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Gießener Zeitung
Bezugspreis 4.- mk. monatlich
( Reueste Nachrichten)
viertel jährlich 12,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus.• Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ensgabestellen vierteljährlich 9,- Mr.
Dienstag, Donnerstag u. Samstag,
früh 8 Uhr.
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Erscheint Redaktionsschluß
Für Aufbewahrung oder Rücksen dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Brud ber Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Mr. 12.
Telephon Nr. 1362.
Der Hanja- Bund fordert einen Block der Vernunft. Die wirtschaftliche Not des deutschen Volkes wächst bon Tag zu Tag. Düfter liegt die Zukunft vor ihm. Reich, Länder und Gemeinden wissen in ihren finan. stellen Sorgen weder ein noch aus. Die steigende Teuerung droht zahlreichen Familien zum Verhängnis zu werden. Dec Frindbund drängt auf Zahlung. Die Ausgabe von immer neuem Papiergeld erhöht im ver: deiblichen Kreisumlauf das wirtschaftliche Eiend. Der parteipolitische Hader blüht letter wie nur je. Das Parteiprogramm gilt leider vielen auch heute alles. Das verarmende deutsche Volk ist des politischen Streites überdiüffig. Es verlangt, daß die Parteien die wirt schaftlichen Notwendigkeiten des Tages erkennen. Besser ung fann nur der Zusammenschluß der Parteten zu etnem Block der wirtschaftlichen Vernunft und tatkiäf. tigen Hilfe bringen. Es gilt parteipolitische G.fühle durch wirtschaftspolitisches Handeln zu ersetzen. Das Bäsidium dis Hansa- Bundes hält die Stunde für getommen, um die Parteien und ihre Führer eindringlich aufzufordern, endlich das Trennende bei Sette zu lassen und einen einheitlichen, geschlossenen Block der naitonalen Arbeit zu schaffen. Deutschland ist unrettbar berloren, wenn es nicht gelingt, alle Säfte d: s deutschen Wirtschoftslebens in positiver Litung zufammenzufuffen. Geschieht dies nicht, so wird die ungeheuere Not der Zeit dazu fügren, daß die deutsche Wutschaft über die Barteten hinweg sich eigene Wege sucht.
Heffische Handwerkskammer.
Expedition: Gießen, Südanlage 21.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 120 pfg.
die 14 mm breite Petitzcile, für Auswärts 1,50 wtf. Die 90 mm breite Neklame 3eile 4,50 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommit bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Sonkurs in Wegfall. Plasvorschriften ohne Verbindlichfelt. Berlag der ,, Gießener Beitung" in Gießen.
Samstag, den 25. März 1922, telephon Rr. 1-462.
35. Jahrg.
von Steuern zahlreich gestellt werden, weit, herdstes, worden ist. gez. Steuer, Stadtrat. Beglaubigt: gez. Entgegenkommen zu beweisen. Die Steigerung aller Schuhmann, Obersekretär." Kommentar hierzu überWaterpreise hat die Einkünfte selbst der besseren Geflüssig. schäftsmonate des Jahres 1921 wieder verschlungen. Steuerrüdagen fonnten nur in den seltensten Fällen gemacht werden. Da ferner viele Steuerpflichtige bei der Einkommensteuer Einspruch erhoben haben, weil fie unter Abweichung von ihren Angaben in dec Steuerei flärung wesentlich höher eingeschäßt sind, muß überall da, wo der Einspruch begründet erscheint, zum mindesten der beftrittene Teil der Struer gestunde werden können. Hierzu sind die Finanzämter nach § 105 Abs. 2 der Reichsabyabenordnung berechtigt. Dem Reichefinanzminister ist nahegelegt worden, in diesen Fragen den Finanzämtern eine besondere Anweisung zu geben, wozu er nach§ 108 der Abgabenordnung ( allgemeiner Härt paragraph) durchaus die Möglichkeit ( allgemeiner Härt paragraph) durchaus die Möglichkeit yat. Der Hansa- Bund betont, daß es dringend notwendig ist, durch Entgegenkommen eine Besserung des pflichtigen herbetzuführen. Berhältn ſſes zwischen Finanzbehörden und Steuer
** Amtstage des Kreisamts Gießen Mit Rücksicht auf die großen Konten, welche der Bevölkerung bet Reifen nach Gtßen entstehen, wird das Kreisamt am 31. März 1922, bormittags 91%, Uhr beginnend, auf dem Rathaus zu Grünberg und am 7. April, bormittags 9 Uge beginnend, auf dem Rathaus in Hangen Amtstage abhalten. Die Einwohner der jestyen Gemeinden dis nietses, welche zu den Amts: gerichtsbezirken Grünberg, Homberg. und Laubach gehören, fönnen auf dem Amtstag in Grünberg bor sprechen, diejenigen aus den Gemeinden, welche zu den Amtsgerichteb zufen Hunger, Lich und Nidda göten auf dem Amisiage in Hungen.
** Invalidenversicherung der Lehrlinge. Die Landesve. ficherungsanatt„ ffen" schreibt uns: Bon Frankfurt a. M. ausgehend ist in letzter Zeit eine Mitteilung durch die Tagespresse gegangen, nach der Bb linge, die täglich unter 6,67 Mt.( männlich) oder 4,67 Wf.( weibliche) verdienen, von dir Vapflichtung zur Jabaitdenversicherung befreit feten. Diese Auffassung ist unzutreffend. Versicherungsfrei find Lehrlinge zur dann, wenn sie noch nicht 16 Jahre alt sind oder lediglich fielen Unterhalt beziehen. Erhält ein B.hrling, der über 16 Jab e alt ist, einen Barlohn, so stellt sich dieser ohne Rücksicht auf seine Höhe als Entgelt im Sinne des§ 1226 der Reichsversicherungsordnung bar und b grünoit die Invalidenversicherungspflicht des Lehrlinge. Ene Souderbestimmung besteht nur bezüge lich der Handlungslehrlinge und dej nigen in Apotheken, die nur dann be ficher ungepflichtta find, wenn the regel mäßiger Jahresarbeitsverdienft 2000 f. Entgelt, nicht übersteigt.
Auf Einladung und in Anwesenheit des Ministeriums für Arbett und Wutfchoft fand am 3. März 1922 eine Besprechung über Lehrlingsfragen, insbesondere Lehrlingsvergütungen unter Zuziehung von Vert etern der Dampäoter Handwerker organisationen und der Gewerkschaften statt. Beiden Teilen war in dieser stark besuaten Versammlung Gelegenheit zu eingeh nder Aussprache gegeben. Seitens der Arbeitgeber wurde streng an dem Grundlag f stjehalten, daß Lehrlingsfragen tarifliche Behandlung nicht finden können. Die Vertreter der h ssischen Huncweitztummer betonten ausdrücklich den gleichen Standpunkt, genügt auf die gestzlichen Boischriften der Gewerbeoidnung. Dabei gaben sie nähere Dailegungen, welche Maßnahmen bis jezt seitens der Handwerkskammer zur Regelung der Lehrlingsbergütungen getroff n worden felen. Es kam hiei bet zum Ausdruck, daß man Lehelinge, oft noch im Kindesalter( 14-17 Jayce) dem politischen Getriebe nicht ausliefern dili fe; doß Lehrvertiäge Privatverträge feten u. f. w. Auch vertritt die Handwei fefummer die Auffaffung, daß diese Fraae durch Verhandlungen inner haib der Innungen und V reinigungen mit ihren Ge sellen erledigt werden müsse, da die Handwerkskammer das Selbstbestimmungsrecht der gewerblichen Organi fationen achten muß und auch wegen der Bitiichen Vermacherei. Am 1. Juni 1921 richtete die Betuner schiedenheiten und persönlichen Ungleichheit der Lehrlinge schematische Festsetzungen prafttich undurchführbar sind. Nach eingehender Aussp. ache, an der sich auch der Herc A.beitsminister rege beteiligte, wurde vorgeschlagen, erneut an die Innungen etc. Hecanzutreten, damit alsbald in gemeinschaftlicher Verhand lung zwischen Meister und Gesellen diese Vergütungen für jeden Berufszwelg den heutigen Verhältnissen ents sprechend neu fetgeigt werden. Die Handwerksfummer ist selbstredend jederzeit bezelt vermittelnd einzugreifen, wenn sie von einer Jnnung oder Vereinigung aus be. sonderen Gründen darum angegangen wird. Gleiche Verhandlungen, wie innerhalb der Darmstädter Or ganisationen eingeleitete, müffen fofort im Handweit des gesamten Sammergebiets aufgegriffen werden, dabel wird erwa tet, daß überall im Lande dieser wichtigen aktuellen Frage volles Verständnis seitens des Hand: weifs entgegen gebracht wird.
Lokales.
** Ende einer kommunalisierten SchuhSchuhmacher Jnnung an den Gemeindevorstand zu Berlin Oberschönewetde folgendes Schreiben:" Es wird uns mitgeteilt, daß die Gemeinde Berlin Oberschönes wetde eine Gemeindeschuhmacherei unterhält. Obschon die Gemeinde Raum, Licht und Heizung dus m Betriebe unentgeltit zur Verfügung stellt und die Preise sich nicht wesentlich von denen der selbständigen Schuh macher unterscheiden, soll sich der Betrieb nicht witschaftlich bewährt haben. Er soll im Jahre 1920 vom 1. Januar bis 1. August ein Dfizit von 9900 Ma.f aufweisen und auch weiterhin mit Berlust für die Staot arbeiten. Dir Leiter soll nicht einmal Fachmann sein. Wir bitten ergebenst um Auskunft über den Betrieb und besonders auch, ob die uns gemacht n Angaben zutreffend find oder nicht. Gleichzeitig bitten wir um Auskunft, ob Gewerbesteuer gezahlt wind." Nach zwet Erinnerungen fam vom Bezirksamt XV, Diputation tüc fommunale Betriebe, Abteilung B la 245/21, folgender Bericht:" Zum Schreiben vom 27. Juli 1921, Mc 2148/21, teilen wir mit, daß es zurzeit nicht möglich ift, einen genauen Bericht über die Schuhmachermeifiatt in Oberschönewelde zu geben, da die Akten und Russen.
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** Entgegenkommen bei den Stundungsgebücher wegen vermutilcher Veruntieuung von Dienst. suchen der Stenerpflichtigen. Der Hansa Burd hot an den Richsminister der Finanzen das dringende Grfuches gerichtet, die Finanzämie anzuweisen bei Stundungsgesucher, die gerade jegt infolge der Häufung
FLATAX- PRALINEN
regeln den STUHIGANG
Anotheken und Drogerien
gelden durch der Leiter beschlagnahmt worden sind. Die Wafftatt ist bis auf weiteres toegen Mangel an Arbeit geschlossen. Uber die endgültige Sitepung wird die Deputation in der nächsten Zeit bhandeln. Wir wad n dann näheren Bericht folgen lassen. gez.: Jorosch, Bezufsbürgermeister." Nay waiteren 7 Wochen wurde mitgeteilt: 3um Schreiben vom 27. Juli 1921,. 2148/21, tetlen wir mit, daß die Schuhmacher weifftalt in Oberschönwide auf B squß des Bezirksamt XV am 24. September. 38. gefaloffen
** Der Bund Deutscher Getreide, Mehl, Saaten, schreibt uns wie folgt:„ In einer sehr großen Anzahl Fuiter. und Düngemittelhändler Deutschlands E. V. von Probing Zeitungen erscheinen Artikel, welche Angaben unerhörter Preistreibereien im Getreidehaben wir festgest at, daß diese Auffäufe aus ziemlich handel zur Sprache beingen. Bet Durchsicht der Presse ollen Tellen des Reiches gemeldet werden. Wir haben zieken Nadfrage zu halten und haben dabei nicht einen nun Veranlassung genommen, in den betreffenden Beeinzigen Fall festgestellt, in welchem diese Behauptungen sich bewahi hettet haben. Es handelt sich hier um einen Feldzug gegen den reellen Handel, der von irgendwelchen Dunkelmännern eingeleitet worden ist. Es ist sche leicht unwahre Behauptungen in die Welt zu setzen, denn es wird dabet in der Absicht gearbeitet: wenn auch die Behauptungen nicht wahr sind, so bleibt doch immer etwas an dem reellen Handel hängen. Es wäce durchaus notwendig und uns überaus erwünscht, wenn wir die Namen der Firmen oder deren Vertreter erfahren fönnten, welche solche Angebote machen. So lange ein solcher Fall nicht einwandfrei festgestellt ist, müssen wir alle diese Gerüchte als böswillige Aus fireuungen bezeichnen. Sachlich liegt zurzeit für den Händler nicht die geringste Veranlassung vor, einen Pcets von Mt 1100,- für Roggen zu bezahlen, da jeder, der sich effektive Ware für den Herbst hinlegen wil, doch heute schon die Möglichkeit hat, dies aus Beständen der alten Gente zu tun und zu diesem Zwede nicht einmal die Hälfte des genannten Preises anzulegen braucht. Ein ernsthafter Händler fann überhaupt nicht in Frage fommen, und wir müssen das ganze Gerücht als auferlegten Schwindel bezeichnen, der off nsichtlich politischen Zwecken dienen soll. Der. Verband der Getreide und Futtermittel Bereinigungen Deutschlands E. V. hat eine Belohnung von Mk. 5000,- demjenigen ausgef zt, der nachweisen tann, daß ein im Besitz der Handelserlaubnis b. find. licher Kaufmann für Getreide nächster Ente Mt. 800,- oder mehr für den Zentner geboten oder gezahlt hat. Wir fordern alle Lesec des Blattes und insbesondere, die sich bemüßigt fühlen, derartige Verleumdungen des reellen Handels weiter zu verbaiten, auf, sich die Belohnung von Mt. 5000,- zu verdienen."
** Die Frankfurter Messen der Jahre 1922 und 1923. Das W Bamt für die Frankfuiter Inter nattonalen Messen teilt auf vielfache Anfrage mit, daß der Frühjahrsmesse 1922, die vom 2. bis 8. April statt. findet, die Herbstmesse vom 8. bis 14. Oftober folgen wird. De entsprechenden Termine find im Jahre 1923 für die Frühjahrsmesse der 15. bis 21. April, für die Herbstmesse vom 26. bis 29 S.ptember. Der Besuch der bom 2. bis 8. April dauernden Frankfurter Masse berspricht außerordentlich rege zu werden. Die Voranmeldungen aus Deutschland wie aus dem Ausland übertreff n weit die nach dem glänzenden Verlauf der letzten Heibsim ffe bereits hochgespannten Erwartungen. Besonders zahlreiche Anmeldungen liegen bisher bor aus, Jtalten, Frankreich, Holland, der Schweiz, remburg und den skandinavischen Ländern. Auch aus entfernteren Gebieten, aus Ungarn, Polin, Rumänien, Portugal, yaben fich überraschend viele Einfäufer angemeldet. Dec ecite Sonderzug aus dem Ausland bringt bereits in der Nacht zum 31. März mehrere hundert österreichische Bäfte nach Frankfurt. In rascher Fo'ge werden sodann die italienischen, die schweizer und die schwedischen Messe: besucher gleichfalls mit Sonderzügen in Frankfurt ein. treffen. Der Hauptzuftcom wird am 1. und 2. April erfolgen, wenn die aus den verschiedensten Richtungen Deutschlands beck heenden Messezüge cintreffen.
Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.
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