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nis davon ablegten, daß die deutsche Kraft, die wir festgesetzten Frist von 8 Tagen durchgeführt sein. Dejter­heute feierten, auch fernerhin gesichert ist.

Langsam stiegen dann die Fürsten zum Denkmal empor, um in die Krypta zu schreiten, wo sie feierl cher Gesang empfing, um dann hinaufzusteigen zum Ehren­mal des deutschen Bolles und einen Rundblick zu wer­fen auf die weite Ebene, auf der vor hundert Jahren der mörderische Rampf gelobt hatte.

Unter dem Donner der Geschütze verließen die Fürst­lichkeiten gegen Uhr das Dentmal und schritten un­ter Vorantritt des Kaisers rechts um den Teich, wäh­rend alle Anwesenden das Lied Deutschland, Deutsch­land über alles" anstimmten, und begaben sich zu den am Eingang der Umwallung bereitstehenden Wagen. In schneller Fahrt begaben sich dann die Fürsten durch den Vorort Probstheida nach dem Park Meusdorf, wo sich ein Denkmal für den Fürsten Schwarzenberg be­findet. Dort wurden die Fürsten vom Erzherzog- Thron­folger von Oesterreich- Ungarn begrüßt. Sodann hielt Fürst Karl zu Schwarzenberg eine Rede.

Auf dem gleichen Wege erfolgte die Rückfahrt nach der neuen russischen Kirche. Die Fürsten und ihr Ge­folge füllten allein schon den nicht weitausladenden In nenraum. Die Feier war einfach; es wurde lediglich, nachdem der Kaiser mit dem Großfürsten Kyrill, dem schwedischen Prinzen Wilhelm und dem österreichischen Thronfolger zuerst eingetreten war, und ihnen die Fürst lichkeiten gefolgt waren, ein Tedeum zelebriert. Nun gab es eine fleine Pause für die fürstlichen Herrschaften. Sie

reichs Borstellung hat also geholfen.

Hus Stadt und Cand.

n Gießen. Auf eine 25jährige Tätigkeit als akademischer Lehrer blickt der Vertreter der alttestament­lichen Theologie an der Universität Gießen, Dr. theol. et phil. Hermann Gunel zurück. Professor Gunkel ( geboren am 23. Mai 1862) zu Springe bei Hanno ver) steht im 52. Lebensjahre.

n Gießen, 20. Olt. Der im Wintersemester 1913­1914 stattfindende ärztliche Fortbildungskurs an der Universität Gießen begann heute am 22. Oftober, 5 Uhr abends mit einem Vortrag von Geh. Rat Bo­stroem über: Neuere praktische wichtige Fragen der all gemeinen und speziellen Pathologie.

n Gießen. Die Nachricht, die alte Klinik als städt. Verwaltungsgebäude umzubauen, bildet nunmehr das Tagesgespräch. Da jedoch das letzte Wort in die­ser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist, wird es ein Hauptagitationspunkt bei der kommenden Stadtverord netenwahl bilden. Die Umbaukosten werden sich wohl immer noch auf ¼ Million belaufen und damit ließe sich auch wohl schon ein ganz stattlicher Neubau an vor­teill afterer Stelle errichten.

n Gießen. In dem morgen Donnerstag im Neuen Saalbau angekündigten Lichtbilder- Vor­

Der Kriegsberichterstatter.

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Der Kriegsberichterstatter ist teine Gesellschaftsklasse, hat feinen sozialen Typus, sondern ist durch und durc Individualität. Ich spreche nicht von jenen Leuten, die einmal in ihrem Leben auf einem Kriegsschauplatz auf­tauchen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden, um den Rest ihres Lebens den Stammtisch mit den Berich ten ihrer Heldentaten zu unterhalten. Diese Sorte, meist Offiziere a. D., hat stets an einem Feldzuge mehr als genug. Sie tun es aus Sport, aus Eitelfeit, aber nicht aus Beruf. Mit ganz seltenen Ausnahmen bleibt einer bei der Stange es ist eben einer der Berufenen und Auserwählten. Je jünger man beginnt, desto besser, denn mit 60 Jahren hat man noch immer nicht aus gelernt. Wie heißt es doch im Kipling: Das Licht er losch", vom Kriegskorrespondenten!... diesem l'ommt, wenn der Bruder würdig ist, nach entsprechender Zeii hinzu die Macht fließender Rede, der weder Weib noch Mann zu widerstehen vermag, wenn es sich um ein Mahl oder ein Bett handelt, das Auge eines Roßstäu­Schers, die Fertigkeit eines Kochs, die Konstitution eines Büffels, die Verdauung eines Straußes und eine un­endliche Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen Um­stände. Aber viele sterben, ehe sie diesen Grad erreichen und die ersten Meister der Zukunft erscheinen meistens im Gesellschaftsanzug, weshalb ihr Ruhm der Menge verborgen bleibt.

Wer Kipling zu seinen Figuren Modell gestanden hat, weiß ich nicht; es mag Burleigh gewesen sein, der

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von der Bürgeraristokratie Leipzigs zur Verfügung ge­stellt worden waren. Um Uhr erfolgte das Fest frühstück, das der Rat der Stadt Leipzig den Fürsten -und ihrem Gefolge im Festsaale des neuen Rathauses gab. Am oberen Ende der großen Freitreppe, am Ein­gang der Wandelhalle, begrüßte der Oberbürgermeister von Leipzig, Dr. Dittrich, die hohen Gäste.

Hierauf begaben sich die Fürsten in den Festsaal. Während der Tafel wurden Reden nicht gehalten. Im Anschluß fand in der Wandelhalle ein Cercle statt, dem vom hohen Ballone die Damen des Rates zuschauen durften.

Mittlerweile war aber auch in der Stadt das Le­

ben immer lebhafter geworden. Auch offizielle Feiern

bereiteten sich vor und am Markte staute sich eine be­sonders große Schar, um dem Weiheakt beizuwohnen, den die Vertreter der Stadt Wien dort vornahmen. Am Hause, in dem Fürst Schwarzenberg gestorben war, ward eine Denktafel geweiht und die Vertreter beider Städte tauschten bei dieser Gelegenheit Worte warmer Freundschaft aus. Wiederum trat eine furze Pause ein. Aber schon nach 6 Uhr rollten die Wagen wieder durch die Straßen, um die Fürstlichkeiten und die Ehrengäste nach dem Gewandhaus zu bringen, wo die Königliche Tafel stattfand.

Das war der Abschluß der Hoffestlichkeiten. Den Abschlußz der ganzen Feier bildete am Abend eine pracht volle lumination der Stadt Leipzig.

Jahrhundertfeier der Völkerschlacht in Gießen. Welch begeisterten Widerhall die Gedächtnisfeier der Völkerschlacht bei Leipzig auch bei uns fand, ließ sich an dem stattlichen Fackelzuge, der sich am Samstag Abend von Oswaldsgarten durch die Anlage nach dem Trieb bewegte, erkennen. Hier angekommen, hielt Herr Prof. Altendorf eine echt deutsche Ansprache an eine tausendköpfige Vollsmenge, die alle begeistert in das Hoch auf das geliebte deutsche Vaterland einstimmte.

Auch der Kommers, der am Sonntag in der fest­lich geschmückten Turnhalle des Turnvereins stattfand, war überaus zahlreich besucht. Es waren besonders die Hassia, Turn- und Sportvereine, die sich zusammenge­funden hatten, um den Tag der Völkerschlacht würdig zu begehen.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Gmunden, 20. Olt. Prinz Ernst August reiste mittags nach Potsdam ab, um dort die Beschlüsse des Bundesrates abzuwarten. Prinz Waldemar Dänemark und Prinz Georg von Griechenland verließen Gmunden mit ihm.

Don

Wilhelmshaven. Der Kommandant des zweiten Seebataillons, Oberstleutnant v. Lettow­Vorbed, wurde zum Kommandeur der Schutz­truppen in Kamerun ernannt.

* Die Trauerfeier für die Opfer des " L. 2" fand am Montag zu Berlin in der neuen evan­geliſchen Garniſonfirche ſtatt. Die ganz e taiserliche& a- milie, Graf Zeppelin, Großadmiral von Tirpitz, der Reichskanzler, Kriegsminister von Falkenhayn, General­stabschef von Moltke und viele andere hochstehende Per sönlichkeiten waren anwesend.

Serbien.

Der Generalsekretär des serbischen auswärtigen Am tes Stefanjiwitsch erklärte dem österreichisch ungarischen Geschäftsträger v. Stork, daß der Befehl zur Räumung der von serbischen Truppen besetzten Gebiete Albaniens beschlossen wurde. Die Räumung werde innerhalb der

200

frei errrd v. Binder Krieglstein über Lichtbilder aus den Feldlagern und über die Schlachten und Kämpfe in Albanien, Tripolis und auf dem Bal­fan vorgeführt. Von den zahllosen uns vorliegenden, durchweg sehr günstigen Kritiken geben wir einen Aus­zug aus der Breslauer Morgenzeitung", in dem es unter anderem heißt: In unseren Tagen, da die Herren Diplomaten sich eifright bemühen, das Bild der politi­schen Lage nur ja nicht hell zu beleuchten, sondern mit geheimnisvollen Schleiern zu verhüllen, berührt es ge­radezu wohltuend, wenn ein energischer ganzer Mann die Schleier herunterreißt und der erstaunten und er­schrockenen Menge zeigt, wie unerbittlich ernst und droh end das Bild ist. Das tat am Freitag in seinem Vor­trage über den Balkankrieg der österreichische Kriegsbe richterstatter Binder von Krieglstein. Seine geraden, schlichten, jedes oratorischen Schmuckes entbehrenden Ausführungen machten mit ihrer soldatischen Straffheit und Strenge auf die zahlreiche Zuhörerschaft einen tie­fen Eindruck. Während des Vortrages führte Herr von Krieglstein seinen Zuhörern an zirka 200 vortrefflichen Lichtbildern, deren Originale er, selbst oft nur mit Le­Krie­bensgefahr aufnehmen konnte, die Schrecken des ges sowohl von Tripolis als auch auf dem Balkan vor Augen. Die Zuhörerschaft mit nach Hause, die sie so­bald nicht vergessen wird."

o Friedberg, 19. Oft. Aus Anlaß der Ueber­führung der Fahne des hier neu errichteten Bataillons von Darmstadt nach Friedberg fand zwischen dem Kai­ser und dem Großherzog ein herzlicher Depeschenwechsel stait. Die Stadt hatte bei der Einholung der Fahne reichen Flaggenschmud angelegt.

o Wetterfeld. Uebertragen wurde dem Lehrer Andreas Sizler zu Siechenhausen die zweite Lehrerskelle

an der hiesigen Volksschule.

o Groß- Karben, 20. Oft. Die am Samstag vollzogenen Gemeinderatswahlen brachten den vereinigten bürgerlichen Parteien den Sieg. Die sozial­demokratischen Kandidaten unterlagen mit einer Min­berzeit von 40 Stimmen.

o Offenbach a. M. Die Wahl zur Stadtver­ordnetenversammlung ergab abermals den Sieg der Sozialdemokraten gegen die gemeinsame Liste der Bürgerlichen.

s Darmstadt. Die Kommission für die Ver­einfachung im hess. Staatshaushalt tagte am Dienstag in Darmstadt unter dem Vorsitz des Staatsministers Dr. v. Ewald und beriet zunächst die Vereinfachung im hessischen Kassenwesen. In der weiteren Aussprache wurde die Vereinfachung im Gerichtsvollzieherwesen be­sprochen und besonders über die eventuelle Verstaatlich ung eine längere Aussprache gepflogen, die jedoch zu feinem Ergebnis führte.

):( Wetzlar. Der Provinzialparteitag der fort= schrittlichen Volkspartei für Hessen- Nassau fand letzten Sonntag hier statt.

! Aus Rheinhessen. Eine Mindereinnahme von rund 150 000 Mart bringt die 1913er Weinernte den Niersteiner Winzern.

Aus aller Welt.

::: Dorsten, 20. Oft. In Hervest- Dorsten( West­falen) juur bei dem Feſtzuge zur Einweihung des Bis mardturmes ein Privatauto in den Zug des Krieger

vereins von Hervest hinein. Zwei Personen wurden da­bei lebensgefährlich, 20 leicht verletzt.

::: Herrnhut( Sachsen). Der Gerichtssekretär Faust, der 40 Jahre am dortigen Gericht tätig war, hat 100 000 Mart Mündelgelder unterschlagen. Der 81 Jahre alte Defraudant wurde in das Untersuchungs­gefängnis nach Bautzen gebracht.

::: New Yorf, 20. Ott. Ein Eisenbahn­un glud hat gestern an der Südgrenze der Vereinig ten Staaten, in Texas, 20 Todesopfer gefordert.

Jahre

Jain 1878

Arie

pings Wrigth, der auch wieder da ist, oder der brave alte Mygind alles Herren in den sechziger Jahren, die heute in Tripolis, morgen in Albanien und übertriegen morgen in Tschadaldscha zu treffen sind, denn es ist der gesündeste Beruf, den Gott und die Presse in ihrem un erforschlichen Ratschluß geschaffen haben und jeder sieht um 10 Jahre jünger aus, als sein Geburtsschein es meldet.

Was ist ihr Beruf? Auch hier gibt uns der fa mose Kipling Auskunft, indem er den grimmigen Tor penhow, die Jdealgestalt eines Kriegsberichterstatters, feinen Kameraden das Herz ausschütten läßt: Unser Beruf, die heilige Sendung, für die wir bezahlt werden, ist, unsinnige und unmögliche Dinge zu fun, gewöhn lich aus gar feinem anderen Grunde, als um das Bub

lifum zu unterhalten". So war es noch vor 30 Jah ren; seither hat der Beruf eine große Wandlung durch gemacht und wenige zünftige Journaliſten gehören ihm an. Heute ist es der form- und sprachengewandte Gent Ieman, meist aus den besten Familien des Landes, der

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