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Gamstag, den 2. Juni 1928.

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von Amtswegen zu vergüten. Die endgültige Gewerbesteuerschuld für 1928 kann und muß sonach erst nach Inkrafttreten des in Vorbereitung befindlichen Ge­werbesteuergesetzes für 1928 im Wege ordnungsmäßiger Ver­anlagung ermittelt werden. Erst nachdem diese rechtskräftig feststeht, kann die Frage entschieden werden, ob die alsdann noch verbleibende Gewerbesteuerschuld 1927 auch noch im Bil­ligkeitswege weiter ermäßigt oder ganz erlassen werden kann. Für dieses Erlaßverfahren sind die für die Gewerbesteuer 1926 vom Anlage- und Betriebskapital sowie für diejenige für 1925 oder 1926 vom Ertrag gegebenen Richtlinien sinngemäß anzu­wenden.

Die Gefahren der Ausstellung ungededter Schecks.

Klagen des Bankgewerbes über das Vorkommen ungedeckter Schecks haben dem Preußischen Justizminister Veranlassung ge­geben, auf das Gefährliche solcher Handlungen hinzuweisen. Ab­gesehen von offenbaren Scheckschwindeleien gibt es Leute, die einen vordatierten Scheck ausstellen und hoffen, bis zur Vor­zeigung des Schecks noch die nötige Deckung auf ihr Bankkonto bringen zu können. Auch in solchen Fällen kann Bestrafung wegen Betruges erfolgen, wenn der Aussteller eines ungedeckten Schecks dem Empfänger nicht entsprechende Mitteilung gemacht hat und wenn er nicht nachweisen kann, daß er mit der Mög­lichkeit rechnen durfte, rechtzeitig Deckung zu beschaffen. Er­Konto zwar noch besteht, Zahlungen aber seit längerer Zeit schon nicht mehr darauf eingegangen sind. Mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung der in Frage stehenden Straftaten hat der Minister angeordnet, daß Strafverfahren wegen Scheck­schwindels regelmäßig nicht durch die Amtsanwaltschaften, son­dern durch die Staatsanwaltschaften bei den Landgerichten zu bearbeiten sind.

Lokales.

Eine sehr gut besuchte Versammlung

hielt der hiesige Hausbesigerverein gestern im Cafe Leib ab, um gegen die von der Stadtverwaltung geplanten Erhöhungen des Wassergeldes, der Grund- und Gewerbesteuern zu protestieren. Nach kurzen Begrüßungsworten durch Herrn Stadtverordneten Launspach, referierte Herr Stadtv. Nikolaus in sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen über die beabsichtigten Steuererhöhungen und die Stellung des Hausbesitzes im beson­deren und die des selbständigen Mittelstandes im allgemeinen zu denselben. Eine rege Aussprache, die dem Stadt. Nikolaus vollauf zustimmte, schloß sich dem Referat an.

Die äußerst wirkungsvoll verlaufene Versammlung trennte sich, nachdem man einstimmig folgende Resolution, die dem Ober­bürgermeister zugehen wird, angenommen hatte:

,, Die heute abend, am 1. Juni 1928, im Kaffee Leib ver­jammelten Gießener Haus- und Grundbesitzer und die an­wesenden Interessenten aus dem Stande der Gewerbetreiben­den erheben hierdurch schärfsten Protest gegen die von der Stadt Gießen geplante Erhöhung des Wassergeldes und der Grund- und Gewerbesteuer. Wir lehnen diese untragbare Mehrbelastung ab, weil

1. sie nur aus der Substanz bestritten werden kann; 2. dadurch Mittel hinweggesteuert werden, die zur Ich diejenigen Weit Erhaltung des Hauses und der Wohnungen unbedingt not­wendig sind;

3. viele der Hausbesitzer dadurch in ihrer Existenz aufs schlimmste bedroht werden."

* Straßensperre. Wegen Ausführung von Dachdeckerar­beiten am Turm der Stadtkirche ist die Kirchstraße ab Mittwoch, Den 30. Mai, bis einschl. Dienstag, den 5. Juni 1928, zwischen Kirchenplatz und Burggraben für allen Verkehr polizeilich ge­jperrt.

* Bon der Universität. Die Gesamtzahl, der an unserer Universität im laufenden Semester immatrikulierten Studieren­

Pfingsttagung des Vereins für das

,, Gießener Zeitung"

den beträgt 1627, darunter 86 Frauen. Der a. o. Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. Stephan Rothmann ist zum Abteilungleiter an der ungarischen staatlichen Landes­versicherungsanstalt in Budapest ernannt und von der Uniner­sität auf ein Jahr beurlaubt worden.

* Vor tierärztlichem Studium wird gegenwärtig ernsthaft gewarnt. Der Berufsstand ist überfüllt und für viele Jahre ist der Abgang reichlich gedeckt.

* Hofrat H. Steingoetter. Wie aus Wendlingen in Würi­temberg gemeldet wird, ist dort der frühere Intendant des hie= sigen Stadttheaters, Hofrat Hermann Steingoetter, nach länge­rem Leiden gestorben. Er hatte erst Anfang dieses Jahres sein 25jähriges Direktionsjubiläum gefeiert und sich dann nach Uebernahme der Theaterleitung durch den neugewählten Inten­danten Dr. Prasch in den wohlverdienten Ruhestand in seiner württembergischen Heimat zurückgezogen. Hofrat Steingoetter hat sich in dem Vierteljahrhundert seiner Gießener Tätigkeit um den Ausbau des Stadttheaters große Verdienste erworben.

* Erholungsaufenthalt für Kinder an der See. Das städti= sche Wohlfahrtsamt weist darauf hin, daß an der diesjährigen Kur im Ostseebad Arendsee- Brunshaupten vom 3. Juli bis 14. August Kinder teilnehmen können, deren Eltern die Kosten selbst zu tragen bereit sind.

* Die Feriensonderzüge 1928 hat die Reichsbahn in einem Uebersichtsheftchen zusammengestellt, das für 20 Pfg. an der Bahn zu haben ist.

* Eine Grünlandjohrt durch Oberhessen will am 15. und 16. Juni die Landwirtschaftskammer gemeinschaftlich mit dem Ver­ein zur Förderung der Grünlandwirtschaft abhalten. Ins­besondere sollen dabei einige Betriebe in der Nähe von Gießen und Büdingen besichtigt werden.

* Die Tannen blühen. Nur in jedem dritten Jahr pfle­gen die Tannen so reich zu blühen, daß ihre Blüte auch den­jenigen in die Augen fallen muß, die nicht gewohnt sind, auf alle Vorgänge in der Natur zu achten. In diesem Jahr blü­hen sie so reich, daß auch der Unaufmerkſamste die Blüte gewahr werden muß. Die grünen Tannen haben sich in einen roten Mantel gehüllt, unter den Bäumen liegt der Blütenstaub wie eine braune Decke. Nur wenige Tage dauert das seltene Schauspiel.

* Nach kurzer Verzögerung treten jetzt die Schnaken in ziem= licher Zahl auf. Bekanntlich soll dieses Jahr ein Schnakenjahr sein und für die Sommermonate ist eine wahre Landplage der Schnaken vorausgesagt. Wirksame Bekämpfung sollte jetzt schon einsetzen.

Aus Nah und Fern.

Oberhessisches Bich auf der deutschen Landwirtschafts- Aus­stellung.

Die Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesell­schaft in Leipzig wird nächsten Dienstag ihren Anfang nehmen. Die Provinz Oberhessen wird in der Abteilung Viehzucht mit 10 Stück Vogelsberger Rotvieh und 25 Stück der weißen hessischen Edelziege vertreten sein.

Steinbach, Landwirt Kepler 1. und Frau feierten am 1. Juni in voller Rüstigkeit das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Die Jubilare sind 86 bezw. 81 Jahre alt.

Bad Nauheim. Zu den neuerdings von hier aus viel be­suchten Ausflugsorten gehört auch das im Usatal gelegene Dorf und Schloß Ziegenberg, das verschiedene Erinnerungen an Goethe birgt. Die sog. ,, Goethe- Räume" sind den Besuchern zu­gänglich. Im Schloßpart ist ein Denkmal aufgestellt, das von Goethe entworfen wurde.

Schotten. Am Mittwoch besuchte der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, die in der Turnhalle untergebrachte Ge­werbeschau des Ortsgewerbevereins Schotten, die Beweis von der Rührigkeit der Geschäftsleute und Gewerbetreibenden Schot­tens und des hohen Vogelsberges ablegt.

Lauterbach. Beim Neubau der hiesigen Sparkasse ist ein

Deutschtum im Ausland( V. D. A.) in Süthwohl- Darmstadt und zahlreicher Lehrer und Lehrerin

Gmunden( Desterreich).

Von Dr. Götz- Darmstadt.

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Wie alljährlich, so fand auch in diesem Jahre zu Pfingsten die Hauptversammlung des Vereins für das Deutschtum im Ausland statt. In den letzten Jahren ist diese Tagung für alle Deutschen, die sich zur Gemeinschaft ihres Schidſals und ihrer Kultur über staatliche Grenzen hinweg bekennen, ein Höhepunkt des Erlebens. Die immer steigenden Teilnehmerzahlen der Tagungen in Kufstein, Hirschberg, Goslar und jetzt Gmunden beweisen dies ebenso, wie die begeisterte Anteilnahme unserer Jugend, die in vielen Tausenden aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes und der auslandsdeutschen Gebiete herbeigeeilt, um sich zu erwärmen an der Glut, die von diesen großdeutschen Zusammenkünften ausströmt. Das ganze Deutschtum soll es sein! heißt hier die Losung, fürwahr ein Ziel, für das die größte Be­geisterung gerade groß genug ist. Die Wesenserhaltung und Bestandssicherung des deutschen Volkes steht im Mittelpunkt der Werbe- und Schutzarbeit des V. D. A., eine Aufgabe, die mit den Pflichten unserer auslandsdeutschen Landsleute gegenüber ihrem eigenen Staat feineswegs in Konflikt zu treten braucht, so lange der Gaststaat Verständnis und Duldsamkeit gegenüber dem kulturellen Eigenleben seiner Minderheiten zeigt. Kon­flikte, entstehen erst dann, wenn dieses Eigenleben von der im Grunde wesensfremden Majorität des Gastvolkes aus Grün­den, die für die lebenswichtigen Interessen des Gaststaates nicht wesentlich sind, unterdrückt wird( vgl. Südtirol). Schon aus diesen Feststellungen ergibt sich die überragende Bedeutung der Volkstumsarbeit des V. D. A. für das Volksganze.

Kein Wunder, daß auch bei uns in Hessen sich weite Kreise, mamentlich unserer Jugend, begeistert für die Arbeit am Volks­tum einsehen. Und gerade die Pfingsttagungen stellen nach außen hin eine mächtige Kundgebung in dieser Richtung dar. Wlljährlich werden schon monatelang die Vorbereitungen zur Pfingstfahrt getroffen und am Freitag vor dem Fest rollt dann deer Extrazug Hessen mit etwa 1000 Jungen und Mädels in

ferne Gauen. So fuhr auch heuer die hessische Jugend mit we henden Wimpeln, unter der bewährten Führung von Prof. nen gen Südosten zu dem Brudervolk Desterreich, nach Gmun­den im Salzkammergut, neuem Erleben entgegen.. Gmunden, das liebliche Städtchen am Traunsee, hat sich

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wertvoller Münzfund gemacht worden. Man stieß auf einen Topf voll Silber- und Goldmünzen aus den Jahren 1301 bis 1650. Etwa 1000 Stück oder noch mehr sind geborgen worden; einige tragen das Bildnis des Kaiser Karl V. Man hat den Fund im Kreisamt verschlossen und den Denkmalpfleger tele­graphisch gerufen.

Gelnhausen. Die bekannte Mühle Ringshausen ist mit den Maschinen, sowie mit allem Inventar und Vorräten bis auf die Umfassungsmauern durch ein Großfeuer vernichtet worden. Die Entstehungsursache ist unbekannt.

Brand im Darmstädter Krankenhaus.

Darmstadt. Freitagnachmittag wurde die Berufsfeuerwehr nach dem Städtischen Krankenhaus gerufen, wo ein größerer Dachstuhlbrand ausgebrochen war. Die Feuerwehr griff mit zwei Schlauchleitungen ein und konnte das Feuer nach halb­stündiger Tätigkeit auslöschen, so daß sich die Aufregung unter den Kranken wieder legte. Glücklicherweise ist nur Schaden an Material und am Dachstuhl entstanden.

Wiesbaden. Am Dienstag, den 29. Mai, besuchte der hessi­sche Staatspräsident und Kultusminister Adelung mit Gattin die Ausstellung Das Deutsche Porzellan".

Wieviel Autos gibt es in der Welt?

Es gibt zur Zeit ca. 27 Millionen Autos in der Welt. Hier­von kommen allein 23 Millionen auf Amerika; von den blei­benden 4 Millionen entfallen je eine Million auf England und Frankreich und der Rest auf die übrigen zivilisierten Länder.- Auf wieviele Einwohner eines Landes kommt zur Zeit ein Auto? In Amerika auf je fünf, in Kanada auf je 10, in Neu­seeland auf je 12, in Australien auf je 16, in Frankreich auf je 43, in Argentinien auf je 44, in Groß- Britannien auf je 45, in Dänemark auf je 53, in Deutschland auf je 54, in Belgien auf je 60 in Rußland 1 auf je 7000.-

Was die Produktionsleistung anbetrifft, so marschiert auch hier Amerika an der Spitze. Dort werden jährlich 4 Millionen Autos hergestellt; es folgt Frankreich mit 200 000 Wagen, England mit 190 000 Wagen, Italien mit 64 000 und Deutsch­land mit 54 000 Wagen.

Neue Bücher.

Deutschland als Einheitsstaat. Vortrag gehalten im Auf­trage der Leipziger Messe von Professor Ernst Horneffer aus Gießen. Verlag G. D. Baedeker. Geheftet Mt. 2,-. Für die deutsche Staatsbildung sind vor allem leitende Ideen erforder= lich, die der bekannte Staatsphilosoph der Gießener Universität, Professor Ernst Horneffer, in dieser kurzen Schrift mit über­zeugender Kraft vorträgt, eine der bedeutendsten wirtschaftlichen Mächte Deutschlands. Die Leipziger Messe hatte bei der dies­jährigen Frühjahrsmesse Horneffer zu diesem Vortrag über das so wichtige Problem des deutschen Einheitsstaates eingeladen. Der gleiche Vortrag wurde fürzlich auch vor den Großhandels­treisen Kölns gehalten u. hat beide Mal die tiefste Wirkung aus­geübt. Der besondere Vorzug aber dieser Schrift ist, daß zugleich auch die Wege aufgewiesen werden, aus der geschichtlichen Not­wendigkeit, wie die ausgesprochenen Ideen zu verwirklichen sind. Der neue Reichstag wird der Aufgabe der Reichsreform nicht ausweichen können, vielleicht auch nicht wollen. Deshalb wer den alle politisch Interessierten in jeder der Parteien und an allen verantwortlichen Stellen dieser mutigen und durch= greifenden Schrift Beachtung schenken müssen.

Geschäftliches.

Künstliche Augen. Wir machen darauf aufmerksam, daß die bekannten Augenkünstler F. Ad. Müller Söhne aus Wiesbaden am 11. und 12. Juni 28 in Gießen, Universitäts- Augentlinit, sich aufhalten werden, um künstliche Augen in Anwesenheit der Patienten anzufertigen und einzupassen.( Siehe Anzeige:) Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Bauernvolt im Burgenland, vom Voltskampf in Südsteiermart, den Freiheitskämpfen in Kärnten. Daneben tam aber auch reichsdeutsche Grenznot durch berufenen Mund zum Vortrag: Frau Staatssekretär Brugger sprach über die Leiden der Rheinländer und Frau von Vopelius- Sulzbach über die Saarfrage. Am

empfangen. If hirat die pielen Taufende deutscher Brüder zu Arbeitsgebiete der Frauenarbeit behandelt. Die eigentlichen

Ueberall wehende Fahnen in deutschen und österreichischen Reichsfarben, Girlanden und Pflanzenschmuck, fröhliche Gesichter und gastliche Ausnahme. Leider macht der Himmel zunächst ein trübes Gesicht: Es regnet seit einigen Tagen Bindfaden, aber einer frischen Jugend macht diese Un­gunst des Wetters nichts aus. Sie ist zunächst auch erholungs­bedürftig nach der langen Bahnfahrt und benutzt den Samstag zur ausgiebigen Ruhe in den Quartieren, für deren Bereit­stellung für Hessen Prof. Dr. Breidenbach Darmstadt treff= lich gesorgt hatte. Und siehe, schon am Pfingstsonntag, an dem wir diese Zeilen schreiben, hat der Regen aufgehört, und schon wimmelt es von Scharen deutscher Jugend in den Gassen und am See, der blaue V. D. A.- und die Landeswimpel wehen, und die zahlreichen Schülerkapellen schmettern ihre Märsche in den Maientag. Heilrufe ertönen allenthalben: Das alte Pfingst­erlebnis des V. D. A. tritt auch dieses Jahr ein und verheißt einen gewaltigen Höhepunkt für den Haupttag, den Pfingst­montag.

In den voraufgehenden Tagen aber ist inzwischen ernste und erfolgreiche Arbeit in zahlreichen Sondertagungen und Sigun­gen, vor allem in der Hauptversammlung selbst geleistet worden. Hierüber sei heute kurz berichtet:

Die Tagung begann auch in diesem Jahre mit einem Be­grüßungsabend der Frauen, bei dem Frau Dr. Thalmann= Wien einen geistvollen Vortrag über den österreichischen Men­schen" hielt. Am Freitag fand die Frauentagung unter dem Vorsitz von Frau Pazelt Wien statt: Wir wollen nicht Auslandsdeutsche sein! Wir sind Deutsche voll und ganz", die­ses von einem Teilnehmer geprägte Wort zog sich als Grund­motiv durch all' die zahlreichen Referate dieser Sitzungen. Oesterreichs Grenznot war der Mittelpunkt für eine Reihe wert­voller Vorträge. Man hörte von den Gefahren durch das in Wien und Niederösterreich vordringende Tschechentum, vom

bildung der Mädchen( Frau Kunkel- Berlin), das Kinderheim Crossen( Frau Straub- Frankfurt), Studienfahrten( Frau Klein­Karlsruhe), Studentensürsorge( Frau Rabl- Leipzig) und Be­richte über die Frauenarbeit in Desterreich waren Gegenstand von Referaten und Aussprachen. Aus allen Vorträgen gewann man den Eindruck, von welcher Bedeutung gerade die stille, zähe Arbeit der Frauen für die Bolkstumarbeit des V. D. A. iſt. Am Freitag Abend fand eine Hauptverstandssigung statt, die der Vorbereitung der Hauptversammlung galt.

In der Frühe des Samstag trafen dann von allen Seiten die Extrazüge ein, aus Breslau, Nürnberg, Halle, Hannover, Kassel Dresden, Kiel, Mainz, Berlin, Stettin, Frankfurt. Auch unser hessischer Extrazug rollte in den Bahnhof und die hessische Jugend wurde dort trog einstündiger Verspätung von dem ge= schäftsführenden Vorsitzenden des L. V. Hessen, Dr. Diemer, und den Damen der Frauenortsgruppe Darmstadt unter Füh rung von Frau Dr. Köpte begrüßt.

Um 9 Uhr begannen bereits die Beratungen des Hauptaus­schusses, an denen vom L. V. Hessen der 1. Vorsigende, Staats­rat Block, und der geschäftsführende Vorsitzende Dr. Die= mer, sowie das Hauptausschußmitglied Frau Dr. Köpke teil­nahmen. Gegenstand der ersten Aussprache waren interne Ver­einsangelegenheiten, vor allem die Wahl des ersten Vorsitzenden, für die die Kandidaturen vom Reichsminister a. D. Dr. Külz und dem Gesandten a. D. von dem Bussche einander gegen= überstanden. Nach eingehender Aussprache erklärte fiu, die Ver­sammlung mit 51 gegen 47 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen für Herrn von dem Bussche. Vor den eigentlichen Berhand­lungen des Hauptausschusses nahm die Versammlung einen in­haltsreichen Vortrag von Prof. Eibl- Wien über das Thema ,, Der Desterreicher im Gesamtdeutschtum" entgegen. ( Fortsetzung.)