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Gießener Zeitung

Bezugspreis 25 pfa. monatlich

umetiatrlich 75 Big.. vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgehol: in unserer Erpedition oder in den Zweig usgabeitellen vierteljährlich 60 Bfg. Gricheint Rittwoche und Samstags. Redaktion: Selters­g3. Für Aufbewahrung oder Rücksendung

to neramater anusfriate wird nicht garantiert. Berlag der Gießener Zeitung" G. m. b. H.

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Telephon: Nr. 362.

Vom Balkan.

e Stimmung über Adrianopel in Kon­ist, geht aus Aeußerungen des Großwesirs r ermächtigte den Korrespondenten des Lon­aily Telegraph" in Konstantinopel, zu erklären, ürkei feinen Drohungen, woher sie auch kom­ben, weichen werde. Die Türkei werde eher unfergehen, als Adrianopel und Thrazien

t. Nur solchelgaren zu überlassen. Eine enge Annäherung der Extra- Unifonan Griechenland und Serbien stehe bevor.

anten und mo brianopel und Thrazien zu räumen, hat in etersburg, 14. Aug. Die Weigerung der urger Finanz- und Börsenkreisen einige Aufreg­Gesellschaftsvorgerufen. on- Kammgarelit Parifien" erfährt von gut unterrichteter Seite, . 57.90 M. BI and beschlossen habe, die Frage von Adria­or das Forum der Großmächte zu bringen. Die ezieht sich aukabinette den Antrag stellen, daß der Pforte jede herangezogen Regierung werde, so heißt es, an die europä­nsch jederzeit filide und finanzielle Hilfeleistung verweigert

ben.

Solange sie nicht Adrianopel geräumt habe. Pe­isten" versichert, daß Rußland in seinem Vorha­mmen, die volle Unterstützung Frankreichs

solide herges

fönne.

aris, 15. Aug. Das Echo de Paris" will von eil wir hochstehenden türkischen Persönlichkeit erfahren ha­man auf der Pforte einen persönlichen en und den iit S Kaiser Wilhelms erwartet, der ver­wird, die Frage von Adrianopel durch eine für haben infolgerien günstige Transaktion" zu regeln.

hen deshalb

in

er Einzug der bulgarischen Truppen in Is 130 000 Farhat stattgefunden. Die Straßen sind festlich ge­der grossen und von einer gewaltigen Menschenmenge be­Vertrauen uth der Spitze des Zuges ritt der König len wir schleiform mit einem Laub franze auf der Stirn, eite sein Generaladjutant und der Kriegsminister. Beit zu Zeit stimmten die Truppen Kriegslie tofrei, n, die von der Menge aufgenommen wurden.

flichten!

er. Schneides ien, 15. Aug. In Wiener Hoffreisen verlautet, mit, und nig Ferdinand von Bulgarien in streng ncognito in Jfchl eintreffen werde, um mit dem Franz Josef die politische Lage zu besprechen. meister, efterreich scheint noch keineswegs geneigt zu sein, ende Anzüge Revisionsforderung aufzugeben, und Bulgarien en, ohne das od hoffen. Wie es aber auch kommen mag, efert wird, appel werden die Türken nicht wieder herausgeben; seren Orten seinen Besitz würden sie von neuem den Kampf *:*:*:*:: wohl wissend, daß dann der Balkankrieg zum

worten, die auf vorigen Saison sschreiben einge

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ski, Plön i. Hun?"

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Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Frank.

( Nachdruck verboten.) wandte er sich um. Schroff und herrisch fragte bestehend in dieſes Nat" wecke den Grafen aus seinem uge von Dessen und Grubein, es erweckte den Trotz in ihm meisten, nämlic ite Stimme prach: Gerode nicht!" Laut er­og, Erfurt, Comter: ch bedauere, ich kann den Vorschlag nicht Berstrasse net, den er entehrt mich. Ich will verschen, gener Graft emporzukommen und zu sühnen, was huldet habe. Die Kinder sind mein, ich will sie 6. Stettin diesem Augenblick waren ihm seine Worte Sitter Er wollte anders werden, sich ausraffen aus nnover- Gr.Bularnie.

olze, geb. Wilke,

delbach, Bz.Stat

an, Steinkirche nn, Hamburg,

Robe,

gemann, Curb uerstrasse 24

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ck verboten

ch, Charlotte Bogdan schaute prisend seinen Schwieger­Wenn es nur wahr ist, was er sagt," dachte em er fonnte ja mur wünschen, daß Warminstt ielt, schon um der beiden Mädchen, seiner Enkel­rvillen mußte er das wünschen. Und dann fonn­eja nur vegreiflich finden, daß Warminski seine ebei sich behalten wollte, um sie selbst zu erzie= Ev nahm er ihm die Ablehnung nicht sonderlich Gegenteil, er freute sich darüber, denn es war her fein schleches Zeichen, daß Warminski selbst Die in Aussicht gestellte Geldsumme in seinem ß nicht beeinflußt wurde. Andererseits erschien unwahrscheinlich, daß er sich hier auf die Dauer ß er nicht wieder in sein Lotterleben zurück­Benn man den Mann mit seinen reichen Geistes­Bazu bewegen könnte, sich nach irgendeiner Rich­in zu betätigen. Aber wie sollte man das be= Ja, ner das wüßte! Da fiel ihm etwas ein agie: Es war nicht so böse gemeint, ich wollte

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Erpedition: Selters weg 85.

Samstag, den 16. August 1913.

europäischen werden könnte, den alle zu verhüten bestrebt sind. Mag also Bulgarien seine Entschädigungen sonst wo suchen, dem Türken, der trotz seiner Niederlage zu­lekzt doch noch gut abgeschnitten hat, fann es gleich sein. Adrianopel aber wird nicht zum letzten i Male heiß umstritten gewesen sein. Es wird des Erisapfel bleiben, um den sich einst von neuem blutige Zwietracht erheben wird.

Der König von Griechenland telegraphierte an die Pforte, daß die griechischen Truppen Dedeaçatsch ver­Tassen werden. Der König forderte die Pforte auf, diese Stadt zu besetzen.

August Bebel+ ÷

Der 13. August 1913 ist ein Trauertag für die deutsche Sozialdemokratie und ein bedeutsamer Tag für die deutsche Volfsvertretung. August Bebel ist, wie be­reits bekannt ist, im 73. Jahre an einem alten Herz­leiden gestorben, als er sich gerade unermüdiich zum Partei vorbereitete. Mit ihm ist nicht nur eine partei­Besuch des Jenaer Parteitages der sozialdemokratischen sönlichkeit dahingegangen, sondern vor allem eine politisch und parlamentarisch überaus einflußreiche Per­Freund und Feind aufs nachdrücklichste gewirkt hatte stärksten Individualitäten, eine Erscheinung, die auf und deren Spuren in der Geschichte des deutschen Rei­ches so nachhaltig sich eingedrückt haben, wie die irgend öffentlichen Leben stand. eines Mannes, der seit der Gründung des Reiches im

der

Die Daten der 73 Jahre, die Bebel gelebt hat, sind einfacher Natur. Er war gelernter Drechsler, kam von der liberalen Parteibewegung durch Lassalle zum Sozialismus und gründete mit dem zweiten großen Führer der Sozialdemokratie, Liebknecht, zusammen im Arbeiterpartei. Schon im Jahre 1867 saß er im Nord­Jahre 1869, also mit 29 Jahren, die sozialdemokratische deutschen Reichstag, und dem deutschen Reichstag ge= hörte er mit einer Unterbrechung von 1881 bis 1883 ständig an. 57 Monate saß er, teils wegen Landesver­rat, teils wegen Majestätsbeleidigung, im Gefängnis; einmal wurde er aus Leipzig ausgewiesen. Seine lite­rarischen Hauptwerke sind: Die Frau und der Sozia­lismus und seine Erinnerungen", die allerdings mit der Aufhebung des Sozialisten- Gesetzes abschließen.

in Zürich wird das Reichstagspräsidium of Bei den Trauerfeierlichkeiten für den Abg. Bebe I fiziell nicht vertreten sein. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um eine Ausnahme, sondern lediglich um die Beobachtung des herkömmlichen Verfahrens. Frau Dr. Simon erhielt von dem Präsidenten des Deutschen

Dich nicht verlegen. Sieh einmal, Warminsti, Du wirst Dich für den Augenblick selbst nach Veränderung seh­nen; fomm mit Deinen Kindern zu uns nach Tatischan! Bei uns findest Du Landwirtschaft und Industrie ver­einigt, Du wirst unserem Betrieb sicher Interesse abge= winnen und auch meine Frau wird sich freuen, die Mä­dels solange bei sich zu haben. Willst Du?"

Graf Warminski fühlte sich durch diese Einladung geschmeichelt. Es tam ihm vor wie Erlösung aus drüf­tender Enge, daß er endlich einmal Krzemien verlassen durfte. Seit Jahren war er- von kleineren Reisen obgesehen- nicht mehr herausgekommen, und jetzt er­faßte thn mit einem Mal die Sehnsucht, hier alles stehen und legen zu lassen. Darum nahm er die Einladung seines Schwiegervaters an. Den Sommer wollte er mit den Kindern in Tatischan verleben und von da aus eine größere Reise unternehmen. Fürst Bogdan nahm freudig von Warminsti und den Kindern Abschied und fuhr fort.

Hei, gab das bei Jadwiga und Stawa eine Freude! Ter Vater war zu ihnen gekommen, hatte sie an sich ge­drückt und ihnen erzählt, daß sie in wenigen Tagen ab­reisen würden. Zu Großmama und Großpapa?" frag­ten sie. Der Vater bejahie. Da stürmten sie jubelnd fort, um Fräulein Benken die Neuigkeit zu berichten. Der Graf folgte ihnen und fragte das Fräulein, ob sie mit der Reise einverstanden sei; denn es war ja selbst­verständlich, daß während einer so langen Zeit der Un­terricht der Mädchen nicht unterbrochen werden durfte. Fräulein Benken hatte natürlich nichts einzuwenden, und so wurde die Reise auf den folgenden Donnerstag festgesetzt.

Nur einer war traurig, als er erfuhr, daß die Herr­schaften in Kürze abreisen sollten, und das war natür­Slawa und Fräulein Benken zu ihm gekommen, und lich Jan Sojka. Noch am selben bend maren Jadwiga,

( Gießener Tageblat:)

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Telephon Nr. 362.

25 Jabry.

Reichstages folgendes Beileidstelegramm: Die Nach= richt von dem Dahinscheiden Ihres Vaters habe ich mit tiefem Bedauern erhalten und spreche Ihnen be­wegten Herzens mein aufrichtiges Mitgefühl aus."

Nahezu alle Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion werden, soweit sie nicht durch Krank­heit oder sonstige zwingende Gründe verhindert sind, zur Einäscherung Bebels nach Zürich reisen:

August Bebel hat die sozialdemokratische Partei mit einer bedeutenden Summe bedacht und ihr außerdem lagsrecht für seine Werke vermacht. Als Testamentsvoll­von einem bestimmten Zeitpunkte ab das alleinige Ver­strecker hat Bebel den Bankier Ullmann- Frankfurt a. M. bezeichnet.

3ürich, 15. Aug. Eine gewaltige Menschenmenge harrte gestern nachmittag des Zuges, der um 3 Uhr die sterblichen Ueberreste Bebels von Chur nach 3 ürich brachte. Ein stiller Zug, in dem man die Reichstags= abgeordneten Braun, Emmel und Fischer bemerkte, gab dem Sarge das. Geleit zum Volkshause, wo die Auf­bahrung erfolgte. Die Einäscherung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr statt.

Politische Rundschau

Deutschland.

sers und der Kaiserin läßt sich in großen Zügen nach der Voss. 3tg." folgendes mitteilen: 24. August: Ueber das Reiseprogramm des Kai­Abreise von Bad Homburg mittags. 25. Au­gust: Ankunft der Kaiserin in Posen. 25. Aug.: Nach­mittags Abreise des Kaisers von Kelheim. 26. Au­gust: Früh Ankunft in Posen. Großer Empfang. Um 9 Uhr 30 Min. Parade des 5. Armeekorps. Abends Paradetafel im Residenzschloß. 27. August: Vormittags Einweihung der Kapelle im Residenzschloß. Besuch des Rathauses. Abends Festtafel für die Provinz Posen im Schloß. 28. August: Abreise des Kaisers und der Kai­serin nach Breslau. Dort großer militärischer Em­pfang. Abends Festtafel der Provinz Schlesien im Pro­vinziallandeshaus. 29. August: Parade des 6. Armee­forps. Abends Paradetafel im Schloß. 30. August: dem kommandierenden General. Abends Festtafel für Besuch der Hundertjahr- Ausstellung. Frühstück bei die Provinz im Schloß. Nach derselben Abreise nach Wildpark. 31. August: Ankunft in Wildpark. 2. September: Große Parade. 8. September: Abreise in Presse gehende Meldung, wonach der Kaiser im Laufe das Gelände der Kaisermanöver. Die durch die des Monats September eine Reise nach Korfu an­respondenten der Köln. 3tg." un zutreffend. Jm treten werde, ist nach Erkundungen des Berliner Kor­

die Kinder erzählten frendestrahlend, was der Vater ihnen versprochen hatte. Erst merften sie gar nicht, daß Jan traurig war und schwieg ,, denn ihre Plappermäul­chen gingen wie Spinnrädchen und ihre Augen leuchteten vor Lust. So eine Reise war für die Kinder ja au und für sich ein Ereignis. Und dann zu Großmama! Die tannten sie ja kaum, denn es war schon lange her, daß die alte Dame Krzemien besucht hatte. Aber was hatte sie damals für prachtvolle Geschenke mitgebracht! In diesen Erinnerungen schwelgten die Mädchen, und Jan Sojka saẞ still in seinem gepolsterten Lehnstuhl und blickte mit resigniertem Lächeln auf die Kinder. Ach, Du lieber Gott," dachte er, das ist nun mal der An­fang, denn wenn sie erst größer werden, dann hört das verstorbene Mama, und dann kommen die Freier und alles von selbst auf, dann werden sie vornehm wie die führen ste fort, die eine hierhin, die andere dorthin. Ich bleibe allein mit meinen Bildern, die nicht sprechen, und mit meiner großen Sehnsucht. Fräulein Benken nah­men sie auch mit! Ja, ja, ich soll halt wieder einsam sein wie damals, als-

Jan, Du sagst ja gar nichts!" meinte da auf ein­mal Jadwiga, und auch Slawa hörte auf zu erzählen und zu fragen.

Und Jan sagte noch immer nichts. Die Erinnerun­gen waren zurückgekehrt. Einsam, einsam! hatte es aus allen Ecken seines Häuschens gerufen, und das hatte ihn bange und still gemacht. Das mochten selbst die Kinder fühlen, daß der alte Mann traurig war, sie hatte ihn ja selbst so lieb. Elawa sagte: Jan, wir kommen bald wieder, nicht wahr, Jadwiga?" Die nickte. Und dann sprangen sie beide um ihn herum und schmeichelten ihm und streichelten seine Hunde und die schnurrende Kazze. Da tam die Sonne, die einen Augenblick hinter dicken froh und lustig. Wolfen gesessen, in Sojfas Seele, und er wurde wieder ( Forts, folgt.)