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1, das Wesentliche noch einmal kurz her

Sonnabend, den 31. Juli 1926.

otwendig, die Arbeit auf der Zeppelin­en, damit das dort arbeitende Personal, r, eine lohnende und befriedigende Be und nicht genötigt wird, sich nach an sehen. Ginge das Personal der Fried loren, so dürfte es faum gelingen, eine Ite Arbeiterschaft von Spezialtechnikern Is wieder zusammenzubringen. Die ganze Zeppelin müßte bestenfalls, wenn das wäre, in einem späteren Zeitpunft von ut werden. Fünfundzwanzig Jahre ziel fast nutzlos vertan, da sich das Ausland, Dingte Ueberlegenheit des deutschen Luft , inzwischen die Früchte deutschen Er her Technik auf diesem Gebiete nubar jaben würde. Hieraus ergibt sich, bag shafen auch nicht vorübergehend unter. wenn Deutschland die Weltführung im bill.

= Luftschiffbau selbst, sondern auch die tüßten wir aufgeben, wenn es nicht g oder Friedrichshafener Werft zu sichern. gen in der letzten Zeit wiederholt Nach. verkehrspläne, die auch im Ausland er­Bunsch und das Streben unserer Zeit nungen im Fluge zu überbrüden, Dem unzweifelhaft die Zukunft. Die Fahr daß wir Deutsche noch den Vorsprung

if diesem Gebiete besitzen. Diesen Vor Führung werden wir aber nur behalten, ununterbrochene praktische Betätigung er rastet, der rostet! Das gilt, wenn

De der Betätigung im Luftverkehr. nicht allein um eine materielle, sondern eine fulturelle Frage, die das deutsche Deutung erkennen muß. Ein Bolt, das ation auftreten will, muß führend auch ftfahrt voranschreiten. Uns Deutschen ttel in die Wagschale zu werfen und die politisch in entscheidender Weise zu be­t uns frei, da, wo Kulturschlachten ge dem Geist unserer Väter und Vorväter hrenden Völkern zu messen und hier die die Vorbedingung für unsere fünftige voraussetzen, daß die Mittel, die durch cht werden, nicht dem Zeppelin- Bau als zufließen, sondern lediglich zum Bau bestimmt sind, mit dem das Problem entscheidender Weise gefördert und ge rwaltung der Spende untersteht einem das über deren Verwendung im Ein

er aber in Friedrichshafen, einst Mit­pelin und nun die Vollstrecker seiner Is ausführende Organe, die das Wert, deutschen Volte hinterlassen hat, und er Spende errichtet, längst nationales zubauen und zur Vollendung zu führen önen Rundgebung des großen Pioniers on seine deutschen Zeitgenossen richtete: Worte mein Testament bedeuten, mit te vermache, was ich bis dahin schaffen Segnungen herausholen möge, die ihm Will das deutsche Volk diese hohe Aus­ter Erben und Sachwaltern Zeppelins ithelfend auch die Mittel an die Hand erfüllen, so ist das für sie der schönste ihre Sorge um Zeppelins Vermächtnis nur der Dienst und die Arbeit für eine ht das Leben groß und lebenswert Janzen Volfe,

erbei, der ein selten sprachkundiger

er verstand uns, und wir verstanden hm, was ich euch eben erzählt habe. berichtete unter Tränen und Schluch­er Schicksal. Da war unsre Not zu vestern wurden in die Familie von ziern aufgenommen; meinen Bruder te Pastor nicht los und nahm uns mit

ort meines Vaters sich erfüllt: Der Es ist nicht einmal eins von uns

5."

Denn nach Friedrichsdorf gekommen?"

ch etlichen Tagen der Ruhe rief uns tudierzimmer und fragte uns, welche en. Unser Vater war Strumpf­t ,,, und wenn wir die nötigen Geräte n getrauen wir uns schon, Strümpfe Paſtor verhalf uns zu allem, was

g's an die Arbeit.- Zwei Jahre

ch.

mein Bruder Anton mit einem Gad diese Gegend. Strümpfelauf" rief er hatte wenig Glüd. Etwas ent­ein kleines Dörfchen, dessen Häuser

s war eben unser Friedrichsdorf. Wie­ertönen. Eine Frau ruft ihn heran, nach dem Preis, Anton gibt ihn be auf einmal in franzöfifcher Sprache en ihr stand: Das ist nicht zu teuer. en." Mein Bruder stand sprachlos; das andre. Rührend wurde er in der nd bewirtet. Mit leerem Strumpffad zurüd und berichtete freudeſtrahlend, Den habe. Da beschlossen wir, nach

Lokales.

Wenn Gras gewachsen ist.

Jm allgemeinen ist ein gutes Gedächtnis eine sehr erfreu liche Sache. Aber es gibt auch Fälle, wo die Kunst des Vergessens das Bessere ist. Unangenehme Dinge immer wieder in aufge­warmteste Erinnerung bringen, das kann das bißchen Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Da hat jemand eine Dummheit gemacht und hats reichlich büßen müssen. Aber nun follte es auch genug sein. Nun darf mans ihm nicht immer wieder aufs Butterbrot schmieren. Die Zeit, so sagt man im be­tannten Bilde, läßt über vieles Gras wachsen. Das ist wirklich gut jo. Es wirft ausgleichend, heilend, versöhnend. Aber es gibt Menschen, die hier gern störend eingreifen. Sei es aus Bös willigkeit oder aus bloßer Dummheit und Gedankenlosigkeit. Ein grimmiger Spaßvogel hat einmal folgendes Sätzchen ge­prägt:

Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist, tommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder' runter frigt!" Sold) tamelhaft törichtes Tun hat schon viel Unheil angerichtet. 3m öffentlichen und vor allem auch im privaten Leben. Manche Ehe, die sich wieder einigermaßen eingerentt hatte, ist dann bod) entzwei gegangen. Manchem Vorbestraften, der den red­lichen Willen hatte, nun immer ein anständiges und nügliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu sein, ist eben die gesell, schaftliche Existenz zerschlagen worden. Eine ganz unnötige Grausamkeit, unwürdig eines Zeitalters, das sich so gern mit Der Waste der Humanität schmüdt.

Es gibt Leute, die kommen aus dem grübelnden Selbst­antlagen nicht heraus. Das Gewissen ist ja auch keine leicht zu nehmende Angelegenheit. Ernste Gemüter werden stets gewisse Stunden eines hochnotpeinlichen Selbstgerichts haben. Das hat etwas Reinigendes. Doch auch hier fönnen Uebertreibung und Berbohrung den schwersten Schaden bringen. Man verbaut sich den Weg ins Freie. Den Weg zum frischen, guten Handeln. Ewige Selbstvorwürfe und Selbstverwünschungen verdürren das Leben und rauben die Kraft zum Leben. Man kann nicht alles wieder gutmachen, aber man ist doch vielleicht in der Lage, da und dort Gutes zu schaffen und so einen Teil per­jönlicher Schuld abzutragen. Und da wächst schließlich jenes wohltuende Gras, das im Rahmen des immer nur relativen menschlichen Glüdes eine oft sehr entscheidende Rolle spielt!

* Bon der Universität. Der Privatdozent Dr. Friedrich) Raab, der sich auf dem Gebiete der wissenschaftlich- wirtschaft­lichen Kritik des Versailler Diktats einen Namen gemacht hat, erhielt einen Ruf als ordentlicher Professor für Volkswirtschafts­politik an die Forstakademie Tharandt( Sachsen). Die philo­sophische Fakultät hat den Geschichtsschreiber des Deutschen Roheisenverbandes", Arthur Klofbach in Essen, in Aner­tennung seiner Verdienste um Wissenschaft und Wirtschaft ehren­halber zum Doktor der Staatswissenschaften ernannt. Die Denia legendi wurde erteilt dem Pfarrer Lic. All wohn in Walldorf( Kreis Groß- Gerau) für das Fach der praktischen Theologie und Dr. Otto Be haghe I Gießen für das Fach der Chemie.

* Seltenes Gelehrtenjubiläum. Der ordentliche Honotar­professor an der hiesigen Landesuniversität, Dr. med. et. phil. Hermann v. Jhering, beging in seinem Wohnort Büdingen in Oberhessen das seltene Fest des zweiten goldenen Doktorjubi­läums. Prof. v. Jhering promovierte im Jahre 1872 in Göt­tingen zum Doktor der Philosophie. Im Jahre 1880 wanderte Jhering nach Brasilien aus, wo er in unerforschten Arbeitsge­bieten in den Tropen ftch außerordentlich große Verdienste er­warb. Durch seine vielfachen Studien errang Prof. v. Jhering einen Weltruf als Gelehrter. In Anerkennung seiner hohen wissenschaftlichen Verdienste wurde er Anfang dieses Jahres zum ordentlichen Honorarprofessor an der hessischen Landes­universität ernannt.

* Abspringen von fahrenden Zügen. Die Unfitte, daß Rei­sende beim Einfahren von Eisenbahnzügen in die Bahnhöfe be­its die Türen der Abeie ch.irdenengtlffö SmrAhMenmu Pa.m reits die Türen der Abteile öffnen und sogar, bevor der Zug Friedrichsdorf zu wandern und uns dort niederzulassen. Auch der Pfarrer riet uns dazu. Der Landgraf Friedrich Jakob empfing uns persönlich und half uns mit großer Leutseligkeit. Und so sind wir seit etlichen Jahren Strumpfwirker zu Fried­richsdorf. Aber nun müßt auch ihr mir eure Geschichte er­zählen, denn sie ist, wie ich annehme, auch nicht alltäglich, son­dern ähnlich voll Sturm und Not wie die unsrige."

In kurzen Zügen berichtete nun Hans Heeger, wie auch er die Heimat verloren habe, wie er hier in Holzhausen habe Wurzel fassen wollen, daß aber der Gewalthaber des Dorfes dies benutzen wollte, ihn von seinem Glauben abtrünnig zu machen. In bewegter Weise schilderte er den Seelenkampf der letzten Tage und schloß mit den Worten: Mag ich auch meine Braut verlieren, mag mir darüber auch das Herz fast zerbrechen, mag ich auch meinen Steden wieder weitersezzen müssen, wer weiß wohin, denn in der Heimat habe ich meinen Besiz verkauft, eins will ich behalten, Gott und mein gutes Gewissen. Darum nehmt tausendmal Dant, daß ihr mir zur Wahrheit und Klarheit verholfen habt."

Abraham Privat nahm die dargebotene Hand und drüdte sie herzlich. Dann fragte er Hans Heeger: Also, ihr seid Schuh-= macher? Und Vermögen habt ihr auch?"

Hans nannte die Zahl der in Frankfurt niedergelegten Summe. Da wurde Abraham Privat ganz fröhlich and sagte: Ich möchte euch gerne helfen und weiß auch schon ungefähr wie; aber das sage ich euch erst später. Wißt ihr was?- Ich gehe jetzt mit euch nach Holzhausen, und dort meßt ihr mir ein Paar Sonntagsschuhe an! Wendet alle eure Kunst dran, nicht um meinetwillen, sondern um euretwillen. Kann ich sie bis Don= nerstag dieser Woche haben?"

Hans Heeger bejahte es.

Gerne hätte er mehr gewußt, doch lachend wehrte Abraham Privat ab. So gingen sie nun zusammen ins nahe Dorf.

Meister Vogelsberger war seht erstaunt über den, welschen" Kunden, den Hans ihm zuführte, und meinte, wenn das so wei­tergehe, so könne Hans die Arbeit bald nicht mehr schaffen. Dar­

Gießener Zeitung"

zum Halten gekommen ist, abzuspringen, nimmt in der legten Zeit mehr zu. Ganz besonders kann dies bei Zügen, die vor­wiegend dem Berufsverkehr dienen, beobachtet werden. Abge­sehen davon, daß sich solche eiligen Reisenden großen Gefahren an Leben und Gesundheit aussegen, gefährden sie auch durch ihre Handlungen die auf den Bahnsteigen stehenden Personen. Die Eisenbahn leistet für solche selbstverschuldeten Unfälle feinerlei Schadenersag. Um dem Unfuge des vorzeitigen Türöffnens und Abspringens entgegezuwirken, werden jetzt von der Reichsbahn Streifdienste eingerichtet, die die Aufgabe haben, Personen, die durch ihre unbedachten Handlungen sich und andere in Gefahr bringen, festzuhalten und der Bestrafung zuzuführen.

Aus Nah und Hern.

Obbornhofen, 28. Juli. In würdiger Weise beging der hiesige Turnverein am 24., 25. und 26. Juli das Fest seiner Bannerweihe, verbunden mit den leichtathletischen Wettkämpfen des Gaues Wetterau. Sonnabend 8 Uhr wurde der Vorstand des Ganes, sowie die Wetturner von dem 1. Vorsitzenden und den Bürgermeister Philippi begrüßt. Ein Fadelzug leitete die Veranstaltung ein, derselbe bewegte sich durch die gesamten Orts straßen. Am Hauptfesttag( Sonntag) morgens 8 Uhr fand Fest­Gottesdienst statt, woran der Gesang, sowie Kriegerverein mit ihren Fahnen teilnahmen, an dem Denkmal der im Weltfrieg gefallenen Kmeraden legte der 1. Vorsitzende des Turnvereins unter Worten des Dankes einen Kranz nieder, die Kapelle spielte das schöne Lied: Ich hatt einen Kmeraden". Delan Engel hielt den Festgottesdienst. Kurz nach 1,30 Uhr bewegte sich der Fest= zug durch die Orisstraßen nach dem Festplatz, voran die Rad­fahrer, Vorreiter, Schuljugend und Festdamen etc.; dann die Wagen des Ehrenausschusses und des Vorstandes. Darunter die ältesten Obbornhofener Valentin Klös, 96 Jahre alt und Heinrich Kammer II, 89 Jahre alt. Wie sich diese beiden alten Herren freuten; es war eine Lust, sie anzusehen und wie blidten sie nach den Leuten, welche sie jubelnd begrüßten und mit Blumensträußen bewarfen. Auf dem Festplatz wurde der Weihe­akt durch den Gesangverein Frohsinn" Obbornhofen, unter Lei­tung des Dirigenten Heinrich Glodengießer, mit dem Banner­lied eröffnet. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden hielt Dekan Engel die Festrede, der sich die Enthüllung des Banners anschloß, nach einem Prolog gesprochen von Fräulein Paula Hahn. Der Montag war ein Voltstag erster Güte. Das Banner war von der Firma Hisgen, Lich, geliefert und ist gut ausgefallen.

Bad Nauheim. 28. Juli. An der Kreisstraße Heldenbergen Groß- Karben wurde von etwa 30 tragbaren Obstbäumen mit einer Hade die Rinde abgehadt. Es gelang der hiesigen Krimi­nalpolizei, die Täter, 3 junge Burschen, zu ermitteln, die nun der verdienten Strafe entgegen sehen.

Nr. 31.

allen alten Gymnaſtaſten in beſter Erinnerung steht, ist mit sehr reger Beteiligung bei der Jubelseier zu rechnen.

Offenbach. Mittwoch tenterte auf dem Main ein Paddel­boot infolge falschen Steuerns. Während der eine Insasse sich mühsam ans Ufer retten konnte, gelang es dem anderen voll­ständig Bekleideten nicht, sich über Wasser zu halten, und er schien verloren zu sein. Die zurzeit in der Nähe weilende Martha Lindemann wurde durch die Hilferufe des Ertrinkenden aufmerksam; fie sprang ins Wasser, und es gelang ihr, den Schiff brüchigen, einen 35jährigen verheirateten Mann, ans Ufer zu bringen.

Darmstadt. Prof. Dr. Georg Agde wurde für allgemeine und spezielle chemische Technologie, insbesondere Brennstoff­technik, die venia legendi an der Technischen Hochschule erteilt

Darmstadt. Die zweite Hälfte der Darmstädter Opernsaison 1925 26 nahm mit Pfigners Balestrina" einen grozügigen Anfang. In der Osterzeit erschien Wagners Barsifal" in einer gegen das Vorjahr sehr vervollkommneten Inszenierung. Moderne Uraufführungen brachte man mit Francescos Mali­pieros drei Goldonischen Komödien Das Kaffeehaus", Herr Todero Brontolone" und Die zänkischen Weiber von Chioggio" heraus, die mit dem lärmenden Ballett Das venezianische Klo ster von Alfredo Casella zusammengefoppelt waren. Erfolg reiche Neueinstudierungen erlebten Der Wildschüß", Donizettis Don Pasquale". Pergoleses serva padrona", Abu Hassan" von Weber und Die Nürnberger Puppe" von Adam. Fidelio, Zauberflöte und Oberon". Die letzte Neueinstudierung war Verdis La Traviata". Hervorragende Gäste waren Richard Mayr und Anne Roselle von Wien, Karl Jörn. Der große Er­folg ist in erster Linie dem neuen Generalmusikdirektor Josef Rosenstock zu verdanken.

Mainz, 28. Juli. Die als Locarnofolge zugesagte Freigabe des Luftverkehrs für das besetzte Gebiet, die sich allerdings noch nicht praktisch ausgewirkt hat, hat die Städte Mainz und Wies baden veranlaßt, zweds Errichtung eines gemeinsamen Flug­hafens eine Interessengemeinschaft zu gründen mit gleichen Rechten und Pflichten. Der gemeinsame Hafen wird auf der Wiesbadener Reennbahn errichtet werden. Die von Wiesbaden eingeleiteten Verhandlungen mit der Lufthansa und der eng lischen Luftschiffahrtsgesellschaft bezweden den Anschluß an die süddeutschen Luftlinien und an die englische Linie London- Köln.

Dillenburg. Dem Lokomotivführer Gerdt in Niederscheld wurde auf Veranlassung des Staatsministeriums durch den stell­vertretenden Landrat die Rettungsmedaille am Bande über­reicht. Die Auszeichnung ist verliehen worden für die Errettung eines Kindes aus den hochgehenden Fluten der Dill am 24. März 1924.

Frankfurter Herbstmesse 1926.

Die Frankfurter Messe, die von Tausenden von Detailge­Hungen. Donnerstagnachmittag ereignete sich hier bei Ka=" schäften regelmäßig besucht wird, hat diesmal Anziehungspunkte nalisationsarbeiten ein tödlicher Unglücksfall. Der Arbeiter aufzuweisen, die die gesamte Detaillistenschaft Deutschlands in Johann Mayer stürzte beim Transport von Zementröhren in den Tagen vom 26. bis 29. September in Frankfurt versammeln einen Schacht, dessen Abdeckung durchbrach. Das nachrollende dürften. In Ergänzung der Textilmesse wird eine Maschinen­Zementrohr, das ein Gewicht von über zwei Zentner hatte, fiel ausstellung im Betrieb zu sehen sein. dem Manne auf den Leib. Wenige Stunden nach dem Un­glüdsfall ist der Bedauernswerte seinen schweren Verlegungen erlegen. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder.

Büdingen. Das Fest des 325jährigen Bestehens des Wolf­gang- Ernst- Gymnasiums zu Büdingen wird am 31. Juli und 1. August ds. Js. gefeiert. Aus diesem Anlaß läd der Verein ehemal. Schüler und Lehrer des genannten Gymnasiums alle alten Büdinger Pennäler u. ihre einstigen Lehrer nach Büdin­gen ein. Die diesjährige Jubelfeier erhält dadurch ein beson­deres Gepräge, daß mit ihr die Einweihung eines Ehrenmales für die gefallenen Büdinger Gymnasiasten verbunden ist. Für die beiden Festtage ist folgende Festfolge vorgesehen: Samstag, 31. Juli, Abholung der Festgäste an den Nachmittagszügen und Empfang im Stern". Einweihung der Gedenktafel im Gymna­sium um 4% Uhr. Abends 8 Uhr Kommers im Rathaussaal. Sonntag, 1. August, 9% Uhr Festgottesdienst. Daran anschlie= ßend Festzug vom Schloßplay aus durch die Stadt. 2 Uhr Fest­essen im, Stern", nachmittags Zusammenkunft mit Damen auf dem Schüßenfestplay am Hammer". Da Büdingen wohl bei nach gab Hans dem jungen Privat das Geleit bis zum Unter tor. Dort fragte ihn Abraham: ,, Wie lange wollt ihr noch hier bleiben?"

,, Noch vierzehn Tage; heute Abend kündige ich dem Meister Vogelsberger. Wenn mir es auch leid tut, von ihm zu schei­den, denn sie hielten mich wie einen Sohn im Haus! Dann wandere ich nach Homburg und will zusehen, ob ich dort an tomme. Denn weit von hier möchte ich nicht fort."

Das paẞt ja außerordentlich gut," erwiderte Abraham Privat sehr lebhaft.

,, Wieso paßt dies gut?" fragte Hans.

,, Das sage ich euch in acht Tagen," war die Antwort, und dabei lächelte der junge Privat, verschmitt wie ein Verschwörer. Dann schieden sie.

Unterdessen war Sybille auf dem Wege zu ihrem Paten. Gie traf diesen nicht daheim. Er war nach dem Fortgang der beiden Freunde in die Krone" gegangen. Das konnte er tun, weil seine Mutter gerade von einem kleinen Sonntagsschwatz mit der Nachbarin heimgekommen war.

Die erste Frage Sybillens an die alte Frau war ,,, wo ist denn der Hans?"

Da die Mutter Vogelsberger nichts von der Rüdkehr ihres Gesellen wußte, antwortete fie: Er ist heute früh gegen zehn Uhr weggegangen, nachher hat er sich entschuldigen lassen, er täme nicht zum Essen, aber gen Abend wollte er wieder da sein." Nach diesem Bescheid ging die alte Frau in ihre Kammer, um ihre Werktagsgewandung anzuziehen; denn es galt, die Kühe zu füttern und zu mellen.

Sybille aber begab sich in die Wohnstube und setzte sich an den Tisch. Den Kopf in die Hände gestütt, grübelte sie weiter. Das erschien ihr als ein böses Zeichen, daß Hans nach der Messe nicht heimgekommen war. Er schämte sich vor den Leuten, drum geht er ihnen aus dem Wege." Wiederum hielt sie das für ein gutes Zeichen ,,, es ist doch noch Scheu in ihm."

Jetzt ging die Türe auf, und Hans tam herein. Sein plötzliches Erscheinen verwirrte Sybille, und als er mit ernstem

Eine Braune Woche" wird zu derselben Zeit die Tabak. industrie und ihre Interessenten in Frankfurt versammeln. Aus Anlaß der Messe veranstalten die maßgeblichen Verbände in der Zeit vom 24. bis 29. September eine Werbewoche für den Kon sum von Tabat und Zigarren. Schließlich ist die Beteiligung des Auslandes auf der Frankfurter Herbstmesse zu erwähnen.

Homburg v. d. S. Auf der Fahrt von Homburg nach Frank­furt bemerkte ein Radfahrer, wie ein fleines Mädchen vor die heranbrausende Trambahn lief. Zwei Meter trennten das Kind noch von dem Wagen, da sprang der Radfahrer vom Rade, riß das Kind an sich. überschlug sich dabei, kam aber außerhalb der Schienen zu Fall, das Kind in den Armen haltend, wobei ihn

Flammeris,

Maizena Puddings

das Kraftmehl und Gebäck

Angesicht auf sie zuschritt und ihr die Hand gab, da sprang es ihr unvermittelt über die Lippen: Ach, Hans, warum willst du so etwas Schreckliches tun?"

Hans war, in der Meinung. sie wisse, daß er Holzhausen verlassen wolle, erwiderte: Ja, Sybille, was bleibt mir denn sonst übrig?"

Sybille natürlich fonnte bei dieser Antwort nur an den Uebertritt denken und rief heftig aus: Und das willst du tun, ohne vorher mit mir zu sprechen?"

,, Ach, mein Schaz, das hättest du noch früh genug erfahren," sagte Hans schwermütig.

Und du meinst, ich würde dich nehmen, wenn du katholisch wirst?"

Noch schärfer als vorher flang diese Frage.

Da ging es wie Sonnenschein über das Antlitz des jungen Mannes, denn er erkannte nicht nur, daß sie aneinander vor­übergeredet und jedes etwas anderes gemeint hatten, sondern dies vielmehr war seine Freude, daß für Sybille es selbstver­ständlich war, er dürfe um ihretwillen nicht übertreten, und daß sie den Gedanken gar nicht dachte, es sei vielleicht ein Mangel an Liebe, wenn er fest in seinem Glauben bleibe.

Er trat also auf Sybille zu, legte den Arm um die sich Sträubende und sagte: Also, du redest vom Katholischwerden, ich aber rede vom Fortgehen aus Holzhausen! Denn ich bleibe meinem Glauben treu, dann kann ich aber nicht in Holzhausen bleiben."

Da schlang Sybille die Arme um seinen Hals und füßte ihn unter heißen Tränen: ,, Gott sei Dant, daß du treu bleibst,- ach Gott, und nun gehst du mir fort!"

Nach einer Weile aber fragte fie: Ja, aber Hans, warum bist du denn in die Messe gegangen?"

Und nun begannen fie einander zu erzählen, und Hans schloß mit den Worten: Bist du mir böse, daß es mir nicht leicht ge­worden ist, dich aufzugeben? Denn nun wird bein Vater erst recht wider mich sein und unsrer Vereinigung in den Weg treten." Fortsetzung folgt.