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Nr. 9.

erit a. D. Weller, langjähriger Stom Sefangenenlagers im Kriege.

Wahlen zur Landwirtschaftskammer

Ergebnis für den Wahlbezirk Mar trachten: Gutsbesitzer Georg Kaiser, er Wilhelm Brühne, Fledenbühl und Beltershausen.

n Ruhestand lebende Generalleutnant ist nach schwerem Leiden im 80. Le­gen war besonders bekannt als ernit ebiete der artilleristischen Wissenschaft. hat ihm ehrenhalber den Doktor der

id am legten Sonntag, angeregt Don

ammer- Nebenstelle, eine Tagung der hüsse von Hanau Stadt und Land, rn statt.

Que Bücher.

Karl Jlzig, Studienrat, Serlin. Berbindung mit eingehendem Zern om Rustinschen Lehrinstitut. 4 Briese Onneß& Hachfeld, Potsdam und Leip Reichsverfassung heißt es, daß Staats­hrfach in den Schulen sein soll. Die jienene Staatsbürgerfunde führt auf und Kommunalverfassungen, der Ge dwirtschaftlichen Einrichtungen von

und ganz in dieses Wissen ein. amen, wie im Märzheft von We inem sehr interessanten Artikel über hland". Wieder ein vielseitiges und den vorangehenden würdig enreiht. Codestage gewidmet ist ein Doppel Deutung, das der Verlag der im 48.

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40. Jahrg.

Samstag, den 5. März 1927.

Nr. 10.

Gießener Zeitung

Erscheint: Samstags.

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Ardoftionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd­Jendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Deutschland und China.

Berlin, 4. März. Ueber die gegenwärtige Lage in China wird erklärt, daß die Verhandlungen Chinas mit England in Hantau zu einem gewissen Abschluß gelangt find. Eine Be drohung von Europäern, insbesondere von Deutschen in Schang hai, sei ausgeschlossen. Deutschland werde keinerlei Schritte tun, bie irgendwie als Parteinahme gedeutet werden fönnten. Eben­falls beabsichtige Deutschland nicht, beim Völkerbund vorstellig zu werden.

Besprechung der Justizminister der Länder. Berlin, 4. März. Heute traten im Reichsjustizministerium die Justizminster der Länder zu einer Aussprache zusammen. In der Besprechung wurden insbesondere die wichtigsten Fragen der Strafrechtsreform erörtert.

Deutsch polnisches Abkommen über die Schlichtung streitiger Staatsangehörigkeitsfälle.

Zur Durchführung des deutsch- polnischen Wiener Abkommens über Staatsangehörigkeits- und Optionsfragen vom 30. August 1924 haben Deutschland und Polen vom 21. Dezember 1926 durch Notenaustausch eine Vereinbarung getroffen, die das Verfahren zur Schlichtung von Streitfällen regelt, in denen Staatsange­hörigkeits- und Optionsfragen auf deutscher und polnischer Seite verschieden beurteilt werden. Besonderer Zwed dieser Vereinbarung ist vornehmlich der, die Meinungsverschieden heiten in den einzelnen Streitfällen mit tunlichster Beschleuni gung durch eine Schlichtungskommission beilegen zu lassen.

Die Einzelheiten der Voraussetzungen, unter denen von den beteiligten Personen Anträge gestellt werden können, oder die für die zuständigen Behörden Anlaß zum amtlichen Aufgreifen einer Sache sind, sind den Kreisämtern durch den Herrn Minister des Innern zur Kenntnis gebracht worden.

Personen, die durch eine behördliche Entscheidung über den Erwerb oder den Verlust der Staatsangehörigkeit oder die Gül­tigkeit ihrer Option beschwert sind, haben in ihrem eigenen In­teresse ungefäumt die erforderlichen Anträge zu stellen, und zwar so rechtzeitig, daß der Deutsche Delegierte innerhalb der am 15. April 1927 ablaufenden Frist die vorgeschriebene Anmeldung bei der polnischen Delegation bewirken kann.

Unterstützungsabbau des Siegerländer Bergbaues.

Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags begann am Donnerstag mit der Vorberatung des Haushalts der Berg, Hütten und Salinen Verwaltung.

Handelsminister Dr. Schreiber führte u. a. aus: Jm preußi­schen Bergbau waren beschäftigt im Jahre 1913 493 000 Mann, im Jahre 1926 455 000 Mann. Gefördert wurden im Ruhr­

revier 1913 144 Mill. Tonnen, 1926 112 Mill. Tonnen. Mit dem 1. April 1927 wird der preußische Staat eine Versuchsgrube übernehmen, um in ihr Neuerungen im Grubensicherheitswesen zu erproben. Ein Verbot der Ueber- und Nebenschichten tönne von der Bergbehörde nicht ausgesprochen werden. Durch die vom Reich und vom Staat im Siegerland Bergbaugebiet gewährten Unterstützungen konnte die Belegschaft verdoppelt werden. Der Minister kündigt an, daß diese Zuwendungen am 1. April 1927 abgebaut werden würden.

Eine Sondertagung

der kommunistischen Opposition in Essen. Am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstage des kom­munistischen Patreitages, tam es zu stürmischen Auseinander: segungen mit der Opposition. Der Oppositionsführer, der pr. Landtagsabgeordnete Bartel, warf dem Zentralkomitee der Partei vor, daß es mit seinen Maßnahmen die Opposition mund­tot machen wolle, und forderte die Wiederaufnahme von Ruth Fischer, Maslow und anderer Oppositions- Abgeordneter in die Partei. Unter starkem Protest des Parteitages mußte der Redner die Rednertribüne verlassen, und der Vorsitzende des Parteitages bezeichnete Bartels' Auftreten als unerhörte Pro­

votation. Darauf teilte der Parteiführer Thälmann mit, daß

sich die aus der Partei ausgeschlossenen Reichstagsabgeordneten Urban und Scholem bereits in Essen befänden und für Sonn­abend eine Reichskonferenz der Opposition nach Essen einberufen

hätten. Der Parteitag beschloß hierauf gegen eine Minderheit, daß diejenigen Delegierten, die sich nicht an der Parteitagung beteiligen würden, mit der Partei nichts gemein haben können.

Rücktritt der medlenburgischen Regierung. Schwerin, 3. März. In der heutigen Generalabstimmung über den Haushaltsplan 1927/28 wurde der Haushaltsplan mit 25 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Die Kommunisten stellten ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung, welches angenommen wurde. Die Regierung erklärte darauf ihren Rüdtritt.

Jm Münchener Eisenbahn- Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen den Lokomotivführer Aubele eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren sechs Monaten. Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefängnis, bei Anrechnung von drei Monaten auf die Untersuchungshaft.

Die Weinbaufläche des Deutschen Reiches. Von 28 509 358 Hektar landwirtschaftlich genugter Fläche,

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die durch Erhebung des Statistischen Reichsamts von Ende Mai| 1926 erfaßt wurde, find 81 584 Hettar Weinbergsland. Bayern hält mit 20 766 Hettar die Spike, es folgt unmittelbar Preußen mit 19082 Hektar, dann Hessen mit 15 046, Baden mit 14 201, Württemberg mit 12 207, Sachsen mit 206, Thüringen mit 76 Heltar.

80 Millionen Sparkasseneinlagen in Hessen.

In der Tagespresse ist schon wiederholt auf die günstige Entwicklung der Spareinlagen bei den deutschen öffentlichen Spartassen hingewiesen worden. Auch bei den hessischen Spar­kassen weisen die Spareinlagen eine stete Zunahme auf. Waren am Ende des ersten Jahres nach der Inflation( 1924) 13,7 Mil­lionen Mark erreicht, so brachte das Jahr 1925 eine Steigerung Don 26 auf 39 Millionen. Das Jahr 1926 hat auch diese Zu gangsziffer wieder übertroffen. Der Zuwachs betrug nämlich nicht weniger als 35 Millionen Mart. Damit stiegen die Spar­einlagen Ende 1926 auf 74 Millionen Mark. Der erste Monat des Jahres 1927 stellt aber geradezu einen Reford dar. Er brachte nämlich einen Zuwachs von rund 5% Millionen Mart, so daß Ende Januar 1927 die Summe von rund 80 Millionen Mt. erreicht wurde.

Wochenrückblick.

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In China dürften die nächsten Tage die Entschei­dung bringen. Der General der geschlagenen Nord­armee, Sun- Chuan- fang, hat sich die Schantung- Armee unter dem General Tschang- chung- Tschang verschrieben, und beide wollen nun kurz vor Schanghai das Vor­dringen der Südarmee, der Kantonarmee, aufhalten. Ob nach einer Entscheidung nach der einen oder ande­ren Seite hin dann Friede in China wird, ist sehr zwei­felhaft, denn im Norden steht der gewaltige, von Ruß land unterstützte, Tschangsolin, dessen Haltung bis jetzt ziemlich untlar ist. England und Rußland haben einen Notenaustausch vorgenommen, der ziemlich selten in der Geschichte dasteht. England erklärt, die Be­ziehungen der beiden Länder zueinander seien ,, noto­risch unbefriedigend" und Rußland antwortet darauf, daß die Note der englischen Regierung von den, ele­mentarsten Anstandsregeln" abweiche. Wirklich sehr nette Süßigkeiten im diplomatischen Verkehr! Jedes Land droht dem anderen mit Abbruch der Beziehungen, es bleibt alles, veranstaltet Demonstrationen und wie es war! Zum Glück, darf man sagen. Vor 15 Jahren wäre aus einem derartigen Notenwechsel so­fort ein Weltkrieg entstanden. Da Amerika lang sam, aber sicher, mit Hilfe des ihm gefügigen Präsiden ten Diaz Nikaragua in seine Tasche steden will, wirkte es wie eine Bombe auf die stolzen Yankees, als Eng­land plötzlich zum Schutze seiner Untertanen auch ein Kriegsschiff nach dem bedrohten Lande sendet. Der ,, Schutz der Untertanen" war ja einer der Vorwände Amerikas zur Landung eigener Truppen. Man sucht hüben und drüben die öffentliche Meinung zu beschwich tigen mit allen möglichen Hinweisen, die Tatsache bleibt bestehen, daß England mit der Entsendung des Kriegsschiffes eine warnende Haltung gegenüber Ame­rifa eingenommen hat, die in Washington nicht miß­verstanden wurde, aber jetzt vertuschelt werden soll.

Nachdem im Saargebiet die Präsidentenfrage afut geworden ist, kommt ein neuer Schlag: man will in dem besetzt gehaltenen Gebiet einen sog. Bahnschuh or ganisieren, selbstredend mit französischen Truppen. Wir stoßen hier auf das Problem der verschleierten Be­sagung", das für Deutschland unannehmbar ist. Wieder ein Blatt aus der Geschichte des Kampfes ums Saar­gebiet. Zwischen Preußen und Hamburg ist ein neuer Konflikt wegen Landaustausches ausgebrochen. Hamburg muß sich an der Elbmündung erweitern, braucht preußisches Gebiet, worauf Preußen nicht ein­gehen will. Preußen wünscht vielmehr so im Stillen die Einverleibung Hamburgs, um mit den Verschluk­fungen der norddeutschen Kleinstaaten( wie es z. B. mit Walded schon geschah zu dem deutschen Einheits­staat zu kommen. Der Ministerpräsident Preußens hat es bei einer Rede in Berlin umschrieben. An und für sich ist die Schaffung des Einheitsstaates, des deutschen Einheitsstaates, eines der erstrebenswertesten Ziele. Aber diese Fragen rühren an wichtige Probleme. So fürchten manche norddeutschen Kleinstaaten, daß es nicht zu einem deutschen Großstaate, sondern nur zu einem Groß- Preußen fäme. Auch in Süd- Deutschland ist man in dieser Beziehung mißtrauisch. Der Weg, den Preußen einschlägt, würde zunächst zu dem Groß­Preußen nördlich der Mainlinie führen, dem Süd­deutschland gegenüberstände. Die föderalistische, bezw. Einheitsfrage, dürfte in allernächster Zeit afut wer­den, da in den Zeitungen schon ein reger Gedanken­austausch und Kampf entbrannt ist. Nach den letzten Meldungen scheint zwischen Zentrum und Bayerischer

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Bolkspartei eine Einigung soweit erfolgt zu sein, daß

man vor dem Abschluß einer engen Arbeitsgemeinschaft steht mit der Aussicht auf völlige Vereinigung.

( Gießener Tageblatt)

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Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat Februar 1927.

RH. Bom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben:

Die Geschäftslage des Handwerks ist nach den Berichten der deutschen Handwerks und Gewerbekammern fast durchweg sehr slau. An und für sich rechnet der Monat Februar zu den Zeiten, in denen das Geschäftsleben am meisten daniederliegt. Hinzu tommt, augenblicklich ausschlaggebend für die Wirtschaftslage des Handwerks, die ungeheure Zahl der Erwerbslosen. Infolge der geringen Einkünfte dieser Personenkreise ist ihre Kaufkraft gerade für die Produkte des Handwerks sehr vermindert. Be­einflußt wurde die Geschäftslage auch dadurch, daß das Auftreten von Frostwetter die zum Teil noch im Gang befindlichen Bau arbeiten stillegte, so daß auch von dieser Seite her eine ganze Reihe von Handwerkszweigen ihre Beschäftigung verlor. Zu beobachten war auch, daß diejenigen Gewerbe, für die der Fe bruar als Saisonzeit gilt, nicht die Belebung aufwiesen, wie es sonst im Verhältnis üblich ist. In der Bekleidungsbranche ist dies hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Witterung verhältnismäßig milde war. In den Gegenden Deutschlands, wo der Fasching sehr weitgehenden Einfluß auszuüben pflegt, nahm dieser die Konsumkraft des Publikums sehr start in Anspruch. Die Belebung, die einige Handwerkszweige durch den Fasching erfuhren, konnte dafür nicht als Ausgleich gelten.

Wiederholt wird in den einzelnen Berichten bemerkt, daß ein Einfluß von der Belebung der Industriewirtschaft auf die Handwerkswirtschaft sich nicht bemerkbar macht. Die Arbeiter­einstellungen, die einige Industrien evtl. vornehmen, werden wie der aufgehoben durch Entlassungen an anderen Stellen, so daß das Anwachsen einer faufträftigen Arbeiterschaft ausgeschlossen ist. Die Industrie selbst aber hält nach wie vor mit Aufträgen start zurüd. Ein sehr ungünstiger Einfluß ging auch von den zahlreichen Inventur- und Sonderverkäufen der Waren- und Kaufhäuser aus, die zu niedrigsten Preisen Konfektion und Haushaltsgegenstände auf den Markt werfen. Wenn auch die Qualität den niedrigsten Preisen entspricht, so drängt sich trog dem das Publikum infolge seiner beschränkten Mittel zu diesen Verkäufen.

Bei dieser Geschäftslage ist es nicht verwunderlich, wenn die Preisbildung im Handwerk noch sehr stark gedrückt ist. Besonders wird auch noch immer wieder geflagt über Uebelstände bei öffent­lichen Vergebungen, die trotz der Berdingungsordnung für Bau­leistungen immer wieder auftreten. So wird aus dem Industrie gebiet gemeldet, daß die auftraggebenden Stellen aus der Ver­dingungsordnung die Vorschriften annehmen, die ihnen vorteil haft sind, aber diejenigen ausschließen, die dem Auftragsemp­fänger einen angemessenen Preis sichern wollen.

Erschwert wird die Lage des Handwerks noch dadurch, daß der Zahlungseingang von seiten des Publikums sehr zu wünschen übrig lägt. Es liegen sogar zum Teil Meldungen vor, wonach noch eine Verschlechterung nach dieser Richtung eingetreten ift. Aufgewogen wird der Nachteil zu einem geringen Teil dadurch, daß sich Anzeichen für eine Erleichterung der Kreditbeschaffung für das Handwerk infolge der Senfung des Reichsbantdiskonts

bemerbar machen.

Die Rohstoffpreise sind im allgemeinen die gleichen ge blieben. Einigen geringfügigen Sentungen stehen Preissteige­

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