Samstag, den 10. Dezember 1927.
Das Märchen von der traurigen Prinzessin.
Es roar einmal ein Rönig, der in einem großen, prachtvollen Schloße wohnte, Unzählige Solbaten und Bediente standen unter feinem Befehle und die Bewohner feines Reides lebten glück. lich und zufrieden. Denn überall herrschte Wohlstand und 3u friedenheit. Fröhliche Gesänge ertonten aus allen Werkstätten und Arbeitsplägen und nie herrschte Uneinigkeit unter den Be mohnern des Landes.
Das ganze Bolk Hebte den Rönig Elberam und lebte und fühlte in allem mit der königlichen Familie. Aber body waren nicht alle fo froh und glüdlich! Der König und seine Gemahlin litten sehr unter einem großen Unglück. Sie hatten eine schöne Tochter, thr einziges Rind, bie seit ihrer Geburt fast andauernd meinte. Das war fo gekommen. Gleich nach ihrer Geburt hatte eine böse Fee fich ins Schloß eingeichlichen und über der Prin Beffin einen 3auberspruch ausgesprochen, infolge dessen sie von biefem Augenblich ab immer nur weinte. Memand konnte per stehen, woher das kam und was ber Brinzessin fehlte, bis end lich der önig einen weisen Mann aus einem Nachbarreiche hommen ließ, um deffen Urtell zu hören. Er beobachtete eine 3eit lang Bellariba, so hieß die Prinzessin, und dann fagte er zum Rönig und zur Königin, daß die Prinzessin unter dem 3auber einer bösen Fee ftünde. Ele mürbe thr ganzes Leben lang nur meinen, wenn nicht ein Bring häme und sie erlöfte, indem er spräche:„ Schöne Brinzessin, bu mußt nicht traurig sein in diesem glücklichen Reiche; du mußt lachen und fröhlich sein, wie die anderen!"
Als der König diefe Worte gehört hatte, versuchte er auf alle mögliche Weise, die Brinzessin aus ihrer Berzauberung zu erlösen. Er lud die Prinzen ber benachbarten und befreundeten Fürstenhäuser ein, aber unter ihnen war keiner, der die richtigen Worte zur Prinzessin Bellarida jprach. Da ließ der König im ganzen Lande und in allen umliegenden Ländern bekannt ma
"
Gießener Zeitung
Café Leib
Inhaber: Otto Rahnefeld Fernsprecher Nr. 1792
Großer neuzeitl. Saal
Restauration
m. gut bürgerlichem Mittagstisch Autogarage Kegelbahn
Vereinszimmer
XXXXXX
So haltbar
sind die
Damenstrümpfe
von
Karl Jöckel Giessen
Plockstraße 11
Der Seelchenbaum.
Bon Ferdinand Avenarias.
Weit draußen, einsam im öden Raum Steht ein uralter Weidenbaum
Noch aus den Heidenzeiten wohl
Berfnorrt und verrunzelt, gespalten und haHL Reiner schneidet ihn, feiner magi Borüberzugehn, wenn's nicht mehr tagt, Rein Bogel fingt ihm im dürren Geäft, Raschelnd nur sputt drin der Oft und Weft; Doch wenn am Abend die Schatten düstern, Sörft du's wie Summen darin und Flüstern. Und nahst du ber Weide nad Mitternacht. Du siehst fie non grauen Kindlein bewacht, Muf allen Heften hoden fie dicht,
Lispeln und wispeln und ihren sich nicht. Das find die Seelen, die weit und breit Sterben gemußt, eh' die Tauf sie geweiht. 3m Garglein liegt die fleine Leich', Richt darf das Geelchen ins Simmelreich. Und immer neue, fiehlt es bu? In leisem Fluge huschen dazu.
-
Da fizen sie nun das ganze Jahr Wie eine verschlafene Käuschenschar
Doch Weihnachts, wenn der Schnee rings fregt Und über die Länder das Chriftfind fliegt, Dann regt sich's, pludert fich's, plaubert, Taart, E, sind unsre Räuzlein da aufgemacht! Sie Lugen aus, wer sieht was, wer? Ja freilich kommt das Christfind her! Mit seinem Hellichten Himmelsschein Fliegt's mitten zwischen sie hinein:
Ihr Eleines Bolt, nun bin ich da- Glaubt ihr an mich?" Sie rufen:„ Ja“! Da nidt's mit seinem lieben Gesicht Und herzt die Armen und ziert sich nicht.
Dann flatscht's in die Sände, schlingt den Arm Ums nächst aufwärts fchwirrt der Scharm Ihm nach und hoch ob Wald und Wies' Ganz graden Weges ins Paradies.
Ein wunderbarer Irrgarten.
Nr. 50
Cam, in vegember
Karl
BUTTER
Generalve
SPARMARG ,, Harzer G mit Rabattma 1/ Pfund-, 50
Berth
Gegründet 1798
Erftes Spezialgefa
für Reifeartikel feine Lede
ma
hen, daß er große Festlichkeiten veranstalten wolle und daß jeber Bring, der die Hand seiner Tochter zu erhalten wünsche, will kommen fet. So wurden die herrlichsten Feste gefeiert. Ueberall waren die Fahnen herausgesteckt, die Straßen waren mit Guir landen wunderschön geschmückt und die Bolksmenge war in noch fröhlicherer Stimmung als fonit, und mit Gesang und Musik 30g man durch die Straßen. Das königliche Schloß glich einem Bauberpalast. Ueberall prangten die herrlichsten Blumen und Pflanzen; ble Außenseite des Schloßes mar mit den kostbarsten Teppichen bekleidet und dazwischen war eine Ueberfülle von Guirlanden von Fenster zu Fenster gespannt. Eine große Anzahl fürstlicher Gäste waren im Schloße erschienen und alle die frem ben Prinzen wurden der Prinzessin vorgestellt; aber keiner mar barunter, ber bie rechten Worte zu ihr fagte, und so mußte die schöne Bellarida weiter weinen.
Bald, nachdem die Feste vorüber waren und der König und bie Rönigin traurig über den Mißerfolg dasaßen, erschien in der Stadt ein wandernder Handverksmann. Er hörte von den Festen, und auch, warum ste veranstaltet wurden und vor allem auch von der unglücklichen Brinzessin. Er wollte durchaus die trauernde Prinzessin sehen und ging zum königlichen Schloß, um den König zu sprechen. Aber die Wächter am Schloßtore fragten ihn, was er wolle,
Ich will den König sprechen und die weinende Prinzessin fehen," sagte er.
Aber sie ließen den armen Handwerksmann nicht hinein; benn der König war doch auch nicht für jeden beliebigen Menschen zu sprechen.
Jeden Tag kam nun der Handwerksmann ans Schloßtor und begehrte um Einlaß, aber jedesmal wurde er abgewiesen. Das dauerte vierzig Tage lang, bis die Wächter ihn endlich zum König gehen ließen. Dieser hatte schon von dem wunderlichen Manne gehört, der ihn seit vierzig Tagen sprechen wollte und war gespannt, was sein Begehren wohl sein würde.
hen."
Willst du die Prinzessin sehen?" fragte er den Mann " Ja, err König," fagte er, ich möchte sie gern einmal se
Nun wohl," antwortete der König. Wenn fie dich empfangen will, mag es geschehen; aber ich verstehe nicht, wie du dazu kommst, so lange 3eit auf deinem Vorhaben zu bestehen!"
Und so bekam der arme Handwerksmann die Prinzessin Bellarida zu sehen. Als er ihr gegenüber stand, ging er auf sie zu und sagte:" Schöne Prinzessin, du mußt nicht traurig fein in diesem glücklichen Reiche; du mußt lachen und fröhlich sein mie die anderen!"
Und sogleich erheiterte ein anmutiges Lächeln ihr Gesicht und man konnte deutlich sehen, daß sie sehr, sehr schön war. Der 3au ber war gebrochen, denn die Brinzessin hafte gelächelt. Der König obwohl hocherfreut, verstand nichts davon; denn der weise Mann hatte ihm früher gesagt, daß ein Bring diefe Worte sagen würde. Er wandte sich zu dem armen Mann und sagte: Lieber Mann, wer bist du denn eigentlich?" Aber dieser, der soeben noch neben ihm gestanden hatte, war verschwunden und statt feiner stand da ein wunderschöner, prachtvoll gekleideter Prins. In höflichem Tone sagte er, indem er sich vor dem Könige verneigte:
" Herr König, ich bin ein Pring und heiße Borelido; ich komme aus fernem Lande, auf mir ruhte auch eme 3aubermacht, die nur dadurch verschwinden konnte, daß ich die weinende Brinzeffin sprechen durfte. Du lichst es ist geschehen und wir beide haben unsern 3auber gebrocher."
Nun wurden wieder große Feste gefeiert und Pring Borelido machte Prinzessin Bellarida zu seiner Gemahlin. Am Hofe aber und im ganzen Lande herrschte unbeschreiblich großer Jubel, denn nun waren sie alle glücklich und zufrieden, auch der König und Die Königin.
Restauration
Zum Schüßenhaus
Empfehle mich für die Fest tage mit Spelfen u. Getränken
Inh. S. Beck
Universal- ReichssteuerKassebuch
-
mehrfach gesetzlich geschützt
( Von vielen Steuerinspektoren und Bücherrevisoren bestens beurteilt)
enthält
Spezialeindrucke
für jeden Handwerksbetrieb
z. B. für ,, Gastwirtschaften" ,,, Bäckereien", ,, Gärtnereien" ,,, Glasereien" ,,, Landwirtschaftsbetriebe" ,,, Maler u. Weissbinder" ,,,
,, Maurer
u. Baugeschäfte" ,,, Metzgereien" ,,, Polstereien und Sattlereien" ,,, Schlossereien" ,,, ,, Schmiedereien" ,,, Schneiderbetriebe" ,,, Schreinereien", ,, Spenglereien", offene ,, Ladengeschäfte" ,,, Modistinnen",
"
Schuhmachereien",
Weissnähereien", Architekten", Aerzte" und ,, Agenturen".
19
Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung
Buchführungsvorkennt
nisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen festgestellt werden,
weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuerpflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. Nebenher weiss man auch, welche Summen für Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden.
Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig.
Albin Klein, Gießen,
Sudanlage 21.
Nun müßt Shr einmal verfuchen, aus diefem verzwicken Irrgarten herauszukommen. Es ist nicht so einfach! Lagt Cuch aber dadurch nicht entmutigen. Es macht Spaß, wenn Shr einen Buntstift nehmt und damit den zurückgelegten Weg zeichnet. Wer den richtigen Weg gefunden hat, wird sehen, daß ein Tier zum Vorschein kommt, deffen Umrisse von dem Buntstifte gezeichnet sind.
Der Schornsteinfeger.
HI
Diese schwarzen Stückchen müffen fauber auf ein Stück night zu dicken Karton geklebt und danach ausgeschnitten werden. Wenn Ihr dies getan habt, müßt Shr nun versuchen, die ver schiedenen Stückchen aneinander zu paffen. Sit es Euch gelungen, bann erhaltet Shr ein hübsches Sdattenbilb eines ornitein fegers, der mit feiner Leiter über der Schulter zur Arbeit geht. Shr follt fehen, was dies für ein hübsches Bild wird! Biel leicht mit 3hr etwas länger fuchen als She Euch gedacht habt. Mun, das schabet nichts. Um fo foner ift dann aud bas Rejultat, das Eure Arbeit" krönt. Sie ist der Mühe wer
Spezialabteil Ich bitte um meiner neu e
4PS
Der Illu
Wer se bestrebt ist,
näher kenne heimatliche B
einen solcher


