Ausgabe 
25.10.1913 Erstes Blatt
 
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Bedeutende Vermehrung der Armee- Luftflotte. In nächster Zeit dürfte, wie wir erfahren, eine Vermehrung der Luftflotte der Armee um nicht weniger als vier neue Schiffe stattfinden. Die Abnahme eines neuen Barjevalluftschif­fes, das den Namen P. 4" erhalten soll, steht un­mittelbar bevor. Das neue Militärluftschiff ,, M. 4" hat sich bei den bisherigen Probefahrten aus­gezeichnet bewährt und eine Geschwindigkeit von über 22 Gefundenmetern erreicht. Weiter wird in den näch­sten Wochen die Abnahme eines neuen 3 eppelin­Iuftschiffes( 3. 6") vor sich gehen. In etwa 8 bis 10 Wochen ist auch die Abnahme eines neuen Schütte Lanz- Luftschiffes vorgesehen, das zum Ersatz des bei Schneidemühl am 16. Juli dieses Jahres zerstörten S. L."- Schiffes bestimmt ist.

Oesterreich.

Der Prinz zu Wied trifft Anfang nächster Woche in Wien ein, um mit dem Grafen Berchtold über die albanische Thronfolge Besprechungen zu pflegen, Der Prinz wird sodann vom Kaiser empfangen. Von Wien aus wird der Prinz zu Wied weiter nach Rom reisen, um dort Besprechungen in der gleichen Angele­genheit vorzunehmen.

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Prinz Wilhelm von Wied hat den Re­gierungen der Großmächte eine Erklärung zugehen lassen, in der er sich bereit erklärt, die Krone des Fürstentums Aibanien anzunehmen. Er knüpft jedoch daran die Bedingung, daß Albanien vollständig von fremden Truppen geräumt werden müsse und daß es gleichzeitig folche natürliche Grenzen erhalte, die die fünftige Entwickelung des Landes nicht beeinträchtigen,

Wien, 23. Oft. Gestern fand im großen Saale der Handelskammer ein Vortrag des Präsidenten des Hansabundes, Dr. Rießer- Berlin, über " Finanzielle Kriegsbereitschaft und Kriegführung" statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Handelsmi­nister Dr. v. Schuster und die führenden Persönlichkei­ten aus der österreichischen Industrie und dem Handel, wie Exzellenz Sieghardt, die Herrenhausmitglieder von Schöller und Neumann und eine ganze Anzahl hohen Beamten und Militärs. Die Ausführungen wur­den mit stürmischem anhaltenden Beifall aufgenommen. Zum Schluß dankte Geheimrat Dr. von Plener in einer Ansprache über Politische Krisen" dem Redner.

Portugal.

von

* Lissabon, 21. Oft. Hier sind ernstere Ruhe­störungen vorgekommen, die schnell unterdrückt wurden. Es wurden über 100 Verhaftungen vorgenommen.

China.

Peking. Zwischen dem russischen Ge­sandten und dem chinesischen Minister des Aeu­Bern wurde eine Verständigung über den Inhalt des russisch- chinesischen Abkommens betreffend die Mongolei erzielt.

Vom Balkan.

Deciacus hirundinis. Es blieb nun noch die Frage offen, ob diese Tiere auch in die Häuſer bezw. in die Betten gehen. Hierüber schreibt Herr Prof. Dr. Sei zu Darmstadt das folgende:" Von Alters her stehen die Schwalbennester im Verdacht, Ungeziefer in die Häuser längst

s Darmstadt, 23. Oft. Der vierte Ausschuk der Zweiten hessischen Ständekammer tagte heute in Anwe senheit von Regierungsvertretern und beschloß, den Vor­stellungen der elektrotechnischen Spezialfabriken wegen

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gerade in den Großstädten, wo- leider! feine Schwalben mehr nisten, das Ungeziefer am besten gedeiht. Aber eine Bestätigung schien man doch gefun­den zu haben, als man in Schwalbennestern und deren Umgebung ein Tier in Anzahl auffand, daß genau wie eine Bettwanze aussah. Es ist aber eine andere In­jeftenart, die Schwalbenwanze, die sich durch Farbe, Körpergestalt und noch mehr durch Eigentümlichkeiten im Bau als eine andere Tierart Deciacus hirum­dinis verrät. Diese Tiere sind nicht tmstande, sich in den Betten der Menschen einzunisten und bleiben in ihren Nestern oder verbreiten sich auf andere Nester, wie auch z. B. der Hühnerfloh nicht an den Menschen, der Floh des Stacheligels nicht auf das Huhn geht. Es iſt auch eine viel verbreitete Fabel, daß man von lausten" Stubenvögeln Ungeziefer fangen fönne. Selbst wenn man sich Vogelläuse in die Haare setzen würde, so würden diese alsbald den Menschen wieder verlassen oder absterben, weil sie ihre Existenzbedingungen nicht finden. So würden auch Schwalbenwanzen, selbst wenn man sie künstlich in Betten brächte, ganz von selbst wie­der verschwinden. Es ist deshalb zwecklos, die Schwal­bennester aus unbegründeter Furcht zu vernichten; ja es wäre sogar gänzlich verkehrt, die Nester abzustoßen. Man vertreibt dadurch nur die Schwalben und zwingt die rings um Gebält ruhenden, nicht mit herabfallenden Schmaroßer zum Auswandern; und ob sie, ihrer na­türlichen Nahrung beraubt, aus Not nicht ausnahms­weise auch an Menschen naschen, ist keineswegs so sicher bewiesen, wie daß eine Ansiedelung von Kolonien an menschlichen Schlafstellen unmöglich ist.

Konstantinopel. Die Türkei demobilisiert die minder Waffenfähigen. Die den ostanatolischen Korps= bezirken angehörenden Truppen werden dorthin zurück­verlegt. Sie bleiben in Waffen, um nötigenfalls sofort wieder nach Thrazien zurückzukehren und ebenfalls, um die Armenier in Schach zu halten. Die zurückkehrenden waffenfähigen Kriegsgefangenen sind zur Vervollstän­digung der Armeekorps in Kleinasien und Syrien an­gewiesen.

Sofia, 23. Oftober. Einer offiziellen Meldung zufolge ist die Besetzung von Westthrazien durch die bulgarischen Truppen bisher, ohne jeden zwischenfall vor sich gegangen. Am Freitag haben die Bulgaren Gümüldschina und Dedeagatsch erreicht.

Aus Stadt und Land.

Errichtung einer Submissionsstelle bei der Handwerkskammer

zu Darmstadt.

solution vorzuschlagen, in der die Regierung ersucht wird, die Errichtung von Zweckverbänden zur Versorg ung der Gemeinden mit Gas, Wasser usw. zu unter­stützen.

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s Darmstadt. Die Denkmünze für verdienst. volle Leistungen im Bau- und Verkehrswesen, die im vorigen Jahre vom Kaiser gestiftet wurde, ist jetzt Professor Edmund Körner in Darmstadt in Gil ber verliehen worden.

* Wiesbaden. Das ganze auf der Platte zu ge winnende Nutzholz ist an eine Firma in Saarbrücken ver­kauft und wird auch dorthin verfrachtet werden. Ge schlagen wird auf dem ganzen Areal sämtliches Stamm

Vinjen.

:: Köln

holz, während das Kleinholz stehen bleibt. Mit den ze bevo Fällungen wird anfangs der nächsten Woche begonnen Rölner Poli

werden.

n Frankfurt a. M. Leutnant v. Hoppe, der auf dem Niederräder- Flugplatz seine Pilotenprüfung ablegen sollte, erlitt beim Landen am Rebstocker Hof einen Un

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fall. Der Apparat wurde zertrümmert. Der Flieger kam jd beleuchtet

ohne Verletzungen davon.

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):( Vom Taunus. Nach dem Muster der Gl. Tagen mit dem Bau einer Bobsleighbahn vom Gipfelwerber eru

Morizer und Oberhofer Anlagen wird in den nächsten

des großen Feldberg nach Oberreifenberg begonnen.

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):( Hanau, 24. Oft. Wie amtlich festgestellt worites anzuje den ist, haben sich bei der im Bezirk der Stadt Hanau veranstalteten Umfrage wegen Einführung des Acht. u hriaden schlusses mehr als Zweidrittel der Jn haber von offenen Verkaufsstellen für die Einführung des Achtuhrladenschlusses erklärt. Daraufhin hat der Re gierungspräsident in Kassel die Einführung des Achtnisse und uhrladenschlusses ab 1. November mit den üblichen Aus. higkeit in c

nahmen angeordnet.

):( Hanau. Der Verband der Bureaurangestellten Leipzig. Leipziger in Deutschland, Bezirk Hessen- Nassau und Großherzog tum Hessen hielt am 19. Oftober im Hotel zum Riesenen und feir seine Bezirkskonferenz ab. U. a. wurde über die Bertolle Vorg schmelzung mit dem Zentralverband der Hand b äußerte lungsgehilfen verhandelt und dieser Verhmelzung auch

Die Submissionsstelle der Handwerkskammer ist nunmehr in Tätigkeit getreten. Wurden seither schon von der Kammer, die einschlägigen Arbeiten wahrgenom­men, so soll für die Folge auf diesem Gebiete eine noch intensivere Tätigkeit entfaltet werden. Insbesondere gilt es die Vertretung und Verbreitung einheitlicher und ge­sunder Grundsätze auf dem Gebiete des Vergebungsgrundsätzlich zugestimmt. wesens herbeizuführen. Weitere Aufgaben sind: die Unterstützung von Angeboten bei größeren Vergebun­gen, soweit hierzu nach den bereits mehrfach veröffent­lichten Leitsätzen Veranlassung vorliegt; die Untersuch= ung von Beschwerden und Abstellung etwaiger Miz stände; die Vertretung berechtigter Forderungen gewerb­licher Korporationen bei den maßgebenden Behörden u. dergleichen.

3igaretten steuer. Im Interesse un ferer zahlreichen mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir an dieser Stelle auf die einschneidende Bestimmung in§ 15 des Zigarettensteuergesetzes besonders aufmerksam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Bigarettentabat, 3igarettenhülsen u.-Blätt­chen befassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzu­zeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steu­eramtes bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. Die Be­achtung dürfte umsomehr erforderlich sein, als Zuwider­handlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschrif­ten mit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mart ge ahndet werden.

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Vogelschutz. Von dem Vertrauensmanne des Vogelschutzvereins, Herrn Lehrer Keller in Läm merspiel, war im Herbste 1912 darauf hingewiesen wor­den, daß die Hausbejizer dort feine Schwalbennester an ihren Häusern duldeten und behaupteten, die Schwal­

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):( Heppenheim. Seit Mittwody abend ist gick verhin der Bürgermeister H. Kohl verschwunden, nach dem durch den Untersuchungsrichter und einen Buch sachverständigen eine Bücherkontrolle stattgefunden hatte,

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Selbstredend muß zunächst sich bemüht werden bei den Reichs-, staatlichen und städtischen Verwaltungen Einfluß zu gewinnen, doch ist auch hierfür stets die Mithilfe der Handwerkskorporationen und Handwerker erforderlich. In erster Linie ist notwendig, daß die Stelle jederzeit rechtzeitig von solchen Angeboten, wirksam unterstützt werden sollen, Kenntnis erhält. Wei­ter muß darauf gesehen werden, daß Beschwerden jeder­zeit in sachlicher Form und möglichst mit Unterlagen bersehen, vorgebracht werden, damit zeitraubende Rück­ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen Büdejer werde fragen erspart bleiben. Es wird daher den Korporati- leins, in welchem eine neue fombinierte Milch und onen und Handwerkern empfohlen, diese Punkte genau zu beachten und zur Besserung der Verhältnisse auf dem Gebiete des Submissionswesens dadurch beizutragen, daß sie sich rechtzeitig um die ausgeschriebenen Arbeiten und nötigen Unterlagen fümmern. Hat der Handwer fer in dieser Hinsichts nichts versäumt, dann wird auch bie Unterstützung seiner Interessenvertretung leichter und bon größerem Erfolge begleitet sein. Die Submissions stelle der Handwerkskammer steht den Handwerkern je­derzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.

ben brächten Wanzen in die Häuser. Als die Vögel weggezogen waren, untersuchte er deren Nester und fand in ihnen tatsächlich auch braunrote, 4-5 Millimeter lange, den Wanzen ähnliche, übelriechende Tierchen. Ge­legentlich der Versammlung des Vogelschutz- Vereins für das Großherzogtum Hessen in Offenbach a. M. im Au­gust dieses Jahres wurde u. a. auch diese Angelegen- heit erörtert und veranlaßt, daß die Tierchen durch einen Zoologen bestimmt wurden. Nach dessen Angaben han­delt es sich um die seltene Schwalbenwanze,

Lohnbewegung der Zigarrenarbeiter.

Der Verband der Bigarrenfabrikanten von Un terbaden, Hessen, Rheinpfalz und eines Teiles von Württemberg beschloß, die von dem Zentralverband des Christlichen Tabakarbeiter Verbandes geforderte allgemeine Lohnerhöhung als undurchführbar abzulehnen, da die Zigarrenindustrie seit einigen Jahren knapp verdiene und teilweise sogar mit Verlust arbeite. Auch den übrigen Forderungen der Arbeiterorganisation gegenüber, wie die obligatorische Einführung von Arbeiterausschüssen, die Ab­schaffung der Ueberstunden und der Materialstrafe und Abschluß von Tarifverträgen, verhält sich der Verband ablehnend.

o Büdingen. Unter dem Vorsitz des Fürsten Wolfgang zu Jenburg und Büdingen hat sich in Büdin­gen ein Ausschuß zur Feier des 1914 stattfindenden 400 jährigen Bestehens der Büdinger Schützenge sellschaft gebildet. Das Jubiläum, zu dem bereits 10000 Mark gezeichnet werden, soll eine volle Woche, vom 19. bis 26. Juli 1914 gefeiert werden und durch einen historischen Festzug und die Aufführung eines Fest­spiels besonderen Glanz erhalten.

s Darmstadt. Bankdirektor Ludwig Neuz, der mit seiner Tochter eine Odenwald- Tour machte, wurde dabei von einem Schlaganfall betroffen, an dessen Folgen er verstorben ist. Er war 67 Jahre alt.

* Darmstadt. Der Stadt Darmstadt ist für ihre Beteiligung an der Internationalen Baufachausstellung in Leipzig der Staatspreis des Großherzogtums Hessen zuerkannt worden.

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