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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 20,- mk. monatlich vierteljährlich 60,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 51,- mr. Dienstag, Donnerstag u. Samstag. früh 8 Uhr.

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Erscheint Redaktionsschluß Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein.

Nr. 49.

Telephon Str. 1362.

Expedition: Gießen, Südanlage 21.

Samstag, den 9. Dezember 1922,

dte roheste Steuerform, die feinerlet Rücksicht auf Er Freigabe des deutschen Vermögens in Amerika. trags- und Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen neh­Ein Korrespondenzbüro brachte vor einigen Tagen men fann. Gleichkeitig weist der Hansa- Bund auf die einen Bericht über die bevorstehende Freigabe des deut- Tatsache hin, daß die von den Konsumbereinen beantragte schen Vermögens in Amerika bis zum Betrage von Umsatzsteuerbefreiung der Genossenschaften dem Reich 10 000 Dollar im Einzelfalle mit dem Bemerken, daß einen Steuerausfall von 5 bis 6 Milliarden Mark auf die Frift zur Anmeldung solcher Forderungen am Kosten von Handel, Gewerbe und Industrie verursachen 2. Januar 1923 ablaufe. Die Angabe dieser Frist, die würde. Der Hansa- Bund hat sich dieserhalb mit einer in den beteiligten Kreisen große Beunruhigung hervorbringenden Eingabe an alle bürgerlicheu Fraktionen des gerufen hat, beruht, wie der Hansa- Bund nach Erkur- Reichstages gewandt. digungen an maßgebender Stelle mitteilt, auf einem Jectum. Im übrigen empfiehlt der Hansa Bund allen, die in Amerika beschlagnahmtes Vermögen besigen, schon jezt die nötigen Vorbereitungen für den Antrag auf Freigabe zu treffen, da mit Bestimmtheit damit zu rech nen ist, daß das diesbezügliche Geseß in aller Kürze angenommen wird. Die Amerika- Abteilung des Hansa­Bundes, Berlin N/ W. 7 Derotheenstr. 36 steht Inter reffenten gern mit Rat und Unterstüßung fostenlos zur Verfügung.

Die Abänderung des Umsatzsteuergesetzes. Vom Hansa Bund wird uns geschrieben: Gegen den Plan der Echöhung der Umsatzsteuer auf 2% und den Antrag des deutschen Städtetages fogar 30% Umfagsteuer zu erheben hat der Hansa- Bund unter Hinweis auf die katastrophale Preisgestaltung und die Ueberlastung der Wirtschaft mit Steuern Einspruch erhoben. Angesichts der ständig steigenden Wiederbe­schaffungspreise fieht der Hansa- Bund in dec Umsatzsteuer feine Möglichkeit der Abwälzung. Die Umsatzsteuer ift

Oktober geforderte Preis für Auslandszucker von 80.­Mart gegenüber der Tagesforderung fehr gerechtfertigt erscheine. Von Mai bis Oktober habe die Geldentwer­tung das Sechsfache betragen; der Angeklagte hatte also im Hinblick auf die Fortführung seines Geschäftsbetriebs 100 bis 110 Mark für das Pfund fordern können, ohne etnen übermäßigen Preis genommen zu haben. Der

Decolenvete unveutuye yunulie ven en fahren haben, die wir Tag und Nacht nur darauf finnen und trachten, wie wir Eure Kinder speisen und bekleiden

Weinbrand

14 000 Dollar Spende aus Chicago.

Der Deutsche Verein zur gegenseitigen Unterstügung in Chicago, Präsident Michael Girten, überwies dem Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe als Ergebnis einer in Chicago am 1. November beranftal­teten Sammlung 14 000 Dollar. Diese Spende ist in erster Linte für die Unterstüßung von Kinderanstalten bestimmt, jedoch können auch Blindenheime, Altersheime usw. berücksichtigt werden. Diese große Spende ist wieder ein erfreuliches Zeichen dafür, in welch aufop ferungsvoller Weise unsere deutschamerikanischen Freunde der wachsenden Not in Deutschland abzuhelfen suchen. 3wet Probeabstimmungen

über ein Alkoholverbot.

In Osnabrück fand am 3. November 1922 eine Probeabstimmung über die gesegliche Herbeiführung etnes Alkoholverbots statt. Von sämtlichen, über 20 Jahre alten Einwohnern des Stadttet! s Neustadt( 13 547 Per­son.n) stimmten 91,3 Proz. für das Alkoholverbot, 6,2 Bro. waren dagegen und der Stimme enthielten sich 2,5 Proz.

mußten schon über 40 Millionen Mark zum Einkauf hingelegt werden. Solche Beträge sind meist nicht mehr borhanden. Heute set man, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können, zu Bittgängen zu den Bant­direktoren gezwungen, während man früher einen Bant. kredit nicht benötigte. Es liegt eine riesige Gefahr für die ruhige Abwicklung des öffentlichen Lebens

und 1 250 000 Mt. Die anderen Stiere gingen für je 980 000 Mt. fort.

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( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 6,- mk.

bie 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 10,-Mk. Die 90 mm breite Reklame 3eile 20,- Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zteles( 30 Tage), bet gerichtlicher Bettreibung oder bel konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gießen.

telephon Nr. 1362.

35. Jahrg.

Die Abstimmung war geheim, geschah durch Zettelab­gabe in geschlossenen Urnen. Die Zählung erfolgte unter amtlicher Aufsicht. Dasselbe Ergebnis hatte die Biele­felder Abstimmung am 28. Juli 1922 gehabt, wo 89.78 Prozent der Einwohner des ersten Polizeibezirks sich für ein Alkoholverbot erklärten.

* Im Interesse der vielen Bruch- und sonstigen Leidenden sei an dieser Stelle ganz besonders auf das Inserat der Firma Ph. Stener Soha in heutiger und legter Nummer hingewiesen. Der Weltruf dieser Firma und ihres beratenden Arztes Dr. med. Kühner bürgt dafür, daß jedermann bestens bedient wird. Literarisches.

Neues von der Frisur. Die Frisur ist ein Teil unserer Seleidung und genau wei diese in hohem Maße von der Mode abhängig. Dem aufmerksamen Beobachter bleibt es nicht verborgen, daß die Frisur seit dem Frühjahr eine wesentliche Aenderung erfahren hat. Das glatt und straff zurückgekämmte Haar ist ver­schwunden. Man trägt fast allgemein den Scheitel. Jede Frau, die Wert daraus legt, stets tadellos friesiert zu sein; sollte sich daher über die Neuheiten auf diesem Gebiete genau unterrichten, denn eine unmodern frisierte Frau sieht meist älter aus, als wie sie wirklich ist. Eine außerordentlich große Auswahl moderner Frisuren mit genauen Erläuterungen und deutlichen Ausführungs­ansichten enthält Beyer's Modeführer für Frisuren, Haar- und Schönheitspflege." Es finden sich darin neben Tagesfrisuren für junge und ältere Damen, für Kinder und junge Mädchen, auch Frisuren für Ball nnd Gesellschaft, sowie für Kostümfeste. Prat­tische Ratschläge für Haar- und Schönheitspflege machen das hübsche Heft besonders wertvoll. Man kann es beim Buchhändlee oder direkt vom Verlag Otto Beyer, Leipzig B für Mt. 66,- ( einschließlich Zuschlag) beziehen.

Berantwortlich: Ibin Яtlein, Gießen.

laufe aber ebenso das Riesentistko, bet steigendem Mark. wert große Berlufte buchen zu müssen. Das Wuchergericht sprach den Angeklagten frei, indem es sich den Ausführungen des Reichsgerichts nicht anschlos. Dieses verwehrt dem Kaufmann, daß er den Wiederbeschaffungspreis zugrunde lege, es geht von dem Gestehungspreis aus und sagt weiter, daß die Geldent­

Berantwortlich: Ibin Klein, Gießen.

Winkelhausen

Valuta heute nicht weniger als Milliarden Mark beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz un­möglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen, und wenn sie etwa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, dann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr als bankrott. Man sucht die Schuld auf den vor kurzem wiedergewählten Bürgermeister Dr. Todsen abzuwälzen, doch haben Magistrat und Stadtverordnete, da die da­malige Vorlage durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde, die Verantwortung zu tragen.

Dieser Fall zeigt so recht deutlich, wie wichtig es st, daß bei Stadtverordnetenwahlen auch vorsichtige Männer zu wählen sind.

sich der Schuldner dazu bequemen, den Ausgleich zu bollziehen, indem er einfach mehr bezahlte. Hätte er nicht gezahlt, dann wäre er wohl verklagt worden, denn mit St. Bürokratius tst nicht zu spaßen, der hält immer noch den alten Saz hoch: Wer den Pfennig nicht ehrt..."

H. K.** Zur Preisbildung im Handwerk wird in lezter Zeit auch von behördlichen Stellen in der Presse mehrfach die Auffassung vertreten, den handwerk­lichen Organisationen insbesondere den Innungen sei es untersagt, ihre Mitglieder zum Einhalten bestimmter Preise für ihre Erzeugnisse zu verpflichten. In dieser

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дegeven epimmungen ver orweegt in Strafe nehmen. In längeren Verhandlungen zwischen den Preisprüfungsstellen und der Handwerkskammer einigte man sich auf die Bildung von Kommissionen, bestehend aus Vertretern der Handwerkskammer, der Fachverbände und Preispcüfungsstellen, die in Kürze einheitliche Stalfulationsgrundlagen aufstellen werden. Hierdurch wird eine reibungslose Zusammenarbett der Preisprüfungsstellen und der handwerklichen Organisa­tionen gewährleistet sein, die nicht nur im Interesse des Handwerks, sondern auch der Behörden und auch der Deffentlichkeit geboten erscheint.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.