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Nr. 40.

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Telephon Nr. 1362.

Am ,, deutschen" Rbein.

150000 Ausländer im Rheinland. Ems. Die Zahl der Besagungstruppen im besegten rheinischen Gebiet fann zurzeit auf rund 96000 Mann beziffert werden. Dazu kommen mindestens 4000 Aus. länder, die als 3 filorgane, als Angehörige, oder auch als Gefolge der Besaßungstruppen anzusehen sind. Ein richtiges Bild vom deutschen" Rhein ergibt sich aber erst aus der jetzt veröffentlichten Uebersicht der Auslän­der, die sich zu Beginn des Sommers 1922 im besetzten Gebiet aufgehalten haben. Nach dieser Uebersicht wohn­ten zur angegebenen Zeit rund 150 000 Ausländer in der Rheinprovinz. Dabei muß berücksichtigt werden, daß diese Zahl eher zu niedrig als zu hoch angegeben ist. Dazu kommt weiter, daß in dieser Statistik die nicht­preußischen Landesteile des besetzten Gebietes nicht be­rücksichtigt worden sind. Und endlich muß hervorgehoben werden, daß jegt im Hinblick auf die eingetretene weitere Markkatastrophe die Zahl der ausländischen Zibilper­sonen weitaus größer tft, als in dieser Statistik aufge­nommen worden ist. Nach der vorliegenden Uebersicht hielten sich u. a. in der Rheinprovinz( wohlgemerkt außer den Besagungstruppen und den Angehörigen der Be fagangstruppen) 4 563 Franzosen, 6 972 Belgter auf. ( Die scheinbar fleine Zahl von Franzosen und Belgiern erklärt sich damit, daß diese in besonders großer Zahl in der großen Zahl der Angehörigen weitesten Grades der Besagungsbehörden enthalten find. D. Red.) Von den übrigen hochvalutarischen Ländern wohnten in der Rheinprobing 4590 Norweger, 2285 Schweizer, 4855 Italiener, 3320 Spanter, 4039 Serben, Kroaten und

Reich angeordnete) Aufhebung der Tabak perre für Roh­tabat. Auf die Anfrage desselben Abgeordneten erklärte die Regierung, daß die Auszahlung der Teuerungszu­lagen an Alters. und Invalidencentner usw., wo dies nicht schon geschehen, alsbald erfolgen soll. Abg. Hof­mann- Alzey fragt an über die bisher nicht erfolgte Aus­zahlung der Entschädigung für Viehberlufte infolge von Maul- und Klauenseuche an 12 Befizer in Gau Bickel­

Todesschatten des Zusammenbruches umdunkelt ift. Dort unten aber wird über unser Schicksal gewürfelt. Wenn Kemal morgen auf die im Vertrag von Gebres neutraltefterten" Meerengen und auf Konstantinopel marschiert, dann haben wir den Krieg im Orient. Eng­land muß fämpfen um Konstantinopel. Sein ganzes Prestige, seine Herrschaft in Aften steht auf dem Spiel. Ohne Verständigung mit Frankreich aber ist eine an­nehmbare Lösung der Krisis im Orient so gut wie un­möglich. Diese Verständigung muß es bezahlen, bezah len mit Konzefftonen an Frankieichs Reparations- und Rheinland politif. Sapienti sat! Die Ginigung mit Belgien über die Garantierung der Schazwechsel tann uns für die nächsten Monate vor einer direkten Gefahr

den Abschluß der Entente mit Frankreich Rußland, durch den Weltkrieg und den Versailler Vertrag aber zerschlug es die deutsche Armee, zerstörte es selber das europäische Gleichgewicht. Ein Heer in Europa besitzt heute nur mehr Frankreich. Und damit beherrscht es macht politisch ganz Europa. Es steht am Rhein und an der Schwelle des Ruhrgebiets. Es unterwühlt im Orient

errichtet werden. Reich, Länder, Gemeinden und sonstige öffentlichen Körpenschaften sollen zur Schaffung von Wohnungen für ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter ausreichende Arbeitgeberzuschüsse leisten, da die Befcte digung des Wohnungsbedürfnisses zurzeit faum möglich ift. Mit Hilfe öffentlicher Mittel ist an der Finanzterung der Wohnungsneubautätigkeit grundsäglich festzuhalten.

1153

Expedition: Gießen, Südanlage 21.

Samstag, den 7. Oftober 1922.

Slobenen, 13 424 Tschecho- Slowafen und 58 583 Hol. länder, der Reft verteilt sich auf die übrigen Staaten.

Wie sie schmarotzen!

Paris. Die Botschafterkonferenz hat die Bezüge der Mitglieder der Interaliterten Kontrollfommissionen mit Wirkung vom 1. September an auf das dreifache der bisherigen Säße erhöht. Demgemäß erhalten fortan monatlich außer ihren Heimatsgehältern: . 310 800 Mt.

1. der vorsitzende General

2. sonstige Generäle sowie Obersten und Oberstleutnants

3. sonstige Oberften und Oberstleutnants sowie Majore

4. sonstige Majore

5 Hauptleute, Beutnants und Unterleut­

nants. 6. Unteroffiziere 7. Gemeine

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. 229 425

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147 525,

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139 275

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75 730

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Sozialdemokratie und Krieger vereine. Nachdem der Parteitag 1921 der Mehrheitssozial­demokratie bereits mit großer Mehrheit einen Antrag abgelehnt hatte, nach dem Mitglieder von Kriegerveret. nen nicht gleichzeitig Parteimitglieder sein dürfen, taucht zum nächsten Parteitag wieder ein solcher Antrag auf. Er wird vom Bezirk Westliches Westfalen, Sande und Heidemühlen gestellt. Einen ähnlichen Antrag stellt der Bezirk Eckner, er beschränkt sich aber darauf, daß Par teigenossen an solchen Orten, wo Arbeitersport oder

hessischen Beamten und anderen interessierten Kretsen lebhafte Erregung hervorgerufen hat. Die seit langen Jahren dort tätigen Legationsräte Freiherr von Löw und Stimmel find dort ausgeschieden. Ecfterer ist, wie wie höcen, in das Finanzminifterium übergetreten, der Lettere geht in den Justizdienst über.

Das Scheiden dieser Beamten hängt mit der Er­nennung des Pressedirektors Bornemann zum Ministerial­

yur geyunvent, uno mit außerordentlichem Erfolg. Die gebührende" Rolle in der Welt ist die macht und wirtschaftspolitische Beherrschung des alten Kontinents. 3wangsläufig ergibt sich daraus der Kampf mit Eng. land. Denn hier handelt es sich nicht mehr um ein europäisches Gleichgewicht", sondern Erringung einer welt beherrschenden Stellung Frankreichs. Frankreich will das Erbe des Imperium Romanum antreten. Das tst neben Europa Vorderaften, Aegypten und Nordafrika. Das aber bedeutet das Ende der englischen Weltherr­shaft. Wir haben lange, biel zu lange diese Politik Frankreichs für nationalistische Ueberspanntheit gehalten, wir haben viel zu lange gutgläubig auf die britische Almacht gebaut. ( Schluß folgt.)

Frankreichs angewiesen ist, weil Frankreich das militärische Uebergewicht in Europa erlangt har, sie ist ernst, weil das Recht in der Welt, das Selbstbestimmungsrecht der Völker, durch Frankreichs imperialistische Politif zu einer Farce geworden ist. Es liegen Anzeichen darüber vor, daß Frankreich, obwohl die Gefahr wahrscheinlich vorüber gehend beseitigt war, alle Vorkehrungen getroffen hat, um

und so zu erhöher, daß aus ihrem Ertrag jährlich 20000 neue Wohnungen gebaut werden können. Industrie und Bankgewerbe, sowie Land- und Forstwirtschaft sind ceichs­gesetzlich zu verpflichten, entsprechend ihrer Leistungs­fähigkeit neben allgemeiner Wohnungsbauabgabe Ar­beitgeberzuschüsse zur Erstellung von Wohnungen zu leisten. Schließlich verlangte der Ausschuß von der

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 4,20 mk.

die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 6,00 Mt. Die 90 mm breite Reklame 3eile 12,00 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. steles( 30 Lage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gieken.

Telephon Nr. 1362.

35. Jahrg.

Arbeitergesellschaftsorganisationen bestehen, nicht mit. glieder gleichartiger bürgerlicher Vereine oder Kriegerver­eine sein sollen. Der besonnenere Teil der Sozialdemo­fratte wird ja voraussichtlich wohl diese, angesichts der politischen Neutralität der Kriegervereine völlig unge­rechtfertigten Anträge wieder ablehnen; daß sie aber überhaupt gestellt werden konnten, beweist, mit welchem blin den Haß immer noch einzelne sozialdemokratische Bezirke gegen allgemein vaterländische, unpolitische Organisationen anfämpfen. Was in einzelnen Bezirken möglich ist, geht auch aus einem Antrage Semd hervor, der dahin geht, Parteimitglieder, die andere Zeitungen als die Par­teipreffe lesen, aus den Gnwerkschaften und aus der Partet auszuschließen! Der Bezirk Schwerin i. M. stellt den Antrag, der Parteitag fönne sich nicht mit der Er­hebung des Deutschlandlte des zur republikanischen Volkshymne einverstanden erklären, weil der Text einer- Völkerversöhnung hinderlich set. Offenbar weiß man in den leitenden Kretsen der Schweriner Sozialdemokratie noch immer nicht den Sinn des Liedes zu erfassen.

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Jeiner Writmenjen meint, der sollte sich auf teinen Fall der Mithilfe fernhalten. Besonders die Ledigen, männ liche und weibliche, find hierzu aufgefordert. Was die Hausbefizer betrifft, so sollten auch diese auf keinen Fall zurückhalten, da es ja auch in ihrem Interesse liegt, wenn wieder gesunde Wohnungsverhältnisse erreicht wer­den. Hier gilt die Parole: Alle für einen, einer für alle.( Osterwied a. Harz finanziert seine Bautätigkeit selbst durch Herausgabe von Notgeld). Am legten Diens­tag famen bei der ersten Haussammlung zum Wohnungs­bau durch Selbsthilfe 77 000 Mark zusammen. Alle 14 Tage wird weiter erhoben. Auch hier sind gute Erfolge bisher zu verzeichnen. Wo ein guter Wille ist, ist auch ein Weg.

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