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( Reneste Nachrichten)

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Nr. 45.

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Telephon Nr. 1362.

Bravo, Deutfchamerikaner.

Expedition: Gießen, Sadanlage 21.

Samstag, den 11. November 1922.

tung in nationaler und sozialer Hinsicht. Sie heben im Volke die Freude und das Verständnis für die Natur, die gerade dem Großstädter so notwendig sei, und för­dern das Zusammenleben in der Familie. Ihre Wicksam feit ſet also weit vielseitiger als die Sportplätze, und fie seien wichtiger als diese.

Dieses Urteil hat bei den Sportfreun den lebhafte Gegnerschaft hervorgerufen. Mit Unrecht. Die Frage, welche Betätigung, die sport­

Zurzeit befindet sich der Tiger Clemenceau auf einer Agitationsfahrt durch Amerika, um das starf gesunkene Ansehen Frankreichs notdürftig wieder aufzu­frischen. Dank der geschickten Werbetätigkeit der franzö­sischen Botschaft in Washington und der französischen Bereine war Clemenceau von einer Rethe großer Städte offiziell zu Vorträgen eingeladen worden, und dazu gehörte auch das nach dem französischen König Ludwigliche oder kleingärtnerische, wichtiger ist, braucht meines der Heilige getaufte St. Louis an der Mündung des Missourt in den Mississippi. St. Louis hat bon jeher trog seines französischen Ursprungs zu den stärksten Boll werken des Deutschtums in Amerika gehört und auch jetzt hat sich dieses in nachahmenswertester Weise geregt. Die zusammengeschlossenen deutschen Vereine und Or ganisationen haben durch ihren Vorsitzenden geharnischten Proteft gegen eine derartige Ehrung des Mannes ein­gelegt, der in dem Schreiben selbst nicht als Tiger, jon: bern als Hyäne bezeichnet wird. Dieses tatkräftige Auftreten hat seine Wirkung nicht verfehlt. Bürger meister und Stadtrat von St. Louis haben einstimmig beschlossen, die an Clemenceau ergangene Ginladung rüdgängig zu machen. Das ist ein herrlicher Ecfolg

unierer hentichen Stamme& aenoffen ienfeits des Ozeans.

Grachtens nicht untersucht zu werden. Beide sind Bestre bungen, die der Fürsorge und Unterstützung durch Staat und Gemeinden gleich dringend bedürftig und würdig find. Daraus folgt aber auch, daß bet Bereitstellung von Gelände für die eine Betätigung nicht in die In: tereffen der anderen eingegriffen werden darf. Das Reichskleingartengeset sieht das Institut der Zwangs pacht vor, um im Bedürfnisfalle Gelände für leingar­tenzwecke gegen den Willen des Grundeigentümers im 3wangswege in Anspruch zu nehmen. Steine einfichtige Gemeinde wird, wenn es Gelände für Kleingartenzwecke braucht, auf Grundstücke zurück zu greifen, die als Spiels und Sportpläge verwendet werden, es set denn, daß besondere Bründe vorliegen, die einen entsprechenden

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( Bickener Tageblatt)

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Telephou Nr. 1362.

35. Jahrg.

gekauft und auch bezahlt. Die restlichen 13 Millionen Mt. wechselte er bei einem Dollar furs von 3000 wieder um und erhielt dafür 9230 Dollar. Gr verläßt also Deutsch­land mit einem Ueberschuß von 230 Dollar, nimmt für 5 Millionen deutsche Fabrikate mit und hat in Deutschland dazu noch anderthalb Wochen umsonst gelebt.

Jugend von beute.

In der Kesselschmiede eines größeren Werkes im Weften steckte ein zwanzjähriger Kesselschmied mtt einem Geldschein seine 3igarette an. Da er das schon öfter getan hatte, wurde er von älteren Arbeitern, die diesen Vorgang beobachtet hatten und darüber empört waren, gebührend zurechtgewiesen. Das schöne ist nun, daß ein Betriebsratsmitglied, das mit der Direktion des Werkes über diesen Vocfall verhandelte, tatsächlich den Stand­punkt vertrat, daß der jugendliche Arbeiter mit dem bon ihm verdienten Geld anfangen fönne, was er wolle. Ueber einen ähnlichen Vorfall, der sich in Hagen zuge­tragen hat, wurde unlängst in einigen Blättern berichtet. In einer Wirtschaft zerriß ein junger Mann zum Gr staunen der Gäste sechs Einhundertmarkscheine und warf die Feßen von sich. Ein anderer gleichgesinnter Genoffe zündete mit ein.m 3wanatamacfichein feine

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Nr. 43.

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Telephon Nr. 1362.

Von Trevir.

Der Kampf um den Rbein beginnt. ( Schluß.) Was Napoleon I. nicht gelungen ist, die Besiegung Englands, scheint Clémenceau Poincaré zu gelingen. An dret Stellen ist der Koloß der englichen Weltmacht ver­wundbar. Schon Napoleon griff England an diesen Stellen an. Der Aermelkanal ist fein absoluter Schutz der Insel. Die Völker- und Länderbrücke über Vorder­aften, Aegypten und Syrien nach Indien ist unsicher. Alles hängt von der Mächtegruppierung in Europa ab, denn auf dem Kontinent besaß und besißt es der Natur der Dinge nach feinen natürlichen Freund und Verbün­deten. Das sog. europäische Gleichgewicht, das Aus, balanzieren der europäischen Landmächte, der Gegensatz Deutschland Frankreich garantierte England die Sicher­heit auf seinen Inseln, garantierten ihm die Herrschaft über seine Kolonten und Mandatländer. Vor allem im Octent. Denn es allein hat alle Kräfte frei und beweg­Itch. Beschränkte Kolonial- und Söldnertruppen genügten thm. Mit anderen Worten: Seit dem Kampf Napo leons um die französische Weltherrschaft und schon früher stüßte sich Englands Hercschaft auf die preu­ßische, später auf die deutsche Armee! Ueber den preußisch englichen Steg bet Leipzig. Waterloo fonnte England zur Weltherrschaft schreiten, ungehindert. Durch den Abschluß der Entente mit Frankreich Rußland, durch den Weltkrieg und den Versailler Vertrag aber zerschlug es die deutsche Armee, zerstörte es selber das europäische Gleichgewicht. Ein Heer in Europa besitzt heute nur mehr Frankreich. Und damit beherrscht es macht politisch ganz Europa. Es steht am Rhein und an der Schwelle des Ruhrgebiets. Es unterwühlt im Orient

errichtet werden. Reich, Länder, Gemeinden und sonstige öffentlichen Körpenschaften sollen zur Schaffung von Wohnungen für thre Beamten, Angestellten und Arbeiter ausreichende Arbeitgeberzuschüsse leisten, da die Befcte. digung des Wohnungsbedürfnisses zurzeit faum möglich ift. Mit Hilfe öffentlicher Mittel ist an der Finanzterung der Wohnungsneubautätigkeit grundsäglich festzuhalten.

Expedition: Gießen, Südanlage 21.

Samstag, den 28. Oftober 1922.

( Gießener Tageblatt)

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Kelephon Str. 1362.

35. Jahrg.

das Fundament der englichen Herrschaft. Nichts mehe, im Rheinlande vollendete Tatsachen zu schaffen. kann es daran hindern. Mit weitragenden Geschüßen Während es England gegenüber erklärt, daß es willens ist, fann es England beschießen, fann es unter ihrem Schutz die türkischen Rechte anzuerkennen und zu unterstützen, in Truppen landen, fann es mit seinen Flugzeuggeschwademselben Augenblit hat es seine Vorbereitungen beendet, dern London bombardieren. Frankreich ist ungehemmt, um Dentschlands Rechte, Deutschlands Freiheit und Deutsch­denn die Gegenmacht Deutschlands ist gebrochen. lands Selbstbestimmung mit Füßen zu treten. Wenn sich derartiges im Angesichte eines Völkerbundes vollziehen kann, der soeben zum Ausdruck gebracht hat, daß er die Absicht hat, nun endlich wirkliche Arbeit für den Frieden zu leisten, so wird damit erneut bewiesen, daß der Völkerbund ein willenloses Werkzeug in Händen französischer Politik darstellt.

Voraussetzung dieser französischen Weltmachtpolitik ist die dauernde Ohnmacht Deutschlands. Wir müssen diese Zusammenhänge sehen, wenn wir richtige Außen­politik treiben wollen. England muß heute suchen, das Gegengewicht gegen die französische Macht wieder in Europa zu schaffen. In einem starken Deutschland. Was es im Octent noch erreichen mag durch Kompro­misse,- alles wird Flickwerk bleiben. Die Entscheidung liegt legten Endes am Rhein. Der Kampf um den Rhein beginnt jetzt erst. Der Kampf wird ein erbittertes Ringen sein.

Es ist gut, wenn wir wissen, daß uns dieser Kampf unmittelbar bevorsteht, es ist gut, wenn wir wissen, daß die Lage im Rheinland außerordentlich ernst ist. Nicht, daß die Bevölkerung des Rheinlandes in ihrer uner­schütterten Haltung zum deutschen Vaterlande irgendwie wanfend geworden wäre, nicht, daß die rheinischer Hoch­verräter irgendwo bedeutsame Fortschritte gemast hätten: Ernst ist die Lage deshalb, weil Frankreich im Orient ge­fiegt hat, weil England vollkommen auf die Unterstüßung Frankreichs angewiesen ist, weil Frankreich das militärische Uebergewicht in Europa erlangt har, fie tit ernst, weil das Recht in der Welt, das Selbstbestimmungsrecht der Völker, durch Frankreichs imperialistische Politik zu einer Farce geworden ist. Es liegen Anzeichen darüber vor, daß Frankreich, obwohl die Gefahr wahrscheinlich vorüber­gehend beseitigt war, alle Vorkehrungen getroffen hat, um

und so zu erhöhen, daß aus ihrem Ectcag jährlich 20000 neue Wohnungen gebaut werden können. Industrie und Bankgewerbe, sowie Land- und Forstwirtschaft find ceichs­gesetzlich zu verpflichten, entsprechend ihrer Leistungs­fähigkeit neben allgemeiner Wohnungsbauabgabe Ar­beitgeberzuschüsse zur Erstellung von Wohnungen zu leisten. Schließlich verlangte der Ausschuß von der

Dem deutschen Volfe aber erwächst die heilige Pflicht, sich der Gefahren bewußt zu sein, die dem besezten Rhein­land drohen und einig zu sein in der Abwehr dieser Gefahren.

Literarisches.

** Selbstgefertigte Handarbeiten sind Geschenke zum nahenden Weihnachtsfest, denen die Schöpferin eine eigene Note verleihen kann, die alles das zum Ausdruck bringt, was sie für den Beschenkten empfindet; und Gattin, Tochter oder Schwester wird auf ihre eigene Arbeit nm vieles stolzer sein. Schon ge= raume Zeit vorher beginnt eine eifrige, verschwiegene Tätigkeit, und die überall beliebten, Beyer's Handarbeitsbücher" werden Arbeitsweisen eine unerschöpfliche Fülle künstlericher, praktischer als Ratgeber gern befragt. Sie bringen in über 60 Bänden aller Muster für alle erdenklichen Zwecke. Jede Arbeitsart ist durch es möglich, in die Geheimnisse selbst scheinbar schwierigster Tech­nifen die funstvolle Handarbeiten entstehen lassen, einzudringen. Die schmucken, reichillustrierten Bände sind auch stets gerngesehene Gaben von bleibendem Wert für den Weihnachtstisch. Der Verlag Otto Beyer, Leipzig- T gibt Ihnen genaue Auskunft und liefert sein ausführliches Verzeichnis mit vielen Abbildungen tostenlos an Jedermann.

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Gesetz erforderliche Erlaubnis zum Viehhandel nicht besigen und sich über alle den Viehandel betreffenden gefeßlichen Bestimmungen hinwegsehen. Man tause da­rum möglichst nuc Schlachtvieh dicekt vom Landwirt oder einem alten beauftragten Biehhändler!

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