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Di

Nr. 2.

Donnerstag, den 5. Januar 1928.

oder durch sie von Großeltern oder noch früheren Ahnen ererbt. Anfänglich schlummern freilich in dem Kindlein die besonderen Gaben des Verstandes, Gemüts und Willens. Sie müssen durch Erziehung in Schule, Haus und Leben entwickelt werden, und das kann mehr oder weniger gut geschehen. Aber schaffen kann auch die beste Erziehung nichts, wozu nicht die Anlagen schon vorhanden sind. Und die sind gar verschieden bei verschiedenen Menschen. Es ist damit ähnlich, wie mit den Besonderheiten der verschiedenen Rassen der Kulturpflanzen und Haustiere. Kein Mittel, wie Pflege, Futter oder dergl., kann den Dackel zum Schäferhund, den Holzapfelbaum zur Goldrenette machen: wer Schäferhunde haben will, muß Junge von Schäferhunden auf­ziehen, wer Goldrenetten zu ernten wünscht, muß Edelreiser von solchen propfen. So spricht man ja auch von Menschenrassen und nimmt als selbstverständlich hin, daß die Kinder von Negern schwarze Haut haben und unsere Kinder weiße. Auch innerhalb unserer, weißen Rasse" sind wieder rassische Unterschiede, vie vielfältig gekreuzt, an der körperlichen und sicherlich auch an der geistigen Verschiedenheit zu einem großen Teil schuld sind. Nun können wir nicht planmäßige Rassenzüchtung von Menschen trei­ben, wie sie bei Pflanzen und Tieren möglich ist. Aber eins fönnen wir bedenken: die kommenden Geschlechter, auf denen die Zukunft unseres Vaterlandes beruht, sind die Nachkommen von uns heute Lebenden, die Erben unserer Naturanlagen. Aufs Ganze gesehen würden sie höher stehen als die Gesamtheit von heute, wenn die jetzigen Träger wertvoller Anlagen sich stärker vermehrten als die Minderwertigen. Tatsächlich aber ist es gerade umgekehrt: je weiter es jemand durch besondere Verstandes- und Willensbegabung gebracht hat, um so weniger Kinder hat er in der Regel. Daraus ergibt sich die Befürchtung, daß die Durch­schnittshöhe der Begabung fünftig sinkt, daß die wertvollen Bega­bungen immer weniger zahlreich werden und schließlich ausster­ben. So ist es einst mit den Griechen und Römern gegangen: durch Kinderarmut sind die kulturtragenden Schichten ausgestor­ber; Minderbegabte traten an ihre Stelle, konnten aber die überlieferten Künste und Wissenschaften nicht erhalten, geschweige denn weiter fördern. Soll es bei uns nicht auch so gehen, so muß die Gefahr erkannt und bekämpft werden. Das erstrebt die Erb­gesundheitslehre, die auch als ,, Rassenhygiene" bezeichnet wird. Durch Vertiefung und Verbreitung der Einsicht in diese Zusam­menhänge müssen Maßnahmen vorbereitet werden, die dem Ge­burtenrückgang, besonders bei den Begabteren, entgegenwirken müssen, aber auch immer mehr Einzelne sich ihrer Verantwor= tung gegen die künftigen Geschlechter bewußt werden, deren Ahnen sie sein werden.

Die zehn besten Sportler Deutschlands.

,, Gießener Zeitung"

Weitsprunug( 7,53 m) 7,53 Dobermann- Köln; 7,37 Meier- Wit­fersdorf; 7,33 Köchermann- Hamburg; 7,225 Hoffmann- Leip­zig; 7,09 Schumacher- Hamburg; 7,02 Schlöske- Berlin( SCC) 7,00 Mölle- Köln; 6,97 Ebner- Schweinfurt; 6,92 Scharig­Kassel; 6,91 Leppke- Berlin.

Nach den gleichen Grundsätzen wie im Jahre 1926 hat die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik eine Liste der besten Leichtathleten in allen Uebungen aufgestellt und Anfang Oktober den Sportwarten der Landesocabär de im Entwurf zur Durch­ficht vorgelegt, sodaß alle Einrönde und Bedenken in diesem Jahre berücksichtigt werden konnten. In fast allen Dissiplinen sind die Fortschritte gegen früher unverkennbar, wie nachstehende Ausstellung zeigt:( hinter jeder Uebungsart ist in Klammern die bestehende deutsche Höchstleistung angegeben). 100 m( 10,4 Set.) 10,4 Houben- Krefeld; 10,4 Schüller- Krefeld; 10,5 Dr. Wichmann- Frankfurt a. M.; 10,6 Körnig- Berlin; 10,6 Salz- Krefeld; 10,6 Corts- Berlin; 10,6 Wällner- Bre­men; 10,7 Schlößke- Berlin( BSC); 10,7 Malit- Berlin; 10,7 Wege- Leipzig.

200 m( 21,4 Gef.) 21,4 Set. Körnig- Berlin; 21,4 Schüller- Krefeld 21,5 Houben- Krefeld; 21,6 Schlößte- Berlin( BSC); 21,7 Malitz- Berlin; 21,7 v. Rappard- Karlsruhe; 21,8 Dr. Wich­mann- Frankfurt a. M.; 22 Büchner- Magdeburg; 22 Kör­ting- Leipzig; 22,1 Eldracher- Gießen.

Hochsprung( 1,923 m) 1,90 Köpte- Berlin; 1,88 Beetz- Berlin; 1,87 Huhn- Jena; 1,87 Eide- Hannover; 1,87 Rosenthal- Königs­berg; 1,865 Stoszynski- Berlin; 1,863 Ladewig- Berlin; 1,84 Scheffler- Roßla; 1,835 Boneder- Regensburg; 1,83 West­phal- Augsburg.

400 m( 48,2 Get.) 48,2 Büchner- Magdeburg; 48,4 Neumann­Mannheim; 48,6 Engelhardt- Darmstadt; 48,6 Storz- Halle; 48,8 Dr. Peltzer- Stettin; 48,8 Schaurig- Rassel; 49 Schmidt­Berlin; 49,3 Wiese- Berlin; 49,8 Klähn- Berlin; 49,8 Most­Essen.

Stabhochsprung( 3,80 m) 3,76 Reeg- Neu- senburg; 3,70 Klatt­Berlin; 3,70 Werkmeister- Berlin; 3,66 Baltes- Dortmund; 3,63 Speck- Pforzheim; 3,60 Gröber- Zeit; 3,60 Wegener­Halle; 3,60 Schumacher- Hamburg; 3,55 Adams- Kassel; 3,51 Hartmann- Braunschweig.

Speerwerfen: bestarmig( 64,60) 64,60 Schlofat- Insterburg; 59,73 Molles- Königsberg; 59,38 Hoffmeister- Hannover; 58,77 Zimmermann- Zehlendorf; 58,55 Schnaderts- Köln; 58,10 Günther- Stuttgart; 57,46 Westerhaus- Berlin; 57,24 Metz­dorf- Dortmund; 57,14 Weiß- Berlin; 57,11 Mäser- Königs­

800 m( 1: 51,6 Min.) 1: 53,6 Engelhardt- Darmstadt; 1: 53,6 Dr. Pelzer- Stettin; 1: 54,7 Böcher- Berlin; 1: 56,6 Jakobs- Mag­deburg; 1: 55,9 Müller- Zehlendorf; 1: 56,2 Merkel- Berlin; 1: 56,2 Wollmer- Kassel; 1:57 Dammert- Karlsruhe; 1:57 Je= nuwein- München; 1: 57,1 Schwarz- Hamburg.

1500 m( 3:51 Min.) 3: 56,6 Böcher- Berlin; 3:57 Dr. Pelzer­Stettin; 4: 01,6 Walpert- Berlin; 4: 02,9 Schilgen- Darmstadt; 4: 03,2 Bolze- Stettin; 4: 03,4 Schoemann- Breslau; 4: 04,4 Hoffmann- München; 4: 06,4 Jenuwein- München; 4: 08,2 Mohl- Darmstadt; 4: 08,4 Klar- Karlsruhe.

berg. Distuswerfen: bestarmig:( 47,04 m) 47,04 Hoffmeister- Hannover; 44,67 Hänchen- Berlin; 44,38 Paulus- Weglar; 43,93 Schauf­fele- Stuttgart; 42,85 Seraidaris- Dresden; 42,42 Rödl- Mün­chen; 41,95 Junghenn- Kassel; 41,90 Thiele- Königsberg; 41,63 Hirschfeld- Allenstein; 40,98 Steinbrenner- Frankfurt a. M.

5000 m( 15:03 Min.) 15:03 Kohn- Berlin; 15: 04,9 Petri- Ham­burg; 15:15 Boltze- Stettin; 15: 18,6 Husen- Hamburg; 15: 19,2 Diedmann- Hannover; 15:20 Kilp- Siegburg; 15: 22,8 Klin­zing- Berlin; 15: 29,9 Obelode- Wissen 15: 36,2 Tomberg- Gel­dern; 15:39 Dredmann- Hamburg.

Kugelstoßen: bestarmig( 14,72 m) 14,72 Brechenmacher- Frank­furt a. M.; 14,66 Söllinger- Darmstadt; 14,62 Kulzer- Mün­chen; 14,48 Schröder- Dortmund; 14,47 Hirschfeld- Allenstein; 14,36 Schauffele- Stuttgart; 14,06 Zeder- München; 14,02 13,90 Wenninger- Zuffenhausen; 13,86 Seraidaris- Dresden. Hammerwerfen( 43,12 m) 42,80 Mang- Regensburg; 39,715 Wen­ninger- Zuffenhausen; 39,39 Furtwengler- Regensburg; 38,315 Kniese- Berlin; 37,16 Boneder- Regensburg; 34,79 Ochs= Roth; 34,64 Kurz- München; 33,26 Rohweder- Schwerin; 32,40 Heinz- Freudenheim; 32,29 Asel- Mannheim. Behnkampf( 701 Punkte) 701 Weiß- Berlin; 625 Wegener- Halle; 615 Westerhaus- Berlin; 612 Ladewig- Berlin; 588 Schnurr­Steglitz; 559 Lemperle- Köln; 551 Hinze- Berlin; 526 Kurz­München; 525 Eberle- Freiburg; 522 3ur- Breslau.

10 000 m( 32: 00,8 Min.) 32: 00,8 Petri- Hamburg; 32: 32,9 Schnei­der- Hirschberg; 32: 35,9 Brauch- Berlin; 33: 00,8 Helber- Stutt­gart; 33:05 Gerhardt- Siegen; 33: 16,7 Schulze- Berlin; 33:17 Wiese- Schneidemühl; 33: 21,6 Wanderer- Pozzdam; 33: 32,2 Essig- Stuttgart; 33: 34,9 Horlemann- Berlin. Marathonlauf( 2: 41,09,0 Std.) 2: 51,06,8 Hörger- Braunschweig; 2: 58,30 Wanderer- Potzdam; 3: 00,59 Seegers- Hannover; 3: 03,54 Völschow- Rostoc; 3: 06,15 Schneider- Hirschberg; 3: 08,59,8 Müller- Berlin; 3: 10,43 Burkart- Elbing; 3: 13,59,9 Wils- Berlin; 3: 14,42 Gerhardt- Siegen; 3: 15,34,2 Neumöge= Berlin.

Bücherecke.

Wundt, Prof. Dr. Max, Die Ehre als Quelle des sittlichen Lebens in Volk und Staat". Langensalza, Hermann Beyer & Söhne( Bayer& Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1172. 53 S. Preis 1,40 RM. Dies ist eine Schrift, wie sie unserer Zeit bitter not tut, wenn Deutschland noch einmal eine bessere Zukunft erleben soll. Sie richtet unser Augenmerk auf die Stelle, die die Grundursache unserer ganzen nationalen Schmach ist: die Verflachung und Verwirrung des Ehrbegriffes. Da aber das Erwachen und Erstarken eines gesunden Ehrgefühls die erste Voraussetzung eines seiner Bestimmung würdigen Men­schen- und Volkslebens ist, so hat der bekannte Kämpfer für die Erneuerung unseres nationalen Denkens, Max Wundt, sich hier die Aufgabe gestellt, durch die Kennzeichnung der Ehre als der Quelle des sittlichen Lebens und durch eine gründliche Klärung dessen, was Ehre ist, die theoretische Vorarbeit für die Erreichung dieses Zieles zu leisten. Es ist zu wünschen, daß das Buch auch von recht vielen gelesen wird, nicht nur von denen, die sich schon als Mitstreiter des Verfassers wissen, sondern vor allem auch von solchen, denen es zur Offenbarung eines neuen Lebensin­haltes werden kann.

110 m Hürdenlauf( 14,9 Set) 15, Troßbach- Berlin; 15.1 Etein­hardt- Karlsruhe; 15,4 Dr. Wichmann- Frankfurt a. M.; 15,6 Gerner- Stettin; 15,6 Welscher- Frankfurt a. M.; 15,7 Köpte- Stettin; 15,7 Schulze- Berlin; 15,8 Bescheznic- Ber­lin; 16,0 Stödmann- Duisburg; 16,0 Kurallus- Berlin. 400 in Hürdenlauf( 54,8 Get.) 54,4 Dr. Peltzer- Stettin; 55,1 Gerner- Stettin; 56,8 Neumann- Berlin; 56,9 Schumann­Zehlendorf; 57,9 Allmardt- Leipzig; 58,0 Jodl- Breslau; 58,8 Schulze- Berlin; 59,0 Jönisch- Köln; 59,1 Müller- Leipzig;

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