Einzelbild herunterladen

Nr. 4.

hanns Heilmillel

in der Niederlage theke, Giessen

terstrasse 4, Heumann- Buch

ildung. erhält jed. Leser ft und portofrei, von & Co Nürnberg M. 629

Inserieren bringt Gewinn!

Wir suchen

Verkauf!.

Gießener Zeitung

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­endung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

41. Jahrg.

-

Häuserolitiche Sagesschau.

jed. Art, zweds Unter­breitung an Stauf Interesienten. Nur,

Im Haushaltungsausschuß des Reichstages wurde beschlos=

Angebote von Selbsten, die Regierung aufzufordern, baldigst ein Schuhgesetz für

e gentüm. cimünicht ältere Arbeiter und Angestellte vorzulegen.

an den Verlag Saus u. Grundbesik

*

Der argentinische Außenminister, Gallardo, der sich zur Zeit in Paris aufhält, hat bei dem deutschen Botschafter in Pa­

Wer verkauft is einen Besuch abgestattet und ihm noch einmal den offiziel= Wohn- oder Geschäfts- len Dank der argentinischen Regierung für seine Aufnahme in

haus, Villa, Landwirt schaft, Gasthof, Fabrik'

Deutschland ausgesprochen. Auch er persönlich äußerte sich nd. sonst. Betrieb, auch außerordentlich befriedigt über den herzlichen Empfang, der

Bauterrain. Sofort, ihm zuteil geworden ist.

Angeb. an W. Schmitz,

Köln- Zollstock

*

Höningerweg 194. Wie mitgeteilt wird, ist die Meldung, daß der japa= nische Untersekretär des Völkerbundssekretariats, HEIRAT! Suftimara, Berlin aufsuchen wird, zutreffend. Es han­Hübsche 22 jähr. Guts- delt sich um einen Höflichkeitsbesuch.

besitzertochter Halb­

maise mit 1200 Morg.

gr. Gut u. 275 000 Mt.

Nach Berichten aus Friedrichshafen wird der neue Zep=

bar wünscht sich mit jo- pelin 2. 3. 127 schon im Mai fertig sein. Das neue Luft­liden Herrn auch ohne schiff, das Nationaleigentum ist, wird schon im August eine Berm. zu verheiraten zeanfahrt nach Nord- und Südamerika unternehmen. d. Frau Adamkiewicz, Berlin C. 25.

Albin Klein

rfurie

Wajde

B

*

Der amerikanische Staatssekretär Kellog lehnt in ziemlich lauger und scharfer Note an Frankreich einen Sonderpakt mit diesem ab.

*

An der französisch- italienischen Grenze auf dem Mont Ce­-nis ist es gestern zu einem schweren Grenzzwischenfall zwischen beiderseitigem Militär gekommen.

Im Staate Colorado in U. S. A. ist es zu schweren Streit­unruhen gekommen. Man erwartet die Verlängerung des

en u. Kriegszustandes über das Streitgebiet.

3. Januar 1928

f. Goethestr. 31.

a Perlen

2 schützen Dich und Erkältung

in Apotheken u. Drogerien

Stadt und Land.

Das Zeitalter der Romantik zwischen Stadt und Land ist versunken. Es bestand in den Jahrzehnten, ehe die große Agrar­trise ausbrach, vor der Gründung des kampffreudigen Bundes der Landwirte, so schreiben die Leipziger N. Nachr.". Da­mals sah der Städter im flachen Land hauptsächlich eine Gele­Droger. E. Karn, Kai genheit zu stimmungsvollen Sonntagsausflügen und zur som­Noll, Löwen Drogeric merlichen Erholung, während der Bauer seinerseits die Stadt Kilbinger. um ihre Vergnügungen beneidete und sie im übrigen für eine Massenansammlung von mehr oder weniger begüterten Tage­kellerei dieben hielt, die gleichsam zum Spaße gelegentlich etwas sucht ab 1. Januar 1928 leichte Arbeit- taten. Marristische Anschauungen, die Gegensäge

rter Kundschaft tüchtigen, verlässigen

ns- Vertreter..

zwischen Erzeugern und Verbrauchern spielten in diese ver­hältnismäßig harmlosen Gedankengänge nur wenig hinein. Sie entflammten die Gemüter eigentlich erst wirklich in den Capri­vi- Tagen, in den Tumulten um die Handelsverträge. Von da an wirkte ihr Gift allerdings recht gründlich. Der Normal­äftsstelle d. Bl. unter 1700. städter ließ sich nicht ungern davon überzeugen, daß dem Bauer alles zuwachse und daß er für diesen vom Himmel fallenden Segen rohherzig Wucherpreise erpresse; der Landwirt hinwie­derum begriff nicht, warum just er, der sich wenigstens den gan­nikum Frankenhausen.g Hasch- u.Automobilb. Schwachen Sommer lang vom Morgengrauen bis in die sinkende Nacht hinein quälte, in Wind und Wetter seinem harten Beruf nach­gehen mußte, warum just er an der geldlichen Ueberfülle, die niederfiel, nicht teilnehmen sollte. So stan­

.Aelt. Sonderabt, f.Landm. u.Flugt

Kaffee- Import

sucht

ober Dame

auf das neue und Stadt gereizt und feindselig, verständnislos

den sich Land

gegenüber. Die größere Druckraft, der wirtschaftliche Vorteil lag bei der Stadt; durch die rasend rasch fortschreitende indu­trielle Entwicklung wurden die Agrargebiete ausgelaugt und liefen Gefahr, zu veröden.

Theorie und Pragis trieben uns auf den Industriestaat

estaurants, Kaffees und hin. Deutschlands Boden, so wurde gelehrt, reichte nicht aus, eingeführt, gegen hohe um ein sich rasch vermehrendes Volk zu ernähren; der Gewerbe­Tenstein& Bogler, Dedung des Fehlbetrages sorgen. So schossen die Fabriken in

ngebote unt. B. R. 528

Bremen.

ose

attung

fleiß der Bürger, vor allem der Ausfuhrhandel müßten für

die Höhe, entwickelten sich die Städte zu immer gewaltigeren Gebilden, und ruhelos saugten sie die junge Kraft des Landes auf. Statt nach Amerika auszuwandern, das früher für die Phantasie der Armut Kanaan und Ophir gewesen war, dräng­ten jetzt die Massen des jungen Landvolkes in die Steinmau­ern. Jedes neue Hunderttausend städtischer Einwohner wurde als eine Kulturerrungenschaft, als moderner Fortschritt be­grüßt, und nur vereinzelte Stimmen wiesen darauf hin, daß zwischen den düsteren Hofwänden der Mietskasernen viel fri­sches Leben dahinwelkte. Jene Jahrzehnte industriell- kommer­zieller Blüte waren so entwickelungsfroh und so selbstsicher, daß

mäßiger Monatsbeiträge ihre Kinder auf den letzten Höhen der Menschheit zu wandeln ng bis zu 2000 Rmt. wähnten und in der deutschen Landwirtschaft eigentlich etwas

giös neutral.

Kirchenaustritt!

tretung

Ueberwundenes, dem Untergang Geweihtes erblickten.

Schon vor dem Kriege hat indes gesunder Menschenverstand mit beginnender Einsicht diesen Uebertreibungen entgegenge= wirkt. Englands viel gerühmtes Beispiel schien doch nicht in allen Einzelheiten ohne weiteres auf deutsche Verhältnisse übertragbar. Wenn John Bull seine Landwirtschaft achselzuk­

ftigen Bedingungen zu fend zugrunde gehen ließ, so gehörten ihm dafür die Meere,

ufchriften erbeten unter

waren seine Verbindungen mit den Kornkammern und Fleisch­

Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr.

Samstag, den 14. Januar 1928

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz­vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

Nummer 5

Dr. Geßler tritt zurück.

Nach neuesten Meldungen legt Reichswehrminister Dr. Geßler, der in letzter Zeit zwei Söhne und die Mutter verloren hat und dessen Gesundheit zu wünschen übrig läßt, sein Amt endgültig nieder. Bis zu den Reichstagsneuwahlen und der Regierungsneubildung wird Reichskanzler Dr. Mary das Reichs­wehrministerium vertretungsweise übernehmen.

Mit dem Parteibuch in der Hand.

basis, durfte sich dem Inselreich nicht vergleichen. Der Krieg zeigte, wie berechtigt die Einwände der Vorsichtigen gewesen waren. Niemand von uns wünscht den Nachkommen eine neue Hungerblockade, und niemand wird deshalb leichtfertig den deutschen Ader aufgeben wollen. Vielmehr gilt es, seine Frucht­barkeit und seine Leistungsfähigkeit aufs äußerste zu steigern. Der Städter hat, wenn auch unter Last und Leid, erfahren, was der benachbarte Bauer für die Lebensmittelversorgung bedeutet, und der Bauer weiß seit den Kriegsjahren, wieviel Elend und Sorge in den schimmernden Großstädten wohnt.Die Schicksalsverbundenheit des Gesamtvoltes ist uns allen wieder sehr deutlich eingeprägt worden. Und wenn auch diese und jene politische Partei noch immer im Trüben zu fischen ver-| direktors im Preußischen Finanzministerum( Hochbauabteilung) sucht, wenn die alten Methoden der Verhetzung von Stadt und Land auch noch nicht völlig in die Rumpelkammer geschleudert sind selbst die Sozialdemokratie ist allmählich vom simplen Bebelianismus zurückgekommen, buhlt, manchmal durchaus nicht verschämt, um bäuerliche Wahlstimmen und behauptet nicht mehr, daß der Weg zum glorreichen Zukunftsstaate erst dann wirklich frei werde, wenn die letzte Bauernkate verschwunden set. Stadt und Land sind seit dem Kriege in ein erträglches Verhältnis zueinander gekommen.

Ihre innere, notwendige Gegensäglichkeit bleibt bestehen, sie muß auch als heilsame Quelle kultureller Entwickelung erhalten bleiben. Der Zug in die Stadt ist ja bereits in der Nachkriegszeit beträchtlich nachgelassen, aber noch immer lockt das Licht zuviele Motten an. Eine vernünftige Beschränkung der Abwanderung aus den dörflichen Bezirken und den Land­städten ist zur Erhaltung unserer Agrarwirtschaft ebenso nötig, wie ernsthafte, ehrliche Unterstützung der Siedlungsbestrebungen. Hier darf nicht dauernd dilettiert und experimentiert werden. Und was den Schutz der bodenständigen Landbevölkerung vor der Abwanderung in die großen Städte anbetrifft, so wäre es wohl an der Zeit, zu erwägen, ob die Freizügigkeit auch der jüngsten Jugend unbedingt aufrechterhalten bleiben soll, und ob wir tatsächlich in alle Zukunft vom flachen Lande verlangen wollen, daß es aus seinen Mitteln deutsche Menschen groß­ziehe, bis in die Jahre der Erwerbsfähigkeit hinein unter­richte und stark mache, um sie dann im Handumdrehen an die Riesennester zu verlieren. Besondere Anerkennung verdienen alle Bestrebungen, unsere uralte bäuerliche Kultur zu erhalten oder neu zu gründen, sie auf jeden Fall vor verhängnisvollen, nivel­lierenden und ungesunden städtischen Einflüssen zu bewahren. Hierbei müssen wir alle mithelfen, und ganz besonders sollte sich der gebildete Städter dazu verpflichtet fühlen, dem öde Gleichmacherei verhaßt ist, der überkommenes deutsches Erb­gut treulich an seine Kinder weiter geben will. Deshalb sind die Bemühungen der Heimatbünde, die vornehmlich dem flachen Lande gelten, reger Unterstützung wert, und wir begrüßen es, wenn die deutschen Mundarten, die Sprache unserer Dörfer, auch im Schrifttum und auf der Bühne gepflegt werden. Jede Schönheit der Heimat vorm Verblassen zu behüten und in die Zukunft hinüberzutragen, ist Aufgabe der Stadt, wie des Lan­des; hier finden sich die Herzen, hier eint sich das Volk. Liebe, bewundernde Liebe für deutsche Landschaft, Ehrfurcht vor den Schöpfungen unserer Großen, ob sie nun in Worten oder in Stein ragen; feines Verständnis für die gewachsene, kraftvoll schlichte Anmut des Bauernhauses sie einen uns alle, sind die Plattform für gemeinsame, terndeutsche Kulturbestrebungen. Niemand weiß freilich, wie die wirtschaftlichen und politi= schen Dinge sich entwickeln werden. Es mag wohl sein, daß wir uns noch weiter als bisher amerikanisieren, daß der städtische Geist weiter an Macht und Einfluß gewinnt. Geſchichtliche Prozesse lassen sich nicht aufhalten. Doch gerade wen diese Ueber­zeugung leitet, gerade der muß die bedrohliche Einseitigkeit der rein städtischen Einstellung klar erkennen, und mindestens eine Ueberhastung des Tempos verhindern. Unsere Landwirtschaft wird nur solange leben und schaffenskräftig sein, als sie eine deutsche Landwirtschaft ist. Nun und nimmer läßt sich aus dem deutschen Bauernhof etwas wie eine Getreide- und Fleisch­fabrik machen, niemals wird der deutsche Bauer sich dem ameri­tanischen Farmer angleichen, der im Grunde ein Großstädter ist, ein kaufmännisch- rechnender Belieferer seiner Kundschaft, und nichts mehr. Aehnliche Arbeitsbedingungen hierzulande würden die Vernichtung der bäuerlichen Idee, die Proletari­sierung des flachen Landes bedeuten. Davor aber graut wohl auch dem Zukunftssichersten von uns. Wir wollen den ländlichen Besitz in seiner Unabhängigkeit und Selbständigkeit erhalten und dadurch der Stadt wie der gesamten Nation den unver­brauchten Lebenstrom bewahren. Hand in Hand, Schulter an Schulter können so Stadt und Land zu dem ihnen gesetzten Ziele gelangen.

-

Der deusch- polnische Handelsvertrag.

Abschluß erst in Monaten.

Die deutsch- polnischen Handelsvertragsverhandlungen, die gegen Ende des vorigen Monats unterbrochen wurden, sind am Donnerstag in Warschau wieder aufgenommen worden. Grund­legend für das Fortschreiten der Verhandlungen ist vor allem die Klärung der Frage, ob Polen seine Zölle stabilisieren will oder nicht. Von der Frage, die praktisch eine Erhöhung der jetzt zu zahlenden Zölle auf nahezu das Doppelte bedeutet, hängen selbstverständlich die materiellen Forderungen der deut­schen Unterhändler ab. Es ist damit zu rechnen, daß sich die

itein und Vogler, gründen der Welt unantastbar gesichert. Deutschland mit seinen Verhandlungen noch monatelang hinziehen, ehe sie zur Unter­

6.

immer gefährdeten Grenzen und seiner viel zu schmalen See­

zeichnung des sogenannten kleinen Handelsvertrages führen.

Berlin. Wie verlautet, soll der Posten eines Ministerial­

mit dem Stadtbaurat Dr. Kühn aus Forst besetzt werden. Stadtbaurat Kühn hat nach dem Urteil von Fachleuten und auch nach Mitteilungen der Technikerverbände keinerlei Eignung für das Amt, außer daß er sozialdemokratisch orientiert ist. Ob die preußische Regierung an seiner Ernennung auch festhalten wird, wenn bekannt wird, daß Stadtbaurat Kühn sich verschie­dentlich und vergeblich um Stadtbauratstellen größerer Stadte beworben hat, in denen die Sozialdemokraten teilweise die Mehrheit haben, jedenfalls aber ausschlaggebend sind? So hat er sich ohne Erfolg in Berlin, Hannover, Magdeburg und Bochum beworben und ist dort von seinen eigenen Parteifreun­den abgelehnt worden.

Verworrene Zugehörigkeitsverhältnisse.

Als weiteres Beispiel der verworrenen Zugehörigkeitsver­hältnisse lenkt die, NW3." die Aufmerksamkeit auf die Besitz­verhältnisse, die auf dem Altkönig im Taunus obwalten. Der Berg ist nicht preußisch und doch preußisch, nicht hessisch und doch heiſiſch. Auf den Höhen des Altkönigs beſitzt die hessische Gemeinde Steinbach ein 223 Morgen großes Waldgebiet. Steinbach hat bis 1810 recht oft seinen Herrn wechseln müssen: es war nacheinander Besitz von Münzenberg, Falkenstein, Epp­stein, Stolberg, Hanau, Hessen, Hessen- Kassel, Frankreich( von 1806 bis 1810); seitdem liegt es als hessische Erklave inmitten preußischen( bezw. bis 1866 nassauischen Besitzes. Das Alt­königsgebiet war ehedem Cronberger Markwald, in dessen Besit sich viele andere Orte teilen. 1809 wurde der uralte Waldver­trag aufgelöst und 10 Gemeinden teilten die 3370 Morgen große Waldfläche unter sich; hiervon bekam die Gemeinde Steinbach 223 Morgen. Der Herzog von Nassau behielt sich im Vertrag zahlreiche Rechte und Nutzungen über das Steinbacher Gebiet vor, die aber 1866 von Preußen übernommen wurden. Daraus haben sich nun ganz merkwürdige Verhältnisse entwickelt, und zwar: Das Gebiet, Wald und Wild gehören der hessischen Ge­meinde Steinbach, die staatlichen Rechte übt aber Preußen aus, die kommunalrechtlichen Befugnisse liegen in Cronberg. Die Jagdverwaltung übt die hessische Oberförsterei Ober- Eschbach, den Wildschutz aber übt die preußische Polizei in Cronberg aus. Die Jagdverpachtung steht Steinbach zu, aber der Jagdschein muß in Preußen gekauft werden. Cronberg heimst natürlich die Grundsteuer ein, wie auch die Wiesbadener Landwirtschafts­kommer die üblichen Kammerbeiträge von Steinbach heischt Den Förster darf natürlich wieder Steinbach bezahlen usw. Um diesen eigenartigen Verhältnissen ein Ende zu machen, be­mühen sich die Steinbacher, die infolge ihrer exponierten Lage wirtschaftlich nicht vorankommen, schon seit Jahren um ihre ,, Verpreußung".

Steuerstreif.

Oldenburg. Donnerstag versammelten sich in Ahlhorn 500 Bauern, Handwerker und einige Kaufleute. Es war die Pa­role ausgegeben worden, in einen Steuerstreik einzutreten und Strafen über diejenigen zu verhängen, die trotzdem ihre Steuern bezahlten. Die Redner forderten unter stürmischem Beifall u. a. die Aufhebung der Finanzämter und Auswanderung der Beamten nach Kanada, Herabsehung der Beamtengehälter, Auf hebung der Pension, Verminderung der Zahl der Abgeordneten, Herabsetzung der Diäten, Ermäßigung der Steuern usw.

( Durch solch unkluge Demonstrationen können die bestehen­den Mißstände nicht beseitigt werden, sie mögen aber den ver­antwortlichen Kreisen ein Zeichen sein, wie weit man mit der Belastung des Mittelstandes gehen darf.)

Bauer in Not!

Unter dieser Parole hatte der Sessische Bauernverein" in Marburg a. d. L. eine Vertrauensmännerversammlung ein­beirufen, um über Selbsthilfemaßnahmen zu beraten, die an­gesichts der unhaltbaren Zustände sofort getroffen werden müs­sen, wenn die Landwirtschaft nicht untergehen soll. Die Ver­sammlung war stark besucht und der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach einleitenden Ausführungen des ersten Vor­sitzenden, Landwirt Johs. Mink- Wolfshausen und Herrn Direktor Fürst- Marburg, die sich mit den Ursachen der Not: Unerträgliche Erhöhung der Steuersäge und Soziallaften, man­gelnde Zollparität, zunehmende Dienstbotennot, Zinswucher ( Beispiel: Bei einer Schuldenlast von rund 28 000 M allein 11 000 M Zinsen) usw. beschäftigten, setzte eine allgemeine er­regte Aussprache ein, in der immer wieder der Wille zur Tak hervortrat. Es wurde schließlich eine Entschließung angenom­