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Nr. 21

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Sonnabend, den 21. Mai 1927.

berg, Anlerhed u. a. wies Redner sodann nach, wie die 3rrenpflege, die im Anfang des 18. Jahrhunderts in satula tifierten Klöstern untergebracht war, baulich von deren Grund­rig ausgehend, diesen für ihre 3wede erweitert hat, bis bei fun­lichster Gruppierung gleichartiger Kranke ein Bausystem heraus­fam, das wir dann später und in der Gegenwart in vielen modernen psychiatrischen Kliniten wiederfinden, das Pavillion­Inftem. Zu feinem Lebenswert, der hiesigen Alinit in ihrer Entstehung, übergehend und dabei dankbar zugleich der Bedeu­tung Georg Ludwigs für die Entwidlung der gesamten Jrrenpflege gedentend, wies Redner schließlich mit Nachdrud darauf hin, daß der Fortbestand der Gießener Klinik für Ner­den und Geiftestrante im Gesamtrahmen der Universität eine fozial- hygienische Notwendigkeit sei außer den Zweden des Un­terrichts und der Forschung. Ihre Auflösung und Verlegung in die Heil und Pflegeanstalt im Gegensatz zu anderen Hoch­Schulen, z. B. Bonn, Marburg, Münster, Heidelberg, München ufw. bebeute fulturellen Rüdichritt, ganz abgesehen von den Bedenken der Verwertung der Anstaltsgebäude für mehrere an dere Jnstitute( Anatomie, Kinderklinit, Jnnere Klinik).

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staltswesen, Fürsorge für Ner sychiatrischer Unterricht. nerstag abend hielt Geh. Med. Rat Proj aal der Nervenklinik vor dem Hilfsverein Iangekündigten Vortrag über Psychiatri Fürsorge für Nervöse und psychiatrischen ortrag war gut besucht. In spannender Vortragende zunächst einen geschichtlichen

der Jrrenpflege und des psychiatrischen Beginn der Neuzeit bis zur Gegenwart renpflege im 16. Jahrhundert, von prab untten ausgehend, bis zum Anfang des ter fortgeschritten war, wie sie dann durch Ojährigen Krieges, der eine Hemmung des mit sich brachte, fast ganz vernichtet Ende des 18. Jahrhunderts sich langsam nseres Geisteslebens wieder entwidelte.

Die beifällige Aufnahme des Vortrages zeigte, wie die Zuhörer mit dankbarem Interesse ben temperamentvollen und auf reichen Erfahrungen beruhenden zweistündigen Ausführun gen des Vortragenden folgten.

te die markante Persönlichkeit Philipps durch Gründung der Hospitäler Haina und Hosheim ein großzügiges Wer! eit geschaffen. Von katholischen Kirchen rzbischof Echter von Mespelbrunn 1581 mi shospitals in Würzburg. Haina, Merz ilippshospital bei Goddelau bestehen al pflege noch heute. Ergänzt wurde in Süd n Hofheim( Philippshospital) durch Hep rdings durch Errichtung einer Heil- und ießen und in Alzey. Geheimrat Ludwig eppenheim, hat durch den Hilfsverein we ung einer besonderen psychiatrischen Klini! tut beigetragen.

ojizierter Lagepläne von den Anstalten unt ibus( Schlesien), München, Leipzig, Heidel

ir also auf guten Boden gefallen. Der klein tlich jeden Sonntag ein.

Die Wartburg- Maientage.

Alljährlich im Mai findet in Eisenach das Fest des Ver­eins Freunde der Wartburg" statt. Der Ruf dieser Wartburg­Maientage mit ihren hochbedeutsamen Veranstaltungen auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft dringt immer weiter hinaus in die deutschen Lande und über die Grenzen des Reiches, sie werden immer mehr zu den deutschen Kulturtagen, Träger der deutschen Vergangenheit, Träger der deutschen Zu­funft. 3hr Sinn ist, den Geist der Wartburg, ihrer ruhmreichen, für Deutschland schidjalhaften Geschichte und ihrer unsterblichen Bersönlichkeiten lebendig zu erhalten.

s Morgens es war inzwischen Frühling ann an die Tür meiner Mutter, er war nod fragte nach mir.

Sterben," schluchzte er ,,, und er will Gie ger armſelige Zimmer trat, hatte die Geele rlassen. Ein friedevolles Lächeln lag an dem armen Gam.

and ihre

Es ist ein eigener Zauber um diese Maientage. Es ist ein besonderer Schein über der burggekrönten Stadt, die nie schöner ist zwischen ihren sieben Bergen als im Lenz, im jungen Grün und leuchtenden Blütenschmud. Wer durch ihre Tore tritt, fühlt sich von diesem Zauber umfangen.

Professor Dr. Rothader Heidelberg leitete am Abend des 6. Mai das Fest mit einem Vortrag über, Romantische Wis­Jenschaft" ein.

Sonnabend im Bor erlesenem Publikum gastierte am Stadttheater das bayrische Staatsschauspiel München in Gyges und sein Ring" von Friedrich Hebbel. Die Aufführung war Izenisch eine Spitzenleistung.

,, Gießener Zeitung"

Lokales.

Sonntagsgedanken.

Nr. 21.

bosen. Vor Antauf wird gewarni. Sachdienliche Mitteilungen hierzu nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen.

* Der Wehrkreisbefehlshaber besuchte die Garnison Gießen. Generalicutnant Reinide, der Befehlshaber des Wehrkreises 2 und Kommandeur der 5. Division aus Stuttgart, fam von einer Besichtigung in Fulda und inspizierte die hiesigen Stand­ortsverhältnisse und die noch hier befindlichen Kompagnien. Dann fuhr er zum Besuch der Marburger Truppen nach dort.

Heraus aus den vier Wänden reißt uns die Maienpracht! Wie warm doch die Sonne herniederfunkelt vom Azur. Ueber die Dächer hinweg gleiten die Strahlenbündel und selbst das ärmite und verlassenfte Dactämmerlein ist über ein Stündlein voll Sonne. Es blüht und knospet überall. Ein Blumengarten * Die diesjährigen Herbstmanöver. Die Herbstmannöver die weite Welt. Heraus, ihr Menschenfinder, werdet wieder der Reichswehr finden in diesem Jahr in dem Dreieck, das von Kinder der Natur! Kinder Gottes! Demütige! In Duft und den Städten Kassel- Gießen Eisenach gebildet wird, statt.- In Blüten getauchte! Wir hören die leisen Schritte der himmtleineren Verbänden finden Uebungen an der Weser bei Beve­lischen Engel, die über die Fluren wallen. Ueberall hin Beils chen, Anemonen und Segen streund!

Die Mitgliederversammlung des Vereins Freunde der Wartburg" am Sonntag Vormittag bot neben dem Jahresbe­richt und der Rechnungslegung des Präsidenten, Kommerzientat Dr. ing. h. c. Demmer Eisenach, umrahmt von Weberschen Rompositionen, einen mit Begeisterung aufgenommenen Fest= vortrag von Professor Dr. Moser Heidelberg über Carl Maria von Weber und die deutsche romantische Musik.

Wir Menschen wollen niederfnien im Dome der Natur, in dem Gott spricht in Blitz und Donner und Ungestüm der Un wetter, der zu uns fpriat im brennenden Dornbusch, am lieb lichsten aber in den geöffneten Blütenfelchen des Maien. Wir baben seine Herrlichkeit geschen, die Herrlichkeit des Vaters", heißt es einmal in der Edrift. Ja, fürwahr, wir haben die Herrlichkeit Gottes gesehen im murmelnden Waldbach, im früh linghaften Tal, in den Blüten der Chrysanthemen und Anemo

Im farbenschönen Bankettsaal der mit jungem Grün, Fah­nen und Teppichen geschmüdten Burg beendeten zwei große Weberkonzerte der Meininger Landeskapelle am Nachmittag und Abend das Fest.

te meine Hände und weinte bitterli und rief Gott hat den kleinen Sam zu fich in den haben ihn alle schlecht behandell, und keiner Auch ich war nicht gut gegen ihn gewesen Sonntagsschule ging, fniete er jeden Abend Ja, er betete, und wir tufften ihn. Darum

in trauriger Anblid war das doch! Der be e jammernde Mutter und drei noch kleine Le Gestalten, die etwas verständnislos drein Der Ede auf einem Strohsad die Leiche des

es Bemühen tann je vergeblich sein. Das einen Gam, der sich nach einem höheren Ziel wurde zum Leitstern für die ganze Familie.

*

Erziehung zur Freiheit.

jere Kinder dazu erziehen, daß sie Herr und lbft werden. Fleischesfreiheit ist feine Fre

So tlang das Wartburgfest in rauschenden Tönen aus. Es waren leuchtende Maientage der Natur, der Seele, deutsche Kulturtage, die man nie vergiẞt.

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dem Nachhauserveg freuen sie sich schon,

wenn es einen Oetker- Pudding gibt. Die Jungen kommen meist mit einem Bärenhunger nach Hause u. da ist ein Oetker- Pudding

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Oetker­

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Herrliche Natur! Was bist du anderes als ein Spiegel Gottes? Ueberall trittst du uns entgegen o Gott! Am Feld­rain hören wir deine Stimme und vom Wald her schallt das Echo deiner Allmacht! Und in dem Blütenmeere allenthalten erglänzt dein Angesicht.

Der städtische Voranschlag für das Rechnungsjahr 1927. In einer Vorbemerkung auf der Titelseite wird mitgeteilt, daß die Zahl der Einwohner am 31. Januar 1927 fich auf 34 310 belief, der Gesamtflächeninhalt des Gemeindegebiets 3440 Hektar beträgt. Die von allen fommunalen Sachkennern im Hinblid auf die bevorstehenden notwendigen großen Arbei ten erwartete starte Steigerung der Abschlußziffern des neuen Voranschlags im Vergleich zum vorjährigen Etat findet in der Vorlage der Verwaltung ihre Bestätigung. Der neue Haus haltsplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit 11 357 501,04 Mart gegenüber 5 208 322,71 Mart im Vorjahre ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung im neuen Voranschlag ins gesamt 5 036 061,14 Mart, im Vorjahre 4 120 767,71 Mart, auf die Vermögensrechnung für das neue Jahr 6 321 439,90 Mark gegenüber 1 087 555 Mart im Vorjahre.

gerade der richtige, sättigende Nachtisch. Puddings sind wohlschmeckend und nahrhaft, außerdem reich an knochenbildenden Salzen u. durch die Zubereitung mit der vitaminreichen Milch wird der Nährwert noch erhöht. Kinder können jeden Tag einen Oetker- Pudding verzehren u. Sie selbst haben die Auswahl vom einfachen bis zum Oetker- Feinkost- Pudding. Neue anregende Rezepte für Süß- und Gelee- Speisen finden Sie in dem neuen, farbig illustrierten Rezeptbuch, Aus­gabe F, das Sie für 15 Pfg. in den einschlägigen Oeschätten erhalten, wenn nicht, gegen Einsendung von Marken von

* Von der Polizei. In der Zeit vom 1. April 1927 bis 30. April 1927 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhand­lungen durch Fahrzeugführer, bezw. Kraft- und Radfahrer, gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 11 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 8 An= zeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 2 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 29 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen und 13 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht.

rungen statt.

Verbandstag der deutschen Tierschutzvereine. In den Tagen vom 8.- 11. Juni findet in Darmstadt die 18. Verbands versammlung der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches statt.

Aus Nah und Fern.

Lollar. Zum Lehrer an der Volksschule zu Gießen ernannt wurde der Lehrer Karl Döhn von hier.

Einstellung von Assessoren bei der Reichsvermögensver: mögensverwaltung. Die Reichsvermögensverwaltung beab. sichtigt, vorübergehend hessische Assessoren zur Erledigung von Be Verwaltungs- und Rechtsangelegenheiten einzustellen. schäftigungsdauer zunächst bis 1. Oftober 1927 gegen Vergü tung der Gruppe 10. Bewerbungen sind an das Reichsver: mögensamt Mainz unmittelbar einzureichen.

Reiskirchen. Der Zeichenlehramtsanwärter Hermann Grün von hier wurde zum Reallehrer an der Weidig- Oberrealschule in Butzbach ernannt.

* Schwerbejagungsbeschädigte sollen nach einer neuerlichen Regelung die gleichen Vergünstigungen auf bevorzugte Abferti­gung an den öffentlichen Schaltern und bei Beförderung auf der Reichsbahn erhalten wie die Schwerkriegsbeschädigten. An­träge auf Ausstellung von Ausweisen sind an die Bezirksfür­jorgestellen zu richten.

Alsfeld. Um dem Publikum Gelegenheit zu geben, Ulrich stein, Hoherodskopf, Herchenhain, Schotten und Umgegend am Samstag und Sonntag bequem besuchen zu können, sind auf der Strede Alsfeld Renzendorf Meiches Ulrichstein im Som­merfahrplan, der am Sonntag, den 15. Mai, in Kraft trat, durch­gehende Fahrten zwischen Renzendorf und Ulrichstein eingelegt worden. Den Besuchern des oberen Vogelsberg ist hier bequeme Fahrgelegenheit geboten. In Renzendorf bestehen für die Hin und Rückfahrt günstige Bahnanschlüsse für Richtung Alsfeld und Lauterbach.

Wem gehört nachstehendes Fahrrad? Bei der Kriminal­polizei Gießen ist ein Herrenjahrrad, Marke Torpedo, mit schwarzem Rahmenbau, schwarzen Felgen und hochgebogener Lentstange sichergestellt. Der rechtmäßige Eigentümer wird er sucht, sich mit der vorgenannten Dienststelle ins Benehmen zu fetzen.

* Bauhütteneinbruch. In der Zeit vom 14. bis 16. Mai 1927 wurde die Bauhütte, bezw. Unterkunftsraum der Maurer und Arbeiter an der Baustelle Kaiserallee Ede Carl- Vogtstraße gewaltsam erbrochen, und nachstehende Sachen entwendet: 2

Dr. A. Oetker, Bielefeld. Baar Schuhe( Arbeitsschuhe), eine 10 Meter lange Schnur,

heit, sondern Stlaverei. Frei ist, wer sich selbst zu gebieten vermag und sein gesamtes Tun unter ein höheres Gesetz bringt. Frei ist nicht, wer macht, was er will, sondern wer fut, was er soll.

Nur durch Selbstzucht fann ein Mensch zur Freiheit ge= langen; der Wille erstarkt nicht dadurch, daß man ihm nachgibt.

Freiheit und Selbständigkeit sind der Schlußpunkt der Er­ziehung. Die Erziehung zur Freiheit muß beginnen mit der Einschränkung der Freiheit. Kinder müssen gewollt werden". Kinder haben des Bedürfnis nach fester, zielbewußter Leitung; Gehorsam macht sie glücklich. In der Unterordnung unter here Mächte liegt das Glück des Lebens. Das Kind gehorcht willig nur der überlegenen Kraft. Achtung gewinnt man durch pünktliche Gewissenhaftigkeit, ernste Selbstzucht, lebendige Got­tesfurcht. Der einzig wertvolle Gehorsam ist der freiwillige. Aus dem du mußt" soll ein ich will" werden.

Die Liebe entfesselt und befreit das Gute im Menschen. Wir dürfen die Kinder nicht anpredigen, sondern sollen ihnen pofitive Anregung zum Guten geben. Sie sollen merken, daß man ihnen das Gute zutraut. Es gibt feine größere Macht, aus dem Herzen das Gute hervorzuloden, als das Vertrauen.

Wahre Worte eines Sozialdemokraten. Vor mir liegt das im Ullstein- Verlag erschienene Buch von Bruno H. Bürgel: Bom Arbeiter zum Astronomen". Bürgel, der seinen Werdegang schildert, ist offenbar ein ehr­licher, ernster, nach Gerechtigkeit strebender Sozialdemokrat. Er ist tatsächlich weitgehendst gerecht und zeigt mehr nationales

1 Maßstaab, 1 lederner Leibgurt, 2 blaue, fast neue Arbeits­

Mainz. Eine interessante Zusammenstellung, die der Main zer Anzeiger" brachte, stellt nach der Veranlagung vom 31. De zember 1923 das gesamte steuerliche Vermögen in Mainz auf 304 386 Millionen fest, die sich etwa zur Hälfte auf natürliche Personen und Gesellschaften verteilen. Mehr als ein Drittel aller Steuerpflichtgen weist die Vermögensklasse von 10 000 bis 25 000 Mart auf. Ueber 1 Million besitzen zwanzig Steuer pflichtige, darunter nur eine ,, natürliche" Person mit 1,8 Min. Mark, während 115,2 Millionen auf 19 Gesellschaften entfallen. Demgegenüber befinden sich im benachbarten Wiesbaden 27 per sönliche Millionäre mit 62,5 Mill. Mark, in Frankfurt a. M., deren 88 mit 198,5 Millionen. Das Durchschnittsvermögen auf den Einwohner gerechnet, beträgt in Mainz 2815 Marf, in Wies baden 4186 Mart, in Frankfurt 4392 Mart.

Empfinden, als man es durchweg bei seinen Parteigenossen findet. Im übrigen ist er ein Jdealist, aber durchaus kein gläubiger Christ. Er ist aber kein blinder Jdealist, sondern hat in vielem einen guten Wirklichkeitssinn. Ich will einige Sätze aus dem Schlußkapitel anführen. Er sagt Seite 138 u. a.:

..Ich habe in diesem Buch ja deutlich genug zum Aus­druck gebracht, daß ich der alten sozialdemokratischen Par­tei angehöre und in der Verwirklichung ihres Programms den Weg sehe, zu größerer sozialer Gerechtigkeit und zu

Weglar. Eine interessante Schuldebatte fand im Stadt parlament statt, hervorgerufen durch einen sozialdemokratischen Antrag, der die Stadtverwaltung ersucht, unverzüglich ein Pro jett für einen Volksschulneubau auszuarbeiten. Die Anregung stützt sich auf Verhältnisse in einigen Volksschulen. Es gehen Bestrebungen dahin, die beiden staatlichen Wetzlarer Anstalten, Aufbauschule und Goethe- Gymnasium, unter einer Leitung zu vereinigen und zusammenzulegen. Allgemein wurde betont, daß der Staat die Pflicht habe, für seine beiden Anstalten in Wetzlar einen Neubau zu errichten. Der Antrag fand einstim mig Annahme.

einer ganz allgemein beſſeren 3utunjt zu gelangen. Aber

nur unter einer Bedingung, nämlich der, daß es gelingt, bessere, edler empfindende, gerechter denkende Menschen zu erziehen!

Hier, und nirgends anders, liegt der Angelpunkt für die Zukunft der Welt! Mehr Aufklärung, mehr Bildung, mehr ethische Kultur!

Man werfe doch einen Blick auf die so viel gerühmte Kultur der letzten Jahrzehnte! Oberflächlichkeit, Genuß­sucht, Geldgier, der Hang zum Wohlleben ohne Pflichten hatte immer weitere Kreise erfaßt."

Ach ja: Mehr Aufklärung, mehr Bildung, mehr ethische Kultur!" Was ist das ohne den Glauben, ohne das Verant­wortungsgefühl vor Gott, ohne die Kraft des Heiligen Gei­stes?! Nichts als Worte, als Schall und Rauch. Seite 139 bis 140 sagt er:

Emporkömmlinge. Proletarier von gestern, legten mit der roten Kravatte ihre Jdeale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in den Kasten, schoben sich empor, und waren

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ärgere Bedrüder ihrer Angestellten, als der blaublütigste Industriebaron. Profitgier verhärtete die Gemüter und über tönte das Gefühl für Recht und Billigkeit.

brachte

Auch die große Prüfung unseres Voltes brachte feine Besserung. Während draußen das Schwerste ertragen wurde, der Tod das junge Deutschland wie Gras mähte, jtedte jich zügellose Habsucht daheim die Taschen voll. Der Facharbeiter, der selbst soeben noch an der Front das Leid erlebt, den Krieg rerwünscht, erhoffte mit zynischer Offen­heit ais Reklamierter bei hohem Verdienst noch lange Gra lange natenmonate! Während die Waisen und Witwen in wil­destem Schmerz und in bitterster Armut in. den Kammern jaßen, tobte nebenan bei Wein, Weib und Gesang Seine Majestät, der Lebensmittelwucherer.

Solange die Menschheit in all ihren Schichten so wenig Sinn für das Wahre, Schöne, Gute, für tiefste Menschen­pflicht und edelstes Menschenrecht aufbringt, hilft uns teine Partei, von den Konservativen bis zu den Spartakiben, denn schlechte Menschen fönnen auch mit den besten Dingen nichts Gutes wirten, und gute Menschen werden selbst bei schlechten äußeren Verhältnissen noch Erträgliches leisten."

Das sind wahre Worte. Es fehlt nur etwas, aber dieses ,, Etwas" ist unendlich viel, ist schließlich alles. Es fehlt die Verbindung mit dem Ewigen, und darum verliert sich alles, was an Verbesserungswegen gezeigt wird, bei Bürgel wie bei allen anderen Leuten seiner Art, 3. B. auch bei Oswald W. G. Spengler, in Dunst und Nebel.

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