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G.Mainz.
Gießener Zeitung
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( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 4. mk. monatlich vierteljährlich 12,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 9,- Mr. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein.
Nr. 20.
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Telephon Nr. 1362.
Aufruf an alle Getreuen der alten Reichsflagge Schwarz- Weiss Rot!
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Gelegentlich der Reichsgründungsfeier am 18. Ja. nuar 1922 im Schießhaus zu Liegniß wurde der Reichs: bund Schwarz weiß rot" gegründet. 3wed dieses Bundes ist auf Grund der Reichsverfassung einen Volks entscheid herbeizuführen über die alten Reichsfarben schwarz- weiß rot. Dieses ist möglich nach Artikel 73 der Reichsverfassung, wenn ein Zehntel der Stimmbe. rechtigen das Begehren nach Vorlegung eines Gesezent wurfes stellt. Dem Volfsentscheid muß ein ausgearbeiteter Gesezentwurf zugrunde liegen. Er ist von der Regierung unter Darlegung ihrer Stellungnahme dem Reichstage zu unterbreiten. Dec Volfsentscheid findet nicht statt, wenn der begeh.te Gesezentwurf im Reichstag underändert angenommen worden ist.
Der Bund dient feiner politischen Partei. Nach erfolgtem Volfsentscheid lößt sich der Bund automa. tisch auf, weil sein Ziel erreicht ist.
Der Vorstand des Reichsbundes Schwarz- weiß. rot" ist der festen Ueberzeugung, daß die Mehrzahl des deutchen Volkes mit der Einführung der neuen Reichs. farben schwarz rot- gold nicht einverstanden ist, biel. mehr kann mit Bestimmtheit behauptet werden, daß die Einführung der neuen Farben lediglich einer geringen Zufallsmehrheit im Reichstag zu verdanken ist. Das gesamte Auslandsdeutschtum steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Farben des deutschen Reiches nur Schwarz- Weiß Rot sein dürfen, wie aus unzähligen Eingaben an die Reichsregierung zum Ausdruck gekom men ist.
Wir rufen deshalb alle Getreuen der alten Reichsfarben auf mitzuhelfen, um einen Bolfsentscheid über die Flaggenfrage herbeizuführen. Wir suchen an allen Orten freiwillige Mitarbeiter, die bereit sind an dieser gerechten und edlen Sache mitzuhelfen.
Werbematerial stellt die Hauptgeschäftsstelle Lieg. nitz, Neue Goldbergerftr. 67 zur Verfügung. Freiwillige Beiträge zum Organisationsfonds werden erbeten auf das Konto„ Schwarz- weiß- rot" der Provinzial. Genossen schafts- Bank in Liegnitz.
Redation, Druckerei und Verlag der ,, Gießener Zeitung" schließt sich diesem Aufruf voll und ganz an, weil zweierlet Reichsfarben( fürs Band: schwarz- rot: gold; fürs Meer: schwarz weiß- rot) nichts Einheitliches ist und darum mancherlei Unbequemlichkeiten mit fich bringen.
Der bessische Staatsvoranfcblag.
Darmstadt, 17. Mai. Dem Landtag ist der neue Staatsboranschlag zugegangen. Es ist daraus zu ersehen, daß das Rechnungsergebnis für 1920 mit einem Fehlbetrag von 14 133 369 Maif abschloß, während der Voranschlag einen solchen von 54 708 364 Mart vorgesehen hat. Durch den Reservefond konnte der Fehl betrag nicht nur gedeckt werden, sondern es blieben in dem Reserv fond noch 10%, Millionen Mark. Für das Jahr 1921 war im Voranschlag ein Fehlbetrag von rund 49 700 000 Maik vorgesehen. Infolge Mehr einnahmen von 33%, Mill. Mart gegen den Voranschlag und der aus der verspäteten Veranlagung zu er wartenden außerordentlichen Einnahme der 1920er Steuer fonnte mit ziemlicher Gewißheit angenommen werden, daß der Abschluß der Rechnung für 1921 finen oder einen nicht sehr erheblichen Fehlbetrag ergeben wird, zu deffen Deckung noch 10%, Mia Mark aus dem Reservefond zur Verfügung stehen. Die Abschlußsumme für den Voranschlag 1921 übersteigt zum ersten Male eine Milliarde. Er schließt mit 1408505949 Mf. in Einnahmen und Ausgaben ab. Die Steigerung beläuft sich im Ver. gleich zu dem letzten Friedensboranschlag( 1914) auf das Fünfzehnfache. Die Besamtaufwendungen für die Beamtenschaft betrugen nach Abzug eines E. fazes bon 50 Mio. Mait aus der Reichskasse 540 Mill. Mart. Die vom 1. Mai ab beginnende weitere Erhöhung der
Expedition: Gießen, Sadanlage 21.
Samstag, den 20. Mai 1922.
Beamtenbezüge erfordert 160 Mill. Mart. Ein Vergleich der Einnahmen und Ausgaben ergibt einen Fehlbetrag von rund 175 Mill. Mark. Zu dessen Deckung wird in erfter Linte der Referbefond verwendet und erst zur Deckung des Restes soll der Staatsfcedit in Anspruch genommen werden.
Das„ edelmütige" Frankreich.
Aus dem besetzten Gebiet wird berichtet: Am 20. Januar 1919, also vor drei Jahren, wurde der Arbeiter Wagner in Bobenheim am Rhein durch einen französischen Besagungssoldaten, den Kanonier Auclair, bom Artillerie Regiement 86, ermordet. Die Witwe des Getöteten stellte daraufhin an die französische Besatzungsbehörde einen Antrag auf Entschädigung, da der Ec Jahre lang erhielt die Frau feinen Bescheid. Jetzt end mordete der einzige Ernährer seiner Familie war. Drei lich wird ihr aus dem französischen Kriegsministerium mitgeteilt, daß ihr Antrag auf Entschädigung als unbegründet abgelehnt worden set, da eine Verantwortung des französischen Staates nicht in Frage kommt.
Arbeitgeber Beiträge für Fortbildungsschulen.
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( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 120 pfg.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 1,50 Mr. Die 90 mm breite Reklame 3eile 4,50 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Seonkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gießen.
Telephon Nr. 1362.
35. Jahrg.
tungen nach zu schließen, dürfte dieses Fest wohl den Höhepunkt unserer sommerlichen Sportereignisse werden, denn die turnerische Leitung des Kreises ist bemüht, aller sportlicher Betätigung auf dem Jefte in weitestem Maße gerecht werden. Da die in Aussicht genommenen Tage Samstag, Sonntag und Montag nicht genügend Zeit laffen, um das umfangreiche turnerische Programm abzuwideln, müßte der Dienstag hinzugenommen werden, an welchem Tage die Kreis- Wett Spiele ausgetragen werden sollen. Als Festbeitrag wurde 40.- Mt. für die Festkarte mit Festbuch festgesetzt. Die Bevölkerung Aschaf fenburg's unterstützt die do tige Turnerschaft bet der Durchführung der schwierigen Vorarbeiten in weitestem Maße und der in Aussicht stehende Massenbesuch des Festes wird die Festleitung wohlgerüstet finden.
kasten in der Stadt nen gestrichen. Vorsicht bei ihrer ** In den nächsten Tagen werden die BriefBenutzung und beim Vorübergehen ist daher angebracht.
** Auch in diesem Jahre ist es der Lloyd Luft dienst G.m.b. H. Bremen gelungen, trotz der großen Schwierigkeiten, welche dem deutschen Luftverkehc infolge des verlorenen Krieges erwachsen sind, eine größere Reihe wichtiger Luftverkehrsstreden in Betrieb zu neh. men, ja sogar das Netz gegenüber dem borjährigen um wichtige Luftlinien zu erweitern. Außer der Norddem Luftwege mit Bremen verbunden war, wird am seeinsel Wangerooge, die bereits im Vorjahre auf 15. Juni 1922 auch das Nordseebad Norderney an das deutsche Flugnetz für die Dauer der Badesaison angeschlossen werden. Durch die Anlegung eines Landflughafens neben der der Zerstörung entgangenen See. flugstation wird der somit geschaffene Flughafen Norderney in enger Anlehnung an den Beemer Großflughafen dazu bestimmt sein, den späteren Ueberseelufiver
Das Preußische Gewerbelehrer Diensteinfommenge, fetz vom 14. 1. 1922 bestimmt, daß von den Arbeitge bern, welche Lehrlinge oder jugendliche Arbeiter b.schäf tigen, ein Beitrag zu den Unterhaltungskosten der Fort bildungsschule erhoben werden fann, wenn die Gemeindeverwaltungen entsprechend beschließen. Verschiedene Handwerksforporationen haben diese Gesetzesbestimmung für rechtswidrig gehalten unter Berufung auf Artikel 145 der Reichsverfassung, wonach der Unterricht in den Fortbildungsschulen unentgeltlich sein soll. Es könnte demnach auch nicht durch Landesgesetz bestimmt werden, daß von den Gewerbetreibenden, welche Lehrlinge befehr als vorgeschobenster Punkt Deutschlands aufzuneh schäftigen bezw. denjenigen, welche in der Regel min. destens 5 Arbeiter beschäftigen, ein Schulbeitrag zur Dedung der Schulunterhaltungsfoften erhoben werden fann. Der Handwerks- und Gewerbefammertag unter: breitete unter außführlicher Darlegung seines Stand. punktes dem Preußischen Minister für Handel und Ge werbe die Streitfrage mit der Bitte um Stellungnahme.
Hierauf ist folgende Entscheidung ergangen: „ Die dortige Auffassung trifft zu. Durch Artikel 145 der Reichsverfassung ist lediglich die Erhebung von Schulgeld, d. h. von Zahlungen, die den Schulpflichtigen und ihren gefeßlichen Vertretern als solchen obliegen, ausgeschlossen. Die Verfassungsbestimmung steht aber nicht der Echebung von Schulbetträgen entgegen, d. h. von Zahlungen, die nicht die den Unterricht genießen. den Personen oder ihre gesetzlichen Vertreter, sondern einen grundsäglich anderen Personenkreis triffen, der fein fann, wie die keine jugendliche Arbeiter beschäftigenden u. U ohne jede unmittelbare Beziehung zur Berufsschule Gewerbetreibenden."
** Die Nebenarbeit gewerblicher Arbeiter.
Auf eine Eingabe des sächsischen Handwerks an das Reichswirtschaftsministerium um eine Abänderung des§ 14 der N.G.O. dahingehend, daß solchen Personen settens der Gemeinden keine Gewerbescheine ausgestellt werden sollen, die in cinem fefter Arbeitsverhältnis sichen, hat der Reichsarbeitsminister einen Bescheid erteilt, in dem es heißt:„ Die Frage der Nebenarbeit wird bei der weiteren Beratung des Arbeitszeitgesetzes in den gesetzgebenden Körperschaften zweifellos ausführlich zur Sprache kommen. Dabei wird voraussichtlich auch Gelegenheit sein, den Vorschlag der Abänderung des§ 14 der G.O. zur Erörterung zu bringen. Vorläufig halte ich es daher für zweckmäßig, das Ergebnis dieser Beratungen abzuwarten. Ich bemerke noch, daß ich auf frühere Eingaben ähnlicher Act wiederholt darauf hin gewiesen habe, daß die Aufnahme geeigneter Bestim. mungen in Arbeits- und Tarifverträgen eine gewisse Möglichkeit bietet, die selbständige Nebenarbeit der Arbeitnehmer zu verhindern.
Aus dem Reich.
Das 31. Mittelrheinische Kreisturufest nach dem Kriege fadet zu Aschaffenburg vom 29. Jult bis 1. August 1922 ftatt. Den getroffenen Vorberei
men. Vom 15. Junt ab wird es also den Badebesu chern der Inseln Norderney und Wangerooge möglich sein, für einen verhältnismäßig geringen Betrag die Annehmlichkeiten einer Luftreise fennenzulernen. Reisende aus Konstanz, Augsburg, München, Stuttgart, Führt, Nürnberg, Dresden, Leipzig, Berlin, Magdeburg und Hannover werden in der Lage sein, über Bremen die herrlichen Nordseebäder auf dem Luftwege zu erreichen. Der Flugpreis stellt sich nicht höher als der Eisenbahnfahrpreis 1. Klasse plus einem geringen Zuschlag für Autobeförderung von und zu den Flughäfen, sodaß die echöhten Reisekosten gegenüber den großen Vorteilen, die der Luftverkehr bietet, nicht ins Gewicht falleu dürften. Ecschöpfende Auskunft gibt der neue Flugplan Nr. 8 des Lloyd Luftdienstes, der bet sämtlichen Vertretungen des Norddeutschen Lloyd, des Mitteleuro päischen Reisebüros( MEN) und des Weltreisebüros ,, Union" zu haben ist.
Citerarisches.
Ein empfehlenswertes Buch.
über den Weltkrieg gibt es bereits eine ganze Literatur, aber Nachschlagewerke, die dem Suchenden eine schnelle nnd ausreichende Belehrung ermöglichen gibi es u. W. faum eines, das für den praktischen Gebrauch zu empfehlen gewesen wäre. Diesen Mangel unserer Kriegsliteratur hat jetzt der Verlag K. F. Koehler in Leipzig erfreulicherweise abgeholfen. Das von Dr. Kurt Jagom angefertigte Nachschlagebuch trägt den Titel „ Daten des Weltkrieges."( Preis 90 Mart Halbleinen). Der Titel zeigt schon, daß der Verfasser nicht die Absicht hat, eine zusammenhängende Geschichte des Weltkrieges zu geben, sondern daß er sich ganz den praktischen Bedürfnissen des Historikers, des Politikers usw. anpassen will. Ganz besonders dürfen diejenigen, welche öffentlich über die Zeit des Krieges zu sprechen haben, an dem Buche eine wertvolle Unterstützung finden, da es Sauberkeit der Arbeit mit übersichtlichkeit des Druces verbindet. Inhaltlich bietet das Buch mehr als sein Titel besagt. Es gibt eine Vorgeschichte des Weltkrieges und führt noch weit in die Nachkriegszeit bis nahe an die Gegenwart heran. Die Kriegsereignisse selbst sind, abgesehen von ihrer ausführlichen Wiedergabe im Buche selbst, nochmals in fünf, dem Buche beigegebenen Tabellen synchronistisch zusammengestellt. Die wichtigsten politischen Ereignisse werden durch die Kernstellen der seinerzeit gewechselten diplomatischen Noten oder der von Staatsmännern gehaltenen Reden beleuchtet. Wir können das Buch, das den Krieg mit seiner Vorgeschichte und Nachkriegszeit dem praktischen Gebrauch zugänglich macht, nur warm empfehlen.
Berantwortlich: Albin Klein, Gießen.
FLATAX- PRALINEN
regeln den STUHLGANG.
In Apotheken und Drogerien.


