grenze zu erscheinen.

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