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Giessener Zeitung

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( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg

Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Berlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1788. 90

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Donnerstag, den 26. Februar 1925.

Wirtschaftliche Rundschau

( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.)

Allgemeine Lage. Die allgemeine Wirtschaftslage wird immer noch durch die verschiedensten Momente politischer und wirtschaftlicher Art beeinflußt. Zweifellos bringt das Auf­flackern der Konjunktur in verschiedenen Branchen treilweise einen frischeren Zug in die Wirtschaft. Der Inlandsmarkt frankt noch immer an der allgemeinen Kaufschwäche. Der Er­port fann noch nicht befriedigen. Immerhin können verschiedene Industrie- und Handelszweige eine, wenn auch noch nicht große Zunahme ihrer Exportgeschäfte melden.

Staatswirtschaft. Vom 1. April 1924 bis 1. Januar 1925 wurden die in Voranschlag für das ganze Etatsjahr 1924-25 vorgesehenen Einnahmen um mehr als 800 Millionen über­schritten.

Geldmarkt. Die Börse stand weiter unter dem Druck der Wirtschaft. Spekulation und Privatpublikum zeigen geringes Interesse für alle Marktgebiete, sodaß von einer Geschäfts­tätigkeit in normalerweise nicht mehr gesprochen werden kann. - Es schweben gegenwärtig Verhandlungen, welche die Einbe­rufung einer internationalen Währungskonferenz zum Gegen­stand haben. Die Konferenz soll vor allem der Frage der Re­form der Währung dienen und zwar aus dem Grunde, eine Stabilisierung der Preise auf allen Weltmärkten zu erreichen.

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Handel, Gewerbe und Industrie. Am Eisenmarkt gehen Abrufe und Anfragen nach wie vor flott ein. Auch die Markt­lage in der weitverarbeitenden Industrie hat sich gebessert. Nur der Export ist immer noch schwierig. In der Kaliindustrie schweben zurzeit Erörterungen über Heraussetzung der Preise. - Infolge Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit aus­ländischen Mühlenerzeugnissen sind die deutschen Mühlen mit nur etwa 25 bis 30 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt. Im Schuhgewerbe haben jetzt viele Betriebe einen ansehn­lichen Auftragsbestand.-Nach der Statistik hat die deutsche Farbstoff- Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten einen weiteren Rückgang erfahren.

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Holzmartt. Bei den Versteigerungen in den Forsten ist nachlassende Kauflust und größere Vorsicht bei Abgabe von Ge boten zu konstatieren. Die Preise müssen aber immer noch als recht hoch angesprochen werden. Am Nadelschnittwarenmarkt blieb das Geschäft unverändert knapp und ruhig.

Warenmarkt. Die Gesamthaltung der Märkte blieb noch uneinheitlich. Die Unternehmungslust ist gering, weil der Be­darf eine starke Zurdhaltung zeigt. Auch die Lage der verschie denen auswärtigen Märkte gibt ebenfalls zu mancherlei Be­denken Anlaß. Die Roheisenpreise für sämtliche Sorten wur­den um 2 M je Tonne erhöht. Die Brantweinherstellung im Reich betrug im Januar 295 863 Hektoliter Weingeist.( Dezem­

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ber 242 687 Hektoliter.) Bei der letzten Häuteauktion in Leip­zig waren die Preise nachgebend, während bei der Versteigerung in Kassel durchwegs höhere Preise im Verglich zu den letzten Versteigerungen im Reich erzielt wurden. Der Rohzuckermarkt verkehrte weiter in stetiger Haltung bei kleinem Angebot. Die Preise zogen eine Kleinigkeit weiter an. Das Geschäft für Ver­brauchszucker ist ruhiger geworden, die Preise zeigen jedoch Stetigkeit. Die kupferverarbeitenden europäischen Länder dürften gegenwärtig in der Lage sein, jährlich 700 000 To. zu verbrauchen. Die Welterzeugung an Zink wird für das Jahr 1924 auf 992 334 To. gegen 960 168 To. im Jahre 1923 geschätzt.

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Ausstellungen und Messen. In Verbindung mit der dies­jährigen Frühjahrsmesse in Kiel( 22. bis 25. März) findet zum erstenmal der Kieler Landmaschinenmarkt statt. Die Reichs­Reklamemesse wird vom 25. April bis 3. Mai im Hause der Funkindustrie zu Berlin abgehalten. Der Termin für die Messeausstellung in Riga ist vom 19. Juli bis 2. August fest­gesetzt worden.

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Produktenmarkt. Die Undurchsichtigkeit der Lage am Welt­markt und im Inland unterbindet jede Unternehmungslust, wo­zu auch der schwierige Geschäftsgang für Mehl beiträgt. So blieb im allgemeinen das Geschäft ohne jeglichen Belang und famm über kleinere Umsätze meistenteils nicht hinaus.- Am Hopfenmarkt ist die jetzt schon fast zwei Monate unverändert an­haltende Ruhe abgebrochen worden. Die Tendenz konnte sich bessern, die Stimmung wurde angenehmer und die Preise konn­ten sich befestigen. Die Serie der Weinversteigerungen in den rheinischen Gebieten und an der Mosel ist in vollem Gange. Die Nachfrage ist ziemlich lebhaft, die Preisbewegung steigend.

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Viehmarkt. Der Verkehr auf den Schlachtviehmärkten war auch in der letzten Zeit, namentlich bei Großvieh, unverändert flau. Auf den Nutzviehmärkten ist der Geschäftsgang bei an­ziehenden Preisen lebhafter. Die Tendenzberichte der auslän­dischen Märkte melden gleichfalls flaues Geschäft bei teilweise start rückgängigen Preisen.

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Verkehr. Bayern hat dem Projekt zur Erbauung einer Standbahn auf den Ostgipfel der Zugspitze nach den Plänen des Ing. Cathrein die Konzession erteilt. Ing. Cathrein die Konzession erteilt. Der Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie und der Außenhandelsverband haben sich gemeinsam mit einer Eingabe an den Reichstag ge= wandt, um gegen den völlig unzulänglichen Abbau der Post­gebühren Stellung zu nehmen.

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