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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 4.- mk. monatlich vierteljährlich 12,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 9,- Mr. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Drnd der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Nr. 3.
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Telephon Nr. 1362.
Die Erbschaftssteuer.
Vom Hania Bund wird uns geschrieben:
Es flingt außerordentlich plausibel, das Erbe sei müheloser Gewinn, die denkbar höchste Steuer darauf daher nur gerecht. Abec so wenig in Abcede gestellt werden soll, daß die Erbschaftssteuer, in maßvollen Sägen erhoben, eine durchaus angemessene ist verkennt doch die obige Auffassung ebensosehr das Wesen der Familie, wie die volkswirtschaftlichen Notwendig feiten.
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Natürlich war es eine furchtbare Uebertreibung, wenn f. 3t. Konservative und 3 ntrum eine bis 3% ansteigende Besteuerung des Kindese bes als die Zer: störung des Familienfinns bezeichneten und fanatisch befämpften. Wichtig ist lediglich, daß jeder sorgsame Hausvater für seine Familie nicht nur für die Zeit seines Lebens, sondern auch für die nach seinem Tode zu sorgen bemüht sein soll. Richtig ist, daß der Sinn für die Familie eine schwere Städigung erfahren muß, wenn der E. blaffer sich sagt, daß das, was er nach seinem Tode hinterläßt, nicht seinen Hinterbliebenen, sondern ganz oder größtenteils dem Steuer fiskus zu fließt. Damit entfiele gerade für die B.sten und Tüchtigsten der Ansporn, die Kräfte anzuftrengen und sparsam zu leben. In Frankreich, wo das Zweifinder. system herrscht, war es schon lange vor dem Kriege Sitte, fich mit einigen 40 Jahren zur Ruhe zu setzen und von seinen Renton ein fouls 2 ben zu führen. Im Kindereichen Deutschland wurde so lange gearbeitet, als die Kräfte reichten. Das hat vor dem K.iege usseren wirtschaftlichen Aufstieg ermöglicht, das muß ihn uns nach der Katastrophe wieder bringen.
Schreiber dieses machte vor einigen Monaten ein sehr opulentes Diner mit Der Gastgeber bemerkte crtschuldigend:" Für wen soll ich sparen? Meine Kinder sind Stichtinder, sind versorgt, 91%, von dem, was ich hinterlasse, würde an Nachlaß und Erbschafts: steuern aufgehen. Wegen des winzigen Restes lohnt cs nicht zu sparen".
Die Zeit ist für uns wahrhaftig nicht dazu angetan, verschwenderisch zu leben. Aber verwunderlich ist das in folchem Falle nicht. Die übertriebenen Steuersäge verführen den Menschen direkt dazu.
Wird doch selbst das Gatten- und Kindeserbe neben einer Nachlaßfteuer von 5, einer Erbschaftssteuer bis zu 70% unterworfen. Nur die wenigsten Menschen werden aber the.äfte aufs Höchste anstrengen, wenn das, was sie erworben, in so verschwindendem Moße ihrer Witwe oder den hinterlassenen Kindern zulemust. Aurin durch Arbeit lönnen wir wieder hoch fommen; solche Erbschaftssteuern schrecken von der Arbeit ab.
Expedition: Gießen, Südanlage 21.
Samstag, den 21. Januar 1922.
vom Vermögenszuwachs und Reichskotopfer, wil die weitere Entwortung unseres Geldes in der Höhe be wertung der meisten Vermögene obj fte ganz anderen Ausdruck findet. Ein Haus, das damals mit 100000 Mt. bewertet wurde, wird jezt vielleicht mit 4-500 000 pt. bewertet werden. Die progressiven Staffelsätze der Erbschaftssteuer werden aber von dem Wert des Nach lasses am Todestage, bezw. am Tage des Erbanfalls erhoben. Ein Hausgrundstück, das vor dem Kriege einen gemeinen Wert von 120000 Goldmark hatte, jezt aber lediglich infolge der Balutaentwertung einen solchen von 750000 Papiermark hat, das das oll.inige Erbe einer Wuwe oder Tochter von ihrem Mann oder Vater ist, unterliegt neb.n einer Nachlaßfteuer von 37500 Mf. einer Erbanfallsteuer von mehr als 167000, zusammen also bor nahezu 205000 Mt. Diese Summe muß bezahlt werden, wenn auch das Haus teine Ecträge bringt, sondern diese, wie das heute fast die Regel ist, von den Reparaturen gefressen wirden.
Nicht viel besser ist es, wenn das Erbe aus Dividendenpapieren besteht, deren Sturse infolge der Valuta entwertung start gestiegen sind, vielleicht von 100 steigerung von 100 auf 1500 rechtfertigen. Das Eins auf 500 Die Geldentwertung wü de freilich eine Kuis kommen von 6000 Goldmark vo: dem Kriege hotte eine größere Kauftcast als das von 60000 jebiger Papiermark. Die Witwe oder das nachgelassene stind haben von einem Vermögen von 1 Million Papiermart 303000 f. Nachlaß- und Gibschaftssteuer zu zahlen. Derselbe Besitz beachte vor dem Striege bei
200000 Mt. Goldwert 12000 Boltmaif Ginkommen. Von ihm v blieb. n dem Giben troß des scheinbar rtesia gewachsenen Vermögens nur 35000 Papiermarf 2350 Goldmait, also etwa cin Fünftel.
Wer sein Geld in sestverzinslichen Staatspapieren angelegt hatte, war mit einem Vermögen von 500000 Mr. recht wohlhabend. Mit dem Rückgang der Kurse der Staatspapiere ist es auf weniger als 400.000 Papier marf zurückgegangen und durch Nachlaß- und Gibschaftssteuer wird es noch um 87000 Mt. gekürzt. Das daraus verbleibende Senteneinkommen von 16000 Papiermarf, von dem volweg noch 10%, Kapitalertragssteuer abgehen, ist also ein Proletariereinkommen.
Für alle diese vorher wohlhabenden Familien, die ohnehin durch die Entweitung des Geldes verarmt und verelendet sind, ist diese Erbschaftssteuer eine unsagbare Härte.
Dabei ist noch garnicht einmal die weitere schwere schmälerung ihres Vermöger& durch Stiegssteuer vom Vermögenszuwache, Reichsno opfer und durch die Zuschläge zur G. bschaftssteuer, sofern der& be bereits eigenes B.cmögen besitzt, in Betra ht gezogen. Im
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Telephon Nr. 1362.
35. Jahrg.
350000 Mt. Heruntergest uert word n sein. Von dieser Summe ginge noch das Reichsnotopfer mit 56000 Mt. ab, biicben 294000 Papiermark; davon ab 41000 Mt. Nachlak- und Erbschaftssteuer, bleiben nur noch 253 000 Papiermark, das ist in Gold ausgedrückt 17000 Wt. oder 1/12 des ursprünglichen Vorkcicgsvermögens. Von diesem abec müssen ganz anders hobe Steuern bezahlt werden, als voi her.
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
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Auch die Erbschaftsſteuer geht mit ihren unerhörten Falle des aus Induffet- bopter, in beſtehenden Bortless Aachener Thermalseife
Staffelungssägen von der Fiktion aus, die Papiermark vermögens bon 200000 Goldma f, das infolge der von heute sei gleich der Goldmark von hedem. Sie| Valutacntwertung auf 1 Million gestiegen war, würde wirkt datin noch weit schlimmer, als die series exec
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