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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 4.- mk. monatlich vierteljährlich 12,- Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 9,- Mt. Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksen­dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Drud der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Nr. 26.

Telephon Nr. 1362.

Aufruf.

230

Expedition: Gießen, Sudanlage 21. £ P1w;, 68,

Samstag, den 1. Juli 1922.

( Gickener Tageblatt)

Anzeigenpreis 2,40 mk

die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 3,00 Mt. Die 90 mm breite Reklame 3eile 6,00 Mark. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Sonkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" in Gieken.

Telephon Nr. 1 362,

35. Jahrg.

Cagung des Reichsvereins Deutscher teilnagmen, brannte das Dorf Capern nieder. Fünf Feuerwebringenieure in Giessen.

Bauerngehöfte mit 25 Gebäuden, großen Erntevorräten, landwirtschaftlichen Maschinen und anderen Inv ntarien wurden eingeäschert. Das Vich entging nur dadurch Schwer lastet der Druck der ungünftigen wirt. Im weiteren Verlauf der Tagung hält Herr Ober- dem Flammentode, daß es sich auf der Weide befand. schaftlichen Verhältnisse auf unserem Bolte. Eine Teuer- brandingenieur Hildebrand- Köln einen Vortrag über Man vermutet, daß hier wie auch bei dem Brande in ungswelle folgt der anderen, die eine Eriftenz rücksichts die Lehren, die sich aus dem Brande des Theaters in Rösow cin Racheaft vorliegt. Ausgebrochen ist das los unter sich begrabend und die andere in ihren Grund- Deffau ergeben haben. Danach ist es notwendig, die Feuer in einer Scheune, und da die Nachbargebäude mauern erschütternd. Trostlose Vechältnisse herrschen im geltende Polizeivorschrift für Theater einer Revision zu teilweise mit Stroh gedeckt waren, so fand das Feuer Erwerbsleben mancher Volksschichten. Mehr denn je unterziehen. Besonders interessant an dem Verlauf des schnelle Nahrung. Die aus der Nachbarschaft herbet tritt das Problem der sozialen Fragen an uns heran. Brandes find die Druckwirkungen infolge Ausdehnung geeilten Wehren standen dem Feuer machtlos gegenüber. Zu seiner Bösung wird die Mitarbeit und Hilfe sämt der Luft bet der plöglichen Gcwärmung, die die theore Unter den Einwohnern der ganzen Gegend befürchtet licher Staatsbürger benötigt. Es ist eine moralische tischen Untersuchungen bei der Berliner Feuerwehr boll- man, daß der Brandstifter noch weiteres unheil anrich­Ehrenpflicht eines jeden, überall da tatkräftig einzuständig bestätigt haben und den Beweis für die Not- ten wird. Innerhalb einer Woche sind ja nun schon springen, wo die Tragik der Zeit Wunde auf Wunde wendigkeit der Anbringung von Sicherheitsventilen" auf altmärkisch hannoverschem Gebiet zwei Dörfer von schlägt. an Bühnenhäuser gebracht haben. Brandkatastrophen heimgesucht worden, wobei über Am zweiten Verhandlungstage wurd.n von den fünfzig Gebäude zerstört worden sind. Vertretern der Industrie Vorträge über technische Neu. erungen gehalten und Neukonstruktionen von Feuer löschgeräten, Notbeleuchtungsanlagen u.s.w. vorgeführt.

Am Schwersten von aller Unbill der gegenwärtigen Verhältnisse werden wohl die heimgesucht, die durch irgend ein Gebrechen, troß Aufbietung aller Kräfte und Energie nicht in der Lage sind, den Kampf ums Dasein boll und ganz aufzunehmen. Zu diesen Erwerbsbe­schränkten gehören zweifellos auch unsere Blinden. Ihr Berdienst, den sie sich meistens durch Bücften- und Besenbinder, Stuhl, Korb- und sonstige Flechtarbeiten, sowie Setlerei und Klavierstimmen erwerben, ist durch den Mangel des wichtigsten Sinnes so gering, daß der Einzelne nur selten das zum Leben unbedingt erforder Itche Existenzminimum erreicht.

In unserem engeren hessischen Vaterlande sind seit einiger Zeit Bestrebungen im Gang, hier Abhilfe zu schaffen. Es soll eine Organisation entstehen, die alle hessischen Bitnden umfaßt, nach Art der bereits in an deren Bundesstaaten bestehenden Landesfürsorg vereine. Um diese segensreiche Pläne zu verwirklichen, werden umfangreiche Mittel benötigt. Nur wenn alle mithelfen, wird es nicht allzuschwer fallen, die gesammelten Bau­steinchen aufeinanderzusehen und zu einem schönen festen Bau zusammenzutun. Zur Aufbringung derselben geht daher an die sehende Bevölkerung Hessens die allerherz Itchste Bitte, ihr Sch.rflein zur Milderung der unter den Blinden herrschenden Not beizutragen. Edel denkende Menschen, die ihre hilfreiche Hand zum Besten ter Blindensache darcetchen wollen, bietet sich mannigfache Gelegenheit. In erster Linie handelt es sich darum, den Blinden heilsame Beschäftigung und lohnenden Verdienst zu

beschaffen, bezw. den Absatz der gefertigten Waren zu för­dern. Außer der Landesblindenanstalt in Friedberg, dem Blindenb.schäftigungsberein von Mainz, nimmt auch der Blindenbeschäftigungsverein von Darmstadt und Umgebung, Darmstadt, Starlstr. 21 Aufträge in Repa raturen sämtlicher Flechtenarbeiten entgegen und führt Pestellungen in allen einschlägigen Artikeln der oben erwähnten Handwerke aus.

Zur finanziellen Unterstützung und Erweiterung des als Grundlage der zu schaffenden Organisation diener: den Blindenbeschäftigungsverein von Darmstadt und Umgebung" ist der Beitritt als unterstüßendes Mitglied eine erwünschte Hilfe. Die Festsetzung des jährlichen Beitrags liegt vollständig im Ermessen des& nzelnen, i doch sei bemerkt, daß ein Beitrag von 100.- Pif. auf­wärts zu dem freten Gintritt in alle zu Gunsten des Vereins in zwangloser Reihenfolge stattfindenden Veian­staltungen wie Konzerte, Vorträge aus allen G.bi.ten und Werbeousstellungen berechtigt.

Ilm dem Verein die Mittel zu seiner schweren und wichtigen Aufgabe zur Verfügung stellen zu können, muß die größte Opferwilligkeit der sehenden Mitmenschen angerufen werden. Auch durch Vermächtnisse und Stift­ungen jeder Art fönnen Gönner und Freunde des ge= meinnüßigen Unternehmens ihren Wohltätigkeitssinn

befunden.

Zur Aufklärung des Publikums über das Blinden­wesen im allgemeinen und zur Förderung und An­regung des Interesses werden kleinere und größere Abhandlungen in den Spalten dieses Blattes zur Ver öffentlichung gelangen, die dem freundlichen Wohlwollen der Leser empfohlen werden.

Der Unterzeichnete erläßt an die gesamte hefftsche Bevölkerung die innigste Bitte, sich die Not unferer Blinden zu vergegenwärtigen und ihr Herz dem hiermit an sie gestellten E.fuchen nicht zu verschließer. Jegliche Anfragen beantwortet und Auskünfte erteilt

gern

C. Weide card. rer. pol.

Am dritten Verhandlungstage spricht Herr Baurat Dr. Ing. Silomon- Bremen über Brandabschnitte und Ausgangsverhältnisse bei Hochhäusern. Er hebt die Wichtigkeit der Schaffung von Brandabschnitten in der tifaler und horizontaler Richtung durch Brandmauern und feuersichere Decken Brandscheiben" hervor. Die Brandscheiben dürfen auch nicht durch die Verkehrswege wie Treppen und Aufzüge durchbrochen werden. Dieses läßt sich dadurch erreichen, daß entweder die Treppen und Aufzüge an den Brandscheiben abgesetzt werden, in's Freie verlegt werden, oder im Freien liegende Zu­gänge über Balfone u. s. t. erhalten.

Herr Brandingenieur Stude- Breslau hält fritische Betrachtungen über die Wasserversorgungen auf Brand stellen ab und bringt für die Konstruktion der Feuer löschgeräte derartige einschneidende neue Gesichtspunkte vor, daß die Versammlung eine Aussprache über das Gehörte bis zur nächstjährigen Mitgliederversammlung verschiebt.

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Solche und ähnliche traurige Nachrichten liest man jegt öfters fast in allen Zeitungen Deutschlands. Wenn die einzelnen Regierungen die sog. Selbstschutz Organt. sationen nicht dulden dürfen, dann ist es dennoch an der Zeit, wenn überall freiwillige Wachen" aus. geftelt werden. Jeder Zentner Heu, Korn etc., i de Scheune etc. durch Feuer z rstört, ist ein Verbrechen am ganzen Volk.

Lokales.

** Das Amtsverkündigungsblatt des Kreisamts vom 27. If. Mts. enthält die Verordnungen, welche der Herr Reichspräsident aus Anlaß der ruchlosen& c. mordung des Reichsministers des Aeußeren Dr. Rathenau erlassen hat. Das Amtsblatt wetst darauf hin, daß bei dem Kecisamt der feste Wille zur Durchführung dieser Maßnahmen besteht und empfiehlt dem Boltzetamt Gießen, den Bürgermeistereien und der Gendarmerte des Kreises gewissenhaftefte Mitarbeit. Dem Kreisamt ist durch diese Stellen unverzüglich Mitteilung zu machen, wenn Veranstaltungen im Sinne des§ 1 der Verordnung Magistratsbaurat Dipl. Ing. Schaefer Berlin be- des Herrn Reichspräsidenten geplant sind, welche Be richtet über die Möglichkeit der Verwendung drahtloser sorgnisse dec im§ 1 ebenda genannter Act entstehen laffen tönnen. Zuständig für das Verbot solcher Ver: Telegraphie bei der Feuerwehr. Aus dem Bericht geht hervor, daß die Fortschritte der drahtlosen Nachrichten anstaltungen ist das Ministerium des Innern in Darm­Umfange bei der Feuerwehr Anwendung finden können. übermittlung soweit gedtehen sind, daß sie im gewissenstadt, in Gilfällen, wenn G.fahr in Verzug ist, auch das Besonders wichtig ist die Einführung für die Nach­richtenübermittlung von der Brandstelle aus zu den Feuerwachen bet so groen Löschbezirken wie der Bezirk Groß- Berlin und bei Ueberlandlöschhilfe.

Ginen sehr breiten Raum der Verhandlungen nahmen die Aussprachen über das Gerät für Wieder. belebung Scheintoter eta, nachdem in letzter Zeit schwere Vorwürfe gegen die Konstruktionen der jetzt gebräuchlichen Apparate erhoben wurden, sodaß auch das Reichsge: ſundheitsamt sich mit der Angelegenheit befassen mußte.

Die Aussprache führte zu dem Ergebnis, daß ein Grund zu ernsthafter Beunruhigung nicht vorhanden ift.

Die Verhandlungen des Reichsvereins Deutscher Feuerwehringenieure haben dem Außenstehenden gezeigt, in wie aufopfernder Weise di Fuerwehringenieure der Fortentwicklung des Feuerwehrwesens zum Schuße des 2.bens ihrer Mitmenschen und zur Echaltung des nationalen Vermögens widmen. Die Tätigkeit des Reichsvereins verdient das weitgehendste Interess. Es haben sich auch daher bereits eine größere Anzahl in­dustrieller Unternehmungen dem Vereine angeschlossen, um seine Arbeiten zu unterstützen und auch wieder daraus einen Nußen für sich zu beziehen. Es wäre wünschensweit, daß noch aus weiteren Kreisen der Industite den Feuerwehringenieuren, die ja alle Beamte find, die Mittel zur Fortführung ihrer Arbeit sicherge­ftellt werden.

Das bannoversche Dorf Capern

eingeäschert.

Fünf Bauerngeböfte mit 25 Gebäuden niedergebrannt. Wittenberge, 13. Juni. Kaum sind die Opfer des Doifbrandes in Rösow, wo am 5. Juni 28 Gehöfte niederbrannten, beigesetzt, und schon wieder hat in dem Nachbardorfe Capern an der Elbe eine schwere Feuers­

2. Vorsitzender des Blindenbeschäftigungsvereins für brunst gewütet. Ais gestern die Bewohner des Dorfes

Darmstadt und Umgebung.

Darmstadt, Heidenreichstraße 37.

Capern an der Beerdigungsfeier des bei dem Brand­unglück in Rösow tödlich verunglückten Safiwicts Rieck

Kreisamt.

Aus der Welt.

Den Atlantischen Ozean auf einem Wasser. flugzeug überflogen haben die beiden portugiesischen Ablatifer Gago Coutinho und Sacadura Cabral. Die Landung erfolgte am 5. Juni um 3 Uhc 20 Minuten in Pernambuco( Südamerika), von wo aus der Weiterflug in der Richtung auf Rio de Janeiro erfolgte.

Citerarisches. D

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** Die Romantiker der deutschen Musit"( Schubert, Weber, Marschner, Lortzing, Mendelssohn, Schumann, Liszt, Wagner, Brahms.) von Walter Nohl. Verlag von P. J. Tonger, Köln a. Rh., Preis Mt. 48.-. Aus der Feder des Verfassers der Klassiker der deutschen Musik" erschien nun­mehr ein weiterer Band über die deutschen Romantiker". Auch dieses Buch gibt in charakteristischen Zügen das Leben und Schaffen dieser Meister im Rahmen ihrer Zeit und Umgebung wieder und zeigt zugleich die Entwicklung der musikalischen Ausdrucks: möglichkeiten dieses Zeitabschnittes, der in die Musik der Mo­dernen übergeht. Unier Vermeidung von Anekdoten fesseln die Abhandlungen durch Lebendigkeit der Darstellung in fließender, allgemeinverständlicher Sprache.

Verantwortlich: Ibin Alein, Gießen.

Der echte

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Wirkliches Malz, nicht nur einfach geröstetes Getreide, daher wohlschmeckend und stets bekömmlich!