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Samstag, den 3. Dezember 1927.

bas Aleibermachen, über das Roden und Baden, oder über das Buttern und Räsen, über Gartenbau oder über Erziehung, Säuglingspflege oder über gute Sausliteratur gestellt wurden. Die Feier wurde durch einbrudsvolle Mufit- und Liedervor träge eingeleitet und beendet. Beim gemütlichen Raffee legte bet Bräsident der Landwirtschaftstammer, Defonomierat Sensel, der, wie auch der Direktor der Landwirtschaftskam­mer, Defonomierat Dr. Samann, diefen Schulfeiern gern bei­mohnt, den nunmehr abgehenden Schülerinnen sehr ans Herz. das hier Gelernte auch recht gut im Elternhaus oder später im eigenen Saushalte oder sonst bei passenden Gelegenheiten ju nermerten. Der Bertreter des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Oberlandwirtschaftsrat Bauer, zollte der Land: wirtschaftstammer hohe Anerkennung, daß diefelbe Geld und Arbeit nicht gefchent hat für die Errichtung dieser notwendigen Sdule und dadurch für die gute Seranbildung der Hausfrauen recht anerkennenswert mit beiträgt. Der Vertreter des bei Jchen Bildungsamtes, Rzeisschulrat Gerbis, gratulierte den Schülerinnen für ihre gut bestandene Brüfung und bedauerte nur, daß nicht allen jungen Mädchen wegen Geld und Raum: mangel seitens des Bildungsamtes solcher Unterricht gewährt werben tann. Landtagsabgeordneter Dr. von Selmoldt banfte im Sinne aller anwesenden Eltern und Angehörigen der Kursusteilnehmerinnen der Landwirtschaftskammer und dem Lehrerfollegium für alle Mühewaltung und drüfte dabei die Soffnung aus, daß zur Haushaltungsschule in Michelstadt i.O. fich immer recht viele Schülerinnen melden mögen. Das volle Bertrauen verdient die Schule aber auch wirklich, so schreibt uns ein Gaft dieser Schlußfeier aus Oberheffen.

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Hessischer Verkehrsverband.

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Darmstadt. Am 24. November 1927 fand in Darmstadt eine aus allen Teilen des Landes start beschidte Sigung des Borstandes des Hessischen Berkehrsverbandes statt. Der Bor sigende Stem mez Darmstadt gab einen eingehenden Ueber­blid über die Arbeit des Verbandes auf den verschiedensten, die Berlehrsförderung in Sessen betreffenden Gebieten. Der im Borstand durch die Herren Ministerialrat Dr. Siegert und Regierungsrat Dr. Krebs tatkräftig mitarbeitenden Sef= Fischen Regierung sprach der Vorsitzende den Dank des Verban­des dafür ans, daß erstmalig ein Staatszuschuß bewilligt wor den ist. Die weitere Aussprache befaßte sich mit dem Sessischen Abrehbuch der Kraftwagenbesiger, einer Veröffentlichung, die bisher leider nicht ganz in wünschensmertem Umfang in den hierfür in Frage fommenden Kreisen auf Verständnis gestoßen ist. Die Frage non Relieffarten für einzelne bedeutende hes­sische Fremdenverkehrsgebiete wird vom Verband mit Nach brud meiterbearbeitet.. Eine längere Aussprache entspann sich über das Verhältnis des Hessischen Berkehrsverbandes zu der Reichszentrale für deutsche Berkehrswerbung, mit der der Berband neuerdings zu einer ersprießlichen engeren Zusammen­arbeit gelangt ist. Der zweite Vorsitzende Dr. Roesener berichtete über die Frage der Erschließung des Oberrheins von Mainz aufwärts für den Bersonenverkfehr und gab der Auf­fassung Ausdrud, daß der Plan, die am Rhein oberhalb von Mainz gelegenen hessischen Städte recht bald an den großen Strom des rheinischen Fremdenverkehrs unmittelbar anzuschlie Ben, zur Ausführung lommen muß. Der Referent Lonnte fest­ftellen, bak bie Reichsbahn die direkte Berbindung von Darmo stabt nach Offenbach durch Einlegung eines weiteren Fahrten­paares ausgebaut hat, der befte Beweis dafür, daß die Bestre­bungen des Verbandes einem dringenden Bedürfnis entsprechen. Der Referent gab weiterhin Kenntnis von eingehenden Arbei­ten, die der Verband in der Richtung einer Ausgestaltung der mitteldeutschen Querverbindung von der Mosel und dem mitt­Teren Rhein( Koblenz) über die Lahnbahn, Gießen, Alsfeld, Hersfeld nach Thüringen und Sachsen eingeleitet hat. Leb­hafte Klage geführt wurde aus dem Kreise der Versammlung über die hohen Zuschuhbeträge, die die Reichspost bei einzelnen Kraftpostlinien verlange. Es gehe nicht an, daß die Post bei gut rentierenden Linien den Ueberschuß für sich selbst in An­spruch nehme und bei minder gut lohnenden Verbindungen die Garantiegemeinden usw. zu erheblichen Zuschüssen heranziehe. Der Verband habe bereits vor längerer Zeit den Antrag ge= stellt, die sämtlichen hessischen Linien rechnerisch zusammenzufas sen derart, daß im Endergebnis nur die Bezahlung des aus dem gesamten Betrieb etwa verbleibenden Fehlbetrages in Frage kommen könne. Ueberhaupt erschienen die Berechnungs: grundlagen der Post im Vergleich zu anderen Betriebsunter­nehmern für die Interessenten besonders ungünstig; jedenfalls empfehle sich bei allen Verhandlungen eine genaue Prüfung der Grundlage der von der Post vorgelegten Berechnung.

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Schließlich wurde beschlossen, die diesjährige Hauptver jammlung, einer Einladung der im Vorstand durch Herrn Bei­geordneten Dr. Samm tatkräftig vertretenen oberhessischen Pro­vinzialhauptstadt entsprechend, am 9. Dezember in Gießen ab= zuhalten.

Frankfurt. Die unverändert schlechte Lage im Bankgewerbe hat zu Kündigungen umfangreicher Art geführt. Nicht nur die Großbanken, sondern auch viele Privatbanken haben einen nicht unerheblichen Teil ihres Personals zum 1. Januar 1928 gefün digt, darunter Beamte, die bereits länger als 20 Jahre bei dem gleichen Institut angestellt waren. Verschiedene Privat banken haben allen Beamten bis auf die Prokuristen und Lehr­linge gekündigt.

Die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat November 1927.

Wie zu Beginn des Winters stets, haben sich auch in diesem Jahre im großen und ganzen die Aufträge während des Be sichtsmonats vermindert, jedoch zeigte die Geschäftslage in den

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einzelnen Sandwerisberufen unter der Einwirkung der ört­lichen Verhältnisse tein einheitliches Bild. Wenn auch neue Aufträge nicht mehr erteilt wurden, so hielt sich doch infolge der noch vorliegenden Aufträge trog der vorgerüdten Jahreszeit die Geschäftstätigkeit im Baugewerbe überwiegend noch in er träglichen Grenzen. 3waz ift im Bauhauptgewerbe der Auf­tragsbestand, son vereinzelten Ausnahmen abgefehen, der Jah­reszeit entsprechend zurüdgegangen, dagegen melden manche Zweige des Baunebengewerbes noch befriedigenden Geschäfts­gang, da die verhältnismäßig günftige Witterung für viele Ge werbe die Mögligfeit einer etwa länger bauernden Tätigkeit als im Borjahre gefaffen hat. In ländlichen Gegenden war die Geschäftsstille im Baugewerbe und Baunebengewerbe, aus genommen die Gewerbezweige mit stärkeren Reparaturanfällen, ausgeprägter, da hier die Bautätigkeit in diesem Herbst faft ganz ausgefallen ist. Auch in den übrigen Handwertszweigen ift feine starte Verschlechterung des Beschäftigungsgrades ein­getreten, aber auch erwartete fühlbare Befferungen der Ge schäftslage find vielfach usgeblieben. So ist beispielsweise im Schneiderhandwerk, für das der Monat November für ge wöhnlich der Beginn der Hauptsaison ist, die Belebung im Auf­tragsbestand weit hinter den Erwartungen zurüdgeblieben. Die wieder beginnende Zunahme der Arbeitslosen war für die Geschäftsentwicklung gerade der Bekleidungsgewerbe wenig günstig. Auch das sonst in der zweiten Hälfte des Berichts. monats einfegende Weihnachtsgeschäft ist vorläufig faft nod durchweg ausgeblieben. Lediglich vom Möbeltischlerhandwer!

Nr. 49.

wird vereinzelt bereits eine durch das bevorstehende Weihnachts feft hervorgerufene Geschäftsbelebung gemeldet.

Der Geschäftsgang ist, im ganzen gesehen, gegenüber den Borjahr gebessert, doch wird diese Besserung leider durch die ungünstige Entwicklung der Geld- und Kreditverhältnisse in Handwerk fast vollständig ausgeglichen. Die zunehmende At beitslosigkeit wirfte sich nachteilig für den Zahlungsverkeh gegenüber dem Handwerk aus. Die Zahlungsfähigkeit der Kundschaft nimmt dadurch wieder ab, aber auch der Zahlungs willen. Das Publikum deckt sich mit Wintervorräten ein, spari für das Weihnachtsfest, ist aber wenig geneigt, bereits bestehen. de Schulden beim Handwerker abzutragen. Auf dem Kapital martt hat der Rüschlag an der Börse und nicht zuletzt die Ab­tion des Reparationsagenten eine gewisse Einschränkung in der Kreditgewährung mit sich gebracht, die sich auch im Sand werk empfindlich fühlbar macht.

Die Materialpreise und Preise für Halbfabrikate haben vielfach steigende Tendens, die durch die bewilligten Lohn erhöhungen hervorgerufen sind. Vor allem die Materialien für die Bekleidungs- und Holzverarbeitenden Handwerke haben erheblich angezogen. Auch die Lohnbewegung ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Auf dem Arbeitsmarkte war das Ange bot an Arbeitskräften entsprechend der Beschäftigung der Hand merle örtlich verschieden. Ueberwiegend verringerte sich jedoc die Nachfrage nach Maurern, Zimmerern, Malern, Wagnern, Karosseriebauern, Schmieden und Sattlern, während Bauschlos ser, Buchdrucker, Herren- Schneider und Konditoren stärker als im Bormonat gefragt waren.

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