Sonnabend, den 7. Mai 1927.
Bejagungen wehren sich mit dem Mute der Verzweifelung für die Erhaltung ihrer deutschen Sprache und Schule, denn sie bauen auf die große Reserve des Mutterlandes.
In unseren Tagen, da wir feine wirtschaftlichen und poli tischen Machtmittel bejizen, muß die Sprachgemeinschaft zur Boltsgemeinschaft werden, die Bildungsarbeit an der Jugend muß unter den Gedanken des Voltsschutes gestellt werden. Der Drud der Nachkriegsjahre hat hundert Bonen Deutsche die deutsche Not gemeinjam erleben lassen. Sie fann Geschent werden. Nutzen wir jie: Der Weg in die deutsche Weite ist freigelegt.
,, Wir haben Kinder noch, wir haben Knaben, Und auch wir selber leben, Gott sei Dank!"
Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat April 1927. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben:
Die im Bericht für den Monat März 1927 aufgezeigte Besserung der Geschäftslage in den Handwerksbetrieben hat nach den Berichten der deutschen Handwerks: und Gewerbekammern auch im Monat April angehalten. Besonders sind es wieder das Baugewerbe, das Bekleidungsgewerbe und die für die Instandsetzung der ländlichen Maschinen und Geräte in Frage tommenden Handwerkszweige, welche eine stärkere Inanspruch nahme zu verzeichnen haben. Stellenweise tritt auch die Industrie wieder als Auftraggeber auf. Es wird jedoch von verschiedenen Stellen angezweifelt, daß es sich bei der Verbesserung der Wirtschaftslage um eine tonjuntturmäßige Besserung handelt, man glaubt, es sei vielmehr die alljährlich im Früh jahr eintretende jaijonmäßige Belebung, die allerdings in diesem Jahre stärker hervortrete, als im Jahre 1926. Daß es sich nur um eine saisonmäßige Belebung handelt, glaubt man auch daraus schließen zu können, daß die bessere Wirtschaftslage sich eben nur in dem eng begrenzten Kreis der für die Früh jahrsjaijon tätigen Handwerkszweige hält. Ein weiterer Hinweis darauf ist der Umstand, daß die Steigerung der Wirtschaftsturve im Handwerk bei weitem noch nicht wieder an die Normallinie heranreicht. Für das Baugewerbe dürfte besonders die Besserung der Verhältnisse auf dem Kreditmarkt in Frage kommen.
Da sich, wie im Vormonat, die Belebung des Baumarktes hauptsächlich auf die größeren Städte beschränkt, ist die Auswirkung der Belebung am Baumarkte in den kleinen Städten - auch weniger fühlbar. Hier sind es vor allem die Betriebe des Bekleidungsgewerbes und die für die Landwirtschaft tätigen Betriebe, die den saisonmäßigen Aufschwung zu spüren betommen.
Den günstigen Anzeichen stehen eine ganze Reise von ungünstigen gegenüber. Es ist zu beachten, daß die Preise für sehr viele Rohstoffe und Materialien eine langsame aber stetige Steigerung erfahren. Besonders ist dies der Fall für die Baumaterialien. Eine weitere Verteuerung ergibt sich durch die Erhöhung der Beiträge zu der Invalidenversicherung, und der sonstigen Steigerungen des Lebenshaltungsindexes. Mit besonderer Sorge sieht das Handwerk dann den Verteuerungen entgegen, die sich aus der Einführung der neuen Arbeitszeitverordnung ab 1. Mai d. J. ergeben. Die Verpflichtung, Mehrarbeit mit einem prozentualen Zuschlag zum vereinbarten Lohn zu bezahlen, wird für manche Handwerkszweige eine fühlbare Belastung des Lohntontos herbeiführen. Lebhafte Abwehr er= gibt sich daher auch gegen die beabsichtigte Erhöhung der Postgebühren und der Gütertarife, die unbedingt eine Verteuerung der Produktion mit sich bringen wird. Es ist sicher zu erwarten, das bei allen diesen Momenten für das Handwerk eine Beeinträchtigung des Geschäftsganges eintreten wird. Wenn sich auch durch Nachlassen der Arbeitslosigkeit, im ganzen gesehen, eine geringe Besserung der Kauftraft des Publikums ergeben hat, so ist doch noch das ganze Niveau der Kauftraft sehr nied= rig. Letzteres wirkt sich besonders darin aus, daß der Zahlungsverkehr noch viel zu wünschen übrig läßt. Nach wie vor steht der Kauf auf Kredit und Abzahlung im Vordergrund. Diejenigen Betriebe, die für die Landwirtschaft tätig sind, werden überhaupt noch längere Zeit auf Zahlung warten müssen, weil der Landwirtschaft in der Uebergangszeit nur sehr wenig Barmittel zur Verfügung stehen. Es wird verschiedentlich darauf hingewiesen, daß kleineren Handwerksbetrieben die Uebernahme größerer Arbeiten infolge des schlechten Zahlungseinganges und der damit verbundenen Betriebsmittelknappheit nicht möglich war. Verstummen wollen auch nicht die Klagen über das Submissionswesen. Die Bestimmungen der Verdingungsordnung finden noch immer nicht die notwendige Be
Zeitglossen.
Ein Volksfreund schreibt:„ Unser Volksei es rechts oder links gerichtet gleicht in den Jahren seit dem Kriege einem halbverhungerten, halberschlagenen und völlig ausgeraubten Manne, der zu Tode erschöpft am Wegesrande liegt." Ich frage: Ist dies wahr? Berhält es sich wirklich so? Die Schamröte steigt einem ins Gesicht, wenn man sich umschaut im heutigen Deutschland und gewahren muß, wie dieser arme„, halbverhungerte, halberschlagene und völlig ausgeraubte Mann", ungeachtet der schweren Notzeit, von einem Vergnügungstaumel in den andern stürzt.
Es ist nicht so, wie dieser Volksfreund sagt, aber es war und ist, wie ein anderer Volksfreund Paul Steinmüller in seinen Feuerrufen in Deutschlands Nacht" es beklagt:„ Sagt
mir doch, ihr weisen Volkshüter, warum duldetet ihr die scham lose Entblößung der Wunden? Warum duldetet ihr die Preisgabe des seelischen Aussages? Denn so war es: Riesengroß und in schrecklichem Ernst stand das Schicksal über uns, und die Menschheit begann sich im Tanz zu drehen. Gerichte gingen über uns dahin, deren gewaltige Stimmen aus dem Uranfang alles Daseins zu uns redeten, und die es hören sollten, wirbelten wie rasende Derwische.... Selbst die Grautöpfe und Verblühenden gebärdeten sich wie die Kälber, die nach dem Winter auf die Weide kommen. Und wenn sie sich die Narrenkappe überstreiften, tanzten sie nach der widerlichen Art primitiver Völker. Wahrlich, ihr Kinder Deutschlands, die ihr euch wie
,, Gießener Zeitung"
achtung. Unangenehm in die Erscheinung tritt auch die Tatjache, daß verschiedene Industrieunternehmungen im Zusammenhang mit der Rationalisierung des Betriebes zur Einrichtung Don Regiebetrieben schreiten.
Lohnverhandlungen fanden in den verschiedensten Handwertszweigen statt. Bei der Forderung der Erhöhung der Handwerkslöhne gehen die Gewerkschaften meist von der falschen Ansicht aus, als wenn die Belebung der Handwerkswirtschaft schon eine tonjuntturmäßige jei, was von den meisten Berichterstattern bestritten wird. Eine einfache saisonmäßige Belebung ist aber nicht hinreichend, um die an und für fich hochliegenden Handwerkslöhne noch mehr zu erhöhen.
Mit der Belebung der Handwerkswirtschaft hat sich auch der Arbeitsmarkt verbessert. Es ist hier und da schon sogar zu einer gewissen Berinappung der Facharbeiter gekommen. Es machen sich hier die Nachteile der Beschränkung der Freizügigkeit, wie sie durch die Wohnungswirtschaft gegeben sind, jehr hinderlich bemerkbar.
Arbeitsgemeinschaft
der Hejjischen Kreditgenossenschaften.
Die Hessischen Kreditgenossenschaften am 31. Dezember 1926. Eine Gegenüberstellung der Jahresendzahlen von 1925 und 1926 zeigt, daß die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlosse nen hessischen Kreditgenossenschaften Schulze Delitzscher Richtung im abgelaufenen Berichtsjahr 1926 gleich anderen Wirtfchaftsgruppen eine weitere Aufwärtsentwidlung zu verzeichnen hatten. Ist diese ihrem Umfange nach auch nicht mehr so start wie im Jahre 1925, so muß andererseits auf die große Bedeutung hingewiesen werden, die der stattgefundenen Konsolidierung der inneren Verhältnisse zukommt. Ein langjames, aber gesundes Wachstum ist allem anderen vorzuziehen.
Nachfolgend seien einige Zahlen von 1913, 1924-1926 ge= genübergestellt, die in großen Zügen die Entwicklung skizzieren. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Abschlußposten für 1926 noch nicht zugeschrieben sind.
Bezeichnung
51.12.1331.12.24| 31.12.25/ 31.12.26
In Mill.-Mk. bez. Rmk.
Bilanzfumme Eigenes Sapital Geschäftsguthaben und Rücklagen Fremde Geldmittel
81.0
21.2
322
43.0
19.0
8.5
51
7.1
Spareinlagen Depojiten u. Anleihen Sched u. Eto. Ct. Einlagen
41.0
5.5
11.5
16.7
10.4
8.1
10.5
13.5
51.4
136
22.0
Fremde Geldmittel zusammen
30.2
Somit übersteigt die Bilanzsumme Ende 1926 die Hälfte des Betrages von 1913, während diese Grenze von den Spareinlagen ( 40 Prozent) und dem eigenen Kapital( 37,3 Prozent) noch nicht erreicht wird. Dagegen betragen die kurzfristigen Einlagen 130 Prozent der Vorkriegsziffer. Das 1924 noch bestehende starte Uebergewicht der Sched- und Kontokorrentgelder hat sich inzwischen zu Gunsten der Spareinlagen gebessert.
Die Gesamtbilanz für 1926 zeigt neben den 7,1 Mill. Mt. eigenen Mitteln und 30,2 fremden Geldern noch 1,8 Mill. Bankschulden und 1,5 Mill. Mt. Akzepte. Diesen 40,6 Mill. Mt. ste= hen gegenüber: Außenstände von 31 Mill.( davon 28, 8 in Ifd. Rechnung), flüssige Mittel( einschl. Wechsel und Wertpapiere) von 9,0 Mill. und Beteiligungen von 0,2 Mill. Mt., insgesamt 40,2 Mill. Mt.
Die flüssigen Mittel betragen 50 Prozent der täglich fälligen Verbindlichkeiten( 17,8 Mill.) gegen 44 Prozent Ende 1925. Das eigene Kapital macht 16,5 Prozent, die offene Rüdlage 6 Proz. der Gesamtbetriebsmittel aus.
An sonstigen Verpflichtungen bestanden am Jahresschluß: Avale und Bürgschaften Giroverbindlichkeiten
1,3 Mill. Mr. 2,4 Mill. Mr.
Der Mitgliederbestand der 30 Genossenschaften erreichte Ende 1926 die Zahl von 27 826( mit 31 472 übernommenen Geschäftsanteilen); diese Mitglieder haften mit insgesamt 19,4 Mill. Mr. für die eingegangenen Verbindlichkeiten. Nimmt man die eingezahlten Geschäftsguthaben und die Reserven hinzu, so ergeben sich Gesamtgarantiemittel in Höhe von 26,5 Mill. Mr.
Das aus diesen Zahlen gewonnene Bild läßt erkennen, daß der finanzielle Zusammenschluß des für unsere Wirtschaft so not
rasende Erben zeigtet, ihr seid nicht zu Sprechern unseres Unglüds berufen!"
Für die ersten vier Monate dieses Jahres waren allein für Berlin 500 Maskenbälle angesagt. Man hätte alle mit einer Notsteuer belasten sollen, die in dieser schweren Zeit noch imstande sind, öffentlichen Vergnügen und Luftbarkeiten nachzugehen, die der Not im Lande spotten, wenn man schon den entwürdigenden Vergnügungstaumel, wie es in anderen Ländern längst geschehen, nicht gänzlich untersagen will, oder zu unter: sagen nicht die Macht hat. Schmähliche Ohnmacht!
Der dies schreibt, ist durchaus kein Feind edler Geselligkeit, im Gegenteil, heiteren Gemüts und ein Freund wahren Frohsinns, aber der heutige Vergnügungstaumel ist Verzerrung, die mit wirklichem erquidendem Frohsinn nichts gemein hat.
,, Wir sind arm wie die Kirchenmäuse" damit suchen vielfach heute Vertreter der größten vaterländischen Organisation ihre Ungeistigkeit, ihre mangelnde Unterstützung und Teilnahme an geistigen Bestrebungen zu entschuldigen. Dazu bemerkt tref= fend Johann Ohneland in seinem Aufsatz Der Völkische und die Geisteskultur"( Hammer, Nr. 590):„ Ohne tiefes, freies Verhältnis zur Kunst, Wissenschaft und anderen Kulturfragen fann tein neuer Volksgeist, feine neue Sittlichkeit geboren werden. Unsere Armut darf lein Hindernis bei der Pflege fultureller Güter sein."
fordert wird, bis zur völligen Abschaffung von Alkohol und Ich will nun nicht einmal so weit gehen, wie es hier ge
Nr. 19.
wendigen Mittelstandes in der Form der Kreditgenossenschaft schon beachtliche Resultate gezeitigt hat. Daß diese Entwidlung sich fernerhin in noch stärkerem Ausmaß fortsetze, ist gerade im allgemeinen voltswirtschaftlichen Interesse gelegen; die finan zielle Stärkung so großer Bevölkerungs- Schichten wird mit beitragen zur Hebung der Gesamtwirtschaft und damit zur Besserstellung eines jeden Einzelnen.
Wie sag' ich's dem Käufer?
Sonnabend, den 7. Mai 1927.
s Strebens nach Sparsamstem Haushalten mag der Geschäftsmann, der Fabrikant und auch darauf sehen, mit dem geringsten Einfag b Hagefelt zu erzielen. Auf die Werbe- und gemand, ift es längst erwiesene Tatsache, daß site Weg zum Käufer ist, um ihm zu sag are habe ich in gediegener Qualität und mirdig anzubieten. Amerika, ein Land, das all and die moderniten, erprobt hat, fehrt immer w bewährten, ftets jungen, stets wirtungsträftigen lame zurüd, der Zeitungsanzeige. Denn es h bier der billigste, wirtfamste und einzig volle beende Weg zum Käufer liegt.
Der Propaganda- Direktor der Vereinigung der amerikanischen Zeitungsverleger teilte in einem Bortrage mit, daß im Jahre 1925 in amerikanischen
Zeitungen für 2900 Millionen Mark Anzeigen er schienen find. In früheren Wirtschaftsepochen war der Grundsatz vor herrschend, nur soviel Waren zu erzeugen, wie der Marti tat sächlich aufnehmen konnte. Im Gegensatz zu dieser lediglich auf den Kundenbedarf eingestellten Produktion erzeugt in der modernen Volks- und Weltwirtschaft jedermann soviel er will und tann. Die Folge davon ist ein leberangebot an Waren und das Bestreben, das fertige Produkt restlos an den Mann zu bringen. Der Käufer wird mit nimmermüder Zähigkeit und von dem ganzen Einsatz der modernen Reflamekunft um worben. Und tatsächlich ist es möglich geworden, durch wir tungsvolle Werbearbeit das Ueberangebot in Waren den Käufer treifen zuzuführen.
Polizeiverordnung
in Gießen. ar Sicherung des Verkehrs während des Ka Saf Grund des§ 129b Il Ziffer 2 des Geset dang betreffend, vom 8. Juni 1911 und de rafenverordnung vom 6. Februar 1924 wird fi 1827 für den Bereich der Stadt Gießen folgend § 1. Von 1½ Uhr nachmittags ab werden hen, soweit ich durch sie der Festzug bewegt, für Fees für jeden Verkehr mit Kraftwagen Fahrrädern und Fahrzeugen jeder Art gesperrt Neustadt, Bahnhofstraße, Westanlage, Selte play, Sonnenstraße, Brandplaz, Martilau straße, Oft und Südanlage, Bleichstraße, und Raijerallee. Während dieser Zeit ist es auch verboten, daß& Ant in den oben genannten Straßen halten.
Jede richtig verstandene Reklame läuft auf die Frage hin aus: Wie jag' ich's dem Käufer? Dieser muß, bevor er zum Erwerb der Ware schreitet, wissen, woher sie stammt, in welcher Güte und Besonderheit und zu welchem Preise sie feil ist. Der Mittel und Wege, über diese den Käufer zunächst interessieren. den Fragen Klarheit zu schaffen, gibt es viele. Von der primi tivsten Form des Ausrufens, Ausschreiens der Waren auf Jahr märkten angefangen bis zum Aushängeschild des Kaufmanns oder Handwerkers, dem einfach ausgeführten Ankündigungs zettel oder dem mit allen Vorzügen und Effekten moderner Drudtechniken ausgestatteten Werbeblatt und Katalog bis hin zur alle Bevölkerungsschichten berührenden Ankündigung im Anzeigenteil der Zeitung, welch' ein vielgestaltiges, tausendgüngiges Aufgebot an Werbemitteln im Dienste der modernen Warenerzeugung und Absatzgewinnung.
§2 Die Kaiserallee darf von der Abzweig rage bis zu der Abzweigung der Straße Gieße on 1% Uhr nachmittags ab bis 10 Uhr abends jengen jeder Art nur mit einer Höchstgeschwin Kilometer in der Stunde befahren werden. § 3. Die Aufstellung der konzeffionierten und Vierdedroschten darf nur auf der rechten S Am Kugelberg"( Fahrtrichtung Kaiſerallee) es Die Aufstellung von Privatfahrzeugen jede auf der rechten Seite der Kaiserallee jenseits d Sagenhaus" stattfinden. § 4. Der Seltersweg wird für den Durchg Kraftwagen, Kraft- und Fahrrädern( nicht Kra die Zeit von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr aben Spette gilt nicht für Fahrten zur Erledigung g privater Angelegenheiten in den Seltersweg.
Nordamerika, dessen beispiellose Erfolge auf technischem und wirtschaftlichem Gebiete Deutschland zur Nacheiferung die nen, ist auch in der Reklame vorbildlich geworden. Dieses Land hat alle nur erdenklichen Propagandamöglichkeiten erwogen und sie der Absatzgewinnung nugbar gemacht, es hat aber schließlich der Kundengewinnung und Absatzerhöhung auf dem Wege der Anzeige den Vorzug gegeben. Wir erwähnten bereits ein leitend, daß Amerika in einem einzigen Jahr allein für Zei tungsanzeigen 2900 Millionen Mark verausgabt hat, es ist das eine so horrende, fast märchenhaft anmutende Summe, daß sie allein schon für Nutzen und Wirkungsweise der Anzeigenreklame spricht.
Amerika gibt auf diese Weise insbesondere auch dem deut schen Kaufmann, Handwerker, Gewerbetreibenden vollgültige Antwort auf die Frage: Wie sag' ich's dem Käufer?" Die Zeitungsanzeige ist in der Tat dasjenige Werbemittel, das zu allen Berufs- und Bevölkerungsschichten allen gewerblichen und gesellschaftlichen Kreisen dringt, also überall dorthin, wo nur irgendwie Käufer anzutreffen sind. Sie ist universell, allum fassend, mehr als jede andere Reklameart, und nicht nur dies allein, denn in der heutigen Zeit der geldlichen Knappheit und
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Tabak, ich rauche gern und verschmähe auch den Alkohol nicht kann also in diesem Falle nicht als Feind oder Enthaltsamkeits fanatiker verdächtigt werden, der das Kind mit dem Babe aus schüttet und überhaupt nicht mitzureden hätte- aber ich sage, was gerade in dieser Hinsicht geleistet wird, überschreitet wirklich oft das Maß des Anständigen. Ich habe manche Ber sammlung und Veranstaltung mitgemacht, daß einem por Qualm die Augen übergingen. Ich sage: alles mit Maß und alles an seinem Playe! Man schaffe wenigstens das Zuviel von Tabak und Alkohol ab, dann springt schon ein ganz Er hebliches zur Geistespflege heraus! Gustav Hildebrant.
Nur einen Tropfen Del.
Die Nähmaschine geht nicht mehr so leicht und spielend wie im Anfang. Woran mag es liegen? Nur eine Kleinigkeit Oel und die Räder eilen wieder in geräuschloser Eile dahin. Ein Tropfen Del mag Wunder wirken, aber er tut es nicht allein im Rädergetriebe der Maschine. Del ist das Geheimnis auch des glücklicher Familienlebens, des Zusammenlebens im Alltag. Del der Liebe sänftigt die Geister, Del der Freund lichkeit beflügelt die Schritte, Del der Vergebung heilt die Seelenwunden, Del der milden Beurteilung stärkt das Ver trauen, Del guter, milder Worte läßt die Reibungen des Ver lehrs verschwinden. Glüdselig das Haus, in dem jedes ein jolches Delfläschchen hat und den notwendigen Tropfen zu rech der müden Hausmütter ein Baljam, ein Wort des Dankes ter 3eit zugießt. Ein Wort der Anerkennung ist für die Geele
§ 5. In gleicher Weise wird die für d Kraftfahrzeugen und Krafträdern überhaupt burg für den Durchgangsverkehr mit Fahrräd § 6. Die angeordneten Sperren gelten jahrten der Polizei, der Feuerwehr, des Mili des Sanitätsdienstes.
§ 7. Zuwiderhandlungen gegen diese werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestra
Lokales. Sonntagsgedanken.
Frühjahr ist's, die Zeit der Saat. Uet Ihreitet der Sämann und streut die Körner Körnlein knüpft sich der Wunsch, daß es aufg und gute Früchte trage. Im weiten Ader Gottes ist jeder Mensch ein Sämann. Denn und Arbeiten ist ein Säen. Jedes Wort, jed lein der Saat, das in der Saatfurche einer geht, und im Sonnenschein oder Regen rei böjen Tat. So ist unser ganzes Leben di Streuen wir gutes Gaatgut aus, dann könne Landmann auf den Herbst freuen. Wer r Ernie will, darf zuvor die Mühen der Aus Wer goldene Aehren und reifes Korn ein aber auch nicht steln, Dornen und Unkrau im Menschenleben das Saatkorn, das wir a treut, schon bis es Abend wird. Aber auch
gleicht einem Erntejahr. Was Eltern und ging im zarten Reimbeet der Jugend gehei was weiter durch's ganze Leben. Und w dann fann ein jeder Tag zum Erntefest m Menschen Früchte werden auf goldenen Wag Scheunen gejahren.
aus der Kinder Mund läßt die Eltern alle vergessen, und ein Wort der Güte hilft den
Berg hinüber. Dieses alles wird bewirkt du Der ehten Liebe. In manchem Hause fehlt d Segen Brand, Schnitt und andere Wunder Seelenballam, das Del der Liebe, mangelt, un die Räder und pfeift der Umgang. Manchme felber gar nit jo. Da ist es gut, wenn m jagt: Dein Delfläschchen ist leer geworden Und du selbst?
Bon dem weisen Scheif Omar ben Nah , worin ein jeder eine Lehre für sich fi Tages tam fein Neffe Hassan zu ihm und k milienverhältnisse sind sehr wenig zufriedens gen wollen nicht gehorchen, und alles geht, chen Umständen möglich ist.“-„ Das habe fehen," antwortete der Alte ernsthaft. anders werden."
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was willst du machen, damit das geschieht? „ Ja, das ist auch die h halb fomme ich zu dir, um dir es mitzuteil eborenen will ich zu deinem Sohn in die Brand senden, damit er dort Gehorsam lern ben Jüngeren sollen meine eigene harte S lommen, wie sie es brauchen. Und was m betrifft, so hoffe ich, daß du, erfahrener Sche Händnis für das beibringen wirst was ihre


