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Die

Heidenreich( natl.) erhielten Reichstagsabgeordneter Ha­fenzohl( Soz.) 945, Oberamtsrichter Wunzer( natl.) 868, Generalsekretär Hofmann( 3tr.) 855 und der Rechts anwalt Carnier( Fortschr. V.) 434 Stimmen. Es findet Somit Stichwahl zwischen Hasenzahl und Wünzer statt. ):( Mainz, 18. Dez. In der hiesigen höheren Töchterschule löste fich beute während einer Turn­stunde ein Eisen, das den Rundlauf hielt, aus der Dede, stürzte herab und zerschmetterte einem neun jäbrigen Mädchen einen Fuß. Ein zweites Mädchen erlitt ebenfalls Verlegungen und wurde bewußtios nach Hause gebracht.

):( Frankfurt a. M., 19. Dez. Der 20jährige Banklehrling Karl Steuernagel, der am 19. März ds. 35. mittels eines gefälschten Schecks von der Reichsbank

80 000 mt. erhoben hatte und mit dem Gelde nach Italien entflohen war, wo er sich bei seiner Verhaftung in San Remo zu erschießen versuchte, wurde heute von der Straffammer wegen Betruges und Urkundenfälsch­ung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

):( Nied a. M., 18. Dez. Auf ministerielle An ordnung muß dec Neubau der Eisenbahnwerk: ftätten sofort in Angriff genommen werden. Die Anlage wird nach den vorliegenden Plänen 72 Lokomot bftänder erhalten und borerst 800 Arbeitern Beschäftigung bieten. Nach Fertigstellung der verschte­denen Arbeitsräume, wie Siedrohrwertstätten, Rotguß­gießereien, Drehereien, Werkzeugräumen, Anstalten für das autogene Schweißverfahren usw., wird die Zahl der Arbeiter auf 1500 bis 1600 erhöht. Für die Be­förderung der Frankfurter Arbeiter nach den Werkstätten läßt die Bahn ein besonderes Gleis bauen. Die Werk: stätten sollen, falls der Landtag die Baumittel be= willigt, im Jahre 1916 in Betrieb genommen werden.

den Waffen. Am 19. März 1813 trat er in die Lützow- ftätigt sich wieder in diesem Bändchen: sie sind von fche Freischar und fand am 26. August dieses Jahres zierlichster und anmutigster Gewandtheit in der Form, im Gefecht bei Gadebusch den Heldentod. Seine Lieder, und ihre Pointen sind niemals albern oder läppija wie in so vielen ähnlichen Sammlungen, sondern wirk die die Kriegserlebnisse und Eindrüde festhalten, sind lich wigig, luftig und schlagfäftig. Man lese nur das Gemeingut des deutschen Volkes geworden, ja jie waren schon Gemeingut, als sie des Dichters Vater im Jahre Gedichtchen Kerch un Religon": 1814 unter dem Titel Leier und Schwert" herausgab. Körner prägte das Wort, das uns heute noch die Zeit der Erhebung am richtigsten kennzeichnet:

):( Schwanhetin a. M, 18. Dez. Schulbuben warfen gestern obend dem vom Felde heimfehrenden Gespann des Landwirts Kittel Feuerwerksförper bor die Füße. Das Pfecd scheute und ging durch. Dabei stürzte Mittel ab und wurde von der nachschleifenden Egge lebensgefährlich verlegt.

Das Volk steht auf, der Sturm bricht los: Wer legt die Hände noch feig in den Schoß?" Den Stimmen aus dem Norden schloß sich ein

Sänger aus dem Süden an: Friedrich Rückert. Seine geschwächte Gesundheit gestattete ihm nicht, in den Krieg zu ziehen, an dem er aber mit ganzer Seele teilnahm. Seine Geharnischte Sonette" sind unzweifelhaft das Beste, was jemals auf dem Gebiete der politischen Ly­rif gedichtet wurde. Freilich fonnten sie, und das lag in ihrer fünstlerischen Form, die sich zum Gesang nicht eignet, nicht volkstümlich werden. Sie waren eben für die höher gebildeten Kreise bestimmt, denen sie rückhalt­los alles das sagten, was das Volk bewegte:

):( Wiesbaden, 18. Dez. Ein 13jähr. Schüler eines hiesigen Pädagogiums, der wegen Schulden: machens von seinem Vater Vorwürfe erhalten hatte, schrieb seinem Direktor, daß er sich deswegen das Leben nehmen werde. Die Ankündigung hat der Junge wahr gemacht: Er fuhr nach Mainz, kaufte sich dort einen Revolver und erschoß sich. 13 Jahre, Schulden und Selbstmord- unsere städtische Jugend erreicht mit unheimlicher Geschwindigkeit die ,, Kulturhöhe" der Lebe­freise".

):( Hemfurth, 13. Dez. Der Wasserspiegel im Edersee ist noch weiter gestiegen. Es werden jetzt um­gefähr 13 bis 14 Millionen Kubikmeter Wasser im Bek­fen aufgestaut sein. Vom Oberlauf der Eder wird im mer noch Hochwasser gemeldet.

):( Kassel, 19. Dez. In der Lokomotiofabrik von Henschel w. Sohn in Kassel wurde gestern die 12 000ste Lokomotive fertiggestellt.

):( Kassel, 18. Dez. Wie das Kasseler Tagebl. erfährt, soll ein faiserlicher Prinz in Kürze nach Kassel übersiedeln, und zwar dürfte es sich vermutlich um einen der jüngsten Kaisersöhne handeln, der zur Dienstleistung in einem hiesigen Regiment kommandiert werden soll. Hiermit steht auch die Tatsache in Zusammenhang, daß Anordnungen zur sofortigen Herrichtung des Prinzen- hauses in der oberen Königsstraße gegeben worden sind.

):( Kassel, 16. Dez. Der Schlossergeselle als Hof­opernfänger. Unter größter Anteilnahme des staffeler

Was schmiedst du, Schmied? Wir schieden Retten, Ketten!"

Ach, in die Ketten seid ihr selbst geschlagen. Was pflügst du, Bau'r? Das Feld soll Früchte tragen." Ja, für den Feind die Saat, für dich die Ketten. Was zielst du, Schütze? Tod dem Hirsch, dem fetten." Gleich Hirsch und Reh wird man euch selber jagen. Was strichst du, Fischer? Nek dem Fisch, dem zagen." Aus eurem Todesnek, wer fann euch retten?. Was wiegst du, schlaflose Mutter? Knaben." Ja, daß sie wachsen und dem Vaterlande, Im Dienste des Feindes, Wunden schlagen sollen. Was schreibest, Dichter du? In Glutbuchstaben Einschreib' ich mein' und meines Volkes Schande, Das seine Freiheit nicht darf denken wollen."

Im helltönenden Liede werden die Helden und ihre Taten gepriesen. Schill wird von Arndt und Schen­tendorf, Andreas Hofer von Körer gefeiert, der auch die Taten der schwarzen Jäger, der Lützower" verherrlicht. Schenkendorf besingt den Heldentod des Prinzen Leo­pold von Homburg in der Schlacht bei Groß- Görschen und beklagt das Hinscheiden Scharnhorsts:

" In dem wilden Kriegestanze Brach die schönste Heldenlanze, Preußen, euer General."

In Dozem duhn se nie nit gen Sich in die Kerch rin sebe; Dodriwwer daste lezt zivi' Herrn Met Scholze Schorsch bo' schwetze. Js wohr, deß ihr su gottlos feid", Datt aaner bon' n fcche,

Deß o' der Kerch euch gor nig lejt?" Der Schorsch daht iwwerlehe..

" Des mit der Kerd), des stimmt jo schon, Dodriwwer is faa' Zweiwel,

Doch uff uns heilig Religon-

Do simmer wie der Deiwel!"

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So blank und sauber und epigrammatisch Inapp sind die Pointen bei Dietz immer herausgearbeitet, and jeder Freund einer leichten, gefälligen Vers- und Vortragskunst wird an diesen Pfeffernüssen seine Freude haben.

Auch Arndt feiert Scharnhorst und nennt ihn den Waffenschmied der deutschen Freiheit" und den Ehren­boten", der den Sieg der deutschen Waffen im Schatten­land verkündet. Arndt preist aber auch die anderen Hel­den der Befreiung: Blücher und Gneisenau, die Generale Boyen und Grolmann und seinen Freiherrn von Stein. Friedrich Förster, dem wir eine Lebensbeschreibung Kör­ners und Erinnerungen aus den Befreiungskriegen" verdanken, besingt den Heltentod der Eleonore Prochas= ka. Besonders sinnig aber sind die Lieder, die die Frei­heitssänger der edlen Dulderin auf Preußens- Throne widmen, der Königin Luise. Kleist singt in einem

Sonett:

,, Dein Haupt scheint wie von Strahlen mir umschimmert, Du bist der Stern, der voller Pracht erst flimmert, Wenn er durch finst're Wetterwollen bricht."

Otto Ernst.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 21. Dezember, 4. Advent. In der Stadtkirche. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- u. Mar fusgemeinde. Pfarrer Schlosser.

Für Schenkendorf und Körner aber ist sie die Hei­lige, die ihre Hände schützend über Deutschland breitet. Aller wichtigen Geschehnisse des Befreiungskampfes wird in Liedern gedacht. So dichtet Friedrich Au­des Königs nach Breslau":

Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten män lichen Jugend der Matthäusgemeinde. Am 2. Weihnachtsfeiertag findet Beichte und heil Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Ge meinde erbeten.

In der Johannesfirche. Vormittags Uhr: Pfarrassistent Hoffmann. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachm. 3 Uhr: Weihnachtsfeier für die Kleinkinder- B wahranstalt. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends Uhr: Vereinigung der fonfirmierten män lichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde.

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Publikums gastierte heute der 32jährige Maschinen gust von Stägemann den Aufruf bei der Abreise selbst wenn sein Leiden harmloser Art zu sein scheint en in discr. Fäll

schlosser Franz Bachmann aus Staffel als Salestro" in Mozarts Zauberflöte. Zum erstenmale betrat damit der schlichte Schlossergeselle, der seit Jahren zwar ein sehr geschätztes Mitglied eines hiesigen Männergesang­vereins ist und durch einen früheren Stasseler Hofopern­fänger ausgebildet wird, die Bretter, die die Welt be­deuten. Bachmann ist im Besitze einer sehr seriösen und wohlgebildeten Baßstimme von gewaltiger Straft; das Spiel des jungen Anfängers war allerdings noch recht ungewandt, ja linkisch, aber die prachtvollen Stimmittel, mit denen er wohlberechnend umzugehen wußte, entschädigten und trugen Bachmann jubeinden Beifall des völlig ausverkauften Hauses ein. Man wird das Endeurteil dahin zusammenfassen dürfen, daß Bachmann ein durchaus guter Vertreter seriöser Baß­partien werden wird; allerdings wird er für Helden. rollen nicht überall als guter Vertreter gelten können, weil er ziemlich flein ift. Nach einem weiteren Gast­spiel am hiesigen Hoftheater soll Bachmann engagiert werden und man hofft, daß er alsbald nach seinem Engagement schon in größeren Rollen wird verwendet werden können. Begeisterten Beifall brachten dem an­gehenden Künstler insbesondere die Kollegen der großen Lokomotivfabrik von Henschel& Sohn, die sämtliche Galerie und oberen Rangplätze innehatten. Der Vor stellung wohnte auch die Prinzessin Heinrich Reuß XXXIII., geborene Prinzessin Bittoria Margarethe von Preußen, bet, die sich gleichfalls lebhaft an dem Beifall beteiligte.

Helden der Befreiung.

II.

Von Leopold Steininger.

Theodor Körner, das Ideal der deutschen Jus gend bis auf den heutigen Tag! Als die große Stunde fam, fonnte ihn nichts zurückhalten. Er verließ Wien, das ihm eine sichere Heimstätte als Dichter des Hof­theaters bot, verließ die heißgeliebte Braut und eilte zu

mit

,, Auf, Kriegeslied! Nicht bloß die Eisenklinge Bewahrt des Brandenburgers treuer Mut. Auch du, Gesang, ein edles Feuer, schwinge Dein brausend Schwert, und setz' in helle Glut Und was die Heldenzeit vollbracht, das dringe Durch jede Brust, in jeden Tropfen Blut. Aus! Schweigen ist der Hochverrat der Zungen, Am tapferen Wort sind Fesseln auch zersprungen." Friedrich Gottlob Wetzel feiert die Erhebung den jubelnden Versen:

Nun mit Gott! Es ist beschlossen! Auf, ihr wackern Streitgenossen, Endlich kommt der Ehrentag! Besser slugs und fröhlich sterben, Als so langsam hin verderben

Und versiegen in der Schmach."

Max von Schenkendorf begrüßt die Stiftung des Eisernen Kreuzes, das den Krieg zum Kreuzzuge weiht, und den Landsturm, den Sturm des Herrn:

Nun gilt es um das Leben, Es gilt ums höchste Gut; Wir setzen dran, wir geben Mit Freuden unser Blut.

Wie lieblich flingt, wie heiter Der Losung Bibelton:

Hie Wagen Gottes, Gottes Reiter Hie Schwert des Herrn und Gideon!" ( Fortsetzung folgt.)

Literarisches.

Pefferniß. Allerneueste Scherzgedichte in Nassau­ischer Mundart von Rudolf Diez. Mit Bildern von C. J. Frankenbach. Im Verlage des Verfassers, Wies­baden, Schüßenhofstraße 14, Preis 60 Pfg.

Was ich schon früher an den mundartlichen Dicht­ungen Diezens mit Vergnügen beobachtete, das be

Denn jede schwere Erkrankung der Lunge, vor

die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit der Denkschreiben

berhin nur dur

bißchen Husten" mit dem fleinen Katarrh" und ver Allee 134 b.

nichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Mensche leben.

Das Mittel selbst besteht aus giftfreien, von alte

Kneipp empfohlenen Heilpflanzen. Die gute With liegt in der geschickten Zusammenstellung, die darauf b

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