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Gießener Zeifung
Bezugspreis 20,- mk. monatlich
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( Neueste Nachrichton)
vierteljährlich 60,- Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. Erscheint ausgabestellen viertelfährlich 51,- Mr. Redaktionsschluß Dienstag, Donnerstag u. Samstag. früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsen. dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein. Nr.50.
Telephon Nr. 1362.
Dollarkurs und Lebensmittelpreise.
Expedition: Gießen, Sadanlage 21.
Samstag, den 16. Dezember 1922. Sachverständige schilderte die derzeit charakteristischen Zustände der Wirtschaftslage der Kleinhändler, zu denen der Angeklagte zählt. Sie seien durchweg restlose VerInteressante Feststellungen vor dem Wuchergericht. arbetter, d. h. fie verkauften thre Waren aus. Wer Anfang November wurde dem Kolonialwarenhändler heute die Kolontal warengeschäfte betrete, werde biele Engelhard zu Frankfurt a. M. Niddaftr. 65, durch Gefächer gähnend leer finden, weil es den Leuten an die Polizei das Geschäft wegen Preiswuchers mit Zucker dem nötigen faufmännischen Ueberblick fehle. Die Augeschlossen. Welche Bewandtnis es mit dieser Angelegen werden diesen Kolonialwarenhändlern erst geöffnet, genheit hatte, ergab sich aus der dann vor dem Wucherwenn die Reisenden kommen und ihnen berichten müssen, gericht gegen Engelhard stattgehabten Verhandlung, die daß die Seife, die sie, die Händler eben noch zu 50.mit seiner Freisprechung endete. Der Angeklagte, Mark verkauften, von morgen an 150 Marf fofte. Die dem Preiswucher mit Zucker zur Baft gelegt wurde, Händler befäßen dann infolge ihrer unglücklichen Kalsollte Auslandszucker, den er im Mai und Junt zu tulationsmethode nicht mehr die Mittel, neu einkaufen 17,50 Mt. bezw. 18 Mt. per Pfund erwarb, im Oktob. zu fönnen. In noch verstärkterem Maße träfen diese für 80 Mr. das Pfund verkauft haben. Ec bestritt das Gesichtspunkte für die Großficmen zu, wie Konsumberein, feineswegs, sondern machte geltend, daß er im Auguft Kula, Latscha, Fröhling, Schepeler. Die Geldentwer für Auslandszucker selbst 70 Mt. pro Pfund zahlte, daß tung hatte einen verhängnisvollen Einfluß auf die Geer den Zucker absolut nicht zurückgehalten habe und schäftsführung, und um fich vor dem Ruin zu bewahren, daß er nebenher auch Inlandszucker verkaufte. schloß man sich im Oktober zu einem Zwedverband zuEin maßgebliches Sachverständigen- Gutachten. sammen. Wie viel Firmen seten heute noch in der Lage Als Sachverständiger erstattete der Prokurist einkaufen zu können, wenn ein Waggon Schmalz 3000 Dollars, also 21 Millionen Mact, ein Waggon Mehl Rudolf Dreßler der Firma Georg Schepeler ein 7,6, ein Waggon Fleisch 7,2, ein Waggon ungeschälte ausführliches Gutachten. An Hand der DollarkurstabelEcbsen 6 Millionen Mark tofte.' Für vier Artikel allein le führte er aus, daß der von dem Angeklagten im Oktober geforderte Preis für Auslandszuder von 80.- müßten schon über 40 Millionen Mark zum Einkauf Mart gegenüber der Tagesforderung fehr gerechtfertigt hingelegt werden. Solche Beträge sind meist nicht mehr erscheine. Von Mai bis Oktober habe die Geldentwer vorhanden. Heute sei man, um den Geschäftsbetrieb tung das Sechsfache betragen; der Angeklagte hatte also aufrechterhalten zu können, zu Bittgängen zu den Bankdirektoren gezwungen, während man früher einen Bank. 100 bis 110 Mark für das Pfund fordern können, ohne kredit nicht benötigte. Es liegt eine riesige Gefahr einen übermäßigen Preis genommen zu haben. Der für die ruhige Abwicklung des öffentlichen Lebens
Decolenvete unveutuye unui ven v
fahren haben, die wir Tag und Nacht nur darauf finnen und trachten, wie wir Eure Kinder speisen und bekleiden
Weinbrand
und 1 250 000 mt. Die anderen Sttere gingen für je 980 000 Mt. fort.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 6,- mk.
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die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 10,- Mr. Die 90 mm breite Reklame 8eile 20,- Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bet gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlichkeit. Berlag ber ,, Gickener 8eitung" in Gießen.
Telephon Nr. 1362.
35. Jahrg.
darin, wenn der Handel nicht in der Lage ist, sich der Geldentwertung entsprechend Waren fret zu beschaffen, und der Zeitpunkt fet nicht mehr fern, wo die Hausfrau den Zehn oder Fünfzigtausendmartschein nicht gegen Lebensmittel aus. tauschen farn, weil die Geschäfte nicht mehr zu kaufen vermögen. In einer jüngst stattgefundenen Notstandsfigung des Magistrats wurde gesagt, die große Gefahr für die Kinder liegt nicht darin, daß die Waren so und so viel foften, sondern daß die Waren nicht mehr da sind. Die Firma Sch. arbeitete in Friedenszeiten mit einem Kapital von 3 Millionen Goldmark; der Geldentwertung entsprechend müßte fte heute über ein Kapital von 6 Milliarden verfügen. Wenn man das Friedenskapital aufs Behnfache erhöht hätte, so wäre man heute noch nicht einmal in der Lage, einen Waggon Schmalz zu kaufen. Nur durch die Möglichkeit eines Schweizer Franken- Kredites set die Firma imftande, heute die Lieferanten zu bezahlen; in Wirklichkett erfolge aber feine Bezahlung, denn es bestände ja die Schuld beim Schweizer. Beim Warenverkauf müsse also sofort für die Deckung der Debisen gesorgt werden. Der Warenverkäufer fönne wohl bet steigendem Dollarkurs Konjunttucgewinne machen, er laufe aber ebenso das Riesenrisiko, bet steigendem Markwert große Verluste buchen zu müssen. Das Wuchergericht sprach den Angeklagten frei, indem es sich den Ausführungen des Reichsgerichts nicht anschlos. Dieses verwehrt dem Kaufmann, daß er den Wiederbeschaffungspreis zugrunde lege, es geht von dem Gestehungspreis aus und sagt wetter, daß die Geldent
Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.
Winkelhausen
vollziehen, indem ec einfach mehr bezahlte. Hätte er nicht gezahlt, dann wäre er wohl verklagt worden, denn mit St. Bürokratius iſt nicht zu spaßen, der hält immer noch den alten Sazz hoch:" Wer den Pfennig nicht ehrt..."
Alfe Reserve
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Baluta heute nicht weniger als 8 Williarden sich der Schuldner dazu bequemen, den Ausgleich zu деgenden Bestimmungen der oewerve: tunung me in Mark beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz un möglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen, und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, dann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr al& bankrott. Man sucht die Schuld auf den vor kurzem wiedergewählten Bürgermeister Dr. Todsen abzuwälzen, doch haben Magistrat und Stadtverordnete, da die damalige Vorlage durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde, die Verantwortung zu tragen.
Dieser Fall zeigt so recht deutlich, wie wichtig es ist, daß bet Stadtverordnetenwahlen auch vorsichtige Männer zu wählen sind.
H. K.** Zur Preisbildung im Handwerk wird in lezter Zeit auch von behörditchen Stellen in der Presse mehrfach die Auffassung vertreten, den handwerklichen Organisationen insbesondere den Innungen sei es untersagt, ihre Mitglieder zum Einhalten bestimmter Preise für ihre Erzeugnisse zu verpflichten. In dieser
Strafe nehmen. In längeren Verhandlungen zwischen den Preisprüfungsstellen und der Handwerkskammer einigte man sich auf die Bildung von Kommissionen, bestehend aus Vertretern der Handwerkskammer, der Fachverbände und Preisprüfungsstellen, die in stürze einheitliche Kalfulationsgrundlagen aufstellen werden. Hierdurch wird eine reibungslose Zusammenarbeit der Preisprüfungsstellen und der handwerklichen Organisationen gewährleistet sein, die nicht nur im Interesse des Handwerks, sondern auch der Behörden und auch der Deffentlichkeit geboten erscheint.
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.


