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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 4.mk. monatlich vierteljährlich 12,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 9,- Mr. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Nüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein.
Nr. 19.
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Telephon Nr. 1362.
Unveränderte Dankbarkeit Finnlands.
Wie der vierte Jahrestag der Landung der deutschen Truppen in Finnland, so ist auch der Tag dec Befreiung der cing Inen Städte vom roten Schrecken überall in Finnland mit gleicher Wärme und Dant barkeit gefeiert worden. Am Tage der Eroberung der Hauptstadt besuchten in Berlin weilende Finnländer ben General Grafen v. d. Golz und aus Helsingfors gingen ihm zahlreiche Briefe und Telegramme von Vereinen und Privatpersonen zu.
Expedition: Gießen, Sadanlage 21.
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Samstag, den 13. Mai 1922.
bem üblichen Wege nicht mehr beschaffen fönnen und in ihrer Betfiungsfähigkeit schwer herabgedrückt werden. Auf Veranlassung von Vertretern der Handwerkskam mer fand in dieser Hinsicht eine Besprechung mit der Darmstädter Volksbank und des Darmstädtec Hand
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 120 Pig.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 1,50 Mr. Die 90 mm breite Reklame 3etle 4,50 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei leberschreitung des Zahlunge. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Stonkurs in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gießen.
Telephon 9tr. 1362.
35. Jahrg.
nicht Flüchtlinge sind, sind als Mitglieder willkommer. Die Anschrift der Ortsgruppe Darmstadt ist die gleiche, wie die der Vorprüfungsstelle. Bei schriftlichen Anfragen ist stets Rückporto beizufügen.
weifs statt, die in Aussicht nahm einen Fonds in be Eine neue Grosztat deutscher Technik. stimmter Höhe zur Verfügung zu st.den, aus dem in erleichteter Form Kcedite gewährt werden sollen. Die Verhandlungen hierüber schweben noch. A hnliche Ein richtungen bestehen bereits in Offenbach und Worms. Grundvoraussetzung für alle diese Maßnahmen sollte nach Anficht des Vorstands der Handwerkstammer eine geordnete Buchführung und die Zugehörigkeit zu einer handwecklichen Organisation sein, im Uebrigen aber der
Als Stimmungsbild set folgender Brief eines Deutschen aus dem fleinen, an einem Fjord herrlich gelegenen Städtchen Ekenäs wiedergegeben:„ Es wird Ste yewis interessieren zu vernehmen, daß gestern die Stadt Ekenäs den vierten Jahrestag auf das würdigfte gefeiert hat. Frühzeitig war schon die Stadt reich geflaggt, auch in den chcenreichen Farben schwarz weiß- rot. Mit der Musikkapelle, dem Schußkorps in voller Ausrüstung, den Stadtvero.dneten und Tausenden der Bewohner zog man zum Grabe der vier gefallenen Jäger der 14. Mecklenburgischen Jäger. Nach einer Hymne hielt der Bizevorsteher der Stadtverordneten, Herr Dr. Gardberg, eine tiefergreifende Ansprache über die Bedeutung der Hilfe seitens der deutschen Truppen. Es wurde der heldenmütigen Ostfeedivision in tteffter Berehrung Erwähnung getan. Es wurde das Treus gelöbnis gegen das ganze deutsche Bolt erneuert. Von dem Vorsitzenden der Stadtverordneten, Herrn Reftor M. Linden, wurde ein Kranz in den alten deutschen Farben auf das Grab gelegt, eine Anzahl anderer Kränze schmückten bereits die vier Gräber. Zuletzt wurde die„ Wacht am Rhein" bei entblößtem Haupte gespielt. Hierauf ordnete sich der Zug und nahm auftraggeber selbst, da der Unternehmer sich dann rechtzet dem Marktplatz Aufstellung. Hier hatte sich wohl die ganze Stadt versammelt. Schuler, Bü os und Kauf. läden waren geschlossen. Zuerst spielte die Musik den Choral„ Eine fefte Burg", darauf hielt der Octspfarrer eine her: liche Predigt über den Schlachtenruf der deutschen Krieger Bott mit uns". In schwungvollen und ergreifenden Worten schilderte er den Heldenkampf der Ostseedivision, ihre großen Verluste, die festen
Blutsbande, welche Deutschland und Finnland vereinigen, sprach zornige Worte über die i Bige finnische Regierung, die das ganze finnische Volk empöre und segnete zuletzt das deutsche und das finnische Volk. Darauf spielte die Kapelle die" Wacht am Rhein" und" Unser Land". Ich fühlte einen mächtigen inneren Drang, zum Schluß auch etwas zu sagen, was nicht im Programm enthal. ten war. Ich fagte ungefähr, daß ich als ein Sohn des deutschen Volt.s von der würdigen Ehrung der Gefallenen, der heldenmütigen Kämpfe der deutschen Oft seedivision tics ergriffen sei. Diese wethebolle Feter zeuge von dem hohen Bürgerfinn der Bewohner der Stadt. Ich set gewiß ermächtigt zu werden, im Namen der Hinterbliebenen der Gefallenen, im Namen aller deutIchen Finnlandfämpfer, ja des ganzen deutschen Volkes, deren tiefgefühlten Dant auszusprechen. Mit dem Wun sche, daß Soit den Herd eines jeden Bewohners dieser lieblichen Stadt, das geliebte Vaterland Finnland, das auch mein neues Vaterland set, daß Gott die Freiheit, den Fortschritt und die Selbständigkeit Finnlands als unabhängiger Staat beschüßen und segnen wolle für allezeit schloß die Feier. Jm nächsten Jahre wird ein schöner Denkstein die Gräber schmücken. Am Abend bersammelten sich die Spitzen der Stadt beim Herrn Konsul. Es wurden Erinnerungen aufgefrischt an die schreckliche und auch große 3- it. Schließlich wurde ich bom Borfizenden der Stadtverordneten, Herin Reftor Linden, b.auftragt, in aller Namen die chcfucchivosten Grüße Ihnen, Herr Graf, zu übermitteln."
Mögen solche freundschaftlichen Gesinnungen stets von den Bewohnern dies s jungen nordischen Staates dem Deutschen Reich erhalten bleiben und von uns Deutschen richtig gewürdigt werden; mögen beide Länder in gegenseitiger Treue verharren, dann wird der Norden von Europa auch stets Frieden haben.
Aus dem Reich.
** Die Hessische Handwerkskammer beschäftigte fich in ihrer letzten Vorstandsfizung u. a. mit der Schaffung einer Kredithilfe für das Handwerk Die fort schreitende Geldentwertung, der Hochstand der Mate.tal. preise und Arbeitslöhne in Be bindung mit den Lies ferungsbedingungen für Rohmaterialien und Halbfabri. fate lassen befürchten, daß zahlreiche mittlere und kleinere Handwerksbetriebe sich das nötge Betriebskapital auf
cedit auf der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Nachsuchenden beruhen. Stellt diese Maßnahme zunächst auch nur einen Versuch dar, die Lösung des schwtc. rigen P.oblems anzubahnen, so werden seitens der Heff. Handwerkstammer nod, weitere Bestrebungen ein. sezen, um entsprechend den zu erwartenden Erfahrungen cine Stredithilfe allgemein auszubauen. Die gegenwärtige schwierige Lage zahlreicher Handwerksbetriebe läßt sich weiter aber noch abgesehen von der Förderung des GeRossenschaftswesens mildern, wenn die Handwerker ihce Lieferungsbedingungen neuzeitlich regulieren und insbe. sondere von ihren Auftraggebern Anzahlung in prozentualer Höhe des Gesamtauftrags fordern, bet solchen Aufträgen, die erhebliche Aufwendungen für Materialien und Arbeitslöhne bedingen. Die Auftraggeber des Handweite werden sobtel Einsicht besigen, daß sie diese For derung, die auch bei der Industrie und dem Großhandel üblich ist, auch dem Handwerk zuerkennen. Zudem liegt in einem solchen Verfahren auch ein Vorteil für die Auftiger und borteilhafter mit den benötigten Rohmaterialien eindecken kann. Die Handwerkskammer wird der ganzen Frage ihre größte Aufmerksamkeit zuwenden, nochmals an die Korporationen herantreten, deren Aufgabe es sein muß, bereits jezt schon hierzu in ihren Mitglieder bersammlungen Stellung zu nehmen.
Die Kinderspeisung.
Anfang April d. I. ist das erste Vierteljahr ver: flossen seit die Verwaltung der amerikanischen Kinderspeisung dem Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe E. V., Berlin, N.W.7, Dorotheenstr. 2 übergeben worden ist. Vom 1. Januar 1922 bis zum 15. Apctl 1922 wurde in 1564 Gemeinden gespeist, es waren 2227 Küchen und 7962 Spetsestellen voihander, in denen an 85 Spet fetagen 42,1 Millionen Mahlzeiten ausgegeben wurden, also täglich im Durchschnitt: 1 Millionen Mahlzeiten. Die Verwaltungskosten, im Bereiche des Deutschen Zen tralausschusses einschließlich der Mittelstellen betragen durchschnittlich 1,7 bis 2,5 Big, die Gestehungskosten etwa 4,80 Mt. je Mahlzeit. Es wurden in dieser Zeit 8000 Tonnen Lebensmittel im Werte von 200 Millioner Mart verbraucht, die ungefähr zu gleichen Teilen von Deutschland und von Amerika zur Verfügung gestellt wurden. Zur Durchführung der Aktion hat die Speditionsabteilung in Hamburg 803 Waggon Lebensmit tel verladen, davon allein im April 242 Waggon. Im Monat März wurden in 1564 Gem inden 30 083 Aleinkinder 590 102 Schulkinder
12 031 Jugendliche und
10 957 hoffende und stillende Mütter gespeist. Der Wert der zur Herstellung von insgesamt 15 445 770 Mahlzeiten verwendeten ausländischen und inländischen Lebensmittel betrug etwa 65 276 898 Mt.
Vertriebene
aus den ehemals deutschen Ostprovinzen. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Frist zur Anmeldung von Verdrängungssaäden, Kriegsschä= den usw. mit dem 30. Juni ds. Js. abläuft. Bis zu diesem Termin müffen alle Schäden bei der zuständigen Vorprüfungsstelle eingereicht sein. Für alle im Frei saate Hessen ansässigen Flüchtlinge ist die Vorprüfungsstelle Darmstadt, Alexanderstraße 22( chemal. Ernst Lud. wig Kaserne) 8 mmer 8, zuständig. Daselbst erhalten die Flüchtigen fostenlose Beratung in Vrdrängungsange. legenbetten. Dienststunden weittäglich von 9-1 Uhr außer Samstags. Es wird allen Flüchtlingen aus den früheren deutschen Ostgebieten empfohlen, sich der Intereffenvertretung Deutscher Ostbund E. V." Ortsgruppe Darmstadt anzuschließen. Auch geborene Ostmärker, die
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Ein dichter Wolfenkranz hing in den Thüringer Bergen, feuchte Nebel entsttegen dem Saaletal und durch. Näßten Kleider und Stiefel, als sich fürzlich am Sonn tag früh einige Pressevertreter auf dem Bahnhof der ehemaligen Residenzstadt Rudolstadt trafen, in der Abficht, eine Probefahrt mit der steilsten Bahn der Welt" zu unternehmen. Fauchend und schnaubend führt ein kleines Zügle hinauf in das Schwarzatal, vorbei am Schloß Schwarzburg, der Perle des Thüringer Wal. des, und trotz des dunstigen Wetters bemerkt der scharfe Beobachter den Liebreiz dieser einzig schönen Gegend. Nach langer, langsamer Fahrt tommt man endlich in Sigendorf, dem Mittelpunkt des Schwarzatals, an, von wo eine anderthalbstündige Kletterpactie auf auf geweichten Wegen, durch tiefen Fichtenwald ans Ziel, nach Lichtenhain führt, einem prächtig, etwa 700 Meter boch gelegenen Dörfchen, dem oberen Endpunkt der Oberwetßbacher Drahtseilbahn.
Von Lichtenhain läuft ein stellabfallender Schienen strang hinab ins Tal, in dem man von der Ferne die Sch.varza murmeln hört, nach Obstfelderschmiede. Die Bahn, die auf der Strecke, da sie als Stetirampenbahn gebaut wurde, einen Höhenunterschied von 320,50 Metec bei einer Länge von nur 1,4 Kilometer zu überwinden hat, wird durch ein 1400 Meter langes Draht feil betrieben, an dessen einem Ende sich in gecäumiger, zirka 150 Personen fassender, in Treppenfo.m gebauter Waggon befindet, während am andern Ende eine besonders zur Anfnahme eines normalspucigen Güterwa gens fonstruierte Noübühne befestigt ist. Diese Bergbahn ist die steilste Rampenbahn der Welt, die den Vorteil hat, Güter ohne Umladung bei einer Steigung von 1: 4 ohne Schwierigkeiten auf die hoch oben im Walde ge. legenen Dite Lichtenhain, Oberweißbach, Densbach und Cursdorf zu befördern, Dörfer init stack entwidelter Industrie, in der Hauptsache füc Glaswaren und Medi
famente.
Am unteren Endpunkt stößt die Bergbahn rechtwinflich auf die Schwarzatalbahn, wo eine neue Haltestelle eingerichtet wurde, so daß das Umsteigen in die Staatsbahn äußerst bequem ift. Von Lichtenhain ab stellt übrigens eine normalspurige Reibungsbahn, die elektrisch betrieben wird, den Verkehr mit den auf den Höhen gelegenen Ortschaften her.
vor zwei Jahren begonnen wurde, ist ein neues Zeugnis Die Oberwelßbacher Bergbahn, mit deren Bau erst unseres deutschen Volkes, selbst in den kleinsten Orten. von dem nte ermüdenden Schaffensdrang und Opfermut Muk toch hierbet besonders gewürdigt werden, daß die oben genannten vier fleinen Ortschaften mit zusammen 400 000 Goldmark betragen, zum großen Teil selbst faum 5000 Einwohnern, die Kosten, die bis heute etwa aufbringen. Das muß um so mehr anerkannt werden, da der großen Oeffentlichkeit mit dieser Bahn, die in aller kürzester Zeit für den Personenverkehr freigegeben wird, ein bisher noch wenig bekannter, aber landschaftlich selten ieizvoller Teil des Thüringer Waldes erschlossen wird.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 14. Mai. Kantate. Stadtkirche: Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Matfusgemeinde: Pfarrer Becker. Vormittags 91%, Ugr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.
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Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der JohannesJohanneskirche: Vormittags 8 1hr, zugleic gemeinde: Pfacrassistent Müller.- Vormittags 91%, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.- Vormittags 11 Uhr: Kinderfirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.
Berantwortlich: Albin Alein, Gießen.
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