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Samstag, den 12. November 1927.

Oberhessen im durchgehenden Ost- West- Berkehr.

Auf Einladung des Hessischen Verkehrsverbandes fanden sich im Rathaus zu Alsfeld Vertreter der Provinzialdirettion Ober­hessen, des Regierungspräsidenten zu Kassel, der Kreise und Städte Alsfeld, Fulda, Gießen und Lauterbach und einer Reihe anderer interessierter Berbände ein. Zur Erörterung ftand die Frage, wie der Verkehr auf der wichtigen oberhessischen Eisen­bahnstrecke Gießen Fulda durch Einlegung beschleunigter Züge mehr örtlicher Art, wie sie in der Vorkriegszeit gefahren wut­ben, wieder verbessert werden könne. Nach eingehender Aus­sprache konnte festgestellt werden, daß jämtliche interessierten Kreise in erster Reihe eine Lösung anstreben, die die Bahnstrede Gießen Alsfeld Fulda an den durchgehenden Ost- West- Vertehr unmittelbar heranbringt. Es herrschte Uebereinstimmung auch in­sofern, daß die Durchgangsverbindung von Alsfeld auf dem türzesten Wege über Nieder- Aula nach Hersfeld und weiter nach Thüringen und Sachsen zu führen sei. Die Vertreter von Fulda, Bad Salzschlirf und Lauterbach erklärten, daß ihre Städte in Alsfeld dann besonders eng an die neue Verbindung angeschlos sen werden müßten. Jm Berlaufe der Aussprache wies Provin zialdirektor Graef- Gießen darauf hin, daß noch manche beson­ders unangenehm empfundene Lüde im oberhessischen Personen­zug- Fahrplan balbmöglichst auszufüllen ist.

* Erledigte Lehrerstelle im Kreise Gießen. Wie das Lan­desamt für das Bildungswesen bekanntgibt, sind erledigt: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Trais- Horloff; eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Bolfsschule in Oppenrog; eine Lehrerstelle an der Boltsschule in Eberstadt. Dienstwohnungen sind überall vorhanden.

Eine einmalige Beihilfe von 50 M, sowie für jedes Kind eine Unterstützung von 10 M verlangt der Verband der Ge­meindes und Staatsarbeiter in einem an die hessische Regierung gestellten Antrag. Ueber die Frage wird der neue Landtag zu entscheiden haben.

Der Bogelsberger Höhenclub plant, den Schneesport im tommenden Winter im Vogelsberg bedeutend zu heben. Am Abhange der Herchenhainer Höhe sollen Uebungssprunghügel für den Stisport errichtet werden, während die Hauptsprung­hügel am Abhang des herrlich gelegenen Ernstberges nach Sichenhausen errichtet werden.

* Der Kriegerverein Gießen hatte für den 6. Novem­ber ds. Js. ein schönes Militärtonzert vorbereiter. Es fand wieder im großen Saale des Café Leib statt. Der 35 Mann starte Orchesterverein unter Leitung des Dirigenten Weller, zeigte sich auf der Höhe, und der Sänger Heinz Bech­stein hatte mit seinen Liedern eine gemütliche Abwechslung in das Programm hineingelegt. Die Veranstaltung war, wie der 1. Bors. Herr Landgerichtsrat Trümpert, in seiner Ansprache hervorhob, der Altveteranen und der Kriegsbeschädig ten und Kriegerhinterbliebenen wegen unternommen. Leider war dieses Mal der Saal lange nicht so start gefüllt, als wie beim ersten diesjährigen Wohltätigkeitskonzert, das 300 M Rein­gewinn erbracht hatte.

Die Zigarrenarbeiter der Firmen Pletz und Nattmann in Gießen, die auf Veranlassung der Gewerkschaftsvertretung die Arbeit ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen hat­ten, sind wieder an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt. Dagegen ist bei zwei Wieseder Fabrikbetrieben unter Bruch des Arbeits­vertrages die Arbeit niedergelegt worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Arbeitgeber heute zur Gesamtaussperrung schreiten werden.

* Ein schweres Unglüd ereignete sich Montagabend Ede Ludwig und Liebigstraße. Ein beladenes Kohlenfuhrwerk tam

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Gießener Zeitung"

Großen- Bused. Bubenhände haben in der Nach zum legten Sonntag an der Straße nach Rödgen einer ganzen Reihe von jungen Apfelbaumchen die Krone zum Teil abgebrochen, zum Teil zerrissen.

Buzbach. Ein schwerer Unfall ereignete fich Montag mor gen in der Schuhfabrit J. Rumpf& Sohn. Ein Arbeiter aus Leihgestern lam dem Triebwerf zu nahe, wurde von diesem er faßt und erlitt so schwere Verlegungen, daß er verstarb.

Friedberg. Der Kreistassengehilfe Bruno Stoff ist nach Unterschlagung von amtlichen Geldern flüchtig. Es verlautet, daß 12 bis 15 000 Mart veruntreut wurden. Gegen den Defrau danten ist Stedbrief erlassen worden. Angeblich soll Stoff schon mit seinem Motorrad das Ausland erreicht haben.

Darmstadt. Einem Beschluß des Finanzausschusses des hessi­schen Landtags zufolge soll in den Städten Mainz, Offenbach und Darmstadt je eine Kreisschulratsstelle abgebaut werden.

Nievern( Lahn). Der wegen umfangreicher Wahlfälschun­gen unter Antlage gestellte, durch die Hindenburg- Amnestie begnadigte Bürgermeister a. D. Berndt wurde bei der letzten Bürgermeisterwahl mit Stimmenmehrheit wiedergewählt. Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie sich die Aufsichtsbehörde zur Bestätigung dieser Wahl verhält.

Hanau. Am Donnerstag ist in einem Lagerraum der Ha­nauer Küchenmöbelfabrik in Bruchtöbel bei Hanau Feuer 15 gebrochen, das rapid um sich griff. Das 1920 erbaute 100 Me­ter lange Fabrikgebäude ist vollständig eingeäschert. Lediglich das Wohnhaus und ein Lagerraum tonnten gerettet werden. Der Schaden beträgt etwa 300 000 Mart. Er ist jedoch durch Bersicherung gededt. Als Entstehungsursache wird Brandstif= tung vermutet.

Verschiedenes.

Reform des Fernsprechdienstes auf dem flachen Lande. Auf eine Eingabe wegen Verbesserung des Fernspres dienstes auf dem flachen Lande hat der Reichspostminister fol­gende, auch das Handwerk interessierende Antwort erteilt:

Die Fernsprechdienststunden auf dem flachen Lande werden dem Verkehrsbedürfnis, soweit irgend möglich, ungepast. Sie müssen indessen aus wirtschaftlichen und betriebstechnischen Gründen mit den Dienststunden für den Postverkehr, die wieder­um von dem Eintreffen und Abgehen der Posten abhängig sind, tunlichst zusammengelegt werden. Besonders bei den Postagen­turen, bei denen die Wahrnehmung des Post-, Telegraphen- und Fernsprechdienstes in der Regel in einer Hand liegt, ist eine ver­schiedenartige Festsetzung der Dienststunden nicht angängig. Die deutsche Reichspost ist dauernd bestrebt, die Fernsprechdienst­zeiten, besonders auf dem flachen Lande, soweit es im Rahmen der verfügbaren Mittel irgend möglich ist, zu verbessern und so zu legen, daß auch während der Mittagszeit der Fernsprecher benutzt werden kann. Die volle Befriedigung aller Wünsche wird sich indessen nur durch die Einrichtung des Selbstanschluß­betriebs, der eine ununterbrochene Sprechmöglichkeit bietet, er­reichen lassen. Die allgemeine Durchführung dieser Betriebs­weise wird nach Möglichkeit gefördert. Sie wird aber bei dem außerordentlichen Umfang der Arbeiten und der Höhe der Kosten noch eine Reihe von Jahren in Anspruch nehmen.

Gebt Euren Kindern Honig!

Nr. 46.

Gamstag, den 12. November 192 einen Staubsauger! An die drei Dut pie Treppe hinauf und hinunter in Niederci, und doch will es nicht geling a oben gehören und unten gebrau gelehrt, an Ort und Stelle zu bringen. dann am unteren und oberen rangshäufchen" folcher Transportgüte genheit mitnimmt. Man sieht, das het denkende Hausfrauen"; aber ist habe ich auch nichts vergessen?" nid duttiv und zermürbend? Und dazu iame junger Mütter, die immer wie [ nog цацавә шәләј из род deindes Kleines die schmale Stiege,

Kein Nahrungsmittel ist für den Aufbau des Körpers, vor allem für unse e Sein er, so wertvoll, wie der Honig. Von allen Seiten werden uns von der Wissenschaft Stärtungs- und ilmuttel angeboten. sodaß wir fast vergessen haben, welch töftliches 1 iverial- Nabrmittel wir m Honig besigen. Wissen­schafil r haben nabarwiefen, daß Hong 98, Nabritoffe enthält, d runner Traubenzuder, Stalfja ze, Phosphor, Etwerk, Fett, Eisens cerbindungen, ätherische Ole und die so wichtige Vitamme. Der Strafi ri von 1 Pund von g gleicht dem von etwa 3 Pfund Fleisch. Hong ist ungemein leicht verdaulich, da er unmittelbar ms Blut aufg nommen wird. Seien sich unfere Mütter bewußt, dak fie im Honig eines der besten Vorb ugungs- und Heilmitel zur Dans haben, das iuren Rinde n unschätzbare Dienste geleistet hot bei Blutarmut, Bleichsucht, Erkrankungen von Magen und Darm, Strofulose, Husten Grippe und Schloflofiafcit. Selbst­verständ ich muß der Honig auch emer, nur von B.enen ge fammetter Blütenhonig sein.

Vom Einfamilien- Siedlungshaus.

Ueber das Einfamilien- Siedlungshaus, das heute vielfach als der Gipfel der Wohnungskultur und das Arbeiterhaus der Zukunft bezeichnet wird, macht eine sozialistische Hausfrau in Nr. 436 des Borwärts" folgende bemerkenswerte Ausführun gen, die von allen jenen Hausfrauen bestätigt wer den müssen, die schon einmal das zweifelhafte Ver­gnügen hatten, ein mehrjtödiges Einfamilienhaus zu bewohnen. Sie schreibt: Haushaltsrationalisierung ist etwas Notwendiges und Woh nungsfultur etwas Schönes, aber damit ist noch nicht gesagt, daß alles, was im Zeichen dieser Schlagworte heute von wohlmeinen­den Architekten gleich ferienweise hingelegt wird, nun auch wirk­lich diesen idealen Forderungen entspricht. Wir Hausfrauen in den mit Normierung, Typisierung und Rationalisierung drei­mal begnadeten Neubausiedlungen wissen ein Lied davon zu singen. Eigene schmerzliche Erfahrungen geben Anlaß, den viel fach etwas überschwenglichen Lobpreisungen moderner Archi­tettenweisheit entgegenzutreten.

innen zur Hühnerleiter verengt, Angit und Besorgnis den ganzen adh nur allzu angebracht! Ger hie Sache bei Erkrankung eines F m Obergeschoß steht. Warme Umid panze Krantenpflege spielt fich trepp mit der Kranke dauernd allein. Hin

pen so schmal sind, daß man ein ve hhwer hinauftransportieren kann. Unendlich viel ließe sich gegen das aber was spricht eigentlich dafür? hirgerliche und unfozialistische Ideal der Fallein- fein- Wollens", das im Grunde Es wird fühn behauptet, der Architekt Dor allem für die Tatsache, daß das Ha and er schon bei der Anlage des Hauses mu, wenn nicht ein gedankenloser Raub getrieben werden soll". Uns scheint, de hon in der Anlage" des Einfamilien f der sich in Zeiten der Schwangersch Frau ins Qualvolle steigert und dem ledgültig ist, wie ein Küchenstuhl gefor kitung in der Küche angebracht ist. Der Ausdrud das Jdeal des Einfami beiterfamilie" ist ein Widerspruch in sic vie auf Individualismus, Wohlhabenh isliche Hilfskräfte und mechanische Ereifenaufzug und dergleichen, beruht, g wie Arbeiterfamilie sein kann. Unser 3 mi, liegt noch in unerreichbarer Fe wder als Hausfrauen noch als Sozia Sauweise zu pflegen, die auf Koster überlebten und unzeitgemäßen J birviert.

In der Not frißt der Teufel Fliegen und der umbergetrie bene Wohnungssucher das Einfamilienhaus. Wenn der Pro test gegen die Sinnlosigkeit dieser Bauweise drei Treppen innerhalb der Dreizimmerwohnung- bisher noch nicht zum Or­fan angeschwollen ist, und in dieser Manier immer noch luftig weitergewurstelt wird, so liegt es wohl hauptsächlich an der Dumpfheit und Urteilslosigkeit der meisten Hausfrauen, denen ein Gott weder Zeit noch Fähigkeit gab, zu sagen, was sie leiden. Bei der ersten Besichtigung läßt sich die Sache sogar recht nett an: man ist stolz auf die Villa im Kleinen, man fühlt sich angenehm umfächelt von einem leisen Hauch Hochherrschaft­lichkeit. Teuer erkaufte Illusion! Sollen das Schlaf und das Kinderzimmer mit den Betten der Kinder nach oben? Ja, aber die Kinder sind noch flein; sie sollen und wollen ungehinderten Zugang zu ihrem fleinen Reich von draußen her haben und immer ist da die gefährliche Treppe! Beim Baby im Kinder­wagen ist es schon ganz unmöglich. Sollen die Kinder unten und die Eltern oben schlafen? Dann sind sie die Nacht über so gut wie allein, und die Mutter hört nicht, wenn eins weint oder erkrankt ist. Oder sollen die Kinder in der Kammer zu ebener Erde und die Eltern in dem einzigen unteren Zimmer schlafen? Dann müßte man jeden flüchtigen Besuch die Treppe hinauf nötigen und sämtliche Mahlzeiten in die Küche verlegen. Wie man sich auch dreht und wendet die Dispositionsfähigkeit in der unglücklichen Treppenwohnung ist und bleibt begrenzt. Bei dem Einzug ergeben sich weitere freudige Ueberraschun

in scharfem Trab bie abſchüſſige Ludwigstraße heruntergefahren auf dem Nachhauserveggen! Das einzige größere 3immer liegt im ersten Stod und

und bog in die Liebigstraße ein, wo mehrere Knaben standen. Die Knaben stoben auseinander und konnten sich mit knapper Not in Sicherheit bringen. Nur der 14jährige Schäfer stürzte und geriet unter die Räder, welche ihm beide Oberschenkel zer­quetschten.

Alus Nah und Fern.

Lollar. Der 9 Jahre alte Hans Müller in Lollar er­hielt Ende voriger Woche beim Spiel von einem Kameraden einen Stoß mit einer Stange gegen ein Auge. Nach zwei Tagen verschlimmerte sich das Befinden des Kindes derart, daß es am Dienstagabend gestorben ist. Der Stoß hatte einen Blut­erguß in das Gehirn zur Folge gehabt.

Grüner Rasen Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg. 9. Fortsetzung

Wohl darum begann Wernsheim zu plaudern: Weißt du, daß morgen Weihnachten ist?"

,, Schenk' ich dir einen Kalender!"

Der lag auf dem Tisch, als der Freund am frühen Nachmit­tag vor Heiligabend ein geputztes Bäumchen ins Zimmer trug. Drei genesende Kameraden brachten eine falte Flasche, aber ver­abschiedeten sich später, um das Fest auch bei Wernsheims Eltern zu feiern. Werner lag im halbdunklen Zimmer allein. Am Bäumchen brannten die winzigen Kerzen nieder und schienen dem Berlöschen nahe, als Schwester Columbe die Tür zum hel! erleuchteten Rorridor öffnete. Aus weiter Ferne, von oben oder unten im Haus, trug ein Chor von Frauenstimmen das ,, Stille Nacht, heilige Nacht" ins dunkle 3immer. Wie schön doch Frauenlippen das Leben machten Er dachte des Kusses von Elisabeth aber auch an Gerda mit einem Sehnen, in dem er sich trostlos einsam und verlassen fühlte. Gar traurig war die erste Weihnacht ohne Heim und Vater.

Rollen und Quietschen auf dem Korridor ließ ihn den Kopf zur Tür drehen. Zum fernen Gesang der Nonnen zogen Schwestern einen buntbeputzten hohen Lichterbaum auf flachem Wagen vor sein Zimmer In die Stube traten zwei niedliche Kinderchen in Weiß. Mit den unter offenem Haar an die Schul­tern gebundenen Flügeln schienen sie Engel, die Schokolade, " Wein, Zigarren, Zigaretten auf die Bettdecke legten und einen Vers auffagten. Jubelnd in die Hände flatschend, hüpften sie wieder hinaus, und der Wagen rollte zur Tür des nächsten Zim­

mers.

Die Gaben blieben auf dem Bett. Sonst hätte er wirklich an einen Besuch vom Himmel geglaubt. In der Ferne sang der Chor heller Frauenstimmen immer noch wie aus Woltenhöhen die alten frommen Lieder. Im Zimmer war es dunkel. Die Kerzen am Baum fladerten schwach. Doch wärmend und traulich wie das leise, ferne Singen fiel das Licht von draußen in d'e Stube. Es mußte die Stunde sein, da er sonst an Chrift abenden mit dem Vater ins Lazarett ging. Wohl viele lagen heute am Heiligenabend verwundet, trant und allein. Um das Gefühl der Vereinsamung abzuschütteln, leerte er das Weinglas

SCHIEL

freuen sie sich schon,

wenn es einen Oetker- Padding gibt. Die Jungen kommen meist mit einem Bärenhanger nach Hause a. da ist ein Oetker- Pudding

Oetker­gerade der richtige, sättigende Nachtisch. Paddings sind wohlschmeckend and nahrhaft, jedoch sehr leicht verdaulich Durch die Zubereitung mit der vitamin­reichen Milch wird der Nährwert noch erhöht. Mit den neuen Oetker- Feinkost- Puddings Mandelkern und Krokani wird selbst der verwöhnteste Geschmack zufriedengestellt. Nene anregende Rezepte für Süß- a. Gelee- Speisen finden Sie in dem neuen farbig illustrierten Oetker- Rezeptbuch, Ausgabe F,

das Sie für 15 Pfg. in den einschlägigen Geschäften erhalten, wenn nicht, gegen Einsendung v Marken v.

soll Bücherschrank und Klavier aufnehmen. Aber o Schred! Das Treppengeländer läßt teine größeren Möbelstücke durch und muß, mehr oder übel als wohl, abgesägt und hinterher durch Klammern wieder zusammengefügt werden. Jetzt bekommt auch die Freude des Hausherrn über sein Mietpalais einen argen Stoß! Für die Hausfrau fängt nun das tägliche Martyrium erst an. Nicht allein, daß sie täglich oder doch fast täglich drei ganz unproduktive Treppen innerhalb der Wohnung nebst zu­sätzlichen Fenstern reinigen muß, muß fie die Reinigungsgeräte jeden tag treppauf, treppab jchleppen, darunter vielleicht sogar den schweren Staubsauger, denn sie ist doch eine moderne, ratio nalisierungsbestrebte Hausfrau! Es tut ihr nur leid, daß ihr

Dr. August Oetker, Bielefeld. Bortemonnaie nicht dazu reicht, den durch die Bauweise beding

auf dem Nachttisch und fiel in Halbschlummer. Durch das Däm mern seines Dentens huschten die Gestalten der Kusinen. Gerda und Elise beth schienen zu singen, als die Nonnen ein neues Lied anstimmten. Dann schlief er wohl fest, aber fuhr auf, als vertraute Stimmen seinen Namen nannten. Er drehte den Kopf und jah in hellem Licht des Korridors Gerda und Elisabeth in schwarzen Kleidern auf der Schwelle. Mit traurigem Vor wurf sagte die Aeltere: Werner! Warum schriebst du nicht früher? War es ein Traum? Er hatte ihnen doch ge­schrieben!

Schwester Columbe führte die Mädchen ins Zimmer und setzte einen Korb auf den Tisch. Die Kusinen nahmen seine Hände, aber wagten nur flüsternd nach dem Ergehen zu fra­gen. Um ihnen zu zeigen, daß er jetzt nicht mehr trant jei, antwortete er laut. Da gaben sie ihrer Entrüstung Aus­druck. Die Nonne habe eben erzählt, daß er seit zwei Wochen im Sanatorium liegt, ohne Nachricht zu schicken!

Also gaben sie sich noch immer als Verwandte und wußten nicht um das Geheimnis. Er hatte sich vor ihnen nicht zu schä men. Elisabeth ließ das Licht aufflammen. Ihre bernsteinfar benen Augen tanzten wie immer. Wie Gerda sah sie über das Bett hinweg nur in sein Gesicht. Sie waren wohl noch nicht gewohnt, einen Mann im Krankenzimmer zu besuchen.

Wieder sah er die schwarzen Kleider: Warum tragt ihr Trauer?"

Betrübt, aber auch überrascht, wechselten sie Blicke. Ihre Augen schimmerten feucht: Du weißt es nicht?"

Er schüttelte den Kopf. Gerda strich mit falten Fingern über seine Linke:..Auch unser quter Vater ist tot!" Ein Drud ihrer Hand schien Halt und Stütze zu suchen.

,, Arme Kujinen!" fonnte er nur sagen. Worte waren über­flüssig in den Tagen großen Sterbens, da alle Beraubten and rer Leid und Gram verstanden Nahe wie einst fühlte er sich den Mädchen, die Waisen waren wie er.

Schwester Columbe brachte einen zweiten Stuhl. Setzt euch

doch!"

Nur Elisabeth nahm Play und trocknete die Augen. Gerda ging an das Auspacen des Korbes mit gewollter Fröhlichfeit die ihn wohl aufheitern sollte. Aus einer fleinen Pappschachtel nahm sie ein Bäumchen mit Lichtern, nicht größer als 3ünd hölzer. Als sie brannten und neue Geschenke auf der Bettdecke lagen, fand sie die Kraft, sein Fragen nach des Minister, Tod zu beantworten. Am Morgen des Sterbetages las Papa vom

ten Rationalisierungshöhepunkt zu erflimmen: für jede Etage Tode deines lieben Vaters. Er war ernst und bewegt, aber auch stolz. Vor Tisch ließ er eine Flasche alten Burgunder aus dem Keller holen und meinte, er habe den Wein seit zwan zig Jahren aufgehoben, weil dein Vater ihn gern tränke und bei Besuchen wieder auf dem Tisch finden sollie. Nach seiner Art sprach Papa dann bei Tisch von dem Gefallenen und leerte ein Glas auf ihn. Nachmittags tam der Hausarzt und blieb zum Abendbrot, weil die Nacht schauerlich stürmisch war. Spä ter jaßen wir in Papas Zimmer. Plöglich schrillte über das Aechzen der Bäume und Knarren der Wetterjahne die Klingel durchs Haus Alle erschraten. Papa strich mit der Hand über die Augen und stöhnte: Mein Gott, dies Klingeln und Stür men ist gerade wie. Aergerlich brach er ab, denn das Hausmädchen brachte eine Visitenkarte und stotterte: Da tommt ein Herr..."

Von der Hölle" sah ich irrtümlich auf der Karte, die ich ihr abnahm. Fast wäre sie aus meinen Fingern gefallen. Ich spürte ein Grauen, das auch nicht wich, als ich Helle las. Papa hörte den Namen nicht gern, obwohl er der unserer Mutter war. Er rief nach der Karte Als er sie unter die Augen hielt, schwoll seine Stirnader Er rang mühsam nach Atem und herrschte das Mädchen an: Der Herr ist abzuweisen!" Wir schwiegen. Draußen heulte der Sturm. Mir würgte eine uner­färliche Angst vor Schredlichem an der Kehle. Das Mädchen tam zurüd: Der Fremde lasse sich nicht fortschiden, sondern wolle und müsse Exzellenz sprechen oder hören, wann er will. tommen sei. Papas Gesicht war aschgrau, als er aufstand, um in die Halle zu gehen. Da griff er mit der Rechten in die Luft. mit der Linken nach der Hüfte und fiel in den Geisel zurüd. Wir fprangen zu. Wie Ahnen, daß es zu Ende gehe, tang jein Stöhnen: Schidt ihn fort! Briefe von ihm oder auch vom Ontel General gebt ungeöffnet an Werner!"

Anmerkung. Ich freue mich, do zen die Schattenseiten des Einfamili täglichen Erfahrungen im Vorwärt Diel mehr könnte man diesen Auslas mehr Schattenseiten birgt ein Einfa beiterfamilie oder für die Familie ei länger als 4 Jahren, gleich als der ging, habe ich in vielen Bekannten- u stefientreifen dagegen Stellung genomm Häuser in nächster Nähe der Großstäd Mein alter Vorschlag ist: Man b häuser, aber für die beiden oberen Treppenhaus, resp. für die Parterr en Zugang, für jede Wohnung eine gute Lüftungsanlagen, am Schlafzi Muslegen der Betten für's ganze S Woden unterm Dach und vor allen Waschtüche einen sauberen Badera ind Dusche. Die Räume nicht zu tern gespart, daß viel Licht und Bände mit guter Delfarbe bestriche o gebaut, in dem jede Familie alle aft immer noch viel billiger( die 2 " Bohnungen verteilt) als drei Ei primitiv eingerichtet sind. Unsere diese Weise die Bauzuschüsse viel sund es fönnten viel mehr Gesuche

Laters gelesen und sich verpflichtet ge er dich zu machen. Verstehst du i Dringlicher forschten vier große S Ber tonnte er nur den Kopf schütte pame mich, zu denken, euer Bater

Creat..

Rein, Werner, nein", rief Eli nach einmal von Helle und nur ben lekten Atemzug, ehe Gerda eint Es war sehr still im Zimme Saugen fangen leise die fernen No De weinten die Kusinen laut auf. Ich en die Weihnachtszeit! Werner Rajinen! Wie rührend gut, daß Briedelsdorf gemacht habt!"

Elisabeth jchludzte hinter dem e dem Begräbnis bei Ontel Karl Berlin. Ihnen gehört doch Priedel Ihre Stimme schlug um. Au merzlich. Sie war eine Fremde in ters. Doch jollte Werner nicht en ihr Erbe neide: Onkel he nach Priedelsdorf. Er wi bei ihnen bleiben. Bis a it immerhin im alten Sein ens, da der Better einen englis apa mat ihr stolz auf ihn." Werner nidle: ,, Kurt versprach zeigen, und in der Marine glüdt lagen uns bis um Stabsoffizier Majje. Den Stoffizier aber sel de auf der Brüde sjeines U- Boot Eneid hat, fliegt ihm darum bald Bals." Er dachte des schlichten S Bend, das er feit den Tagen von B mud irug. Bielleicht hatte sich Bedauern bean Elisabeth mahnte: Glüd ha her oneren Zutunit entgegen. B De armen Bettern aus Kunzenberg, Werner schlug die Augen nieder. te der Bater gejagt. Also tonnte

Gerda schwieg. Beide Mädchen weinten. Ihre Blicke heisch­ten Erklärung Er fonnte sie nicht geben ehe er Helle gespro chen hatte, und schüttelte verlegen den Kopf: Wie soll ich das Derstehen?"

Zögernd sprach Gerda weiter: Ratürlich ahnte ich nicht, wie ihnell wir Bapa perlieren jollten. Während der Arzt und Elisabeth ihn im Stuhl aufrichteten, lief ich nach den Tropfen In der Halle trat der fremde vor mich: Fräulein van Dre mit? As it beim Eejahen zitterte bedauerte er, uns er schreden zu haben. Er hätte in der Zeitung vom Tod deines