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Gießener Zeitung
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( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 4. mk. monatlich vierteljährlich 12,-Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. gabestellen viertelfährlich 9,- Mr. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Nüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Drud der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein.
Nr. 16.
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Telephon Nr. 1362.
Die wirtschaftliche Eroberung
der Rbeinlande.
Das Wiesbadener Amtsgericht gibt bekannt:" In unser Handelsregister B. wurde unter Nr. 504 eine G. m. b.." unter der Firma Etablissements Eleu 8. m. b.." mit dem Size in Wiesbaden eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist der Export deutscher Erzeugniffe aller Art, insbesondere der kommissionsweise Einkauf für die Firma Etablissements Mulvidson Soc. Annonyme in Parts und die Firma Etabl. Elem. Soc. An. in Genf. Das Stammkapital beträgt Mt. 20000.Zum Geschäftsführer ist der Kaufmann Leon Mulvidson bestellt usw."
Diese Anzeige wirft ein bezeichnendes Licht auf bie billige Art und Weise, in der von Seiten der Franzofen die wirtschaftliche Durchdringung des befeßten Bebtetes vorgenommen wird. Die 20 000 mt. Stammtapital entsprechen heute dem Werte bon etwa 900 Franken, also ungefähr dem Monatsgehalt einer französischen Stenotypiftin in Wiesbaden. Und mit diesem Riesen. lapital bon 900 Franken, mit denen er in Frankreich laum den Lebensunterhalt eines einzigen Monats be treiten fönnte, gründet fich im besetzten Rheinland irgend ein ftellenloser junger Mann nicht nur eine Griftenz, sondern macht eine G. m. 6. H. auf, um " beutsche Erzeugniffe aller At" zu portieren. Diese Sous- Kapitaliften find die Hyänen des Wirtschafts. lebens im befeßten Gebiet. Ste fönnen nur eine Schiebereriften; führen nur strupellos jede noch so an fechtbare Gelegenheit zum Gelderwerb ausschlachten, nnd fie verschwinden deshalb auch schleunigft, wenn der Wert des Franken fintt. Solange Deutschland machtlos gegen diesen Insektenschwarm fletner Eriftenzen ift, der fich um mit kleift zu reden ,, in den Betb Germantens einfilzt", solange wird die wirtschaftliche Durchdringung der Rheinlande die Gefahr einer Distreditierung der ehrlichen deutschen Geschäftswelt bergen. Die einzige Möglichkeit dem vorzubeugen, liegt in der dauernden Aufklärung der deutschen Kaufleute und Induftriellen durch die Handels. und Handwerkskammern. Sie erfüllen eine ebenso schwere wie notwendige Aufgabe, wenn fie nach Möglichkeit das Aufkommen und die Verbreitung der 900 Franken G. m. b. H. verhindern. Auch die folgende Anzeige aus dem„ Echo du Rhin" spricht für sich: ,, Imprimerie avec édition de livres, imprimés et journaux à Wiesbaden, en plein redement
à vendre de suite."
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Es scheint, als ob der Verkauf großer Druckereien in Mainz und Wiesbaden an Franzosen Schule machte. Welche Gefahren gerade mit dem Uebergang von Drudereibetrieben mit Buch. und Zeitungs- oder Beitschriften Verlag der deutschen Kultur drohen, braucht faum ausgeführt zu werden. Ist das Streben der französischen Kulturpropaganda doch darauf gerichtet, unmittelbar oder durch Strohmänner auch in den deutschen Zeitungsbetrieben des besetzten Gebietes festen Fuß zu faff n. Und wenn dies bisher nur in beschränktem Maße geschehen ist, so wächst doch die Gefahr mit dem Stetgen der Papter. und Materialpreise und Löhne und dem Hüdgang des Inseratengeschäftes, der eine natürliche Folge des Andrangs der Balutakäufer ift. Heute ist es eine Druckerei die an einen Franzosen verlaufen will, morgen schicken diese ihre Stoßtrupps bor um fleinere oder größere Tageszeitungen in ihren Befitz zu bringen. Den verantwortlichen Stellen fann die ernste, auf diesem Gebiete drohende Gefahr nicht oft genug vor Augen geführt werden. Man watte nicht, bis es zu spät ist, und beuge bei Zeiten vor, in dem man durch Verbilligung der Papterpreise und end. Hiche Rückzahlung der Sanktionszölle an die Zeitungs. betriebe den Schwachen unter ihnen die Erhaltung ihrer Griftenz ermöglicht. Ihre Widerstandskraft wird auf
etne fehr harte Brobe geftellt, zumal neben dem Anfturm
der Frantenbefizer auch noch die Havas Agentur durch Anbietung ihres Dienstes zu Preisen, die nicht einmal die Bortoauslagen deden, den deutschen Charakter der Preffe des besetzten Gebietes bedroht.
FLATAX- PRALINEN
regeln den STUHLGANG. Apotheken und Drogerien
Expedition: Gießen, Südanlage 21.
Samstag, den 22. April 1922.
Der 1. Mai in Hessen.
Darmstadt, 20. April. Die„ Darmstädter Zet. tung" teilt amtlich mit: Das Gesamtministerium hat beschlossen, für die Teilnahme von Beamten, Angestellten und Arbeitern an der Feier des 1. Mai die bom Seich ergangenen Vorschriften auch für den Voiksstaat Hessen gelten zu lassen. Danach haben Beamte, Angestellte und Arbeiter, die wegen der Teilmahme an der Feter des 1. Mai Dienst oder Arbei nicht leisten wollen, rechtzeitig den Dienstvorgesezten um Befreiung bom Dienst nachzusuchen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall insofern zu entsprechen, als dadurch die notwen dige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bet der Entscheidung über derartige Ge suche soll nicht engherzig verfahren werden.
Hohe Weinpreise.
Yom Rhein, 19. April. Bei außerodentlicher Nachfrage gehen die Preise für neue Weine weiter sprunghaft in die Höhe. Im mittleren und oberen Rheingau ist der Preis von 100 000 Mart das Stück 1921er Winzer wein längst überholt. In Geisenheim wurden bereits 140 000 Mark und mehr bezahlt; auch dieser Preis ist in Hallgarten schon wieder überschrit ten worden, wo ein Abschluß zu dem ansehnlichen Be. trag box 200 000 Mart das Stück zustande kam. Im unteren Rheingau, in den Orten Lorch und Lorchhausen, unteren Rheingau, in den Orten Lorch und Lorchhausen, sind in den letzten Tagen neue Weine zu 80 000 und 90 000 Mart das Stück gehandelt worden.
Selbsthilfe gegen Zwangsbesteuerung. In Tschechien wurde fürzlich eine Verkehrs Inves titionsanleihe zum Ausbau des Fernsprechnetzes den Fernsprechteilnehmern auferlegt. Wer n'cht bezahlte, dem sollte die Fernspredapparate genommen werden. Als nun die Postverwaltung anfing, den Zahlungs. säumigen die Apparate wegzunehmen, fündigten sämtItche Hausbefizer die an den Häusern angebrachten Telefonständer und Mauerhaken und daraufhin war die Postverwaltung gezwungen, den Fern'prechteilnehmern ihre Apparate wieder anzubieten, damit die Hausbesitzer die Kündigungen zurüdnähmen. Einigkeit und Feftig. tett im Willen haben hier zum Erfolge geführt! Also deutscher Bürger merke auf!
Lokales.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 120 pfg.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 1,50 Mk. Die 90 mm breite Reklame 3eile 4,50 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 age), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Seonkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Berlag der ,, ickener Zeitung" in Gieken.
Telephon Nr. 1362.
35. Jahrg.
** Hessisch- Oldendorf a. d. Weser( Grafschaft Schaumburg)
Schau auf die Berge und die Fluren, Schau der Weser Silberband, Blicke mit gehobenem Herzen
Auf dein schönes Heimatland! Mit diesem schönen von Hetmatsltebe kündenden Geleitwort nimmt das neue Notgeld der Stadt Hess..Olden. dorf a. d. Weser seinen Weg in alle Welt. Diese Notgeldscheine, die in einer Serie zu 25 Pfg, 50 Pfg., 75 Pfg. und 1 Mt. erschienen sind, erzählen uns bon den Naturschönheiten der Umgebung Oldendorf's. Der nur geringe Bestand dieser Oldendorfer Notgeldscheine ist vom Magistrat der Stadt Herrn F. Rohland in Hameln, Wilhelmsplay 8, übertragen, an diesen wolle man sich zwecks Zusendung der Notgeldscheine werden.
* Osterfeld i. W., die jüngste Stadt Deutschlands, hat eine Serie Notgeld von 6 Scheinen ausgegeben. Diese Notgeldscheine erzählen in vornehmec wißiger Weise in Wort und Bild wie Osterfeld Stadt wurde nnd wie die Eingemeindungspläne der Nachbastädte Oberhausen, Bottrop und Sterkcade durchkreuzt wurden. Die Scheine tragen einen ausgesprochenen Wertpapier. nungsamt in Osterfeld t. W. gegen Einzahlung des Nenn charakter. Die Ausgabe erfolgt beim städtischen Rech wertes von 5,75 M. je Serte zuzüglich Porto.
** Lügde( bet Bad Pyrmont). Nach den Entwürfen von Fr. Drewes in Lügde ist eine sehr schöne Serie Notgeld zu 3 Scheinen à 50 Pfg., 1,- und 2,- Mr. soeben erschienen. Herrn F. Nohland in Hameln a. d. W., Wilhelmsplay 8 ist der vorhandene Rest zum Vertrieb an Sammler vom Magistrat der Stadt Lügde übertragen, an diesen wolle man sich zwecks Zusendung der Notgeldscheine wenden.
Geschäftliches.
** Je frischer, desto feiner und ergiebigen! Das ist die Hauptregel, die man sich für Pfeiffer& Dillers Kaffee Essenz merken muß. Außerdem aber weiter: Nie zuviel in den Kaffeetopf. Gin Staffeelöffel voll ist schon retchlich viel auf 3 bis 4 Staffeelöffel Bohnen- oder Getreidekaffee. Hier kann man wirklich spa. cen, ohne daß man sich dadurch den Geschmack und die Freude verdirbt. Gerade das Gegenteil ist der Fall und Grund genug also, Pfeiffer& Dillers Kaffee Essenz nie in der Küche ausgehen zu lassen.
Kirchliche Anzeigen. 20000H
Sonntag, den 23. April. Quasimodogeniti. Stadtkirche: Samstag, den 22. April, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus der Markus. gemeinde und deren Angehörige: Pfarrer Becker. Sonntag, den 23. April, vormittags 9 Uhr: Konfir mation der Kinder aus der Markusgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls: Pfarrer Becker. Abends 6 Uhr: Pfacrassistent Becker.
* Die Erfassungsabteilung Bad- Nauheim des Reichsschatz- Ministeriums ist mit dem 31. März 1922 aufgelöst worden, die Bearbeitung der noch anhängigen Sachen und die weitere Erfaffung von Heereszut ist der Lukasgemeinde und deren Angehörige: Pfarrer Bechauf das Landesfinanzamt Darmstadt übergegangen.
** 31. Mittelrheinisches Kreisturufeßt. Der 9. Kreis( Mittelrhein) der deutschen Turnerschaft, zu welchem auch die Vereine unserer Gegend gehören, feiert der sein Kreisfest. Als Festort wuide die bayerische in diesem Jahre zum ersten Mal nach dem Kriege wie. Stadt Aschaffenburg gewählt, deren Turnerschaft auch das letzte Kreisfest vor dem Kriege in befter Weise durchführte. Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange und vom 29. bis 31. Juli werden unsere Mittelrheiner in hellen Schaaren der gastfreten Mainstadt wieder in echt turnerischer Weise zu feiern.
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Johanneskirche: Samstag, den 22. April, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus tolsheimer. Sonntag, den 23. April, bormittags 91%, Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lukasge tolsheimer.- Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für meinde. Feier des heiligen Abendmahls Pfarrer Bechdie Johannesgemeinde: Pfarrassistent Müller.- Abends besprechung im Johannissaal: Pfarrassistent Müller. 6 Uhr: Pfacrassistent Müller. Abends 8 Uh: Bibel=
Berantwortlich: Albin Alein, Gießen.
auftrömen, um nach langer Unterbrechung ihr Kreisfeft Kuverte mit Aufdruck billigst Albin Klein, Gießen.
** Vertrieb minderwertigen Schlackenmehls. Die Ueberwachungsstelle, für Ammoniafdünger und phosphorsäurehaltige Düngemittel teilt uns mit, daß folgende schwere Bestrafungen aus jüngster Zeit wegen Vertriebes minder wertigen Schladenmehls als Tho masmehl verhängt wurden: 1. Der Provisionsreisende Karl Auguft Petersen der Firma Teutonia in Flensburg wurde rechtsfräftig zu 3 Jahren Zuchthous, 3000 mi Geldstrafe und 5 Jahren Ehiverlust verurteilt; 2. der Düngemittelhändler Adolf Haertel aus Lüneburg erhielt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis.
Feinschmecker
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u.Kaffeekenner wiffen es: Bohnenkaffee, Korn, Gerfte oder Malz müffen mit Pfeiffer& Dillers Kaffee- Effenz gekocht fein. Kein anderer 3usatz ist so rein u.fo ausgezeichnet im Geschmack. haben Sie noch nicht selbst versucht? 3u haben in den einschlägigen Geschäften Großes Silberpaket Mk. 3.00 Original- Dose Mk. 3.60


