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Ausstellungen und Messen. Der Besuch der heurigen Leip­ziger Frühjahrsmesse übertraf bereits alle früheren Messen. Im allgemeinen berichten fast alle Branchen von einem guten Ge­schäftsstand, so daß die Messe als guter Erfolg angesehen wer­den kann. Die beginnende Wiederaufnahme der Bautätigkeit charakterisiert der amtlich als sehr gut bezeichnete Besuch der Baumesse, wo besonders starke Nachfrage nach sofort greifbaren Baustoffen und Installationsartikeln bestand. Weitere Mes­sen finden statt: Frankfurt: 19. bis 22. April und anfangs Ok­tober Internationale Messe; Koblenz: Anfang September 32. Deutscher Weinbaukongreß; München: Juni bis Oktober Deut­sche Verkehrsausstellung; Juli bis September allgemeine deut­sche Weinbau- Ausstellung; Stuttgart: 16. bis 21. Juni land­wirtschaftliche Ausstellung; Ludwigshafen: Mai bis Juni Land­wirtschafts- Ausstellung; Berlin: 15. bis 19. März Reichsgast­wirte- Messe; 4. bis 9. April Reichs- Reflame- Messe; Leipzig: 30. August bis 6. September Mustermesse; Köln: 15. bis 21. März und 13. bis 19. September Kölner Messe; Breslau: 15. bis 17. März und 6. bis 8. September Allgemeine Messe; Kiel: 22. bis 25. März und 13. bis 16. September Kieler Messe. In München wird anläßlich des Oktoberfestes wieder das Zentral­landwirtschafts- Fest mit landwirtschaftlicher Ausstellung vom 25. September bis 4. Oktober abgehalten.

Landwirtschaft. Bis jetzt lauten die Meldungen über das Aussehen der deutschen Saaten durchaus befriedigend.

Produktenmarkt. Die Produktenmärkte melden trotz der im Zusammenhange mit den günstigen Ernteberichten stehenden starken Berflauung der amerikanischen Börsen am allgemeinen recht fest. Das Mehlgeschäft stockt nach wie vor, wodurch eine größere Beteiligung der Mühlen am Handel verhindert wird. Das Geschäft am Hopfenmarkt ist weiter ruhig. Die Weinver­steigerungen nehmen ihren Fortgang und weisen im allgemeinen gute Resultate bei etwas angezogenen Preisen auf.

Viehmarkt. Die Schlachtviehmärkte zeigen, was das Groß­vieh anlangt, daß dieses in guten Qualitäten zu unverändert hohen Preisen rasch abgesetzt werden kann, während die in reich­licher Zahl vorhandenen geringeren und schlechten Tiere nur schwer Absatz finden. Auf dem Schweinemarkt war die Kauflust in der letzten Zeit etwas lebhafter.

DEUTZ

Verkehr. Bei dem Güterverkehr mit den belgischen, fran­zösischen und luxemburgischen Bahnen, sowie bei den Saarbah­nen, die über Frankreich führen, wurde der Frankaturzwang bis zur Grenze, Nachschlageverbot usw. mit dem 1. März aufgehoben. Vom 1. Mai an wird ein direkter Flugdienst zwischen Tokio und Paris über Moskau eröffnet.

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Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt zeigt im ganzen genom­men eine leichte Besserung, die in der Hauptsache auf die Berufe zurückzuführen ist, die unter direkter Einwirkung oer Jahreszeit stehen. Die milde Witterung hat vor allem den Bedarf ser Landwirtschaft an Arbeitskräften erhöht.

Ausland. Die beiden ersten Monate des Jahres haben in Desterreich fein weiteres Ansteigen der Zahlungsstockungen ge­bracht. Die Besserung der industriellen Konjunktur machte sich in verschiedenen Branchen geltend. Die Anbaufläche der eng­lischen Landwirtschaft ist im Jahre 1924 wesentlich zurückge­gangen. Die Abnahme bedeutet eine Einbuße von 2250 Tonnen Weizen.

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Gewerbliche Zuschläge.

Wie in der Juristischen Wochenschrift" von 1924 G. 2008 abgedruckt ist, hat das Kammergericht entschieden, daß die Reichspost als Mieterin, wenn sie auch nicht ein gewerbliches Unternehmen im Sinne anderer Gesetze ist, als gewerblicher Betrieb im Sinne des Abs. 1 des§ 10 des Reichsmietengesetzes anzusehen ist. Die Richtigkeit dieser Entscheidung wird an der­selben Stelle aus juristischen Gründen von Prof. Nawiasky­München angezweifelt.

Die Entscheidung des Kammergerichts dürfte u. E. dem Willen des Gesetzgebers entsprechen. Das Kammergericht ver­tritt denselben Gedanken, der auch bei unserer Stellungnahme zu dieser Frage in der letzten Nummer der Zeitung geleitet hat.

Denjenigen Vermietern, die an die Reichspostverwaltung vermietet haben, diene zur Kenntnis, daß die Postverwaltung dazu übergegangen ist, einen Zuschlag zur gesetzlichen Miete in Höhe von 20 Prozent zu zahlen. Das entspricht einer Gesamt­miete von 96 Prozent. Wer etwa die Jnrechnungstellung des Gewerbezuschlags versäumt hat, möge dies nachholen.

Literarisches.

Der alte und der neue Reichtum. Von Ernst Neckars= ulmer. Verlag F. Fontane u. Co. Berlin 1925. Preis gehef= tet 4,50 M, Ganzleinen 6 M, Vorzugsausgabe in Halbfranz 10 M. Ein Kapitel Zeitgeschichte, für das sich alle Welt leidenschaftlich interessiert, das aber bisher noch keinen Schilderer gefunden

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gewaltige Umschichtung der Vermögen, die im Laufe der ver­flossenen zehn Jahre stattgefunden hat, der Zusammenbruch alten, seit Generationen vererbten Reichtums, die Anhäufung gewaltiger Vermögen in den Händen der neuen Reichen", zieht in fesselnder, auf genaueste Kenntnis der Verhältnisse und Per­sonen beruhender Schilderung vorüber. In diesem Buche ist

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artigste wirtschaftliche Entwicklung, die es jemals in der Welt­geschichte gegeben, und ihre hervorragendsten Vertreter auf Grund genauester Kenntnis der Materie und aller inneren Be­ziehungen durchaus sachlich und in geradezu romanhaft span­nender Weise zu schildern. Ein Buch der Zeit für die Zeit! Die Sensation der Jagd nach Geld!

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Den russisch- japanischen Vertrag, der kurz nach der Jahres­wende in Peking vollzogen worden ist, und seine Bedeutmng für Deutschland und Mitteleuropa behandelt der in ostasiatischen Fra­gen sehr unterrichtete Generalmajor a. D. Prof. Dr. Karl Haus­hofer in dem Artikel Ostasiatische Vertragsabschlüsse" in der neuesten Nummer 4173 der JIlustrierten 3eitung"( J.

3. Weber, Leipzig). Wie stets sind auch diesmal alle wichtigen rüdsichtigt.

geschichtlichen Ereignisse im In- und Auslande weitgehend be

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