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Einige Zahlen mögen noch die Bedeutung dieser berufs­ständigen Versicherungsanstalten erläutern. Die Zahl der Ver­sicherten beträgt bis heute die Familienangehörigen einge­rechnet weit über eine halbe Million. Die Südwestdeutsche Versicherungsanstalt allein weist heute einen Mitgliederbestand von über 50 000 auf. Die soziale Einstellung der berufsständi­gen Versicherungsanstalt erhellt aus der Tatsache, daß sie im Jahre 1924 über 70 Prozent der eingezahlten Beträge als Ver­sicherungsleistung wieder an die erkrankten Mitglieder abge­führt hat.

Je weiter diese Fürsorgetätigkeit im Handwerk und Ge­werbe ausgebaut wird und je mehr sie innerlich erstarkt, umso eher kann sie den Versuchen begegnen, auf dem Wege der Ein­führung der Zwangsversicherung die berufsständigen Kassen mit ihrem ausgezeichnet arbeitenden Apparat in die Ortskranken­fassen hinüberzuführen. Es braucht nicht ausdrücklich hervor= gehoben zu werden, welchen Nachteil das für den selbständigen Handwerker und Gewerbetreibenden mit sich bringen würde.

Am deutlichsten hat sich die Lebenskraft unserer Fürsorge­einrichtungen bei der Einführung der Spar- Renten- und der Lebensversicherung gezeigt, die trotz des Zusammenbruches unserer Währung und der heute noch anhaltenden wirtschaft­lichen Hemmungen gelungen ist. Der Grundgedanke der Ren= tenversicherung liegt darin, daß nicht Beiträge erhoben werden, sondern daß die Rente umso größer ist, je mehr der Versicherte ( part.

Diese Aufgaben fönnen natürlich nur gelöst werden, wenn sie von jedem Handwerker und Gewerbetreibenden als not­wendig erkannt werden. Die Fürsorgeeinrichtungen sind am leistungsfähigsten, wenn die Gesamtheit aller Handwerker und Gewerbetreibenden sie trägt. Darum geht der Ruf an Handwerk und Gewerbe: hinein in deine eigenen Versicherungs­anstalten. Wer bei Seite steht, schädigt den Berufsgenossen und schädigt sich selbst. Darum: Handwerker und Gewerbe­treibende wacht auf!

jam, Ordnungsliebe, Sinn für Sitte, für Zucht und für Recht, Opferwille, Kameradschaft und Treue von altersher in den Knochen sizen, kann bei unserer schweren Arbeit zur Aufrichtung des geliebten deutschen Vaterlandes nicht entbehrt und bei Seite gelassen werden. Es ist dies ja auch im allgemeinen nicht zu befürchten, aber der Zweck dieser Zeilen soll es sein, die Be­deutung der Militär- und Kriegervereine für den neuen Aufbau des Reiches ins rechte Licht zu stellen und den Einfluß anzu­deuten, den der Offizier in diesen Vereinen nach wie vor ent­falten kann. Gewiß soll und muß es so bleiben, daß für Partei­politik und Bekenntnisfämpfe, sowie für Parteistreitigkeiten kein Raum sein darf, aber ohne Politit, ohne nationale Politik tann das Kriegervereinswesen nicht bestehen. Schon sein Bestand ist eine Aeußerung nationaler Politik. Die Militärvereine wollen, sollen und müssen außer der Wahrung der Tradition, der Pflege der Erinnerung an das alte ruhmreiche deutsche Heer und seine sieggekrönten einzelnen Truppenteile, außer der Pflege der Er­innerung an die gemeinsame Dienstzeit in Frieden und Krieg, außer der Pflege der geistigen und angewandten Kameradschaft, doch auch die Vaterlandsliebe, den Staatsgedanken, den Sinn für deutsche Geschichte fördern und alle ihre Kräfte dem Ge­danken des Wiederhochkommens des Reiches widmen. Kampf gegen die Lüge von der Kriegsschuld, von den Kriegs­verbrechen und Kriegsverbrechern, gegen den verweichlichenden Friedensdusel und den Internationalismus ist doch eine Auf­gabe, die durchaus in den Militär- und Kriegervereinen er örtert werden soll, und doch sind alles dies außerordentlich ,, politische" Fragen. Ja, früher, wozu brauchte es da der un­ermüdlichen Arbeit jedes Einzelnen und der Sorge der Vereine um Bestand und Zukunft des Staates? Da war alles in Ge­meinde, Provinz, Staat und Reich geregelt und geordnet, eine starfe Staatsgewalt sorgte für öffentliche Ruhe und Frieden und erledigte sauber und pflichttreu all die tausendfachen Auf­gaben des öffentlichen Lebens. Kein äußerer Feind hinderte unmittelbar unsere Entwidlung und unsere Staatsbetätigung und der innere Feind nun, der wurde, wenn man auch sagen

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Hinein in die Militär- u. Kriegervereine! muß, in falscher Weise ausgeschaltet. Jedenfalls ging das

Von Generaloberarzt d. R. Dr. F. E. Hopf, Präsident des sächsischen Militärvereinsbundes. In der jetzigen Zeit, die Autoritäten gestürzt und Throne zerstört, die uns Heiliges zerschlagen und eine allgemeine Ver­wirrung der Begriffe gebracht hat, heißt es für uns alte Offi­ziere, wollen wir unsere Verpflichtung, zum Wiederaufbau des Staates und der Gesellschaft beizutragen, recht erfassen, alle jene Einrichtungen und Organisationen zu unterstützen, von denen wir uns eine kraftvolle Tätigkeit in unserem Sinne versprechen. Eine Unmenge neuer Körperschaften hat sich nach dem Umsturz gebildet. Zu nennen sind hier der Stahlhelm, der Jungdeutsche Orden, der Wiking, der Frontbann, die Nationalsozialisten, die Deutschvölkische Freiheitspartei und die anderen neuen rechts­stehenden Parteien. Zu allen diesen hat der Offizier Fühlung genommen oder gesucht und wirkt in ihnen je nach seiner per­sönlichen Einstellung und seinem Geschmack mit. Aber eine alte Organisation darf hier nicht vergessen und vernachlässigt werden, die berufen ist, für den Aufbau Ungeheures mitzuleisten und die schon auf einen Bestand von einem halben Menschen­alter zurückblicken kann die Militär- und Kriegervereine. Hier ist ein Betätigungsfeld für den ehemaligen Offizier, wie es schöner und dankbarer gar nicht gedacht werden kann. Gerade in diesen Vereinen müssen wir Offiziere bei den schweren Zeiten wirken, da die Gefahr besteht, daß die Militär- und Krieger­vereine in falsch verstandener Zurückhaltung, in übergroßer Rücksicht auf ihre 50jährige von Politik freigewesene Geschichte und aus Scheu, bei einem Hervortreten auf der nationalen Kampfbahn vor der Oeffentlichkeit des Verlassens ihrer alten traditionellen Neutralität geziehen zu werden, in der allge= meinen Aufbaufront des nationalen Vereinswesens nicht die ihrer Zahl und Bedeutung entsprechende Stellung gewinnen.

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Eine Vereinigung, die in Deutschland mehrere Millionen Mitglieder zählt und die aus alten, gedienten Soldaten besteht, denen Vaterlandsliebe, Reichstreue, Staatsgesinnung, Gehor=

allgemeine Räderwerk der Staatsmaschine glatt und ungehindert vor sich. Wie ist es aber heute?

Bon stolzer Höhe ist das Reich in die Tiefe geschleudert, Bande frommer Zucht und Ordnung im Innern sind gelöst, erst allmählich ist eine Rückkehr zur Besinnung und Recht zu be= merken, dem Reich hat man große Gebiete geraubt und gestoh­len, das teuere Reichsland uns genommen, der deutsche Name ist geschändet, die deutsche Ehre zertreten, verspottet und ver­achtet. Welch ungeheuren Aufgaben hat da jeder deutsche Mann und jede vaterländische Organisation zu erfüllen! Die Zeit der Schande wird und muß vergehen. Unsere Pflicht aber ist es, zu streben, daß der Tag der Freiheit und der Größe bald kommt. Wir sollen der großen Worte Fichtes eingedenk sein, daß jeder berufen ist, an seinem Teile mitzuhelfen und mitzuarbeiten. Die Geschichte wird nicht von allein; Männer machen die Geschichte. Jeder an seinem kleinen Teil macht sie mit. Keiner überlasse die Aufgaben seinem Nachbar. Jeder kann mittun. Keiner darf abseits stehen. Das Recht zur Mäßigkeit gibt ihm das zer­tretene Vaterland nicht. Kann es ihm nicht geben. Und wer nicht durch seiner Rede Schwung die Kameraden hinreisen, nicht durch seines politischen Verstandes Schärfe sie erleuchten kann, der möge wenigstens durch das Beispiel eines Lebens der Pflicht­erfüllung auf allen Gebieten ihnen vorangehen. Hinein, ihr Offiziere, in die Militär- und Kriegervereine! Den Soldaten im bunten oder feldgrauen Rock wart ihr Führer und Vorbilder, sie hängen auch heute noch an euch. Seid ihnen die Fuhrer, die sie brauchen, nach denen sie verlangen, denen sie sich willig unterordnen. Hinein in die Vereine! Aber seid Gleiche unter Gleichen, Kameraden unter Kameraden! Erstrebt keine heraus­gehobene Stellung, die Treue und der gute Sinn der Mitglieder wird sie euch ohne weiteres gewähren und bieten. Werdet Mit­glieder, ordentliche Mitglieder, besucht alle Bersammlungen, so­weit es eure Zeit erlaubt. Haltet Vorträge, bietet Belehrung, nehmt euch der Jugend an, bildet Jugendgruppen, wandert mit den Jungens der Mitglieder ins Gelände, stellt Uebungen an-

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