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Gießener Zeitung

Bezugspreis 25 pfg. monatlich

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( Reueste Nachrichten)

sierteljährlich 75 Pig., vorauszahlbar, frei ins Haus. abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabeftellen vierteljährlich 60 fg. Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Gießener Zeitung" G. m. b.$.

eg 88.

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Berlag ber...

Nr. 94

Telephon: Nr. 362.

Das definitive Rufultat der Stadtverordneten- Wablen

i am vergangenen Dienstag- also vor 3 Tagen Hon fattgefunden haben fonnte uns auch heute Mittag von der Bürgermeisterei noch nicht mitgeteilt erden. Nach den bisherigen Feststellungen sind ge­

Auf 9 Jahre:

00 Filialen.

aberkorn, Dr., Julius, Stadtverordneter

2258

lingspor, Adolf, Kommerzienrat

2213

Setri II., Louis, Stadtverordneter

2085

iller, E. H., Schreinermeister

1929

eidelheim, Siegmund, Stadtverordneter

1919

chmedenbecher, A., Landgerichts direktor

1911

1894 1879 1859

ht

oll, August, Kaufmann

iehl, Joh., Schneidermeister

3lant, Wilhelm, Stadtverordneter

enzel, Fritz, Eisenbahnhandwerker

Meyer, Hans, Architekt

Wachtel, Fritz, Amtsgerichtsrat

Auf 6 Jahre:

m 1. Juli 1914 111, Adolf, Kommerzienrat, Fabrikant berth a 1, Christian, Fabrikant

Auf 3 Jahre:

Brid, Franz, Hoflieferant, Möbelhändler

1726 1661 1646

1467

1381

1329

es, freundliche

3 Schaufenstern t

u bauernder,

laden und fourier, Heinrich, Geschäftsführer( Soz.) ag genmüller, August, Reallehrer

1327

1326

oder

1326

die Geschäfted

Düller, Valentin, Lehrer

Außerdem erhielten Stimmen: Biedmann, Georg, Kontrolleur

1308

indenstruth, Heinrich, Schmiedemeister 1303 Bei den drei neuen Stadtvätern, welche auf drei ein Jahre gewählt sind, ist der Stimmenunterschied Dera geringer, wie er nur geringer sein kann; 2 haben eine liche Stimmenzahl, der nächstfolgende hat nur Simne mehr und der drittbest gewählte hat wieder

Sänse! Elnur 2 Stimmen mehr, also im ganzen nur 3 Stimmen

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hre Zukuch hier in Gießen die Sozialdemokraten leer aus­

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 22. November 1913.

dürfen:.... Das Ergebnis hat allgemein überrascht". Wir setzten bei den Gießener Bürgern mehr Bürgersinn voraus, darum der Leitartikel am Samstag und darum unsere Beleuchtung des Wahlresultats mit den Worten: .. Große Ueberraschungen hat die Wahl nicht gebracht." Das neue Stadtverordneten- Kollegium mag num daraus ersehen, auf wessen Boden man am sichersten stehen kann.

= r= 1.

In letzter Stunde erfahren wir, daß den Herren Haggenmüller und Valentin Müller das Los zu Gun­sten des Ersteren entschieden hat. Reallehrer Haggen­müller ist demnach Stadtverordneter.

Der Kapitalismus der Sozialdemokratie.

Wie der Hannoversche Courier" erfährt, hat die Stadt Hildesheim mit dem sozialdemokra tischen Verbande der Bergarbeiter Deutschlands eine Anleihe von 600 000 Mart abgeschlossen zu einem Zins­satze von 4.75 Prozent. Wir sind also jetzt so weit, daß das organisierte Proletariat, um einen Ausdruck des so­zialdemokratischen Vokabulariums zu gebrauchen, Gelder gegen Zinsen an Kommunen verleiht. Es macht sich die Mittel der Bourgeoisie und des Molochs Kapitalis= mus zumuze, so schreiben die Frff. Nachr." dazu, schreckt nicht vor dem Fluch zurück, der an dem mühelosen Zin­senerwerb des Mammonismus, an dem unverdienten Wertzuwachs klebt, weil er in die eigene Tasche fließt. Es macht ein Geschäft, wie andere Leute auch Geschäfte machen und läßt sich die Zinsen seiner verliehenen Gel­der von einer Kommune, das heißt von Reichen und Armen, ganz ohne Ansehen der Person und der Par­teiangehörigkeit, zahlen.

Ein anderes Gesicht freilich gewinnt die Angelegen­heit, wenn man die Kommune betrachtet. So sehr man auch geneigt sein mag, die Vorurteilslosigkeit und Nüch ternheit zu schätzen, die bei Geldgeschäften am Platz ist, bleibt hier doch ein Rest von Bedenken, die den Kenner des Geistes der Sozialdemokratie und des Kapitalis=

mus aufstoßen müssen. Es liegt im Wesen der Geld­macht, daß sie trotz aller Unpersönlichkeit gelegentlich oder gar systematisch auch persönliche Rücksichten for­dert. Frankreich verborgt nicht ohne politische Neben= zwecke sein Geld an Rußland. Und wir müßten die Sozialdemokratie schlecht kennen, wenn sie nicht da, wo sie Einfluß nehmen kann, diesen Einfluß auch nehmen würde. Wenn erst einmal in Zeiten teuren Geldes ein Run der Städte auf die Gewerkschaftskassen anheben sollte, würden auch die politischen Bedingungen der so­zialdemokratischen Kassen nicht ausbleiben. Und könnte dann ja nett werden.

das

den 3. Frübbrut, auscultet der Zahl für die mit Stimmengleichheit um achtreif, federvoll, Stadtratssessel ringenden beiden Lehrer Haggen- unft, tierärztlich un id große Landger und Müller. Diese Erscheinung wird ganz St. erra Riefen fellen eintreten, auf der anderen Seite erkennt man an St. große Enten diesem Resultat, wie außerordentlich wichtig es ist, daß hührer, beste Wisin jeder Bürger von seinem Wahlrecht Gebrauch ma­Hahn M. hen sollte. Jeder Wähler kann den A- us= Altnen, Podwo dlag geben und wären nur 3 bürgerliche Stim­via Breslau mr mehr noch abgegeben worden, dann wären ildig wie in Worms und vielen anderen Orten gegangen. Es freut uns heute weiter mitteilen zu kön­ten, daß der von uns am letzten Samstag veröffent­So schreiben sichte eitartikel doch gewirkt hat. Es ist uns den einzigsten Speno in mehreren Seiten bestätigt worden, daß der und jener It unter Angabe Ihres her sich gesagt hat: 4 Kandidaten aus dem Orts­ams und Jahres.( Broxtentassen- Bureau, das ist zu verwerfen und infolge­weise aus fast de sind wohl- manche entsprechende Streichungen vor­veise.) Tausende v Auskunft gratis, je omen worden. Beim Verlesen der sogn. bürger­Postschliessfache Sie vorher als Kandidaten gar nicht genannt wa= en. Auch das ist ein sehr großer Fehler. Der Abgeber ut möbl. oldungsvorlage. Es wurde eine Reihe Ab­mieten. Wallto Wäre diese Stimmenzersplitterung vermieden wor­

Vünschen Sie Aufkli gangenheit, Gegenwart

he die nächsthöchstbestimmten bürgerlichen Kandidaten Miller, Haggenmüller und Lindenstruth hätten anzend gefiegt und der sozialdemokratische Stadt­emonete Fourier wäre start in der Minderheit geblie­en Unsere in letzter Nummer angeführte Behauptung: Sichen ist doch noch liberal genug, ist zwar Jo Gießener Anz." bezweifelt, denn sonst hätte er am Witwoch über das Ergebnis der Wahl nicht schreiben

Politifche Rundschau

Deutschland.

Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

nehmen, ist heute Nacht wieder nach Berlin abgereist, wo er im Kriegsministerium und auf der türkischen Bot­schaft Besprechungen haben wird. Der Zeitpunkt seiner Abreise nach der Türkei ist noch nicht bestimmt.

Desterreich.

Wien. In einer Versammlung zur Errichtung eines Dreibunddenkmals wurde heschlossen, eine Rub­mes- oder Gedächtnishalle für Kaiser Franz Josef zu errichten.

Gegenüber dem mehrfach ausgesprochenen Be­dauern, daß Desterreich- Ungarn nicht sofort bei Kriegs­beginn den Sandschaf besetzt habe, bemerkte Graf Berchtold in der ungarischen Delegation, daß er hierin die vom ehemaligen Minister des Aeußern Grafen An­drassy befolgte Politik fortgesetzt habe, der schon seiner= zeit auf die Schwierigkeiten und die Kostspieligkeit einer habe, militärischen Besetzung hingewiesen und betont daß eine vollständige Einverleibung des Sandschaks den Glauben an den Plan eines Vormarsches nach Saloniki erwecken könnte. Jm gegenwärtigen Falle waren die­selben Gründe ausschlaggebend gewesen.

Frankreich.

Paris, 21. Nov. Die Kammer nahm ohne Debatte die Schaffung eines neuen Armeekorps 21 an, das zwischen den Armeekorps 7 und 20 eingefügt wer­den soll.

* Paris, 21. Nov. Der von dem Leutnant v. Forstner( 3abern) so sehr beleidigten(?!) fran­zösischen Nationalehre ist ein Rächer in der Person des Direktors der imperialistischen Autoritee", des Herrn Paul de Cassagnac, erstanden." Er hat auf die Aeußer­ungen des Leutnants v. Forstner hin diesem einen ein­geschriebenen Brief mit einer Forderung zum Duell übersandt. v. Forstner verweigerte jedoch vernünftiger­weise die Annahme des Briefes und ließ ihn uneröff net zurückgehen. Heute nun hat Cassagnac an Herrn v. Forstner ein längeres Telegramm geschickt, in dem er darauf hinweist, daß der abgelehnte Brief eine Duell­forderung enthalten habe, und bei ihm angefragt, ob er bereit sei, die Forderung anzunehmen.

England.

London, 21. Nov. Der Sonderkorrespondent des Reuterschen Bureaus in Windsor ist zu der Mitteil­ung ermächtigt, daß der Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand von seinem Aufenthalt in Windsor hoch befriedigt ist. Obwohl der Besuch des Erzherzogs nur ganz privat ist, können die dabei gegebenen Gele­genheiten, mit den britischen Ministern in Berührung zu kommen, nur viel und dauernd Gutes in den glücklicher­weise ausgezeichneten Beziehungen zeiti­gen, die zwischen den Regierungen König Georgs und Kaiser Franz Josefs bestehen. Die Sympathie des Kai­Der Fisers für England ist wohlbekannt, ebenso wie der Wunsch der Völker der österreichisch- ungarischen Monarchie, im­mer mit England in Freundschaft zu leben.

s Darmstadt, 21. Nov. Die hessische Zweite Ständekammer wurde heute zu einer Tagung auf den 3. Dezember, vormittags 9 Uhr, zusammenberufen. Auf der Tagesordnung finden sich 39 Punkte. nanz ausschuß der zweiten Kammer tagte heute vormittag und nachmittag gemeinsam mit den Regier­ungsvertretern und besprach wiederholt die bekannte B e-

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änderungen bei den unteren Beamtengruppen, insbe sondere bei den Forstwarten, den Hilfsgerichtsschreibern, den Katasterbeamten usw. vorgenommen. Am Nachmit­tag wurden die Verhältnisse der akademischen Beamten beraten. Diese sollen nochmals einer eingehenden Prüf­ung unterzogen werden.

):( Kassel, 21. Nov. Generalleutnant Liman v. Sanders, der dazu ausersehen ist, die Leitung einer militärischen Kommission in der Türkei zu über­

Vom Balkan.

Konstantinopel. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird die Pforte, welche jetzt mit Grie­chenland den Frieden geschlossen hat und nun nicht mehr Griechenland zu fürchten braucht, nunmehr von Italien die Rückgabe der von diesem besetzten Inseln ge­mäß dem Schweizer Friedensvertrag fordern. Infolge dieser Forderung könnten neue größere Schwierigkeiten entstehen.

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