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Mainz

Gießener Zeitung

( Neneste Nachrichten)

Bezugspreis 4.mk. monatlich vierteljährlich 12, M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. Ausgabestellen vierteljährlich 9,- Mr. Erscheint Dienstag, Doimerstag u. Samstag. Redaktionsschluß ma s uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Sicin.

Nr. 7,

-

Telephon Nr. 1362.

Ausländische Hilfsaktionen.

1. Textilspende.

25

( Gießener Tageblatt)

5252 Anzeigenpreis 120 pig.

Expedition: Gießen, südanlage 21.

9226

Samstag, den 18. Februar 1922,

den Bedrängten im Vaterlande in ihrer Not betzustehen.| Aus dem Geschäftsbericht des ersten Jahres ergibt sich, daß eine Gesamteinnahme von ungefähr/ Mia. Mt. zu verzeichnen gewesen ist, die fast ausschließlich an 4 deutsche und 1 österreichisches Unterstügungsinftitut in regelmäßigen Raten abgeführt worden find. Ein fleinerer Betrag wurde für besondere Notstände zurückgehalten, aus ihm sind 40 weitere Inftitute bedacht worden. Notstandsbericht.

Auslandshilfe E. V.( Berlin NW. 7, Dorothenstr. 2 II.) Aus einem dem Deutschen Zentralausschuß für die den Gesundheite zustand der Chemnizer Volksschulkinder in Iczter Beit zugegangenen schulärztlichen Bericht über im Schuljahr 1920/21 ist die Zunahme der unterernährten und tuberkuldsen finder in den Jahren 1919/20 und 1920/21 ersichtlich.

Die Häufigkeit der Unterernährung ist sowohl bet den Knaben wie bet den Mädchen im Vergleich zu dem Vorjahr wesentlich gestiegen. Pozentual am meisten zugenommen hat die Anzahl der Unterernährten bei den Kindern des ersten Schuljahres, wote aus folgender Auf stellung hervorgeht:

Anaben

Zur Linderung der in Deutschland herrschenden Wäschemot ist in den amerikanischen Streisen, die sich am deutschen Hilfswerk beteiligen, eine größere Summe Belbes aufgebracht worden, daß durch die amerikanischen Quäfer unter Mitwirkung des Deutschen Zentralaus schuffes für die Auslandshilfe( Berlin NW. 7, Dorotheen­ftraße 2) zur Berteilung gelangte. Für diese Summe find 134 000 Baar Hemdhosen und 134 000 Baar Strümpfe eingetauft worden. Um diese Hilfe auch in wirtschaftlicher Hinsicht ollen Teilen Deutschlands zugute fommen zu laffen, ist Sorge für einen dezentralisterten Einkauf getragen worden. Zur Verminderung der Trans portfoften findet eine Berteilung soweit als möglich im Umkreise der einzelnen Einkaufszentren statt. Der Aus. schuß, der fich mit dieser Verteilung befaßt hat, ist von ber Erwägung ausgegangen, möglichst durchgreifende Hilfe zu leisten. Aus diesem Grunde hat die Zahl der zu bedenkenden Gemeinden beschränkt werden müssen und zwar dergestalt, daß zunächst nur Octe mit weniger als 100000 Einwohnern bedacht werden. Insgesamt find ungefähr 150 Ginzelprte und 13 besonders bedürftige Mädchen Landkreise, von denen 76 auf Preußen, 17 auf Sachsen, Unterernähr. 1912/18 19/20 20/21 1912/13 19/20 20/21 20 auf Bayern, 21 auf Württemberg, 29 auf die übrigen 1. Schuljahr 2,9% 5,6% 5,2% 4.03% 4,08% 6,0% Staaten entfallen, ausgewählt worden. Die Unterber 3. 3,4% 9,5% 13,6% 3.2% 7,7% 11,4% teilung liegt in den Händen der lokalen Wohlfahrtsaus fd üsse für die Auslandshilfe, in denen die öffentliche Hand in Hand mit dieser Zunahme der Unterernährung 3,3% 6,2%, 11,3% 3,8% 4,8% 8,3% und private Wohlfahrtspflege paritätisch zusammengeht eine Steigerung der Zahl der tuberkulösen Kinder. arbeitet. Insgesamt tönnen 67 000 Kinder bedacht wer­Die Lungentuberkulose hat an häufigfelt derart zuge den, von denen jedes 2 Paar Hemdbosen und 2 Paar nommen, daß fte bet den Knaben und Mädchen aller Strümpfe erhält. dret Jahrgänge ungefähr daß doppelte der Borkriegszeit beträgt. Daß die Luberkulose eine Wirkung der Unter­ernährung ist, geht aus einem Vergleich der Prozent. zahlen dec unterernähiten und der lungenkranken Kinder hervor. Der Jahrgang mit der geringften prozentualen Zunahme an Unterernährung weist auch die geringften piozentuale Zunahme an Lungentuberkulose auf, wäb end der Jahrgang, in dem die Unterernährung am meisten zugenommen hat, auch der jentae ist, in dem die Zunahme an Lungentuberkulose am höchften ist, wie folgende Tabelle zeigt: Lungen tuberkulose 1912/13 19/20 20/21 1. Schulj. 0,6% 0,9% 1,2%

Außerdem lommen 23 Ballen Kleider zur Ver­tellung, von denen 14 Ballen getragener Kleidungsstücke an das Saargebiet gegeben werden. 12. Spende für das netleidende Alter.

Aus einer Spende der amerikanischen Katholiken wurden dem Deutschen Zentralausschuß für die Aus. lande hilfe E. V.( Berlin NW. 7, Dorotheenfte. 2) durch dte bischöfliche Verteilungsstelle in Paderborn 847 Sad Mehl überwiesen, die gemetasam mit einer Spende von 25 Riften Sardinenpaste der englischen Quäfer folgen. dermaßen zur Verteilung fam: Ostpreußen Brandenburg 35 Groß Berlin

35 Sad Mehl, 2 Stiften Sardinenpaste

"

"

74

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Pommern

20

11

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Schlesien

63

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"

Prov. Sachsen

48

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"

Schlesw. Hoist.

37

"

Hannover

40

Westfalen

65

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Heffen Naffau

35

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Bayern

40

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Freist. Sachsen 85 Württemberg 41 Baden Heffen

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32

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38

Rheinprobing 90"

2

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2522

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8.

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Stnaben

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3. 8.

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1,3% 1,5% 26% 1,4% 2,3% 2,9%

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22t

auf die übrigen Ländern und Freien Städten insgesamt 87 Sad Mehl. Nach einem Beschluß des Arbeitsaus­schusses dis Deutschen Zentralausschusses für die Aus. landshilfe E. B. soll die Spende der offenen und geschlossenen Altersfürsorge zugute fommen. Ste stelt den Beginn der Hilfsaktion für das notleidende Alter dar und leitet die von der Altershilfe des deutschen Volkes für Februar März geplante Volkssammlung ein.

8. Spende für die Kinderspeisung. Das amerikanische Rote Kreuz in Paris hat den amerikanischen Quäfern zur Unterstüßung ihres Kinder­spetsungswertes eine Ep.nde von 1155,62 Fcs.( ca. 17275. Mt.) übergeben.

4. Südamerikanische Spende.

Der Verein Heimathilfe in Montevideo" ist im März 1920 gegründet worden, um dazu betzutragen,

Lokales.

Mädchen 1912/13 19/20 20/21 0,9% 15% 22% 25% 2,08% 1,9% 2,6%

0

0,9% 1,7%

Urväterhausrat. Althändler find i st überall om Werf, alte Familien Erbstücke on Hauscat aufzukaufen. Auch in der Rhön und im Vogelsberg ift in dieser Richtung eine Aktion im Gange. In einem Briefe vom Kreuzberg, der im Würzburger Volksblatt" veröffentlicht wuide, heißt es:

In diesem verhältnismäßig sehr reinraffig geblie benen Waldgebirge( der Rhön) hat sich in Jahrhunder ten ein Urväterhansrat" angesammelt, wie das Volt, das ihn schuf, b rerbte, und besigt, unversehrt er halten und heilig geachtet zu werden. Auch Ihnen, Ite. ber Freund vom Main, würde es ein Schmerz gewesen sein, in fünf Ortschaften, die ich durchzog, von Plünderungen zu hören, die eben erst, mitten im Winter geschehen sind alte edie Hausratftüde, echte Stunstweile sind an Althändler abgegeben worden, zer­flatternde Geldscheine hat man für Gegenstände erhaiten, die nicht nur ihren gediegenen Sach- und Gebrauchs. wert, sondern auch einen unschäzbaren Altertums und Familienwert hatten, von deren das Leben und der Segen der Altbordern abglänzte und die rein stofflich schon tausendmal besser waren als die fabrikmäßige Massenware, die man dafür einkauft. Die Bauern und die Waldarbeiter, die diese Sachen verkauften, haben, natürlich ohne es zu wissen oder zu wollen, gewiffer­mossen sich felbft und ihre Ahnen mitverkauft. Dieses

die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 1,50 mt. Die 90 mm breite Nefiame 8eile 4,50 Mart. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröte berechnet. Nabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zteles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bef Seonkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Verbindlichtet. Berlag bertekener Beitung" in tchen.

Telephon Nr. 1362.

35. Jahrg.

mit Leben und Sterben der Ahnen verwobene bgut ist ein Weg und Stab zu allem Guten, ein Halt in Freud', ein Trost im Leid, Ueberlieferung und Lehre ruht auf ihm. Auch von solchem Hausrat ailt das merkwürdige Wort, das Goethe aus Rom 1787 schrieb: Wie sauer wird's dem Menschen ohne le. berlieferung, ohne Lehre, zur rechten Zeit fich selbst zu finden und zu helfen." Alle menschliche Er fenntnis geht vom Sinnfälligen aus diese Dinge erinnerten an die Eltern, Großeltern, celtern, sie hal. Ahnen in moderner Verflachung und Bersumpfung wie fen fich selbst, das bessere Selbst, die Eltern und die wah en Sinn unerfeßlich, dieser Väter hausrat? Oder dec finden. Und ist er nicht unerfelt, im wer kann die Dinge wieder neu hervorbringen? Und wären fie neu hervorgebracht, wer fönnte fie alt mas chen? Auch hier darf man auf Goethe böcen, der, über Rembrandt handelnd, 1776 schrieb: Wie viel Gegen fiände bist Du im Stande zu faffen, daß fie aus die wieder neu hervorgeschaffen werden mögen? Das frag dich, geh' bom häuslichen aus, und verbreite dich, wo du kannst, über alle Welt." Sat also, so fra gen Sie gewiß mit mir, irgend ein anderer als dec

be ein natürliches Recht auf dieses E.bgut? Und Ste antworten: Nein, abermals nein! Denn nur für den Bluterben hat es ben bollen Wert." Diese Haus und Heimatkunst gehört dem Hause und der Het Intereffe dienenden Landesschaden. mat, fonft feinem. Wohl höcie ich auf dem Kreuzberg den flagenden Widerhall über solchen groben, feinem fam zu spät.

Landleute merkt Euch diese Worte. Sie verdienen dringend der Beherzigung.

Si

fein, so ergiebig­fo fparfam, fo rein­das muß Pfeiffer& Dillers Kaffee- Effenz sein!

Gleich gut als Zufak zu Bohnen­und Gerftenkaffee oder Malz Originaldofen und Silberpakete zu haben in den Gefchaften!

Spielplan des Stadttheaters Giessen. Leitung: Herr Hofcat Steingoetter. Sonntag, 19. Februar: Wilhelm Tell, Anfang 3 Uhr, Ende 5% Uhr. Mascottchen, Anfang 6%, Uhr, Ende 9 Uhr. Montag, 20. Februar: musikalische Tänze von Erika Horneffer, Anfang 8 Uhr, Ende 98% Uhr. Dienftag. 21. Februar: 18. Dienstag Abonnem. Borst., Schneider Wibbel, Komödie von Müller Schlöffer, Anfang 7 Uhr, Ende 91% Uhr. Mittwoch, 22. Februar: 19. Mittwoch- Abonnem.- Vorft., Mascottchen, Anfang 6%, Uhr, Ende 9 Uhr.. Freitaa. 24. Februar: 19. Freitag: Abonnements.Vorft., Die Car ins Freie, Anfang 7 Uhr, Ende 9 Uhr. Somstag, 25. Februar: Schüler Borstellung, Wilhelm Cell, Anfang 4 Uhr, Eade 6%, Uhr. Sonntag, 26 Februar: Kinder- Borftellung, Schneewitt chen und die fieben Zwerge, Anf 3 Uhr, Enoe 5 Uhr. Mascottchen, Anfang 61%, Uhr, Ende 9% Uhr.

Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.

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