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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 20,- mk. monatlich viertekjährlich 60,- Mt., vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 51,- Mr. Redaktionsschluß Dienstag, Donnerstag u. Samstag. früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Drut ber Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Nr. 46.
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Telephon Nr. 1362.
Ein franzöfifcher mordgeselle. Wiesbaden. Das Herunterknallen wehrloser Deutscher wird fortgesetzt. Vor einigen Tagen fiel der Befizer einer Villa in Wiesbaden, Cohn, der sadistischen Wut des französischen Majors Dupic zum Opfer. Cohn, der Ganzinvalide ist, bewohnte seit fünf Jahren in der Villa eine 4- Zimmerwohnung. Zu Beginn des Jahres wurde die Familie gezwungen, dem Major die Wohnung zu überlassen und eine Mansarde ohne Licht, Wasser und Heizung zu beziehen. Der Vertreter der siegreichen Nation schifanierte den Verdrängten in gemeinster Weise, belei digte thn und ging zu Tätlichkeiten über. Am vergangenen Freitag wollte Cohn ein neu gekauftes Bett in seiner Mansarde aufstellen. Der Major wollte das verhindern und als Cohn sich um das dreiste Verbot nicht fümmerte, schlug ihn der Major und schoß Cohn in das Beix. Dann stürzte Dupic in viehischer Wut auf den Wehrlosen und gab noch vier Schüsse ab, von denen zwet in den Kopf und zwei in den Unterleib gingen. Der Major traftterte den tödlich Verletzten noch mit Fußtritten. Auch auf einen zwölfjährigen Jungen, der in Cohns Begleitung war und hilfeschreiend auf die Straße lief, feuerte der Major. Schon in der Behandlung eines Beleidigungsprozesses Cohn gegen Dupic bat der Major, wie protokolliert ist, angegeben, daß er Cohn noch einmal erschießen werde. Es besteht teine Hoffnung, den Schwerberlegten am Leben zu erhalten. Der Major wurde von der deutschen Poltzet in Haft genomnien. Die Stimmung der Bevölkerung, die bereits durch die bielen Fälle rohefter Ausschreitungen der Franzosen aufs äußerste erregt, fann man sich nach einer solchen Bluttat wohl vorstellen.
Expedition: Gießen, Sadanlage 21.
Samstag, den 18. November 1922.
Revolver nnd Rettpeitsche in den Händen bystectscher| und sadistischer Dekadenten sind die Werkzeuge franzö fischer Kultur am Rhein; Fußtritte, Messerstiche und Kugeln die Gaben, mit denen die französischen Tyrannen am Rhein Deutsche bedenken. Schwarze und farbige Horden bringen den Rheinländern Zviüisation, indem fie Frauen und Kinder schänden. Die Anlücen der grande nation und ihres Geschmeißes am Rhein werden den Haß nie verwinden lassen und immer wird am Rhein die Losung sein: Wir wollen fret sein! fcei von der schwarzen und weißen Schmach, die Frankreich uns auferlegt.
,, Der Friede ift entsetzlicher als der Krieg."
Kopenhagen. Der dänische Politiker Christian Reventlow hielt fürzlich, wie die in Odensee erscheinende Zeitung Fyns Venfireblad" mittelt, in Sfatrup auf Fünen einen Vortrag, in dem er sich mit dem Ver. failler Vertrag und seinen Folgen für Europa beschäftigte. Er nannte diesen den„ Ruin Europas" und einen großen Schwindel, Besonders verwerflich erschien es ihm, daß man etten Teil des großen deutschen Volkes der Vergewaltigung durch Polen und Tschechen preis. gegeben habe, ohne daß dieses sich dagegen wehren tönne. Reventlow faßte seine Ansicht über den Bersatuler Vertrag zum Schluffe dahin zusammen, daß der„ Fctede entsetzlicher set als der Kcteg".
** 10 300 Mark Wochenlohn für die Müllkutscher. Die Berliner Wüllfuisser sind zufrieden, denn vom 15. November ab erhalten sie einen Mindestmochenlohn von 10 320 Matt, der nun zum größten Tetl von den Berliner Mietern gezahlt werden muß.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 6,- mk.
die 44 mm breite Petitzetle, für Auswärts 10,-mr. Die 90 mm breite Reklame 8etle 20,- Mark. Extrabellagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bel Stonkurs in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" in Gieken.
Telephon Nr. 1362.
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Auskünfte, Drucksachen und Platzbelegung durch: In Gießen Theodor Loos, Am Kirohenplatz.
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ολα τα ζυγιστικοποια!! αυταπίνει teren Jugenderzieher folgendermaßen:„ Wenn Herr Alexandre sich vorstellt, alle Deutschen seien durch eine gewiffe Bestimmung der Vorsehung dazu verdammt,
Die Ueberlastung der Wirtschaft mit Steuern Einspruch erhoben. Angesichts der ständig steigenden Wiederbe= schaffungspreise steht der Hansa- Bund in dec Umsatzsteuer fetne Möglichkeit der Abwälzung. Die Umsatzsteuer ist
durch Reich, Land und Gemeinde zu fördern. Die Gesamtheit set auf das äußerste daran interessiert, daß die gemeinnüßige Verteilungsweise der Genossen
etnes Alkoholberbots statt. Von Jamtlichen, über 20 Jahre alten Einwohnern des Stadttetis Neustadt( 13 547 Person.n) stimmten 91,3 Proz. für das Alkoholverbot, 6,2 Bro. waren dagegen und der Stimme enthielten sich 2,5 Proz.
nehmerzahl im tommenden winter aus oura 500 000 zu erhöhen.
Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.
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Oktober geforderte Preis für Auslandszucker von 80.Mart gegenüber der Tagesforderung sehr gerechtfertigt erscheine. Von Mat bis Oktober habe die Geldentwer tung das Sechsfache betragen; der Angeklagte hatte also im Hinblick auf die Fortführung seines Geschäftsbetriebs 100 bis 110 Mark für das Pfund fordern fönnen, ohne einen übermäßigen Preis genommen zu haben. Der
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fahren haben, die wir Tag und Nacht nur darauf finnen und trachten, wie wir Eure Kinder speisen und bekletden
Weinbrand
mußten schon über 40 Millionen Mark zum Einkauf bingelegt werden. Solche Beträge sind meist nicht mehr vorhanden. Heute set man, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können, zu Bittgängen zu den Bankdirektoren gezwungen, während man früher einen Bank. kredit nicht benötigte. Es liegt eine riesige Gefahr für die ruhige Abwicklung des öffentlichen Lebens
und 1 250 000 mt. Die anderen Stiere gingen für je 980 000 Mt. fort.
laufe aber ebenso das Riesenrisiko, bet steigendem Mark. wert große Berlufte buchen zu müssen. Das Wuchergericht sprach den Angeklagten fret, indem es sich den Ausführungen des Reichsgerichts nicht Wiederbeschaffungspreis zugrunde lege, es geht von dem anschloß. Dieses verwehrt dem Kaufmann, daß er den Gestehungspreis aus und sagt weiter, daß die Geldent
Berantwortlich: Ibin Klein, Gießen.
Winkelhausen,
Valuta heute nicht weniger als 8 Williarden Mark beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz un möglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen, und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, dann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr als bankrott. Man sucht die Schuld auf den vor kurzem wiedergewählten Bürgermeister Dr. Todsen abzuwälzen, doch haben Magistrat und Stadtverordnete, da die damalige Vorlage durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde, die Verantwortung zu tragen.
Dieser Fall zeigt so recht deutlich, wie wichtig es , daß bet Stadtverordnetenwahlen auch vorsichtige Männer zu wählen sind.
sich der Schuldner dazu bequemen, den Ausgleich zu vollziehen, indem er einfach mehr bezahlte. Hätte er nicht gezahlt, dann wäre er wohl verklagt worden, denn mit St. Bürokratius ist nicht zu spaßen, der hält immer noch den alten Saz hoch:„ Wer den Pfennig nicht ehrt..."
H. K.** Zur Preisbildung im Handwerk wird in lezter Zeit auch von behördlichen Stellen in der Presse mehrfach die Auffassung vertreten, den handwerklichen Organisationen insbesondere den Innungen sei es untersagt, ihre Mitglieder zum Einhalten bestimmter Preise für ihre Erzeugnisse zu verpflichten. In dieser
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Strafe nehmen. In längeren Verhandlungen zwischen den Preisprüfungsstellen und der Handwerkskammer einigte man sich auf die Bildung von Kommissionen, bestehend aus Vertretern der Handwerkskammer, der Fachverbände und Preisprüfungsstellen, die in stürze einheitliche Kalfulationsgrundlagen aufstellen werden. hierdurch wird eine reibungslose Zusammenarbeit der Preisprüfungsstellen und der handwerklichen Organisationen gewährleistet sein, die nicht nur im Interesse des Handwerks, sondern auch der Behörden und auch der Deffentlichkeit geboten erscheint.
Verantwortlich: Ibin Alein, Gießen.


