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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 20,- mk. monatlich stortesjährlich 60,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 51,- Mr. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß Prüh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Drud der Gießener Verlagsbruckerci, Albin Klein.
Nr. 47.
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Telephon Nr. 1362.
Die Ueberschwemmungskatastrophe im Ried. Groß- Gerau, 18. November. Der Geldwert der Wafferschäden und zwar nur der Rohertragsverluste in 17 Riedgemeinden des Kreises Groß- Gerau in den Wochen sett Mitte August bis in die legten Tage des Oktober bemißt sich nach den amtlichen Ermittelungen nach den am 1. November festgestellten Preissägen auf nahezu 500 Millionen Mark. Von den besonders beschä digten Gemeinden Erfelden, Leeheim, Trebur, Dornheim, Wallerstätten, Geinsheim und Aftheim find etwa 9234 Morgen Ernte bernichtet oder etwa ein Viertel der ganzen Gemarkungsflächen. Es gelten für verloren 77 000 Zentner Grummet, 116 000 Bentner Kartoffein, 361000 Bentner Buder- und Futterrüben, 10000 Zentner Getreide und andere Früchte. Die weiteren zehn Ge. markungen Bauschheim, Berkach, Biebesheim, Büttelborn, Dornberg, Goddelau, Groß- Berau, Klein- Gerau, Nau heim und Wolfskehlen berlieren etwa 44 000 Bentner Grummet, 100 000 Bentner Kartoffeln, über 260 000 3. Rüben und nahezu 5000 Zentner Frucht. Im ganzen find etwa 15000 Morgen Land vom Wasser beschädigt. Banze Strecken sind heute noch zum Teil unübersehbare Wasserflächen. Hierzu kommen noch die Verluste an Düngerwerten, vermehrte Ernte- und Feldbestellungs. loften usw. Die Gemeinden Wallerstätten und Geins. heim sind etwa mit 40 Prozent der ganzen Gemeinde überschwemmt. Es wird des gemeinsamen Aufgebots aller staatlicher, städtischen und übrigen Kräfte bedürfen, nm den Schaden wieder, soweit dies möglich ist, gut
zumachen.
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Die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder, sowie der Mitglieder
Expedition: Gießen, Sudanlage 21.
Samstag, den 25. November 1922.
der Kreis- und Provinzialtage. Am 19. Nov. 1922 finden die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder, sowie des Kreis- und Provinzialtages statt, und zwar im Gegensatz zu dem früheren Wahlberfahren in einem Wahlgang und in dem gleichen Wahlokal. Die Stimmzettel werden außerhalb des Wahllokals verteilt, fie müssen von weißem Papier sein, dürfen mit feinem Kennzeichen versehen sein, und enthalten außer dem Aufdruck Stadtverordnetenwahl", " Gemeinderatswahl"," Kreistagswahl" oder" Brobin.
ztaltagswahl" das Kennwort oder die Namen der zu wählenden Bewerber. Die Stimmzettelumschläge erhält der Wähler in dem Wahllokal von einem Mit Aufdruck„ Stadtverordnetenwahl", Gemeinderatswahl", glied der Abstimmungsfommission. Sie tragen den " Acetstagswahl" oder„ Provinzialtagswahl" und find Jeder Wähler wird bei dem Einschieben des Stimm mit dem Stempel der betreffenden Gemeinde versehen. zettels in den Umschlag darauf achten müssen, daß Stimmzettel und Umschlag den gleichen Aufdruck(„ Stadt berordnetenwahl"," Gemeinderatswahl", wahl" oder" Provinzialtagswahl") tragen. Wird z. B. „ Kretstagsein Stimmzettel mit dem Aufdruck„ Kreistagswahl" in geftedt, so ist die abgegebene Stimme ungültig. Die den Umschlag mit dem Aufdruck Provinzialtagswahl" Wähler werden am zweckmäßigsten nur die Stimmzettel in das Wahllokal mitnehmen, die sie abgeben wollen. Hierdurch wird eine schnelle Abwicklung des Wahlgeschäfts ermöglicht und die Gefahr, daß Stimmzettel in Umschläge mit anders lautendem Aufdruck gesteckt werden vermies den. Die Wahlen finden von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends in allen Abstimmungsbezirken statt, mit Ausnahme von Gemeinden unter 1500 Einwohnern, in
( Gickener Tageblatt)
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die 44 mm breite Petitzeile, für Answärts 10,-. Die 90 mm breite Reklame 3eile 80,- Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Seonkurs in Wegfall. Blagvorschriften ohne Berbindlichkeit. Berlag ber ,, Gichener Seitung" in Cichen.
Telephon Nr. 1362.
35. Jahrg.
| denen die Wahlen erst um 12 Uhr mittags beginnen. Da es sich bei früheren Wahlen gezeigt hat, daß der Andrang der Wähler in den Wahllokalen in den späten Nachmittagsstunden erheblich zunimmt, ist dringend zu empfehlen, die Wahlen möglichst schon am Vormittag vorzunehmen. Nach 7 Uhr abends dürfen nur noch diejenigen Wähler ihre Stimmzettel abgeben, die sich zu dieser Zeit bereits im Wahllokale befunden haben. Eine glänzende Erfindung der Darmstädter Industrie.
Eine in der Welt einzig daftehende Erfindung wurde bon der Darmstädter Industrie und zwar von der Firma Gandenbergersehl Maschinenfabrik Georg Goebel, Darmstadt, bollendet und einem Kreise ge ladener Gäfte zur Besichtigung vorgeführt. Es handelt fich um eine 3 wetfarben Briefmarken Rota tions Druckmaschine, die für die Reichsdruckerei in Berlin bestellt ist. Die Maschine liefert in zweifarbenbrud auf gummiertem Papier in endloser Zahl Brief. marten in Rollen oder Bogen zu 100 Stück. Die Maschine stellt in einem Arbeitsgange alle Funktionen felbftätig her. In einem Tage können sechs Millionen Briefmarken fertiggestellt werden. Die Maschine hat ein Gewicht von 20 000 Kilo. Bei einem Rundgang durch die Fabrikanlagen wurden den Besuchern die neuesten Maschinen, wie Fahrkarten Druckmaschinen, Streifen- Schneidmaschinen für Fahrkarten und viele mehr gezeigt, die davon Zeugnis ablegen, daß troz un serem wirtschaftlichen Niedergang der Wille zur Arbeit noch vorhanden und daß unsere deutsche Industrie und Technik immer weiter fortschreiten.
Berantwortlich: Albin Alein, Gießen.
Giessen
lage 21.
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Base Coupenolatt Churuesive vi feren Jugenderzieher folgendermaßen:„ Wenn Herr Alexandre sich vorstellt, alle Deutschen seien durch eine gewiffe Bestimmung der Vorsehung dazu verdammt,
Die Ueberlastung der Wirtschaft mit Steuern Einspruch erhoben. Angesichts der ständig steigenden Wiederbe= schaffungspreise fieht der Hansa- Bund in dec Umsatzsteuer feine Möglichkeit der Abwälzung. Die Umsatzsteuer ift
durch Reich, Land und Gemeinde zu fördern. Die Gesamtheit ſet auf das äußerste daran interefftert, daß die gemeinnüßige Verteilungsweise der Genossen
etnes Alkoholverbots statt. Von Jamtlichen, uber 20 Jahre alten Einwohnern des Stadttet! s Neustadt( 13 547 Person.n) stimmten 91,3 Proz. für das Alkoholverbot, 6,2 Bro. waren dagegen und der Stimme enthielten sich 2,5 Proz.
nehmerzahl im kommenden winter aus our 500 000 zu erhöhen.
Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.
hübsche Heft besonders wertvoll. Man kann es beim Buchhandlee oder direkt vom Verlag Otto Beyer, Leipzig B für Mt. 66,- ( einschließlich Zuschlag) beziehen.
Berantwortlich: Ibin Яlein, Gießen.
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Stunft frei, von g. Schmidt, Chemnih, Rosenstraße 12.
Oktober geforderte Preis für Auslandszuder von 80.Mart gegenüber der Tagesforderung fehr gerechtfertigt erscheine. Von Mat bis Oktober habe die Geldentwertung das Sechsfache betragen; der Angeklagte hatte also im Hinblick auf die Fortführung seines Geschäftsbetriebs 100 bis 110 Mark für das Pfund fordern können, ohne einen übermäßigen Preis genommen zu haben. Der
Decolenvete unveutuje vunule ven
mußten schon über 40 Millionen Mark zum Einkauf hingelegt werden. Solche Beträge sind meist nicht mehr borhanden. Heute set man, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können, zu Bittgängen zu den Bant direktoren gezwungen, während man früher einen Bankfredit nicht benötigte. Es liegt eine riesige Gefahr für die ruhige Abwicklung des öffentlichen Lebens
fahren haben, die wir Tag und Nacht nur darauf finnen und 1250000 Mt. Die anderen Stiere gingen für je|
und trachten, wie wir Eure Kinder speisen und bekleiden 980 000 Mt. fort.
Weinbrand
laufe aber ebenso das Riesenrisiko, bet steigendem Mark. wert große Verluste buchen zu müssen. Das Wuchergericht sprach den Angeklagten fret, indem es sich den Ausführungen des Reichsgerichts nicht anschloß. Dieses verwehrt dem Kaufmann, daß er den Wiederbeschaffungspreis zugrunde lege, es geht von dem Gestehungspreis aus und sagt weiter, daß die Geldent
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Berantwortlich: Ibin Klein, Gießen.
Winkelhausen
vollziehen, indem er einfach mehr bezahlte. Hätte er nicht gezahlt, dann wäre er wohl verklagt worden, denn mit St. Bürokratius ist nicht zu spaßen, der hält immer noch den alten Satz hoch:„ Wer den Pfennig nicht ehrt..."
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Valuta heute nicht weniger als 8½ Wiilliarden sich der Schuldner dazu bequemen, den Ausgleich zu деgenoen verimmungen ver orwelve- tonung min Mart beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz unmöglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen, und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, dann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr al& bankrott. Man sucht die Schuld auf den vor kurzem wiedergewählten Bürgermeister Dr. Todsen abzuwälzen, doch haben Magistrat und Stadtverordnete, da die damalige Vorlage durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde, die Verantwortung zu tragen.
Dieser Fall zeigt so recht deutlich, wie wichtig es ist, daß bei Stadtverordnetenwahlen auch vorsichtige Männer zu wählen sind.
H. K.** Zur Preisbildung im Handwerk wird in letzter Zeit auch von behöcditchen Stellen in der Presse mehrfach die Auffassung vertreten, den handwerklichen Organisationen insbesondere den Innungen set es untersagt, ihre Mitglieder zum Einhalten bestimmter Preise für ihre Erzeugnisse zu verpflichten. In dieser
Strafe nehmen. In längeren Verhandlungen zwischen den Preisprüfungsstellen und der Handwerkskammer einigte man sich auf die Bildung von Kommissionen, bestehend aus Vertretern der Handwerkskammer, der Fachverbände und Preispcüfungsstellen, die in Kürze einheitliche Kalfulationsgrundlagen aufstellen werden. Hierdurch wird eine reibungslose Zusammenarbett der Preisprüfungsstellen und der handwerklichen Organisationen gewährleistet sein, die nicht nur im Interesse des Handwerks, sondern auch der Behörden und auch der Deffentlichkeit geboten erscheint.
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.


