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sfunft frei, von g. Schmidt, Chemnih, Rosenstraße 12

Gießener Zeitung

Bezugspreis 20,- mk. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 60,- Mt., vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. Erscheint ausgabestellen viertelfährlich 51,- Mr. Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Druck der Gießener Verlagsbruckerei, Albin Klein.

Rr. 48.

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Telephon Nr. 1362.

Die Erziebung zum Hass.

Das Brüsseler Sozialistenblatt Le Peuple" ver­öffentlicht einen Artikel Der Haß in der Schule", in dem ein von zwei Herren Alexandre und de Neve herausgegebenes Geographiehandbuch für Schulzwecke" scharf fritisiert wird. Nichts tann die Berechtigung dieser Kritit besser zeigen, als die Wiedergabe einiger Stellen, an denen dieses Schulhandbuch" von Deutschland spricht Der Peuple" hat zwei Auszüge aus dem Machwert der beiden belgischen Pädagogen beröffentlicht; aber diese Auszüge, so furz sie sind, sagen alles. Hören wir zunächst, was über die deutsche Rasse" gesagt ist: " Außerhalb der Gesellschaft der Nationen", so lesen wir, befinden sich die Deutschen! Diese Vers brecher, die im Laufe der Geschichte immer die Welt beunruhigt haben! Man muß Sie unter die Kategorie derjenigen Völker rechnen, die unfähig find, sich selbst zu regteren, und man muß fie völlig auf dieselbe Stufe mit den Negern und Papuas ihrer früheren Kolonien stellen. Aber diese haben wenigstens noch ein Herz!" An einer anderen Stelle heißt es: Die Bevölkerung Deutschlands gehört größtenteils der germanischen Bölkerfamilie an, deren Vertreter sich immer schon, Jahrhunderte hindurch, durch ihre Grausamteit, Treulosigkeit, Lügenhaftigkeit und Ver­tragsbrüchigkeit ausgezeichnet haben." Das Brüffeler Sozialistenblatt charakterisiert die beiden was feren Jugenderzieher folgendermaßen:" Wenn Herr Alexandre sich vorstellt, alle Deutschen seien durch eine gewiffe Bestimmung der Vorsehung dazu verdammt,

die Ueberlastung der Wirtschaft mit Steuern Einspruch erhoben. Angesichts der ständig steigenden Wiederbe­schaffungspreise steht der Hansa- Bund in dec Umsatzsteuer tetne Möglichkeit der Abwälzung. Die Umsatzsteuer ist

Oktober geforderte Preis für Auslandszuder von 80.­Mart gegenüber der Tagesforderung fehr gerechtfertigt erscheine. Von Mai bis Oktober habe die Geldentwer­tung das Sechsfache betragen; der Angeklagte hatte also im Hinblick auf die Fortführung seines Geschäftsbetriebs 100 bis 110 Mark für das Pfund fordern können, ohne einen übermäßigen Preis genommen zu haben. Der

Decolenvete unveutuje vunulie ven

Expedition: Gießen, Sadanlage 21.

Samstag, den 2. Dezember 1922. unaufhörlich bis zum jüngsten Gericht alle eingegangenen Verträge zu brechen, und wenn Herr de Nébe das Deutsch land Goethes und Einsteins auf dieselbe Kulturstufe mit den Papualändern stellt, so find das Ansichten, nach denen niemand fragen wird und über die niemand sich aufhält. Wenn man aber unter dem Vorwand der Er ziehung" unseren Knaben und Mädchen diese bösartigen Dummheiten vorsegt und ihre Unerfahrenheit gebraucht, um ihnen dies noch glaubhaft zu machen, so ist das nicht nur ein Vertrauensmißbrauch schlimmster Art, sondern es zeugt auch von einem geradezu evidenten Mangel an pädagogischem Ehrgefühl." Wir können dem Urteil des Peuple" nur beipflichten.

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Oeffentliche Kredite für Konsumvereine. Vom Hansabund wird uns geschrieben:

Am 29. September d. J. teilte der preußische Minister Landwirtschaft im Landtag u. a. mit, daß den on sumberetnen ein Reichskredit bon 430 Millionen Mrt eingeräumt set. Nach dieser ungeheuren Bevorzugung der Konsumbereine gegenüber dem schwer um seine Existenz ringenden gewerblichen und unter größter Kapitalnot leidenden Mittelstand, scheint den Konsumbereinen weiterer Appetit nach öffent­licher Unterstügung zu fommen. So schreibt in den Sozialistischen Monatsheften"( Nr. 21/22) der bekannte Sozialist Peus, daß es notwendig set, die Genossen: schaften mit kapital und moralischen Mitteln durch Reich, Land und Gemeinde zu fördern. Die Gesamtheit set auf das äußerste daran interessiert, daß die gemeinnüßige Verteilungsweise der Genossen.

etnes Alkoholberbots statt. Von Jamtlichen, uber 20 Jahre alten Einwohnern des Stadtteils Neustadt( 13 547 Per­son.n) stimmten 91,3 Proz. für das Alkoholverbot, 6,2 Bro. waren dagegen und der Stimme enthielten sich 2,5 Proz.

mußten schon über 40 Millionen Mark zum Einkauf hingelegt werden. Solche Beträge sind meist nicht mehr borhanden. Heute set man, um den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu können, zu Bittgängen zu den Bant­direktoren gezwungen, während man früher einen Bank. kredit nicht benötigte. Es liegt eine riesige Gefahr für die ruhige Abwicklung des öffentlichen Lebens

fahren haben, die wir Tag und Nacht nur darauf finnen und 1250000 Mt. Die anderen Stiere gingen für je|

und trachten, wie wir Eure Kinder speisen und bekletden 980 000 Mk. fort.

Weinbrand

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( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 6,- Mk.

die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 10,- Mr. Die 90 mm breite Reklame 3etle 20,- Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gießen.

Telephon str. 1362.

35. Jahrg.

schaften denkbar gefördert werden; denn jedwede Aus schaltung von Wuchermöglichkeit(?) set im höchsten Grade erwünscht Händlerinteressen fönnten gegenüber dem starten Interesse der Gesamtheit nicht in Erwägung gezogen werden. Peus verlangt, daß den Konsum= bereinen gegen niedrige 3insen Betriebskapital geltehen wird, damit sie so billig wie möglich einkaufen und sich der Bewucherung durch den Großhändler entziehen. Er fordert alle Sozialisten auf, für solche Unterstüßung der Konsumbereine in Land und Gemeinde einzutreten.- Der Hansa- Bund richtet an alle Organi sationen des Handels die dringende Bitte, mit aller Macht gegen diese Art der Sozialisterung auf indirektem Wege anzufämpfen. Solche Ent­wicklung der Wirtschaft führt zur Zertrümmerung des Mittelstandes, wenn nicht dieser in letzter Stunde seine gesamten organisatorischen Kräfte zur Gegenwehr sammelt. Eile aber ist dringend geboten!

Kinderspeisung.

Der Deutsche Zentralausschu" für die Auslands. hilfe berichtet, daß in der Bett vom 1. April bis 30. September ds. Js. in den verschiedenen Teilen Deutsch­lands durchschnittlich 373 000 Schulftnder, Kleinkinder, sowie hoffende und stillende Mütter täglich eine Früh. stücksmahlzeit erhielten. Mit Hilfe von Auslands- und Reichsmitteln wird es unter Mitverwendung bon Ersparnissen des Sommers möglich sein, die Teil­nehmerzahl im tommenden Winter auf durchschnittlich 500 000 zu erhöhen.

Berantwortlich: Ibin Alein, Gießen.

hübsche Heft besonders wertvoll. Man kann es beim Bucyanotee oder direkt vom Verlag Otto Beyer, Leipzig B für Mt. 66,- ( einschließlich Zuschlag) beziehen.

Berantwortlich: Ibin Яlein, Gießen.

laufe aber ebenso das Riesenrisiko, bet steigendem Mark. wert große Berlufte buchen zu müssen. Das Wuchergericht sprach den Angeklagten frei, indem es sich den Ausführungen des Reichsgerichts nicht anschloß. Dieses verwehrt dem Kaufmann, daß er den Wiederbeschaffungspreis zugrunde lege, es geht von dem Gestehungspreis aus und sagt weiter, daß die Geldent­

Berantwortlich: lbin Klein, Gießen.

Winkelhausen

Baluta heute nicht weniger als Milliarden Mark beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz un möglich, diese Riesenschuld zurückzuzahlen, und wenn sie et wa auf dem Steuerwege aufzubringen versucht würde, dann wäre die gesamte Bürgerschaft Flensburgs mehr als bankrott. Man sucht die Schuld auf den vor kurzem wiedergewählten Bürgermeister Dr. Todsen abzuwälzen, doch haben Magistrat und Stadtverordnete, da die da­malige Vorlage durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde, die Verantwortung zu tragen.

Dieser Fall zeigt so recht deutlich, wie wichtig es i, daß bei Stadtverordnetenwahlen auch vorsichtige Männer zu wählen sind.

sich der Schuldner dazu bequemen, den Ausgleich zu vollziehen, indem er einfach mehr bezahlte. Hätte er nicht gezahlt, dann wäre er wohl verklagt worden, denn mit St. Bürofcatius ist nicht zu spaßen, der hält immer noch den alten Saz hoch: Wer den Pfennig nicht ehrt..."

H. A.** Zur Preisbildung im Handwerk wird in lezter Zeit aug von behördlichen Stellen in der Presse mehrfach die Auffassung vertreten, den handwerk­lichen Organisationen insbesondere den Innungen sei es untersagt, ihre Mitglieder zum Einhalten bestimmtec Preise für ihre Erzeugnisse zu verpflichten. In dieser

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even minungen ver Orwelve- nung mit in Strafe nehmen. In längeren Verhandlungen zwischen den Preisprüfungsstellen und der Handwerkskammer einigte man sich auf die Bildung von Kommissionen, bestehend aus Vertretern der Handwerkskammer, der Fachverbände und Preispcüfungsstellen, die in Kürze einheitliche Kalfulationsgrundlagen aufstellen werden. hierdurch wird eine reibungslose Zusammenarbett der Preisprüfungsstellen und der handwerklichen Organisa= tionen gewährleistet sein, die nicht nur im Interesse des Handwerks, sondern auch der Behörden und auch der Deffentlichkeit geboten erscheint.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.