Samstag, den 3. Dezember 192.
tag die Erwartung aus, daß das Berhältnis zwischen dem Staat und den Kirchen bald geregelt werde. Er fordert von dem Staat, daß die evangelische und die katholische Kirche völlig und wirklich paritätisch behandelt werden. Er richtet an den Deutschen evangelischen Landesausschuß die Bitte, in diesem Sinne die deutschen evangelischen Landeskirchen soweit als möglich zu einer geschlossenen einheitlichen Stellungnahme zu veranlassen." Weiterhin hat sich der evangelische Landeskirchentag auch mit dem Mißftand beschäftigt, der dadurch entsteht, daß der preußische und der hessische Buh- und Bettag nicht zufammen fallen. Die Klagen, daß durch besondere Bergnügungen auf hessischem Gebiet der preußische Landes- Buß- und Bettag illusorisch gemacht werde, tamen lebhaft zum Ausdrud und neranlaßten folgende Rundgebung: Der Landeskirchentag richtet an den deutschen evangelischen Kirchenausschuß die Bitte, die Einführung eines allgemeinen deutschen evangelischen Buhund Bettages an einem bestimmten Sonntag des Kirchenjahres in die Wege zu leiten." Auch der Antrag fand einstimmig Annahme, nach dem die Kirchenregierung gebeten wird, dahin zu mirlen, daß der Reformationstag( 31. Oftober) zum öffentlichen Feiertag, auch für die Schulen, erhoben wird. Die Kirche soll diesen Tag durch Glodenläuten um 12 Uhr und Hissen der neuen deutschen evangelischen Kirchenfahne und durch Abendandachten jeierlich begehen. Es steht zu hoffen, daß im Sinne dieses An trages, der von allen Gruppen unterstützt wurde, Hessen nach dem Borbilde Preußens, das schon in diesem Jahr den Rejotmationstag durch Schulfeiern allgemein beging, auch für das Land Philipps des Großmütigen der 31. Oktober eine feiner geschichtlichen und gegenwärtigen Bedeutung entsprechende Würdigung erfährt.
Lokales.
Sonntagsgedanken.
Wir gehen Weihnachten entgegen. Dem lieblichsten Fe": bes Jahres. Der Zauber dieser heiligen Zeit hält alt und jung Jhon befangen. Mit seliger Freude jubeln es die Kinder und machen die Alten wieder jung, daß sie sich mit ihnen wieder freuen Lönnen, wie damals.
Doch viele, viele kennen in unserem armen Baterlande teine Freude mehr. Zuviele Mütter weinen noch, es darben noch Tausende von Kriegermitmen und zu vielen Kriegswaisen tommt fein Christkind. Sie hören wohl den Jubel der andezen Kinder, sie sehen die Fülle der Gaben, die in andere Häufer geschleppt werden, sie wissen, daß der heilige Abend naht, aber statt Freude und Seligkeit sehen sie die Mutter weinen. Seilige Zeiten reißen gerne alte Wunden auf.
-
-
Tausende arme Kriegerwitwen weinen in Deutschland Weil es für ihre Kinder keinen heiligen Abend geben soll. Die Rot ist groß, das Leben zu hart, die Sorgen zu drüdend. Und trobem fitzen viele an Schlemmertischen und haben allen Vaterlandsbant vergessen. Und tönnten so viele Sungernde speifen nur mit den Brödlein, die von ihren Tischen wieder getra gen merben. Wenn fie an die vielen einsamen Witwen und Baisen benfen würden, wenn sie der Millionen noch gebenken mitben, für die es feinen heiligen Abend mehr gibt, dann würde en wieder in den Sütten bez Lichterbaum brennen als wie in alter Zeit und ein wahres deutsches Weihnachten würde alle mfhfeßen.
Weihnachten steht vor der Türe. Die Zeit des Gebens und bes Beglüdens. Dentt an die Armen, an die Witwen und Baifen. Geht in ihre Stuben und zündet auch dort den Lich terbaum an, bann werden Tausende euch danken in der fommenben heiligen Nacht.
geht in Gießen voran!
Die Damen Laufen nie gerne etwas, von dem sie glauben, auch eine andere lönnte dasselbe tragen. Sie fahren lieber nach Frankfurt, zahlen außer den persönlichen Untosten noch 10 Brozent mehr für die Ware und glauben dann, das Kleid hat in Gießen teine. Daß diefes ein Trugschluß ist, daß die Welt nur flein ist, daß nach Ben Atiba, alles schon mal da mar, mag folgendes Geschichtchen beweisen: Eine Dame, langjährige Kundin eines Gießener Spezialgeschäftes für Damen
Grüner Rasen Blaue Wellen.
✓
Roman von Otto von Gottberg. 12. Fortsetzung.
Denjenigen Lesern, die unseren interessanten Roman nicht von Anfang an Tefen konnten, hier furz zufammengefaßt der Inhalt von dem Teil, der bisher erschienen ist:
Exzellenz v. Drewis, einftmals Polizeipräsident und Mi nifter, lebte Ende 1914 mit seinen Töchtern Gerda und Elifabeth auf dem Majorate Priedelsdorf. Er war frant und belagt und mußte daran denken, seine Töchter zu versorgen. Sparsam war er die ganzen Jahre gewesen, aber es reichte faum später für seine Mädchen, das wußte er. Vor 22 Jahren nämlich hatte ein jüngerer Bruder des damaligen Polizeipräsidenten die Schwester seiner Frau, Irmgard v. d. Selle, nach enormen Wechselfälschereien, entführt und war spurlos verschwunden. Nur mit Aufopferung feines ganzen Vermögens hatte er wei teren Standal damals verhindert. Er trachtet also danach, seine Töchter jetzt reich zu verheiraten. Dieselben sind beide einem Better, dem Sohne des Generals von Drewig. der als Leutnant in der Division seines Baters im Often fämpft, sehr zu getan. Dem Leutnant geht es ähnlich, er weiß nicht welche Don beiden im lieber sein tönnte. Der Vater der Mädchen hatte den jungen Werner v. Drewis wohl gern, aber eine Seirat des selben mit einer seiner Töchter war für ihn undenkbar, denn er wußte neben seinem Schwager C. v. d. Selle und dem General allein, daß Werner nur Adoptivsohn des Generals war, von dem niemand wußte, woher er stammte.
Der Drewitsche Grundbesik war in die Majorate Prie delsdorf und Kunzenberg aufgeteilt, die bestimmungsgemäß immer an männliche Erben zu fallen hatten. Danach würde der nächste Herr auf Priedelsdorf der finderloje, bejahrte Better Karl v. Drewig sein und nach ihm ein Neffe Kurt, der 8. 3. als siegreicher U- Bootführer seine Pflicht tat. Kunzenberg müßte nach dem Tode seines jetzigen Befikers eigentlich an Werner fallen, wenn er eben ein geborener Drewik wäre. Jekt, wo der Herr von Priedelsdorf sein Ende nahen fühlte, wollte et dem Better General schreiben, daß man Werner über feine Dunkle Herkunft aufklären müffe, damit der Junge fich feine
,, Gießener Zeitung"
Garderobe, lauft auf der Reife in fremer Landesmetropole, ein Roftüm. Zurüdgelehrt, glaubt sie, in Gießen das einzige Kostüm dieser Art zu tragen. Wie groß aber war ihr Er staunen, als sie eben im Fenster ihres alten Lieferanten genau, aber genau dasselbe Kostüm, wie sie es trug, ausgestellt fehen mußte. Es mag dieses ein fleines Beispiel dafür sein, daß Auswahl und Qualität der Waren in Gießen dieselben sind, wie in der Großstadt Frankfurt usw. So ist ein Spezialgeschäft für bessere Stoffe und Damentonfettion mit großstädtischer Aus: wahl die Firma Meyerhoff& Goslar am Kreuzplak, die in ihrem außerordentlich ansprechenden Umbau, einer Zierde des Areuzplages, so viel des Schönen bietet, daß wir Männer ficher sein dürfen, wenn unfere Frauen einmal diese dort lagernden Schätze gesehen haben, fie uns nie mehr um das Fahrgeld nach Frankfurt angehen werden, um dort ihre Garderobe zu ergän zen. Also, liebe Damenwelt, nuge diefe Gelegenheit aus, wir Männer werden uns freuen, da 3hr hier billiger als in Frant furt fauft.
-
Letztens sprach ich einen Bekannten, der eine größere Reife plante. Dazu brauchte er eine neue Rofferausstattung. Auf Jeine Frage, wo er wohl einen modernen, eleganten Koffer erstehen könne, Gießen selbst biete ja mohl teine rechte Auswahl, tonnte ich ihn schnell eines besseren belehren. Wir waren auf dem Bummel, und wie gegeben, standen wir vor dem Neubau der Firma Kuhne, der sich in schöner Linienführung aus den übrigen Häusern hervorhob. Jah erzählte ihm, daß die Familie Kuhne durch vier Generationen hindurch es stets der: standen hätte, den verwöhntesten Kunden zu seiner Zufrieden heit zu bedienen. Und dann sagte ich ihm, wenn Du jest gleich hineingehst... denn Du wirst gehen... fannst Du mir nur Recht geben. Rohrplatten-, Leder, Schranktoffer, überhaupt Reiseartikel aller Art in reichster Auswahl findest Du. Prachtvolle Waren! Es ist das nicht alles. Der Geschäftsraum ist groß. Und Dir, dem Sportsmann wird das Herz im Leibe vor Freude hüpfen, siehst du die herrlichen Stier, die fertigen Wintersportausrüstungen usw. Und was im Laden nicht mehr Platz fand, birgt das große Lager, das des Weihnachtsge schäfts harrt. Nun lauf nut, ich sehe, Dein Interesse ist ges wedt. Ich bin sicher, Du wirst nie wieder so töricht fragen und bezweifeln, daß ein Gießener Geschäftsmann nicht auf dem Laufenden bleibt. Also bitte, nun überzeuge Dich selbst!
-
Ja, man hat es leicht, anderen zu raten. Nun brauche ich selber wohl einen fleinen Wint. Weihnachten ist's bald, ein jeder frakt seine paar Groschen zusammen und kauft und kauft, um seinen Lieben eine Freude zu machen. Da siht daheim mein altes Mütterlein, was fte braucht, hat sie ja eigentlich, aber eine Freude wollte ich ihr machen. Etwas Schönes wollte ich ihr vom Weihnachtsmann bringen lassen. Was nur? Tagelang lief ich umher, schaute mal hier und schaute mal da und schien nichts passendes finden zu sollen. Vor ein paar Tagen war's, helle Sterne am dunklen Himmel, Leben und Lärmen auf den Straßen. 36h gehe durch die Neustadt. Da leuchten in das Gewirt helle Fenster: Löwer& Bechstein. Ohne Interesse trete ich näher. Raum sehe ich aber die Fenster, deren Inhalt, da bin ich gefesselt. Schöne Sachen in gefälliger Darbietung gefallen mir stets and wie der Blitz durchzudt's mich, eines der Kunstwerte aus Borzellan dort, das fauft, das schenkst du dem Mütterchen als fleines Zeichen deiner Dankbarkeit. Einem inneren Triebe gehorchend, trete ich ein. Licht vie,
JhrWeihnachts Gebäck
Detker
Rezepte
trägt Ihnen Freude und Anerkennung im Familienkrelse ein, wenn Sie nach Dr. Oetker's beliebten Rezepten backen. Gerade für das Weihnachtsfest bietet Ihnen das neue Rezeptbach, Ausg. P mit seinen naturgetreuen farbig. Abbildungen eine reiche Auswahl sorgfältig ausprobierter Rezepte, die Ihnen stets gelingen werden. Denn darauf kommt es an! Ihre guten Zutaten, Ihre Arbeit und Ihre Zelt sind niemals bel der Verwendung von Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin" auf's Spiel gesetzt. Der vorzügliche Backapparat ,, Küchenwunder mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten und kochen können, ist im Rezeptbuch F näher beschrieben. Sie erhalten Dr. Oetker's Fabrikatenur in Originalpackungen( niemals lose) mit der Schutzmarke ,, Oetker's Hellkopf in allen einschlägigen Geschäften. Verlangen Sie ebendaselbst das neue Rezeptbuch, Ausgabe P für 15 Pfg., wenn nicht vorrätig, gegen Einsendung von Marken von
Dr. August Oetker, Bielefeld
falschen Hoffnungen, sowohl über seine Mädchen wie auch über Kunzenberg, mache. Doch vorher noch stirbt der General, fiel in fiegreicher Schlacht. Das eine hatte er seinem Sohne nur noch mitteilen fönnen: Du bist nicht mein Sohn, wende Dich nur an den Priedelsdorfer Onkel oder an Herrn v. d. Selle Der junge Werner, frant und selbst verwundet, ist aufs tiefite bestürzt. In die Heimat befördert und halbwegs genesen, ezfährt er durch Gerda und Elisabeth, daß auch ihr Vater, einer der Mitwisser seines Geheimnisses, gestorben ist. Herrn v. d. Selle kann er nicht ausfindig machen. Der alte Ontel. Karl v. Drewig, genannt der Premierleutnant", hat Priedelsdorf inzwischen übernommen und den verwaisten Mädchen Heimat recht gewährt. Er ladet auch den erholungsbedürftigen Werner zu sich ein. Von den beiden Mädchen gepflegt und unterhalten, vergißt er seine Sorgen es ist Frühling, feine Liebe und Zuneigung zu beiden lebt wieder auf. Nur tann er fich nicht entscheiden, foll er die ruhigere Gerda oder die leidenschaftlichere, aber auch oberflächlichere Elisabeth erwählen. So nä hert sich langsam der Tag, an dem er gesund wieder Abschied nehmen muß.
An die Stunde der morgigen Abreise hatte er gedacht, aber erschraf über das Sehnen in seiner belegten Stimme und brehte sich zu Elisabeth. Sie stand mit schlaffen Armen und glühenden Wangen. Die Nasenflügel bebten, und die Lippen zudten verlangend. Aus den flirrenden großen Braunaugen sprach so warme Sehnsucht nach Leben und Liebe, nach Küfen und Ser zen, nach Freude und Glüd, daß ihm schwindelte. Gleichzeitig hoben fie die Arme. Langfam, als wollten sie die herrlichen Augenblide der Vorfreude austoften, legten fie einander die Sände auf die Oberarme. Ein Jaudzen fam von den Lippen beim langen, heißen Kuß.
Wie trunken stand er mit geschloffenen Augen, bis Elifabeth aus der Umarmung wich. Schuldbewußt liefen sie den Sang hinab und gingen schweigend zum Haus. Im Garten erit fam die Erinnerung an des Vaters Wort: Du bist nicht mein Solm! Er erschrat und stotterte: Roch dürfen wir nichts jagen!"
Staunend sah die Verwirrte zu ihm auf, schüttelte den Kopf und huschte ins Haus. Oben im Zimmer begriff Werner, daß er verlobt fei. Ein Zufall hatte entschieden und ihm Elisabeth gewählt. Doch schmerzte der Gedanke, daß er Gerda fortan mei den oder gar einem anderen laffe miffe. War fie ihm doch lie
Nr. 49.
Light, glitzernd und strahlend, hier in breiten Reflegen auf schneeigem Porzellan, dort tausendfältig gebrochen in spiegeln. dem Krystall! Welch ein Genuß, dieses Schauen. Ich suche night viel, ich kaufe. Da hör' ich die Stimme des Inhabers in meine Jllusionen hinein..., der Deutsche legt noch nic den genügenden Wert auf geschmadvolles Tischgeschirr, wenn die Frauen wüßten, welche Bornehmheit, welche Eleganz und Behaglichkeit das hauchdünne Porzellan, der geschliffene Kry stall oder eine Rosenthal oder Hutschenreutter Porzellanfigur ausstrahlen, ja menn... Da nahm ich mir dieses zu schrei ben vor, in der Hoffnung, von vielen gehört und richtig ver ftanden zu werden und ging zufrieden mit meinem Einkauf nag Haufe mit dem Vorfah, nach und nach in allen modernen Gießener Geschäftshäusern mich umzusehen, da ich die Weber zeugung habe, daß das Sprichwort: Kauf am Blake! gerade hier in Gießen feine volle Wahrheit hat.
B
-
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe an den letzten drei Sonntagen vor Weihnachten. Auf Grund des§ 105 Abs. 2 der Gewerbeordnung in der Fassung der Verordnung vom 5. F bruar 1919 und des§ 145 der Hessischen Ausführungsverord nung zur Gewerbeordnung vom 20. März 1912 wird hiermit für Sonntag, den 4. Dezember 1927, Sonntag, den 11. Dezem ber 1927 und Sonntag, den 18. Dezember 1927, ein erweiterier Geschäftsverkehr in folgendem Umfange zugelassen: Allen Ge schäftszweigen des Handelsgewerbes ist es an den genannten Tagen gestattet, ihre Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in der Zeit von 11 Uhr bis 18 Uhr zu beschäftigen. Nur während die ser Beschäftigungszeit darf ein Gewerbebetrieb in offenen Ver faufsstellen stattfinden.
* Die Gießener Stadtverwaltung gibt bekannt, daß für ab sehbare Zeit feine Aussicht auf Gewährung von städtischen BauDarlehen mehr besteht. Die Stadtverwaltung betont dabei, den Städten sei die Aufnahme flüffiger Mittel auf dem Anleihe markt derart erschwert, daß die Mittel zur Unterstützung des Wohnungsbaues nicht beschafft werden fönnen. Es bestehe auch leine Aussicht, daß sich die Verhältnisse in nächster Zeit bessern werden.
* Das Kreisamt bringt im Amtsblatt folgende beherzigens werte Mahnung: An alle Befizer von Zugtieren und Letter von Fuhrwerken zichten wir die dringende Mahmung, bei Kälte und Straßenglätte ernstlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: 1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbe deckt im Freien stehen gelassen werden; 2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor dem Anlegen das Gebis erwärmt wird, und 3. die Hufeisen der Pferde zum Schuhe gegen das Ausgleiten gehörig geschärft oder mit Stollen versehen find.
• Das Amt für Leibesübungen der Ernst- Ludwig- Universi tät veranstaltet morgen früh um 10% Uhr vormittags einen Gepädmarsch. Abmarsch von der Universität, Ziel dortfelbst um ca. 12 Uhr. Gemeldet sind 8 Mannschaften und 20 Einzel teilnehmer. Die Mannschaften steffen die Burschenschaft Fran conia, A. T. B. Rheinfranfen, Corps Silvania, V. D. St., Landsmannschaft Chattia, Burschenschaft Germania, Salo Nassovia und der Gießener Wingolf. Eine Reihe wertvoller Ehren- und Wanderpreise steht zur Verfügung.
*. Jn Wahrnehmung vieler Beschwerden und in Ausfüh rung alter Beschlüsse läßt die Stadt jetzt endlich eine Reihe äußerst wichtiger Verkehrsstraßen anständig beleuchten. 3. 3t. werden auf der Südanlage eine Reihe hoher Betonmasten als Lampenträger zur Aufstellung gebracht.
* Am lekten Sonntag unternahm der B. 5. C. seine letzte diesjährige Wanderung in die Wetterau. Ausgangspunkt war Butzbach, das Wanderziel Lich, das in 3ftündiger Wanderung über Griedel, Rodenberg und Trais- Münzenberg erreicht wurde.
* Eine große landwirtschaftliche Ausstellung wird seitens der Landwirtschaftskammer für Oberhessen im nächsten Sommer hier abgehalten werden.
" Der Aulweg gesperrt. Wegen Bornahme von Kanalarbei ben ist der Aulweg zwischen Liebigstraße und Wilhelmftrahe vorläufig für jeden Fahrverkehr gesperrt.
ber als Elisabeth? 3hr hatte er sich mit dem Kuß verlobt. Um ihre Sand mußte er Ontel unb Tante bitten, wenn er von Selle hörte. daß er fie zur Frau fordern dürfe.
Ohne Kuß schied er am nächsten Vormittag auf dem Bahnhof von den Kufinen. Raum nahm er Abschied. denn der Adju tant des Erfahbataillons hatte in dem morgens gelefenen Brief persichert, vor Ablauf von zwei Wochen gehe fein Transport ins Feld. Noch manchen Befuch hoffte er im nahen Priebels dorf zu machen. Doch am Abend nach seiner Ankunft in ber Garnison forderte das Regiment vier Rompagnieoffiziere. Bef Sonnenaufgang Jaß er mit drei Kameraden im Zug. Jebe Drehung der rasselnden Räder trug ihn weiter westwärts und von den Kusinen fort.
Werners Abschiedsgruß lafen die Mädchen beim Abendessen. Jhr Schweigen tonnte nicht auffallen. Auch Premierleutnants bellagten das vorzeitige Scheiben des Neffen und wunderten fich nicht, als die Schwestern früh in ihr Schlafzimmer gingen. Wie auf Verabredung vermieden beide, von ihren Gebanten zu sprechen. Das stumme Entfleiden währte länger als fonit. Gerda löschte das Licht. Doch blieb das Zimmer hell, meil grel ler Mondschein in die noch offenen Feniter ftrahlte. Sie trat an das ihrem Bett nächste, stügte die Ellbogen auf die Brü stung, nahm den Kopf in die Hände und beugte sich hinaus. Bald war Elisabeths Profil am anderen Fenster zu sehen. Auch ihre Augen fuchten den Himmel. Auch fie dachte gewig des lieben Gefährten, der neulich von den Sternen[ prach. Doch heute fonnte der Gedanke an das Leben der Benusleute ihr Lachen nicht weden. Ernft und Dersonnen starrte die Jüngere ins Glizern. Blöglich fehrte sie dem Mond den Rüden und warf fich auf das Bett. As auch Gerba an ihr Lager trat, glaubte fie die Schwefter längst im Schlummer. Bei offenen Fenstern legte sie sich nieder, denn die Nacht schien noch schmü ler als der heiße Tag. Auch die Vorhänge schloß fie nicht. Das Mondlicht fonnte faum stören, da der Schlaf ihr wohl lange fern blieb. Die Hände unter dem Hinterkopf, ftredte fie fich lang aus und träumte mit offenen Augen. Als Wer ners Pflegerin fah fie fich während der bangen Wochen feiner Genesung. Oft hatte fie nicht gewußt, ob fie fich mehr über sein Gejunden oder über ein Rüdgleiten in die Shwäche freuen sollte. Als Geheilter fam er wieder in Kampf und Gefahr. Als Kranter blieb er bei ihr in der Heimat. ( Fortfehung folgt.)
Samstag, 3. Dezer Steuernachri
A Dezember: Steuerabzug vom Arb
Dom 16. bis 30. Novem
bis zum 15. November träge 200 RM. nicht vom 1. bis 30. Novemb frift. Dezember: Anmeldung und 3ah ftener für November 192 Dezember: Terminausfall: Boran zahlung der Umfassteuer mur noch viertelfährlich und Vorauszahlung fei
pflichtigen für das vier 10.( 15.) 1. 28. ember: Steuerabzug vom Arbeit
1. bis 15. Dezember für für das Ueberweisungsv 1. bis 15. Dezember ein 200 RM. übersteigen. Sesember: Friftablauf: Letter Tag
schränkung des Eigentüm famihypothek oder Gefan hältnis des Wertes des zum Wert sämtlicher Gr wertungsstelle(§ 12 2
$ 1. Dezember: Friftablauf: Lekter Tag shränkung des Vorrange oder Gesamtgrundschuld i tes des belasteten Grund
licher Grundstüde bei de 13 Aufw.- Novelle). Landesftenertermine für Desember: Letter Tag für zuschlag
25. November fällig gew Grund, Gewerbe- un ( teilweise andere Termi scheid). bezm. 27. Dezember: Fünfte Rate Steuern 1927: Grund, G bändesteuer.
Kei
wenn Sie einen neuen Be tung" gewinnen und den n ausgefüllt mit dem Abonne Quartal 1928 in unserer Ges lage 21, bis zum 5. Dezemb gegeben haben.
Sie erhalten für jeden uns bringen und der in uns tragen ist, ein solches Los.
In der 7. St Lotterie werden 20 Gesamtbetrage von 89 10 Pr im Gesamt 230.
ausgegeben und für diese hi neuer Bezieher der„ Gieße
100.- n
ausgezahlt, der bis zur nächst Zeitung", das ist bis zum- 9. meisten neuen Bezieher lau Rummer zugeführt hat.


