Nr. 46.
ren Kindern Honig!
Nr. 46.
tel ist für den Aufbau des Körpers,
er, so wertvoll, wie er Honig. Bon
von der Wissenschaft Stärtungs- und
Samstag, den 12. November 1927.
inen Staubsauger! An die drei Duhend mal am Tage jagt sie
die Treppe hinauf und hinunter in unfreiwilliger Mensen
Gießener Zeitung"
biederci, und doch will es nicht gelingen, alle Gegenstände, die Das Geheimnis des geschäftlichen Erfolges
ach oben gehören und unten gebraucht worden sind und umgefehrt, an Ort und Stelle zu bringen. Erfahrungsgemäß bilden ch dann am unteren und oberen Treppenende ganze„ Ordpungshäuschen" solcher Transportgüter, die sie dann bei Gelegenheit mitnimmt. Man sieht, das Einfamilienhaus erfor dett„ denkende Hausfrauen"; aber ist dieses ewige Nachdenken: Sabe ich auch nichts vergessen?" nicht im höchsten Grade unproduktiv und zermürbend? Und dazu kommen dann die Angitfräume junger Mütter, die immer wieder ihr Krabbelndes oder Biete deine Waren etc. an,
fann der fluge Geschäftsmann leicht ergründen. Es liegt in den Worten:
Gute Reklame für gute Waren!
daß wir fast vergessen haben, welch niitel wir im Honig besitzen. Bifen en, daß Hong 98, Nährstoffe er thalt, altsa ze, Phosphor, Eiweiß, Fett, Eisens Sle und die so wichtige Vitamme. Der bong gleicht dem von etwa 3 Pfund ein leicht verdaulich, da er unmittelbar bird. Seien sich unsere Mütter bemount, er besten Borb ugungs- und Heilmitel Kinde n unschäßbare Dienste geleistet hsucht, Erkrankungen von Magen und Grippe und Schlaflosinfrit. Selbst
n.
ig auch emer, nur von Benen ge
ilien- Siedlungshaus.
as Einfamilien- Siedlungshaus, das als der Gipfel der Wohnungstultur eiterhaus der Zutunft bezeichnet wird, zialistische Hausfrau in Nr. 436 des folgende bemerkenswerte Ausführun illen jenen Hausfrauen bestätigt wer ie schon einmal das zweifelhafte Ber n, ein mehrstödiges Einfamilienhaus Sie schreibt:
ung ist etwas Notwendiges und Woh
s, aber damit ist noch nicht gesagt, das
er Schlagworte heute von wohlmeinen
enweise hingelegt wird, nun auch wirk ungen entspricht. Wir Hausfrauen in
pisierung und Rationalisierung dreiiedlungen wissen ein Lied davon zu
je Erfahrungen geben Anlaß, den vielchen Lobpreisungen moderner Archi treten.
Das Einfamilienhaus. Wenn der Pro
home tu po go
padelndes Kleines die schmale Stiege, die sich in der Windung zach innen zur Hühnerleiter verengt, hinunterstürzen sehen. Ewige Angst und Besorgnis den ganzen Tag über ist die Folge und auch nur allzu angebracht! Geradezu fatastrophal aber wird die Sache bei Ertranfung eines Familienmitgliedes, dessen
Teufel Fliegen und der umbergetrie eit dieser Bauweise- drei Treppen wohnung- bisher noch nicht zum Orin dieser Manier immer noch lustig liegt es wohl hauptsächlich an der gkeit der meisten Hausfrauen, denen Fähigkeit gab, zu sagen, was sie sichtigung läßt sich die Sache sogar auf die Villa im kleinen, man fühlt
n einem leisen Hauch Hochherrschaftlusion! Sollen das Schlaf- und das ten der Kinder nach oben? Ja, aber
sie sollen und wollen ungehinderten Reich von draußen her haben- und he Treppe! Beim Baby im Kinderinmöglich. Sollen die Kinder unten fen? Dann sind sie die Nacht über Mutter hört nicht, wenn eins weint ollen die Kinder in der Kammer zu En in dem einzigen unteren Zimmer n jeden flüchtigen Besuch die Treppe he Mahlzeiten in die Küche verlegen.
d wendet- die Dispositionsfähigkeit penwohnung ist und bleibt begrenzt.
Sen sich weitere freudige Ueberraschun e Zimmer liegt im ersten Stod und vier aufnehmen. Aber o Schred! Das ne größeren Möbelstücke durch und wohl, abgesägt und hinterher durch engefügt werden. Jetzt bekommt auch n über sein Mietpalais einen argen
und
wie soll das Publikum es sonst erfahren! Wer darum geschäftliche Erfolge erzielen, seinen Umsatz und Nutzen steigern will, inseriere in:
Bett im Obergeschoß steht. Warme Umschläge und Essen bringen. Gießener Zeitung erscheint vorerit möchentlich 1.X
die ganze Krankenpflege spielt sich treppaus, treppab, und trog dem ist der Krante dauernd allein. Hinzu kommt noch, daß die Treppen so schmal sind, daß man ein vernünftiges Tablett nur sehr schwer hinauftransportieren fann.
Unendlich viel ließe sich gegen das Einfamilienhaus sagen aber was spricht eigentlich dafür? Nur das ganz und gar bürgerliche und unsozialistische Ideal der Isolierung, des„ Für fich allein- sein- Wollens", das im Grunde doch nicht erfüllt wird.
Auflage: 1000
verbreitet in Stadt und Kreis Gießen, Leserkreis in allen Bevölkerungsschichten; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pia. Anzeigen in diesem Blatt werden nicht übersehen!
Hessische Hausbesiger- Zeitung erscheint am 5. und 20. jeden Monats
12 500
offizielles und einziges Organ des Landesverbandes hessischer Hausbesitzervereine( 15000 Mitglieder). Auflage 12 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pig, hat Leser, die viel brauchen. Ein sehr beachtenswertes Anzeigenblatt!
Es wird fühn behauptet, der Architekt sei„ voller Verständnis Hessischer Kamerad erscheint am 1. und 15. jeden Monats
fängt nun das tägliche Martyrium sie täglich oder doch fast täglich drei n innerhalb der Wohnung nebst zumuß, muß sie die Reinigungsgeräte b schleppen, darunter vielleicht sogar denn sie ist doch eine moderne, ratioSfrau! Es tut ihr nur leid, daß ihr reicht, den durch die Bauweise bedings punkt zu erklimmen: für jede Etage
vor allem für die Tatsache, daß das Haus die Arbeitsstätte ist“ und er schon bei der Anlage des Hauses darauf Rüdficht nehmen muß, wenn nicht ein gedankenloser Raubbau an der Frauenkraft getrieben werden soll". Uns scheint, daß ein solcher Raubbau Jhon in der Anlage" des Einfamilienhauses vollauf gegeben
ift, der sich in Zeiten der Schwangerschaft und Krankheit der
48 500 offizielles und einziges Organ der Landeskriegerkameradschaft Hassia( 50 000 Mitglieder); verbürgte Auflage 48 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pfg.; hat als Abon nenten sehr viele Beamte, Landwirte und Geschäftsleute, auch bessere Arbeiter. Dieses allgemein beliebte Blatt wird von mindestens 100 000 Personen gelesen!
Frau ins Qualvolle steigert und demgegenüber es ziemlich Allgemeine Hessische Sportzeitung erscheint jeden Montag
gleichgültig ist, wie ein Küchenstuhl geformt und wo die Wasserleitung in der Küche angebracht ist.
=. Er war ernst und bewegt, aber er eine Flasche alten Burgunder meinte, er habe den Wein seit zwan il dein Vater ihn gern tränke und em Tisch finden sollte. Nach seiner Tisch von dem Gefallenen und leerte ittags tam der Hausarzt und blieb Nacht schauerlich stürmisch war. Spä Zimmer. Plöklich schrillte über das Anarren der Wetterfahne die Klingel
Der Ausdrud ,, das Jdeal des Einfamilienhauses für die Ars beiterfamilie" ist ein Widerspruch in fich, weil eine Hausform, die auf Individualismus, Wohlhabenheit, Unterstützung durch häusliche Hilfskräfte und mechanische Erleichterungen, wie Speisenaufzug und dergleichen, beruht, gar nicht das Jdeal für die Arbeiterfamilie sein kann. Unser Ziel, die follektive Bauweise, liegt noch in unerreichbarer Ferne, aber wir haben weber als Hausfrauen noch als Sozialistinnen Veranlassung, eine Bauweise zu pflegen, die auf Kosten der Frauenkraft einen ganz überlebten und unzeitgemäßen Individualismus fünftlich fonserviert.
ten. Papa strich mit der Hand über Mein Gott, dies Klingeln und Stür " Aergerlich brach er ab, denn das Visitenkarte und stotterte: ,, Da kommt
1200
bei den Sportvereinen und Sportfreunden des Lahn- u. Dillgebiets schnell beliebt geworden; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pfg. Die Sportsleute geben bekanntlich auf Anzeigen besonders Acht. Dieses Blatt wandert von Hand zu Hand unter den Sportsleuten!
Hessisches Handwerk u. Gewerbe erscheint am 1. und 15. jeden Monats 37 500
Anmerkung. Ich freue mich, daß endlich eine Arbeiter frau die Schattenseiten des Einfamilienhauses an Hand ihrer täglichen Erfahrungen im Vorwärts" beleuchtet hat. Noch viel mehr könnte man diesen Auslassungen zufügen, noch viel mehr Schattenseiten birgt ein Einfamilienhaus für eine Arbeiterfamilie oder für die Familie eines fleines Beamten. Seit länger als 4 Jahren, gleich als der Einfamilienhaus- Tanz los ging, habe ich in vielen Bekannten und auch in einigen Architektenkreisen dagegen Stellung genommen, wenn es sich um solche Häuser in nächster Nähe der Großstädte handelte. Man lachte. Mein alter Vorschlag ist: Man baue Drei- Familien- Wohnhäuser, aber für die beiden oberen Wohnungen je ein eigenes Treppenhaus, resp. für die Parterre- Wohnung einen besonde= ren Zugang, für jede Wohnung eine große ausgeplättete Küche gute Lüftungsanlagen, am Schlafzimmer einen Balkon zum Auslegen der Betten für's ganze Haus einen luftigen Trockenboden unterm Dach und vor allen Dingen im Keller neben der Waschküche einen sauberen Baderaum mit Ofen, Badewanne und Dusche. Die Räume nicht zu niedrig, nicht mit den Fen stern gespart, daß viel Licht und Sonne hineinkann, und die Wände mit guter Delfarbe bestrichen. Ein Drei- Familienhaus jo gebaut, in dem jede Familie alle Räume nebeneinander hat, ist immer noch viel billiger( die Baukosten auf die einzelnen Wohnungen verteilt) als drei Einzelfamilienhäuser, die fast primitiv eingerichtet sind. Unsere Reichsregierung würde auf diese Weise die Bauzuschüsse viel rationeller verwenden fönnen und es könnten viel mehr Gesuche berücksichtigt werden. Albin Klein.
ich irrtümlich auf der Karte, die ich ie aus meinen Fingern gefallen. J ach nicht wich, als ich Selle las. Papa gern, obwohl er der unserer Mutter Karte. Als er sie unter die Augen er Er rang mühsam nach Atem und : ,, Der Herr iſt abzuweisen!" Wir
Baters gelesen und sich verpflichtet geglaubt, Papa Mitteilungen über dich zu machen. Verstehst du jetzt?"
Dringlicher forschten vier große Augen in den seinen. Wieder tonnte er nur den Kopf schütteln. Ich weiß nichts, aber häme mich, zu denken, euer Bater hätte sich meinetwegen so tregt
Rein, Werner, nein", rief Elisabeth, er sprach ärgerlich noch einmal von Helle und nur von ihm. Dann tat er Den letzten Atemzug, che Gerda eintrat."
Es war sehr still im Zimmer. Die Mädchen schluchten Draußen fangen leise die fernen Nonnen O du fröhliche
Da weinten die Rujinen laut auf. Ganz und gar nicht fröhlich Thien die Weihnachtszeit! Werner wollte sie trösten: Arme Sufinen! Wie rührend gut, daß Ihr trotzdem die Fahrt von Briedelsdorf gemacht habi!"
Elisabeth schluchzte hinter dem Taschentuch:„ Wir wohnten Jeit dem Begräbnis bei Ontel Karl und Tante Barbara hier in Berlin. Ihnen gehört doch Priedelsdorf jetzt."
der Sturm. Mir würgte eine unerlichem an der Kehle. Das Mädchen lasse sich nicht fortschiden, sondern sprechen oder hören, wann er will ht war aschgrau, als er aufstand, um Da griff er mit der Rechten in die ch der Hüfte und fiel in den Gessel Wie Ahnen, daß es zu Ende gehe, idt ihn fort! Briefe von ihm oder gebt ungeöffnet an Werner!"
amtliches Organ der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt, verbürgte Auflage 37 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 36 Pig.; hat, wie der Titel sagt, die Handwerksmeister und Gewerbebetriebe, also Großverbraucher, als Abonnenten, die in allen rund 1000 hessischen Orten seßhaft sind. Das Blatt wird von mindestens 50 000 Personen gelesen, die Anzeigen werden beachtet!
Verbürgte Gesamtauflage 100 700
Anzeigen, in diesen 5 Zeitungen veröffentlicht, werden also in allen hessischen Gemeinden und in allen Bevölkerungsfreisen von laufträftigen Personen und von interessierten Produzenten wie Verbrauchern gelesen. Wer etwas anzubieten oder zu verkaufen hat, Wer etwas sucht oder bekannt geben will,
Ihre Stimme schlug um. Auch Gerdas Mund zudte merzlich. Sie war eine Fremde im Haus ihres verstorbenen Baters. Doch sollte Werner nicht denken, daß sie den Ver Dandien ihr Erbe neide: Ontel und Tante ziehen erst um Neujahr nach Priedelsdorf. Er wünscht als unser Vormund 3 wir bei ihnen bleiben. Bis also Kurt sein Erbe antritt, itfen wir immerhin im alten Heim wohnen. Weißt du übri ns, daß der Better einen englischen Kreuzer verjentt hat? apa war sehr stolz auf ihn."
Werner nidte:„ Kurt versprach immer, fich als gute Sorte zeigen, und in der Marine glüdt's leichter als bei uns. Wir blagen uns bis zum Stabsoffizier oder gar General hinauf in Der Masse. Den Seeoffizier aber sehen siebzig Millionen Deut The auf der Brüde seines U- Bootes. Wenn er Glüd und Schneid hat, fliegt ihm darum bald der Pour le mérite an den Sals." Er dachte des schlichten Kreuzes am schwarz- weißen Sand, das er seit den Tagen von Brzezing als einzigen Brustmud trug.
Mädchen weinten. Ihre Blicke heische sie nicht geben ehe er Helle gespro verlegen den Kopf: ,, Wie soll ich das weiter:„ Natürlich ahnte ich nicht, eren sollten. Während der Arzt und frichteten, lief ich nach den Tropfen emde vor mich: Fräulein von Dre hen zitterte bedauerte er, uns er de in der Zeitung vom Tod deines
Vielleicht hatte sich Bedauern auf seinem Geficht gemalt, denn Elisabeth mahnte: Glüd hast du auch und geht doch einer schöneren Zukunft entgegen. Vergleiche dein Los mit dem der armen Vettern aus Kunzenberg, das du nun bekommst."
Werner schlug die Augen nieder. Du bist nicht mein Sein halte der Vater gesagt. Also tonnte er das Majorat nie erben.
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vorm. Wilh. Keller, gegr. 1783
Noch auf der Fahrt von Trebbin nach der Ostfront hatte er vom Leben mit einer der Kusinen in Kunzenberg geträumt. Beide schienen ihm auch jetzt die liebsten und nächsten Menschen auf der Welt. Von einer jah er zur andern. Eine glüdliche Zukunft schien weber ohne Gerda noch ohne Elisabeth ju denten Die frohesten Stunden seiner Jugend hatien beide ge teilt. Des Jünglings erstes Erschauern bei Berührung mit der Frau hatte er am Arm der einen wie der anderen gespürt. Hassen würde er den Mann, der eine von ihnen zur Frau for derie. Gaben sie sein Empfinden wohl zurüd? Er dachte un willfürlicher Zärtlichkeiten die beide ihm einst schentten, ohne vielleicht von der im Verkehr vieler Jahre erwachien Liebe zu ahnen. Oft hatte Elisabeths Hand die seine in unbewußter Zärtlichkeit gesucht. Oft war Gerda bei plöglicher Berühruna feiner Finger errötet.
Um den Verstummten aufzuheitern, padien die Mädchen Pfefferkuchen aus. Elisabeth enitortie eine Flasche Punsch effenz, flingelte und bat Echwester Columbe um heißes Wasser. Dann siegte der Frohsinn der Jugend über die Erinnerung an die toten Väter.
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Südanlage 21
furzen Schritten. Doch wie Begleitern auf der Straße schien er auch dem Leben seiner Zeit off nachzuhinfen. Trotzdem itedte er fich weite Ziele. Karl, bu zwingit es nicht," sagte Tante Barbara nicht nur auf Spaziergängen. Er nannte sich Hifto rifer, weil er nach seiner Verabschiedung Geschichte studiert hatte Sein damaliger Wunsch, Lehrer am Kadettentorps zu werden, blieb unerfüllt. Seither mätelte er an der Zeit, die auf seine Dienste verzichtete. Mit anderen Neuerungen wedie seinen Merger namentlich die Verfügung, die aus den Premier leutnants früherer Tage Oberleutnants machte. Er blieb Premierleutnant", obwohl er den Titel nicht führte und lie ber die Anrede Herr von Drewit" hörte. Briefe mit der Aufschrift Oberleutnant a. D." wedten seinen Zorn. Auch die Steuerbehörde hatte ihn einst so genannt. Statt den Brief zu öffnen, warf er ihn in den Papierforb. Die Angaben über sein Einkommen blieben aus, und der Magistrat verhängte eine Geldstrafe. Onfel Karl zahlte nicht, sondern trug den Streit Dor Gericht. Da er den Prozeß in letter Jnitanz gewann, war sein wichtigstes Erleben. Nie trant er mit Bekannten ein las Wein, ohne davon zu erzählen und endlich mit der flachen Hand auf den Tisch zu schlagen: Also bin und bleib' ich Premierleutnant." So hien er darum in der Familie, und der Scherzname pagte gut. Auch ins Krantenzimmer watschelte er mit den furzen Schritten in einem wohl neuen, aber alimobisch geschnittenen langichößigen Gehrod. Um den Stehfragen Lag eine schmale schwarze Binde und über den fahlen Lippen bes tubenbleichen Gefichts der lang ausgezwirnte einsgraue Enurt " ubenbleichen Gesichts der lang ausgezwirnte eisgraue Schnurr Die noch soldatisch steife Gestalt wat hoch und hager. Die beweglichere Tante Bärbchen tänzelte tlein und runblich neben hm Langit hatte sie sich an gleich turze Schritte wie der Mann ewöhnt.
Nach heiterem Plaudern schieden die Mädchen und brachten am nächsten Nachmittag Ontel Karl und Tante Barbara Dres wig mit. Premierleutnants" hießen sie in der oft ihre Struis len verlachenden Familie Die Tante glaubte fich in jungen Jahren von einem Legationsjekretär geliebt Eeit der alte Vers ehrer Botschafter war, geitand fie gern, er habe einst um ihre Hand gebeten, und schalt fich töricht, weil sie ein grejes Los in der Lebenslotterie verschleudert hatte. Brieje wechselte sie noch heute mit ihm. Seine Bilder als Legitationsrat, Gesandter, Botschafter und Major der Landwehrtavallerie[ dmüdten Tijd und Wand ihres 3immers. Wenn Verwandte davorstanden töhnte sie mit bedauerndem Blid auf den von ihr doch innig celiebten Ontel Karl: Wenn ich gewollt hätte, wäre ich bevie Exzellenz!" 3hr Mann törte das Scufzen rüher mit nach tigem Schmunzeln. Gestern abend hatien Gerda und Elilabeth erzählt, daß er sich seit Kriegsausbrum oft vor die Bilder stelle und lache: Bärbchen, ums Haar wärest du Botschafterin Dann wagtest du dich jetzt nur mit tugelfeitem Schleier über ble Straße, weil Diplomaien unter Pari teben!" Der Onfe me unter dem alten Kaiser Garde- feldartillerift gemejen. Wäh rend der Manöver fuhr ein Gejdüz über seine Füle und zer quetschte die Zehen. Ter Abschied bratte ihm den e mierleutnant und die Verlegung den watscheinden Cemit
Wieder hörte Werner Vorwürfe über sein spätes Schreiben. Wernsheim ging aus dem 3immer. Die Damen nahmen auf Stühlen Plat. Der Onfel fetzte fich auf die Betttante und egte, Herr v. d Helle wohne in der Roonstraße, aber sei auf Reifen. Dann wollte er vom Tod des Generals, von den Tagen von Brzezing und von des Neffen Erleben hören.
Werner erzählte, aber weber bie Lungenentzündung noch er Lanzenstich schienen dem Onfel vieler Worte wert. Er ebte fi bald zu den Damen: Eine Kanone ist doch das 3 merite und auch im Manöver nicht leichter als im Kriege."
vickung- folgt


